Wörterbuchnetz
Meyers Großes Konversationslexikon Bibliographische AngabenLogo textgrid zeno bmbf · Logo textgrid zeno bmbf · Logo textgrid zeno bmbf
 
Lametta bis Lamina (Bd. 6, Sp. 78 bis 79)
Abschnitt zurück Abschnitt vor
Artikelverweis Lametta, aus dünnem Metalldraht durch Plattdrücken (Plätten) gewonnene Fäden von solcher Feinheit (0,8 mm Breite und 0,007 mm Dicke), daß 1000 m nur 44 g wiegen. Als Metall wird Kupfer für sich, besonders aber versilbert, vergoldet und zementiert (s. Leonische Waren) benutzt. Man zieht den Draht für L. zuletzt durch einen durchbohrten Diamant und drückt ihn dann zwischen zwei rotierenden Walzen mit hochpolierter Oberfläche platt, wodurch er zugleich Glanz erhält. L. fand früher nur in China Verwendung, um damit Gewänder zu durchziehen. Jetzt dient sie hauptsächlich als Christbaum-L. zum Schmücken der Weihnachtsbäume und wird für diesen Zweck auch gefärbt, indem man sie durch ein Lackbad und dann durch einen langen Trockenofen leitet. Gekräuselte L. erhält man zwischen geriffelten Walzen. Auf einer Art Häckselmaschine in kleine quadratische Plättchen zerschnittene L. dient zum Bestreuen bunter Bildchen. Als Christbaumschmuck wird auch in 23 mm breite und etwa 30 cm lange Streifen geschnittenes Stanniol benutzt.
 
Artikelverweis 
Lamettrie, Julien Offray de, franz. Philosoph, geb. 23. Dez. 1709 in St.-Malo, gest. 11. Nov. 1751 in Berlin, studierte unter Boerhaave in Leiden Medizin und wurde Arzt im Regiment des Herzogs von Grammont, mit dem er der Schlacht bei Dettingen und der Belagerung von Freiburg beiwohnte. Die Beobachtung, die er hier während einer Erkrankung machte, daß die geistige Kraft, die wir Seele nennen, mit dem Körper schwinde, veranlaßte ihn zur Abfassung seiner »Histoire naturelle de l'âme« (Haag 1745, neue Aufl. 1748), die wegen des darin vertretenen Materialismus und Atheismus verbrannt wurde. Von der Geistlichkeit wie von den Ärzten verfolgt, begab sich L. nach Holland, konnte sich aber infolge seiner Schriften »La faculté vengée« (1747, später u. d. T.: »Les charlatans démasqués«, Par. 1762) und »L'homme-machine« (Leiden 1748; neue Ausg., Par. 1865; deutsch, Leipz. 1875) auch hier nicht halten und fand endlich ein Asyl bei Friedrich II., der ihn als seinen Vorleser anstellte und ihm eine Stelle in der Akademie gab. L. schrieb noch unter anderm: »L'homme-plante« (Potsd. 1748) und ein witziges Pasquill auf Boerhaave, Linné und andre Gelehrte: »Ouvrage de Pénélope, ou le Machiavelen médecine« (Berl. 1748, 2 Bde.; 1750, 3 Bde.); ferner: »L'art de jouir« (das. 1751); »Vénus métaphysique,

[Bd. 6, Sp. 79]


on essai sur l'origine de l'âme humaine« (das. 1752) u. a. Friedrich II. schrieb ihm selbst ein »Eloge« (Haag 1753) und ließ seine »Œuvres philosophiques« herausgeben (Berl. 1751, 2 Bde.; neue Aufl. 1796, 3 Bde.). L. war lange Zeit als frivoler Stimmführer des französischen Materialismus übel berufen. Eine Art Ehrenrettung gab Du-Bois-Reymond in einem Vortrag über ihn (Berl. 1875). Vgl. auch Quépat, Essai sur L. (Par. 1873), und Lange, Geschichte des Materialismus (7. Aufl., Iserl. 1902, 2 Bde.), die zu einer gerechtern Würdigung Lamettries den Anstoß gaben. Vgl. Poritzky, Julien Offray de L., sein Leben und seine Werke (Berl. 1900).
 
Artikelverweis 
Lamey, August, bad. Staatsmann, geb. 27. Juli 1816 in Karlsruhe, gest. daselbst 14. Jan. 1896, Anwalt in Freiburg i. Br., war 184852 Mitglied der badischen Zweiten Kammer, ward 1856 Professor der Rechte in Freiburg, 1860 Präsident des Ministeriums des Innern und führte die kirchliche Gesetzgebung Badens durch. In der innern Politik liberal und konstitutionell gesinnt, aber durch die Haltung Preußens in der schleswig-holsteinischen Frage mehr und mehr zum großdeutschen Parteistandpunkt hinübergedrängt, blieb er 1865 auch unter Edelsheim im Amt und nahm 26. Juli 1866 nach dem Ende des Krieges mit diesem seine Entlassung. Seit 1860 Mitglied der badischen Kammer, gehörte L. 187173 und 1879 dem Reichstag als Nationalliberaler an. 187892 war er Präsident der badischen Zweiten Kammer. Darauf zog er sich vom politischen Leben zurück. 1904 wurde ihm in Mannheim ein Denkmal errichtet. Vgl. Lewald, August L. (Heidelb. 1904).
 
Artikelverweis 
Lami, Eugène Louis, franz. Maler, geb. 12. Jan. 1800 in Paris, gest. daselbst 19. Dez. 1890, bildete sich bei Gros, Horace Vernet und in der Ecole des beaux-arts, widmete sich anfangs der Lithographie, bereiste dann Rußland, England, Spanien, Italien und die Krim und malte vorzugsweise Aquarellbilder aus dem Leben der höhern Gesellschaft, aber auch geschichtliche Bilder von geschickter Auffassung und elegantem Kolorit. Zu jenen gehören mehrere Szenen nach Alfred de Musset, der verlorne Sohn und die beiden im Luxembourg befindlichen: ein Abendessen im Schauspielhaus zu Versailles und Inneres einer Kirche, sowie mehrere Szenen aus dem Volksleben der Russen. Die bedeutendsten seiner Historienbilder sind: Karl I. auf dem Weg zum Gefängnis (im Luxembourg), Maria Stuart bei der Leiche Darnleys, Abdankung der Maria Stuart (Aquarell), die Schlacht an der Alma (1855), das Attentat des Fieschi (historisches Museum in Versailles), die Schlacht bei Hondschoote 1793 (Museum in Lille), die Kapitulation von Antwerpen u. a. Er hat auch Illustrationen zu Mussets Werken, zu Lesages »Gil Blas« und Prevosts »Manon Lescaut« gezeichnet.
 
Artikelverweis 
Lamĭa, im griechischen Aberglauben ein weibliches kinderraubendes, schreckhaft häßliches Gespenst, ursprünglich Geliebte des Zeus, die, von Hera ihrer Kinder beraubt, in Wildheit verfiel. Später verstand man unter Lamien schöne, gespenstische Frauen, die Kinder und Jünglinge an sich lockten und ihnen das Blut aussaugten (vgl. Empusa).
 
Artikelverweis 
Lamĭa, im Altertum Stadt am Südfuß des Othrys in Phthiotis, berühmt durch den nach ihr benannten Krieg (s. Meyers Lamischer Krieg). Im Mittelalter Zituni genannt, führt sie jetzt wieder den Namen L. und ist Mittelpunkt eines im Bau begriffenen Eisenbahnnetzes, eines Gerichtshofes und Hauptort des Nomos Phthiotis sowie Sitz eines Erzbischofs, mit mittelalterlicher Zitadelle, Gymnasium, großer Messe und (1896) 7414, als Gemeinde 11,662 Einw. Hauptprodukt ist Tabak, daneben Reis und Öl. Merkwürdig die hier betriebene Kamelzucht und die ungeheure Menge der nistenden Dohlen und Störche. Mit seiner hochgelegenen Zitadelle beherrscht L. den Phurka-Paß und damit den Weg nach Thessalien. Hier erfochten 1824 die Griechen einen wichtigen Sieg über die Türken.
 
Artikelverweis 
Lamiarĭen, Gruppe der Meyers Bockkäfer (s. d.).
 
Artikelverweis 
Lamĭen, s. Lamia.
 
Artikelverweis 
Lâmi'i, Mahmud ben Osman, türk. Dichter, starb 1530 oder 1531 in seiner Geburtsstadt Brussa. Außer vielen prosaischen Werken, z. T. Übersetzungen der Werke Meyers Dschamis (s. d.), verfaßte er vier große epische Gedichte, deren Stoff er der persischen Sage entnahm: »Wamik und Afra« (bearbeitet von Hammer-Purgstall, Wien 1833), »Wîs und Ramîn«, »Abfâl und Selmân« und das »Ferhâdnaméh« (bearbeitet von Hammer-Purgstall, Stuttg. 1812, 2 Bde.). Kleinere Gedichte von L. hat Pfizmaier u. d. T.: »Verherrlichung der Stadt Bursa« (Wien 1839) in deutscher Übersetzung veröffentlicht. Vgl. Pertsch, Türkische Handschriften, S. 386 ff. (Berl. 1889), und Gibb, History of Ottoman poetry, Bd. 3, S. 20 ff. und 354 ff. (Lond. 1904).
 
Artikelverweis 
Lamĭna (lat.), Platte, namentlich von Metall, besonders zum Eingraben von Inschriften.
 
Artikelverweis 
Lamina, die Blattspreite, s. Meyers Blatt, S. 26.

 

Eingabe
Wörterbuchtext:
Stichwort:
 
  

 

Artikel 91 bis 100 von 183 Nächste Treffer Vorherige Treffer
91) Koleda
 ... des heidnischen Festes der Wintersonnenwende getretene Feier der Zeit von Weihnachten bis zum Tage der heiligen drei Könige. Heutigestags versteht man
 
92) Krag
 ... Berl. 1897), »Rachel Strömme« (1898), »Aus den niedrigen Hütten« (1898), »Weihnachten«, »Marianne« (1899) und die unterhaltenden kulturhistorischen Romane: »Isaak Seehufen« (1900)
 
93) Kremser,
 ... mit Orchester (»Balkanbilder«, »Prinz Eugen«, »Das Leben ein Tanz«, »Altes Weihnachtslied«), Operetten, Gesänge für gemischten Chor, Lieder, Klaviersachen etc.
 
94) Krippe
 ... Pappe gefertigt. Seitdem der heil. Franziskus 1223 zur Feier des Weihnachtsfestes die erste K. errichtete, hat sich die fromme Gewohnheit, zur
 ... bayrische Nationalmuseum in München (vgl. darüber Hager , Die Weihnachtskrippe, Münch. 1901, illustriert). Mit dem Wort K. ( Crèche
 ... die erste K. errichtete, hat sich die fromme Gewohnheit, zur Weihnachtszeit Krippen (auch Präsepien genannt) zu bauen, in allen katholischen
 
95) Kurz
 ... 1905; auch in Hendels »Bibliothek der Gesamtliteratur«, Halle 1905); »Der Weihnachtfund« (Berl. 1855, 2. Aufl. 1862); »Erzählungen« (Stuttg. 185861, 3 Bde.)
 
96) Ladenschluß
 ... 40 von der Ortspolizeibehörde zu bestimmenden Tagen (meist um die Weihnachtszeit, bei Jahrmärkten, Kirchweihen, Messen etc.), jedoch bis spätestens 10 Uhr
 
97) Lametta
 ... hauptsächlich als Christbaum - L . zum Schmücken der Weihnachtsbäume und wird für diesen Zweck auch gefärbt, indem man sie
 
98) Lauff
 ... von O. Eckmann, das. 1897, 2. Aufl. 1898), »Advent«, drei Weihnachtsgeschichten (das. 1898, 4. Aufl. 1901), »Die Geißlerin«, epische Dichtung (das.
 
99) Lewald
 ... Deutschland und Frankreich« (das. 1880); »Helmar«, Roman (das. 1880); »Zu Weihnachten«, drei Erzählungen (das. 1880); »Vater und Sohn«, Novelle (das. 1881);
 ... die Frauen«, Briefe (das. 1870, 2. Aufl. 1875); »Nella, eine Weihnachtsgeschichte« (das. 1870); »Die Erlöserin«, Roman (das. 1873, 3 Bde.); »Benedikt«
 
100) Lostage
 ... im allgemeinen die »Zwölften«, d. h. die zwölf Tage zwischen Weihnachten (dem frühern Jahresanfang) und Epiphanias, weil nach der bis in
 ... Martin (10. November), Lucia (13., früher 25. Dezember), Weihnachten . In frühern Zeiten, in denen neben Bibel und Gebetbuch
 
Artikel 91 bis 100 von 183 Nächste Treffer Vorherige Treffer