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Knecht Ruprecht bis Kneller (Bd. 6, Sp. 169 bis 170)
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Artikelverweis Knecht Ruprecht, ein Spukgeist, der in zottiger Kleidung, mit einer Rute und einem Sack versehen, vor Weihnachten den Kindern erscheint und den ungehorsamen mit Schlägen droht, den artigen dagegen Nüsse schenkt. Die Figur hängt mit den heidnischen Gebräuchen während des Julfestes zusammen, wo man den Umzug der seelischen Geister (unter Führung des Wodan?) durch Mummereien symbolisch darstellte. In manchen Gegenden gehen statt des K. R. der Pelzmärte, Knecht Nikolas oder Aschen- und Butterklas herum. Als christliches Substitut erscheint so auch der heil. Joseph im Gefolge des Christkindes.
 
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Kneffs (franz. Quenelles), Klößchen von Fleisch- oder Fischfarce.
 
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Kneifen, in der Fechtkunst: hinter die Mensur zurückgehen; nach vorn k., seinem Gegner in den Hieb oder Stoß fallen (anstatt ihn kunstgerecht zu parieren); allgemein verächtlich soviel wie sich feige zurückziehen. In der Nautik heißt k. (aufkneifen): dicht beim Winde segeln.
 
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Kneifer (Klemmer), s. Meyers Brille, S. 423.
 
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Kneifinstrumente, soviel wie Harfeninstrumente.
 
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Kneifstek (Schlippstek), eine leicht zu lösende, einfache seemännische Schleife.
 
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Kneifzange (Kneip-, Beißzange), eine Zange, deren Maul aus zwei keilförmigen Schneiden besteht, dient zum Ausziehen von Nägeln, zum Abkneifen von Draht etc. (s. Meyers Zange).
 
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Kneipp, Sebastian, kath. Priester, geb. 17. Mai 1821 in Stefansried bei Ottobeuren, gest. 17. Juni 1897 in Wörishofen, erlernte die Weberei, studierte dann in Dillingen und München Theologie, empfing 1852 die Priesterweihe und wurde 1855 Kaplan, 1881 Pfarrer in Wörishofen bei Türkheim und später päpstlicher Geheimkämmerer. Seit 1848 beschäftigte er sich mit der Wasserkur, die er mit einigen abweichenden Mitteln ausstattete. Dahin gehört besonders das Barfußgehen auf nassen Wiesen, wie es früher besonders am Walpurgistag (1. Mai) und unter dem Schutz dieser Heiligen von Gelähmten (Tauschlepper) geübt wurde. Auch wandte er neben dem Wasser verschiedene Kräuter an. Er schrieb: »Meine Wasserkur« (Kempten 1887, 70. Aufl. 1902); »So sollt ihr leben« (das. 1889, 25. Aufl. 1900); »Kinderpflege in gesunden und kranken Tagen« (Donauwörth 1891, 17. Aufl. 1904); »Mein Testament« (Kempten 1894, 17. Aufl. 1902); »Kodizill zu meinem Testament für Gesunde und Kranke« (das. 1896); »Öffentliche Vorträge« (das. 189498, 4 Bde.). Seit 1891 gab er den »Wörishofener Kneipp-Kalender« heraus. »Gesammelte Schriften« (Kempten 189899, 4 Bde.). Nach seinem Tod erschienen: »Das kleine Kneippbuch« (Kempten 1901) und »Das große Kneippbuch« (hrsg. von Reile, das. 1903). In Wörishofen und in Stefansried wurden ihm Denkmäler errichtet. Vgl. v. Rhein, Das Buch vom Pfarrer K. (2. Aufl., Kempten 1891); Verus, Vater K., sein Leben und sein Wirken (das. 1897); Baumgarten, Sebastian K. (Berl. 1898).
 
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Kneippscher Malzkaffee, s. Meyers Kaffeebaum, S. 422.
 
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Kneisel, Rudolf, Schauspieler und Schriftsteller, geb. 8. Mai 1832 zu Königsberg i. Pr. als Sohn des Theatersängers Wilhelm K. (gest. 1885), gest. 19. Sept. 1899 in Pankow bei Berlin, widmete sich frühzeitig

[Bd. 6, Sp. 170]


der Bühne, war einige Jahre als Regisseur am Stadttheater in Magdeburg engagiert, trat dann 1860 selbst an die Spitze einer reisenden Schauspielergesellschaft, deren Direktion er ein Vierteljahrhundert führte. 1886 ließ er sich in Berlin nieder, um ausschließlich der dramatischen Schriftstellerei zu leben, nachdem er schon früher mit einer Reihe seiner Lustspiele und Schwänke guten Erfolg gehabt hatte. Die dramatischen Arbeiten Kneifels gehören zu jenen leichten Bühnenwerken, die mit dem Tag entstehen und vergehen, obschon einige darunter, wie z. B. »Die Lieder des Musikanten«, einen guten Kern haben. Von der ganzen Zahl dieser Stücke, deren K. über 40 schrieb, seien noch »Der liebe Onkel«, »Desdemonas Taschentuch«, »Sein einziges Gedicht«, »Wo ist die Frau?«, »Die große Unbekannte«, »Die Anti-Xantippe«, »Sie weiß etwas«, »Der Held des Tages«, »Menschen und Leute« genannt. Er schrieb auch eine populärphilosophische (spiritistische) Abhandlung: »Die Lehre von der Seelenwanderung« (Leipz. 1889).
 
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Kneller (eigentlich Kniller), Gottfried, Maler, geb. 8. Aug. 1646 in Lübeck, gest. 7. Nov. 1723 in Twickenham bei London, widmete sich in Amsterdam bei Ferdinand Bol der Malerei und ging dann nach Rom und Venedig, wo er anfangs die Geschichtsmalerei, nachher aber fast ausschließlich das Porträtfach pflegte. Nachdem er eine Zeitlang in München, Nürnberg und Hamburg Bildnisse gemalt hatte, ließ er sich 1676 in London nieder und ward dort 1680 erster Hofmaler. 1684 folgte er einer Einladung Ludwigs XIV. nach Paris, um die königliche Familie zu porträtieren. Nach England zurückgekehrt, ward er vom König Wilhelm III. zum Ritter und von Georg I. unter dem Titel von Whitton 1715 zum Baronet ernannt; auch Kaiser Joseph I. erhob ihn in den Adelstand. Er erhielt in der Westminsterabtei ein Denkmal. Seine in England sehr häufigen Bildnisse, in denen er sich A. van Dyck zum Muster nahm, sind in ihrer glatten Behandlung echte Abbilder seiner oberflächlich eleganten Zeit. Ein Bildnis des Lord Euston als Knaben besitzt die Dresdener Galerie. Vgl. Ackermann, Der Porträtmaler Sir Godfrey Kniller (Lübeck 1845).

 

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81) Johann
 ... krönte Karl den Kahlen ungeachtet der Ansprüche der deutschen Karolinger Weihnachten 876 zum Kaiser, offenbar mit dem Anspruch, über die Kaiserkrone
 
82) Johannisfest
 ... Johannistag, Johannisnacht ), das von der abendländischen Kirche früh dem Weihnachtsfest gegenübergestellte Geburtsfest Johannis des Täufers (24. Juni), kirchlich jetzt meist
 
83) Jūlfest
 ... Julbrot etc., an das alte heidnische Fest (s. Weihnachten ). Vgl. Bilfinger , Das germanische J. (Stuttg.
 ... Gelübde abzulegen. An die Stelle des Julfestes trat später unser Weihnachtsfest; aber noch heute erinnern im skandinavischen Norden sowie im frühern
 ... die Namen verschiedener Gebräuche und Gerichte, wie der Julklapp (Weihnachtsgeschenk, das vom Geber heimlich, aber mit lautem Schall ins Haus
 
84) Jundt
 ... lebe Frankreich!, die französischen Internierten verlassen die Schweiz und der Weihnachtsbaum. Jundts Arbeiten atmen Poesie, Natürlichkeit und Humor. Auch als Karikaturenzeichner
 
85) Kalender
 ... Januar, Epiphanias 6. Januar, Johannis 24. Juni, Michaelis 29. September, Weihnachten 25. Dezember, teils beweglich. Die beweglichen Feste richten sich sämtlich
 
86) Karageorgiević
 ... Alexander 23), der vom 14. Sept. 1842 bis Weihnachten 1858 Fürst von Serbien war, und Michael, der 1875 eine
 
87) Karl
 ... die Großen um sich, hier feierte er am liebsten das Weihnachtsfest (19 mal in Aachen, nur 6 mal in Gallien). Stets
 ... Herrschaft brachte endlich die Tatsache zum Ausdruck, daß ihm am Weihnachtstage (25. Dez.) 800 Leo III. in der Peterskirche zu Rom
 
88) Kinderlieder
 ... Gebiet. Luther z. B. dichtete »ein sein Kinderlied, auf die Weihnacht zu singen« (»Vom Himmel hoch, da komm' ich her« etc.);
 
89) Kirchenjahr
 ... - und Festtage. Das K. mit seinen drei Festzyklen, dem Weihnachts - , Oster - und Pfingstfestkreis, beginnt, unabhängig vom bürgerlichen
 
90) Knecht
 ... zottiger Kleidung, mit einer Rute und einem Sack versehen, vor Weihnachten den Kindern erscheint und den ungehorsamen mit Schlägen droht, den
 
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