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Lauff bis Laufkäfer (Bd. 6, Sp. 243 bis 244)
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Artikelverweis Lauff, Joseph, Dichter, geb. 16. Nov. 1855 in Köln als Sohn eines Juristen, besuchte die Schule in Kalkar und Münster, wo er das Abiturientenexamen bestand, trat 1877 als Artillerist in die Armee ein, wurde 1878 zum Leutnant, 1890 zum Hauptmann befördert und wirkte, einer persönlichen Aufforderung des Kaisers folgend, 18981903 als Dramaturg am königlichen Theater in Wiesbaden, wo er noch jetzt lebt; gleichzeitig wurde ihm der Charakter eines Majors verliehen. L. begann seine schriftstellerische Tätigkeit mit den epischen Dichtungen: »Jan van Calker, ein Malerlied vom Niederrhein« (Köln 1887, 3. Aufl. 1892) und »Der Helfensteiner, ein Sang aus dem Bauernkriege« (das. 1889, 3. Aufl. 1896), denen später folgten: »Die Overstolzin« (das. 1891, 5. Aufl. 1900); »Klaus Störtebecker«, ein Norderlied (das. 1893, 3. Aufl. 1895), »Herodias« (illustriert von O. Eckmann, das. 1897, 2. Aufl. 1898), »Advent«, drei Weihnachtsgeschichten (das. 1898, 4. Aufl. 1901), »Die Geißlerin«, epische Dichtung (das. 1900, 4. Aufl. 1902); er schrieb fernerhin die Romane: »Die Hexe«, eine Regensburger Geschichte (das. 1892, 6. Aufl. 1900), »Regina coeli. Eine Geschichte aus dem Abfall der Niederlande« (das. 1894, 2 Bde.; 7. Aufl. 1904), »Die Hauptmannsfrau«, ein Totentanz (das. 1895, 8. Aufl. 1903), »Der Mönch von Sankt Sebald«, eine Nürnberger Geschichte aus der Reformationszeit (das. 1896, 5. Aufl. 1899), »Im Rosenhag«, eine Stadtgeschichte aus dem alten Köln (das. 1898, 4. Aufl. 1899), »Kärrekiek« (das. 1902, 8. Aufl. 1903), »Marie Verwahnen« (das., 1.6. Aufl. 1903), »Pittje Pittjewitt« (Berl. 1903) sowie die Lieder »Lauf ins Land« (Köln 1897, 4. Aufl. 1902). Als Dramatiker trat er zuerst hervor mit dem Trauerspiel »Inez de Castro« (Köln 1894, 3. Aufl. 1895). Von einer Hohenzollern-Tetralogie sind bisher erschienen und wiederholt ausgeführt »Der Burggraf« (Köln 1897, 6. Aufl. 1900) und »Der Eisenzahn« (das. 1899); ihnen sollen »Der Große Kurfürst« und »Friedrich der Große« folgen. Lauffs neueste Dramen sind das Nachtstück »Rüschhaus«, das vaterländische Spiel »Vorwärts« (beide das. 1900) und das nach dem Roman »Kärrekiek« verfaßte Trauerspiel »Der Heerohme« (das. 1902, 2. Aufl. 1903). Während L. in seinen Romanen echtes Volksleben des Niederrheins poetisch festhält und in seinen epischen und lyrischen Dichtungen trotz wortreicher Diktion ein starkes Talent verrät, greift er in seinen Dramen, namentlich in den höfisch beeinflußten Hohenzollern-Stücken, oft zu unkünstlerischen Mitteln und erweckte entschiedenen Widerspruch. Vgl. A. Schroeter, Joseph L., ein literarisches Zeitbild (Wiesbad. 1899); B. Sturm, Joseph L. (Wien 1903).
 
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Lauffen, 1) (L. am Neckar) Stadt im württemberg. Neckarkreis, Oberamt Besigheim, am Neckar, Knotenpunkt der Staatsbahnlinien Bietigheim-Jagstfeld und L.-Leonbronn, 169 m ü. M., hat 2 evang. Kirchen (die schon 741 genannte, jetzt restaurierte Martinskirche und die gotische Regiswindiskirche), eine Kapelle mit dem Sarkophag der heil. Regiswindis, ein 990 gestiftetes, 1536 aufgehobenes Benediktinerinnenkloster, ein Rathaus aus dem 12. Jahrh., ein Denkmal des hier gebornen Dichters Hölderlin, eine 256 m lange Neckarbrücke, Lateinschule, Portlandzementfabrik mit Elektrizitätswerk, Zementwaren-, Leder- und Zigarrenfabrikation, Wein- und Obstbau und (1900) 4426 meist evang. Einwohner. L. wird 1234 zuerst als Stadt genannt, kam 1361 an Württemberg und ist durch die Schlacht vom 13. Mai 1534 bekannt, in welcher der Herzog Ulrich von Württemberg mit Unterstützung Philipps von Hessen durch seinen Sieg über den Schwäbischen Bund Württemberg wiedergewann. 2) Flecken in Oberösterreich, s. Meyers Ischl.
 
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Lauffeuer, ehemals von einem Flügel beginnendes, rottenweise abgegebenes Feuer der Infanterie. S. auch Meyers Waldbrand.
 
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Laufgarten, s. Meyers Paddock.
 
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Laufgang, s. Meyers Balkon.
 
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Laufgeld, s. Meyers Landsknechte.
 
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Laufgewicht, das auf dem Hebel verschiebbare Gewicht der Schnellwage.
 
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Laufgräben (Trancheen), die vom Belagerer einer Festung zu seiner Deckung ausgehobenen Annäherungswege. Die dem Umzug der Festung im allgemeinen parallel laufenden, zuerst von Vauban angewendeten Gräben hießen früher Parallelen, die sie verbindenden, auf die Festung zuführenden Gräben Approchen. Die Art und Weise der Herstellung der L. heißt Sappieren (s. Meyers Sappe). Zur Deckung gegen Einsicht und Feuer von der Festung werden die L. zunächst als flüchtige Sappe (einfacher Graben mit feindwärts geworfener Erde) und als Schützengräben in der Nacht hergestellt und am Tage darauf erweitert. Jetzt nennt man die den angegriffenen Fronten etwa gleichlaufenden L. 1., 2., etc. Infanteriestellung. Wenn erforderlich, legt man noch weniger ausgedehnte Zwischenstellungen an. Annäherungswege (Approchen) heißen die L., welche die Infanteriestellungen untereinander verbinden; sie sind zum Schutz gegen Längsbestreichung im Zickzack geführt, jeder gerade Teil heißt ein Schlag, dessen in kurzer Krümmung rückwärts endende Verlängerung Haken (Croche). Auch der Verteidiger wird, insbes. auf den Zwischenräumen der Forts L. als Feuerlinie oder gedeckte Verbindung ausheben, oder mit Gegengräben (Konterapprochen) dem Angreifer entgegengehen. Vgl. Festungskrieg, S. 481 und 483.
 
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Laufhühner (Turnicidae), Familie der Hühnervögel, wachtelähnliche Vögel mit mittellangem, dünnem, geradem, gegen das Ende leicht gebogenem Schnabel, mittellangen, abgerundeten Flügeln, langläufigen, schwachen, meist dreizehigen Füßen und

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kurzem Schwanz. Die etwa 24 Arten verbreiten sich über alle Teile der östlichen Halbkugel, doch besitzt Australien mehr als die Hälfte aller Arten; sie bewohnen Ebenen und steinige, mit Gestrüpp und Gräsern bewachsene Gehänge und halten sich sehr verborgen. In der Fortpflanzungszeit kämpfen nicht nur die Männchen, sondern auch die Weibchen und bei einzelnen Arten nur diese miteinander. Das Nest steht in einer kleinen Vertiefung des Bodens und enthält 47 Eier. In Asien hält man L. in der Gefangenschaft und benutzt sie zu Kampfspielen. Der Torillo (Semmana der Araber, Serkil der Mauren, Turnix sylvatica Desf.), 15 cm lang (Weibchen 19), bewohnt das nordwestliche Afrika südlich bis zum Senegal, Spanien und Sizilien.
 
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Läufigkeit (Läufischsein, Hitzigkeit), bei der Hündin die Zeit, in welcher der Geschlechtstrieb erwacht. Die L. tritt gewöhnlich zweimal jährlich ein, Anfang Sommer und Anfang Winter (auch öfter) und hält 820 Tage an. Sie zeigt sich durch Anschwellen der Schnalle (Geschlechtsteil) und Absonderung von Blut aus derselben. Während der L. zeigen die Hündinnen große Neigung, ins Freie zu kommen und umherzulaufen (daher der Name). Dem Zeitpunkt des Zulassens zeigt die Hündin durch Seitwärtsbiegen der Rute beim Nahen eines Hundes. Die erste L., die gewöhnlich im neunten Lebensmonat eintritt, benutzt man nicht zur Züchtung, sondern wartet besser bis zum Alter von 11/2 Jahr. Zu langes Warten, über drei Jahre hinaus, ist wegen des schwereren Werfens in späterm Alter nicht zweckmäßig. Soll die Hündin nicht belegt werden, so muß sie während der L. gut bewacht werden. Viel Bewegung, frisches Wasser, leichte Nahrung, Befeuchten der Geschlechtsteile und des Hinterkörpers sind sehr dienlich. Mehrmaliges Vorübergehenlassen der L. schadet im allgemeinen nicht, doch können auf die Dauer Krankheiten, Reizbarkeit, Bissigkeit eintreten. Auch nach dem Belegen ist die Hündin noch 14 Tage vor andern Hunden zu schützen, da die L. noch anhält.
 
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Laufkäfer (Carabidae Leach), Familie der Käfer, Insekten mit kräftigen, scharf gezahnten Oberkiefern, hornigen Laden des Unterkiefers, fadenförmigen, elfgliederigen Fühlern und schlanken Beinen. Die länglichen Larven haben viergliederige Fühler, 46 Nebenaugen jederseits, sichelförmige Mandibeln und fünfgliederige, ziemlich gestreckte Beine. Man kennt nahe an 9000 L., die ganz allgemein bis in den äußersten Norden und im Gebirge bis zur Schneegrenze verbreitet vorkommen, und deren größte und schönste Arten der gemäßigten Zone angehören. Sie leben am Tage meist verborgen und gehen nachts auf Raub aus; andre, besonders die lebhafter gefärbten, treiben auch im Sonnenschein ihr Wesen. Sie nähren sich ausschließlich von tierischer Kost und nützen durch Vertilgung schädlicher Insekten. Aus zwei neben dem Mastdarm mündenden Drüsen sondern sie eine übelriechende, scharfe, ätzende, Buttersäure enthaltende Flüssigkeit ab, die beim Ergreifen der Käfer, wahrscheinlich zur Abwehr, ausgespritzt wird. Man teilt die L. in Sandkäfer (Cicindelidae), die sich durch schlanken Bau und lebhafte Färbung der Flügeldecken auszeichnen, im Sonnenschein ungemein flüchtig sind und sich auf Waldungen oder an sandigen Ufern umhertummeln, und in echte L. (Carabici). Zu diesen gehört die Gattung L. (Carabus L.), mittelgroße oder kleine, meist schwärzlich oder metallisch gefärbte Käfer mit ovalen Flügeldecken, meist ohne Hinterflügel. Die etwa 300 Arten finden sich in Europa, Nordasien und Nordamerika, in Chile und Patagonien; viele leben auf den Alpen. Der Goldlaufkäfer (Goldhenne, Goldschmied, Feuerstehler, C. auratus L.), 2,6 cm lang, smaragdgrün oder messingfarben, auf den Flügeldecken mit drei glatten Längsrippen, an den Beinen und der Fühlerwurzel rot, bewohnt Nordwestdeutschland und die Provinz Preußen. Der Gartenlaufkäfer (C. hortensis L.), 2,5 cm lang, glänzend schwarz, mit sein liniierten Flügeldecken, deren Außenränder und in drei Reihen stehende Grübchen kupferglänzend sind, lebt in Wäldern des östlichen Deutschland, Schwedens, Tirols und der Schweiz. Hierher gehören auch der Getreidelaufkäfer und der Puppenräuber. Der Lederlaufkäfer (Procrustes coriaceus L.), bis 39 mm lang, ist mattschwarz, auf den Flügeldecken runzelig und bewohnt feuchte Wälder; die Larve nährt sich von Schnecken. Eine andre Art, P. scabrosus L. (s. Tafel Meyers »Käfer I«, Fig. 4), zwei exotische L.: Mormolyce phyllodes Hagenb. auf Java und Anthia omoplata Weber in Transvaal (s. Tafel Meyers »Käfer II«, Fig. 1 und 2).

 

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91) Koleda
 ... des heidnischen Festes der Wintersonnenwende getretene Feier der Zeit von Weihnachten bis zum Tage der heiligen drei Könige. Heutigestags versteht man
 
92) Krag
 ... Berl. 1897), »Rachel Strömme« (1898), »Aus den niedrigen Hütten« (1898), »Weihnachten«, »Marianne« (1899) und die unterhaltenden kulturhistorischen Romane: »Isaak Seehufen« (1900)
 
93) Kremser,
 ... mit Orchester (»Balkanbilder«, »Prinz Eugen«, »Das Leben ein Tanz«, »Altes Weihnachtslied«), Operetten, Gesänge für gemischten Chor, Lieder, Klaviersachen etc.
 
94) Krippe
 ... Pappe gefertigt. Seitdem der heil. Franziskus 1223 zur Feier des Weihnachtsfestes die erste K. errichtete, hat sich die fromme Gewohnheit, zur
 ... bayrische Nationalmuseum in München (vgl. darüber Hager , Die Weihnachtskrippe, Münch. 1901, illustriert). Mit dem Wort K. ( Crèche
 ... die erste K. errichtete, hat sich die fromme Gewohnheit, zur Weihnachtszeit Krippen (auch Präsepien genannt) zu bauen, in allen katholischen
 
95) Kurz
 ... 1905; auch in Hendels »Bibliothek der Gesamtliteratur«, Halle 1905); »Der Weihnachtfund« (Berl. 1855, 2. Aufl. 1862); »Erzählungen« (Stuttg. 185861, 3 Bde.)
 
96) Ladenschluß
 ... 40 von der Ortspolizeibehörde zu bestimmenden Tagen (meist um die Weihnachtszeit, bei Jahrmärkten, Kirchweihen, Messen etc.), jedoch bis spätestens 10 Uhr
 
97) Lametta
 ... hauptsächlich als Christbaum - L . zum Schmücken der Weihnachtsbäume und wird für diesen Zweck auch gefärbt, indem man sie
 
98) Lauff
 ... von O. Eckmann, das. 1897, 2. Aufl. 1898), »Advent«, drei Weihnachtsgeschichten (das. 1898, 4. Aufl. 1901), »Die Geißlerin«, epische Dichtung (das.
 
99) Lewald
 ... Deutschland und Frankreich« (das. 1880); »Helmar«, Roman (das. 1880); »Zu Weihnachten«, drei Erzählungen (das. 1880); »Vater und Sohn«, Novelle (das. 1881);
 ... die Frauen«, Briefe (das. 1870, 2. Aufl. 1875); »Nella, eine Weihnachtsgeschichte« (das. 1870); »Die Erlöserin«, Roman (das. 1873, 3 Bde.); »Benedikt«
 
100) Lostage
 ... im allgemeinen die »Zwölften«, d. h. die zwölf Tage zwischen Weihnachten (dem frühern Jahresanfang) und Epiphanias, weil nach der bis in
 ... Martin (10. November), Lucia (13., früher 25. Dezember), Weihnachten . In frühern Zeiten, in denen neben Bibel und Gebetbuch
 
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