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Herloßsohn bis Hermann (Bd. 6, Sp. 212 bis 213)
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Artikelverweis Herloßsohn (eigentlich Herloß), Karl, Novellist, geb. 1. Sept. 1804 in Prag, gest. 10. Dez. 1849 in Leipzig, studierte in seiner Vaterstadt und in Wien, lebte dann als Schriftsteller in Leipzig, wo er 1830 bis 1848 die Zeitschrift »Der Komet« herausgab. Seine zahlreichen Novellen und Romane erhoben sich durch große Gewandtheit der Darstellung über die platte Tagesbelletristik, entbehrten aber des tiefern poetischen Inhalts und der gereiften Form. Wir nennen nur: »Der Venezianer« (Leipz. 1829); »Der Ungar« (das. 1832); »Der letzte Taborit« (das. 1834); »Mein Wanderbuch« (das. 1842, 3. Aufl. 1872); »Wallensteins erste Liebe« (das. 1844); »Weihnachtsbilder«

[Bd. 6, Sp. 213]


(das. 1847); »Die Mörder Wallensteins« (das. 1847). Auch veröffentlichte er mehrere Dichtungen: »Buch der Liebe« (Leipz. 1842) und das »Buch der Lieder« (das. 1848, 4. Aufl. 1857), denen nach seinem Tode noch »Reliquien in Liedern« (hrsg. von A. Böttger, das. 1850) folgten, und gab mit R. Blum und H. Marggraff das »Theaterlexikon« (Altenb. 183942, 7 Bde.) heraus. Seine »Gesammelten Schriften« erschienen in 12 Bänden (Prag 186668).
 
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Herlufsholm, gelehrte Schule und Erziehungsanstalt bei Nästved auf der dänischen Insel Seeland, wurde 1565 von dem dänischen Seehelden Herluf Trolle und seiner Frau Brigitte Giöe errichtet.
 
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Herm., bei Tiernamen Abkürzung für Johann Hermann, auch für dessen Sohn Johann Friedrich Hermann (s. Meyers Hermann 2, S. 214).
 
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Hermäen (griech.), Hermesfeste und Hermesheiligtümer, s. Meyers Hermes.
 
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Hermagor, Hauptort des Gailtals in Kärnten, s. Meyers Gail (Fluß).
 
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Hermaia, Hermakes, s. Meyers Steinhaufen.
 
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Hermand (Hermanecz), Dorf im ungar. Komitat Sohl, nördlich von Neusohl, mit berühmter Papierfabrik und 664 meist slowak. Einwohnern.
 
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Hermandad (span.), »Bruderschaft«, vor allem die Bündnisse der kastilischen Städte im Mittelalter zu gegenseitigem Schutz und zur Durchführung politischer Zwecke. So verband sich 1282 eine Anzahl von Städten mit Sancho IV. gegen Alfons X., und dieser Bund wurde 1295 erneuert, als Sanchos Tod neue Unruhen hervorrief. Besonders interessant ist die H. von 1315, durch die sich die Städte verbanden, um dem minderjährigen Alfons XI. die Krone ungeschmälert zu erhalten. Eine andre H. in den Jahren 146573 unter dem schwächlichen Heinrich IV. hatte vorwiegend den Schutz der Städte gegen die Übergriffe des Adels zum Zweck und besaß bereits eine sehr sorgfältige Organisation. In der H. spielt immer die Aufrechterhaltung von Ordnung und Sicherheit eine Hauptrolle. Unter dem Namen der heiligen H. schufen Ferdinand und Isabella 1476 eine politischmilitärische Organisation, die alle kastilischen Kronländer umfaßte und kurze Zeit auch auf die aragonischen Länder ausgedehnt wurde. Sie war fast einer ständischen Vertretung gleich, bewilligte Abgaben, hob Truppen aus und hat wesentlich zur Unterwerfung Granadas beigetragen. In Aragonien wurde sie 1498 wieder aufgehoben, in Kastilien aber nur ihrer politischen Funktionen entkleidet und hat als polizeiliche Einrichtung noch lange fortbestanden. Aus ihr ist die unter dem Namen guardia civil bekannte Polizeitruppe hervorgegangen. Obwohl auch religiöse Bruderschaften, wenn auch seltener, als H. bezeichnet werden, ist die H. doch nur aus Mißverständnis mit der Inquisition in Beziehung gebracht worden.
 
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Hermanfried (Irminfried), der letzte König der Thüringer, Sohn des Basinus, regierte gemeinschaftlich mit seinen Brüdern Baderich und Berthar, tötete auf Anstiften seiner Gemahlin Amalberga, der Nichte des Ostgotenkönigs Theoderich, Berthar und bekriegte Baderich gemeinsam mit dem Frankenkönig Theoderich I. Als Baderich 516 besiegt und gefallen war, weigerte sich H. seinem Versprechen gemäß dem Frankenkönig die Hälfte seines Landes abzutreten. Im Verein mit seinem Bruder Chlotar I. und den Sachsen fiel dieser in Thüringen ein, schlug H. bei Scheidungen an der Unstrut, lockte ihn unter dem Vorwand friedlicher Schlichtung nach Zülpich und ließ ihn dort 531 bei einem Spaziergang von der Stadtmauer hinabstürzen. Nach anderm Bericht hat sich H. nach der Schlacht an der Unstrut in Burg Scheidungen eingeschlossen und nach ihrem Fall auf der Flucht durch seinen Waffenträger den Tod gefunden. Amalberga ging mit ihren Kindern nach Italien. Thüringen ward mit dem Frankenreich vereinigt, nur den nördlichen Teil erhielten die Sachsen. Die Geschichte Hermanfrieds ward dichterisch bearbeitet als Drama von Friedr. Gottl. Wetzel (1818) und von Arnold Schloenbach (1854).
 
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Heřmanmĕstetz (spr. hérschman-mjéstetz, tschech. Heřmanův Mèstec), Stadt in Böhmen, Bezirksh. Chrudim, Knotenpunkt an der Linie Přelauč-Kalk-Podol der Österreichisch-Ungarischen Staatseisenbahn, hat ein fürstlich Kinskysches Schloß mit Park, Fabrikation von Schuhwaren und (1900) 4668 tschech. Einwohner.
 
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Hermann (altdeutsch Heriman, »Heer-, Kriegsmann«), männlicher Name. Bemerkenswert:
   1) H. der Cherusker, s. Arminius, S. 792.
   [Hessen.] 2) H. (IV.), Landgraf von Hessen, geb. 15. Aug. 1607, gest. 4. April 1658, Sohn des Landgrafen Moritz von Hessen-Kassel, von Kindheit an auf einem Fuß lahm, gelehrt erzogen, war unter dem Namen des »Fütternden« Mitglied der Fruchtbringenden Gesellschaft und schrieb: »Observationes historico-mathematicae de annis 16181635« (1635); »Deutsche Astrologia« (Grebenstein 1637); »Historia meteorologica« (Kassel 1651) und »Hexaemeron« (das. 1652). Nach dem Tode (1626) seines ältern Bruders, Philipp, führte er meist die Vormundschaft über seine jüngern Geschwister und residierte seit 1640 in Rotenburg, das ihm als Erbe zugefallen war.
   [Köln.] 3) Graf von Wied, Kurfürst und Erzbischof von Köln, geb. 14. Jan. 1477, gest. 15. Aug. 1552, dritter Sohn des Grafen Friedrich I. von Wied, in Köln für den geistlichen Stand erzogen, nach seines Bruders Adam Tode Domherr daselbst, folgte 1515 dem Erzbischof Philipp, als welcher er 1520 Karl V. zu Aachen krönte. Anfangs Gegner der Reformation, stimmte H. auf dem Wormser Reichstag 1521 für die Acht gegen Luther und publizierte in seinem Lande das Wormser Edikt, erklärte sich auch noch 1530 zu Augsburg gegen Luthers Lehre und verfolgte ihre Anhänger in der Diözese Paderborn, wo er 1532 Bischof wurde. Nach dem unbefriedigten Versuch einer katholischen Reform auf einer Synode seiner Kirchenprovinz 1536 trat er in Beziehungen zu den Kurfürsten von Brandenburg und Sachsen und zu Melanchthon, und als die konziliatorischen Verhandlungen zu Worms und Regensburg gescheitert waren, berief er Bucer, Melanchthon u. a. nach Köln, die 1543 einen Reformationsentwurf ausarbeiteten, der, von den weltlichen Ständen und einem Teil des Klerus angenommen, eingeführt werden sollte. Aber auf die Appellation der Mehrheit der kölnischen Geistlichkeit erhob Karl V. Einspruch, der Papst Paul III. setzte 1546 H. ab und ernannte den Grafen Adolf von Schaumburg zum Erzbischof, für den der Ausgang des Schmalkaldischen Krieges entschied. H. legte im Februar 1547 freiwillig sein Amt nieder und zog sich nach Wied zurück. Vgl. Varrentrapp, H. von Wied und sein Reformationsversuch in Köln (Leipz. 1878).
   [Luxemburg.] 4) H. von Lützelburg (Luxemburg), Graf von Salm, gest. 28. Sept. 1088 bei der Belagerung von Kochem, wurde während der Abwesenheit Heinrichs IV. (s. d., S. 94) in Italien 1081 in Ochsenfurt von den Sachsen und Schwaben zum Gegenkönig gewählt und vom Mainzer Erzbischof

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Siegfried 26. Dez. in Goslar gekrönt. An seinem Plan eines Heereszuges nach Italien wurde er aber durch den Tod seines Hauptanhängers, Otto v. Nordheim, verhindert und 1085 zur Flucht nach Dänemark genötigt. 1086 schlug er mit Herzog Welf den Kaiser bei Würzburg, verlor aber bald allen Einfluß und mußte sich 1088 in seine Erblande zurückziehen.
   [Sachsen.] 5) Herzog von Sachsen, der Begründer des sächsischen Herzogshauses, das Spätere das Billungische nennen, Kaiser Ottos I. getreuer Gehilfe bei der Bekämpfung der unterelbischen Slawen und von diesem mit der Markgrafschaft gegen die Dänen, Wagrier und Obotriten, später, nach 950, auch mit der herzoglichen Gewalt in Sachsen betraut, starb 27. März 973 in Quedlinburg. Sein Geschlecht erlosch 1106 mit Herzog Meyers Magnus (s. d.). Die ausgedehnten Billungschen Güter im heutigen Hannover und Holstein fielen an Lothar von Supplinburg, den nachmaligen Kaiser, dann an die mit den Billungen verschwägerten Welfen und Askanier. Vgl. Wedekind, H., Herzog von Sachsen (Lüneb. 1817).
   [Sachsen-Thüringen.] 6) H. I., Pfalzgraf von Sachsen und Landgraf von Thüringen, zweiter Sohn Ludwigs des Eisernen und der Judith, zog 1180 mit seinem Bruder Ludwig gegen Heinrich den Löwen, ward bei Weißensee 11. Mai 1180 gefangen und erst 1181, um beim Kaiser einen billigen Frieden auszuwirken, wieder freigegeben. Nach dem Tode seines Bruders Ludwig III. (1190) folgte er diesem in der Landgrafschaft Thüringen und verlegte seine Residenz von der Neuenburg an der Unstrut oberhalb Freyburg auf die Wartburg. Kaiser Heinrichs VI. Absichten auf Thüringen energisch bekämpfend, ergriff er in den Kriegen nach Heinrichs Tod (11981208) bald für Philipp von Schwaben, bald für Otto IV. von Braunschweig Partei. Als aber Otto mit dem Papst Innozenz III. zerfallen war, versammelte er 1211 eine Anzahl Fürsten in Nürnberg und veranlaßte sie zu dem Beschluß, den gebannten Otto abzusetzen und Friedrich II. zu wählen. Deshalb erhoben sich die Sachsen, bemächtigten sich der Städte Mühlhausen und Nordhausen, und da sich viele seiner Vasallen gegen ihn auflehnten, konnte ihn nur Friedrichs II. schnelles Einrücken in Deutschland retten. Kunstliebend und den Minnesingern zugezählt, lebt er in der Sage als Veranstalter des Meyers Wartburgkriegs (s. d.). H. starb 25. April 1217 in Gotha und wurde zu Reinhardsbrunn begraben. Durch seine Tochter erster Ehe, Jutta, Gemahlin des Markgrafen Dietrich von Meißen, wurde er Großvater Heinrichs des Erlauchten von Meißen. Mit seiner zweiten Gemahlin, Sophie, einer Tochter des Herzogs Otto von Bayern, zeugte er Ludwig, seinen Nachfolger in der Regierung und Gemahl der heil. Elisabeth, Heinrich Raspe, Ludwigs Nachfolger und Gegenkönig Friedrichs II., und zwei Töchter. Sein Enkel Hermann II., der jüngere, Sohn Ludwigs des Frommen und der heil. Elisabeth, folgte 1227 seinem Vater unter der Vormundschaft seines Oheims Heinrich Raspe; er starb kinderlos 1241.

 

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71) Herloßsohn
 ... (das. 1842, 3. Aufl. 1872); »Wallensteins erste Liebe« (das. 1844); »Weihnachtsbilder« (das. 1847); »Die Mörder Wallensteins« (das. 1847). Auch veröffentlichte
 
72) Heyse
 ... Es folgten: »Der Roman der Stiftsdame« (1886, 12. Aufl. 1903), »Weihnachtsgeschichten« (1891), »Aus den Vorbergen« (1892), »In der Geisterstunde und andre
 
73) Hildebrandt
 ... (1830), die seine realistische Tendenz nicht zu beeinflussen vermochten. Der Weihnachtsabend (1840), Empfang des Kardinals Wolsey im Kloster (1842), Doge und
 
74) Hirsch
 ... gelt sind, auch mehr, Spießer etwa ebensoviel und Kälber zur Weihnachtszeit 2025 kg. Die Zahl der Enden entscheidet nicht sicher
 
75) Hofmann
 ... frische Gelegenheitsdichtungen und durch schriftstellerische Unternehmungen zu wohltätigen Zwecken (»Weihnachtsbaum für arme Kinder«, 25 Jahrgänge) verdient. Eine Auswahl seiner Gedichte
 
76) Homilĭus
 ... der Kreuzschule daselbst. H. war seinerzeit als Komponist hochgeschätzt (Passionen, Weihnachtsoratorien, Motetten, Kantaten u. a.), schrieb auch ein Lehrbuch des Generalbasses.
 
77) Hutzelbrot
 ... Hutzelbrot ( Hutzel - , Birnenwecken ), süddeutsches Weihnachtsgebäck aus Roggenmehlteig mit zerschnittenen getrockneten Birnen und Pflaumen ( Hutzeln
 
78) In
 ... süßem Jubel«), Anfangsworte eines alten, halb deutsch, halb lateinisch geschriebenen Weihnachtsliedes, das früher dem Petrus Dresdensis (gest. 1440) zugeschrieben wurde, in
 
79) Jensen
 ... schwerer Vergangenheit«, ein Geschichtenzyklus (das. 1888, 3. Aufl. 1901), »Vier Weihnachtserzählungen« (das. 1888), »Jahreszeiten« (das. 1889), »Sankt - Elmsfeuer« (das. 1889),
 
80) Jesus
 ... die aufblühende Kultur des Bürgertums gefördert wurde (s. Weihnachtsspiele , Passionsspiele , Osterspiele). Neues Leben
 
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