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Schiffspfandrecht bis Schiffssignale (Bd. 6, Sp. 783 bis 784)
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Artikelverweis Schiffspfandrecht, s. Meyers Pfandrecht, S. 689.
 
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Schiffspfund, früheres Gewicht für Seefrachten, seltener und dann öfters abweichend für Landfrachten: in Preußen bis 1858 = 3 Zentner oder 154,345 kg, in Mecklenburg 162,638 kg und 186171 meist 168 kg, in Lübeck 1860 zu 20 Liespfund von 14 Pfund = 136,213 kg, in Hamburg 135,691 kg, in Bremen bis 1857 zu 22 Liespfund von 14 Pfund = 153,538 kg, in Sachsen und Frankfurt 3 Zentner.
 
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Schiffsposten, s. Meyers Briefpostamt und Meyers Marinebriefsendungen.
 
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Schiffsprokureur (spr. -ör), s. Meyers Schiffsmäkler.
 
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Schiffsprovisionsliste, die spezielle Nachweisung (Deklaration) über die an Bord eines aus dem Ausland einlaufenden Schiffes befindlichen, für den Gebrauch der Schiffsmannschaft und des Schiffes bestimmten Mund- und andern Vorräte, die Effekten der Schiffsmannschaft und die Schiffsinventarienstücke. Die S. ist mit dem sogen. Manifest (s. d.) nach § 78 des deutschen Vereinszollgesetzes vom 1. Juli 1869 der Zollbehörde des Eingangshafens von dem Schiffsführer zu unterbreiten, falls das Schiff nicht unter amtlicher Bewachung bleibt. Sie hat den Zweck, die deklarierten Gegenstände von der versteuerbaren Ladung abzugrenzen.
 
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Schiffsprüfungskommission, Marinebehörde in Kiel, gehört zum Reichsmarineamt, befaßt sich mit der Beurteilung der marine-technischen Leistungsfähigkeit der neugebauten Kriegsschiffe und deren Einrichtungen.
 
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Schiffsregister sind öffentliche (jedermann zugängliche), von den Amtsgerichten geführte Verzeichnisse (See- und Binnenschiffsregister). Sie geben über Namen, Gattung, Erbauung, Größenverhältnisse, Heimat, Eigentumsverhältnisse, Pfandrechte der Schiffe Auskunft. Wegen der Seeschiffe s. das Flaggengesetz vom 22. Juni 1899, wonach die Eintragung erst geschehen darf, nachdem das Recht des Schiffes zur Führung der Reichsflagge glaubhaft gemacht ist (§ 8); dies Recht hat es nur, wenn es im ausschließlichen Eigentum von Reichsangehörigen steht (§ 2). Gemäß dem Binnenschiffahrtsgesetze (§ 119 ff.) sind für Dampfschiffe mit einer Tragfähigkeit von mehr als 15,000 kg und Schiffe ohne eigne Triebkraft von mehr als 20,000 kg Tragfähigkeit S. zu führen. Die über die Eintragung ausgestellte Urkunde heißt bei Seeschiffen Schiffszertifikat, durch sie wird der Inhalt des Registereintrags bezeugt und das Recht des Schiffes zur Führung der Reichsflagge nachgewiesen.

[Bd. 6, Sp. 784]


Sie kann zeitweilig durch ein vom Konsul, bez. Registergericht über das Recht zur Führung der Reichsflagge erteiltes sogen. Flaggenzeugnis ersetzt werden (§ 11, 12). Bei Binnenschiffen heißt jene Urkunde, in die der vollständige Inhalt der Eintragung aufzunehmen ist, Schiffsbrief (§ 125). Vgl. auch Registerwesen, S. 714.
 
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Schiffsrolle, in der Handelsflotte soviel wie Meyers Musterrolle (s. d.); vgl. auch Rolle.
 
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Schiffsschraube, s. Meyers Dampfschiff.
 
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Schiffssetzungen (Steinschiffe, Teufelsboote, Skibssaetningar, Stenskeppar, Skeppshögar, Wella Laiwe), an den Küsten der Nord- und Ostsee vorkommende Stein setzungen in Form eines Bootes. Die Steine sind in zwei langen, schwach eingebogenen Reihen angeordnet, die an den Enden spitz zusammenlaufen, so daß sie tatsächlich, zumal durch die Andeutung zahlreicher Ruderbänke mittels Querreihen den Eindruck eines Fahrzeuges hervorrufen (s. Tafel Meyers »Vorgeschichtliche Gräber II« im 8. Bd., Fig. 5 u. 6). Unter diesen S. befinden sich Begräbnisse altnordischer Seefahrer, nach S. Müller wohl, wie aus der Lage der S an Küsten und auf Inseln zu schließen ist, von fremden Wikingern. In Skandinavien (Blekingen, Bohuslän etc.), wo S. ihr Hauptverbreitungsgebiet haben, wurde das Schiff oft selbst auf das Land gezogen und der Tote, von einer großartigen Ausstattung umgeben, hineingelegt. In Jütland sind S. nur nördlich von Limfjord häufiger; südlich davon finden sie sich nur vereinzelt und auf vorgelagerten Inseln (Föhr, Amrum). Häufig sind sie auf Bornholm, an der südbaltischen Küste sind S. bei Stralsund und Köslin gefunden worden. In den Ostseeprovinzen sind S. dagegen wieder recht häufig, besonders in Esthland, Kurland und Livland. Hier sind sie auch von zahlreichen Altertümern begleitet, die den ersten Jahrhunderten unsrer Zeitrechnung, der nordischen ältern Eisenzeit, angehören. Vgl. Vedel, Bornholms Oldtidsminder og Oldsager (Kopenh. 1886); Grewingk, Die Steinschiffe von Musching und die Wella-Laiwe oder Teufelsböte Kurlands überhaupt (Dorpat 1879) und Ostbaltische, dem heidnischen Totenkultus dienende Steinsetzungen (das. 1887).
 
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Schiffssignale, s. Signal.