Wörterbuchnetz
Meyers Großes Konversationslexikon Bibliographische AngabenLogo textgrid zeno bmbf · Logo textgrid zeno bmbf · Logo textgrid zeno bmbf
 
Zwischenurteile bis Zwitterig (Bd. 6, Sp. 1049)
Abschnitt zurück Abschnitt vor
Artikelverweis Zwischenurteile heißen nach der deutschen Zivilprozeßordnung (§ 303) im Gegensatz zu den Endurteilen diejenigen Urteile, durch die nicht über den Rechtsstreit selbst (ganz oder zum Teil), sondern nur über ein einzelnes selbständiges Angriffs- oder Verteidigungsmittel oder über einen Meyers Zwischenstreit (s. d.) entschieden wird. Das Zwischenurteil ist zwar nach § 318 für das Gericht bindend; es darf aber regelmäßig nicht durch ein selbständiges Rechtsmittel an gefochten werden, sondern unterliegt (nach den § 512 und 548) nur (mit dem angefochtenen Endurteil) der Beurteilung des Berufungs- oder Revisionsgerichts. Dabei wird noch vorausgesetzt, daß das Zwischenurteil nicht unanfechtbar oder mit der Beschwerde anfechtbar ist. Z., die sich auf einen Zwischenstreit beziehen, unterliegen vielfach der sofortigen Beschwerde und können deshalb in Rechtskraft erwachsen. Gewisse Z., die auch vorläufige Urteile oder Vorbehaltsurteile genannt werden, stellt das Gesetz (in den § 275, 304, 540 und 600) in Ansehung der Rechtsmittel den Endurteilen gleich. Das gilt von Urteilen, durch die eine prozeßhindernde Einrede nach abgesonderter Verhandlung verworfen, oder über den nach Grund und Betrag streitigen Anspruch über den Grund vorab entschieden oder ein Verteidigungsmittel unter Vorbehalt der Geltendmachung zurückgewiesen wird, sowie von den Urteilen, durch die der Beklagte im Urkunden- und Meyers Wechselprozeß (s. d.) unter Vorbehalt der Ausführung seiner Rechte verurteilt wird. Das letztere Zwischenurteil steht auch in Ansehung der Meyers Zwangsvollstreckung (s. d.) einem Endurteile gleich. Die österreichische Zivilprozeßordnung handelt von den Zwischenurteilen in § 393. Sie kennt zwei Urteile dieser Art, nämlich: das Zwischenurteil, durch das über den Grund eines Anspruches vorab entschieden, und dasjenige, durch das im Laufe des Prozesses über das Bestehen oder Nichtbestehen eines Rechtsverhältnisses entschieden wird. Beide Z. sind in Ansehung der Rechtsmittel als Endurteile anzusehen.
 
Artikelverweis 
Zwischenwerk, s. Meyers Festung, S. 476.
 
Artikelverweis 
Zwischenwirt, s. Meyers Bandwürmer, S. 328.
 
Artikelverweis 
Zwischenzinsen (Marchzins in der Schweiz), Zinsen für die Zwischenzeit von der wirklichen Zahlung bis zu dem spätern Zeitpunkt der Fälligkeit; bei Papieren, welche feste Zinsen abwerfen, die vom letzten Zinstermin bis zum Kauftag laufenden Zinsen, welche vom Käufer dem Verkäufer zu vergüten sind. Weiteres s. Internsurium.
 
Artikelverweis 
Zwischgold, s. Meyers Goldschlägerei, S. 104.
 
Artikelverweis 
Zwittau (tschech. Svitava), Stadt in Mähren, Bezirksh. Mährisch-Trübau, 434 m ü. M., nahe der böhmischen Grenze an der Zwittawa (117 km langer Nebenfluß der Schwarzawa), an der Linie Wien-Brünn-Prag der Österreichisch-Ungarischen Staatseisenbahn und der Lokalbahn Z.-Skutsch gelegen, Sitz eines Bezirksgerichts, hat 4 Kirchen, 2 Klöster, eine deutsche Landesoberrealschule, eine Fachschule für Weberei, ferner ein Krankenhaus, ein Armen- und Waisenhaus und eine Volksbibliothek (18,000 Bände), sämtlich von dem hier gebornen Meyers Ottendorfer (s. d.) gestiftet, Tabakfabrik, Baumwollspinnerei, Baumwoll-, Leinen-, Jute- und Seidenwebereien, Bleichereien, Färbereien und Appreturen, Dampfsägen, Bierbrauerei, Handschuhlederfabrik, Gasanstalt, Elektrizitätswerk, Sparkasse u. (1900) 9029 deutsche Einwohner.
 
Artikelverweis 
Zwitter, s. Meyers Hermaphroditismus.
 
Artikelverweis 
Zwitter (Zwittergestein), eine Abart des Meyers Greisen (s. d.); in der Mineralogie soviel wie Zinnerz.
 
Artikelverweis 
Zwitterblüte, s. Meyers Blüte, S. 86.
 
Artikelverweis 
Zwitterdrüse, s. Meyers Geschlechtsorgane, S. 685.
 
Artikelverweis 
Zwitterig (hermaphroditus, »zweigeschlechtig«), Blüten, die Staub- und Fruchtblätter zugleich enthalten, auch Zwitterblüten (flores hermaphroditi).