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Schiebkarren bis Schiedsmann (Bd. 6, Sp. 751 bis 752)
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Artikelverweis Schiebkarren, s. Meyers Karren.
 
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Schieblehre, s. Meyers Lehren, S. 341.
 
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Schiebung, s. Meyers Elastizität, S. 590.
 
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Schied, Fisch, soviel wie Rapsen.
 
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Schiedam (spr. ß-chīdam), Stadt in der niederländ. Provinz Südholland, Bezirk Rotterdam, 4 km westlich von Rotterdam, an der Mündung der Schie in die Neue Maas, an der Eisenbahn Rotterdam-Haag-Amsterdam

[Bd. 6, Sp. 752]


und der Sekundärbahn S.-Hoek van Holland, Sitz eines Kantonalgerichts, einer Handelskammer und eines deutschen Konsularagenten, hat einen Hafen, 6 Kirchen, eine Synagoge, ein schönes Konzert- und Schauspielhaus, ein Gymnasium, eine höhere Bürgerschule, große Geneverbrennereien (1904 etwa 250), deren Erzeugnis weit und breit berühmt ist, Fabrikation von Stearinkerzen, Mühlen, starke Schiffahrt, Schiffbau und (1905) 29,227 Einw.
 
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Schiedmayer, Johann Lorenz, Pianofortebauer, geb. 1786 in Erlangen, gest. 1860 in Stuttgart, brachte das von seinem Vater 1781 in Erlangen gegründete und von ihm 1809 nach Stuttgart verlegte Geschäft zu hoher Blüte. Nach seinem Tode wurde die Pianofortefabrik von seinen Söhnen Adolf (gest. 1890) und Hermann (gest. 1861) übernommen, während zwei jüngere Söhne, Julius (gest. 1878) und Paul (gest. 1890), 1853 eine Harmoniumfabrik gründeten, mit der sie 1865 auch eine Pianofortefabrik verbanden. Die Stammfirma, die älteste der jetzt bestehenden Pianofortefabriken Deutschlands, wird gegenwärtig von dem ältesten Enkel J. L. Schiedmayers, Adolf S., unter der Firma Schiedmayer u. Söhne geleitet.
 
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Schiedseid, älterer Ausdruck für den zugeschobenen Eid.
 
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Schiedsgericht, s. Meyers Schiedsrichter und Meyers Friedensgerichte. Über gewerbliche Schiedsgerichte (Schiedsämter und Schiedskammern) s. Meyers Gewerbegerichte und Meyers Einigungsämter. Internationale Schiedsgerichte, s. Meyers Schiedsrichter, S. 753.
 
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Schiedsgerichtliches Verfahren, s. Meyers Schiedsrichter, S. 752 und 754.
 
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Schiedshof, ständiger, im Haag, Bezeichnung für das durch die Haager Konferenz eingesetzte sogen. permanente Schiedsgericht (s. Meyers Schiedsrichter, S. 754).
 
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Schiedsmann (Friedensrichter), die zur Herbeiführung und protokollarischen Aufnahme von Vergleichen, die unter streitenden Teilen vereinbart werden, besonders eingesetzte Behörde. In Preußen besteht diese Einrichtung schon seit 1827 und ist durch die Schiedsmannsordnung vom 29. März 1879 mit einer Reihe von Ausführungsverfügungen auf die ganze Monarchie ausgedehnt worden. Nach der preußischen Schiedsmannsordnung ist dem S außer der gütlichen Beilegung von Beleidigungen und Körperverletzungen auch die gütliche Schlichtung bürgerlicher Rechtsstreitigkeiten über vermögensrechtliche Ansprüche übertragen, soweit solche von den Parteien beantragt werden. Der S. wird für die betreffende Gemeinde auf drei Jahre gewählt, ebenso sein Stellvertreter. Größere Gemeinden sind in Bezirke geteilt, kleinere zu solchen vereinigt. Die Wahl steht in diesem letztern Fall der Kreis-, sonst der Gemeindevertretung zu. Das Amt ist ein Ehrenamt. Zur Ablehnung berechtigen das Alter von 60 Jahren, Krankheit, Abwesenheit, Verwaltung eines unmittelbaren Staatsamtes, Verwaltung des Schiedsmannsamtes während der letzten drei Jahre und sonstige Billigkeitsgründe. Unbefugte Ablehnung kann den zeitweiligen Verlust des Gemeinderechts und eine stärkere Heranziehung zu den Gemeindelasten nach sich ziehen. Zur Wählbarkeit ist ein Alter von 30 Jahren, Wohnsitz im Bezirk, Besitz der bürgerlichen Ehrenrechte und Dispositionsfähigkeit erforderlich. Aus den vor dem S. aufgenommenen Vergleichen findet die gerichtliche Zwangsvollstreckung statt (Artikel 3 des preußischen Ausführungsgesetzes zur Zivilprozeßnovelle vom 22. Sept. 1899). Das Wirken des Schiedsmanns ist zweifelsohne ein sehr ersprießliches; es würde aber noch segensreicher sein, wenn die Parteien vor dem S. erscheinen müßten. Schiedsmänner bei Viehseuchen sind in Preußen amtliche Sachverständige, die gemeinsam mit dem Amtstierarzt den Wert der infolge polizeilicher Anordnung bei Viehseuchen getöteten oder später gefallenen Tiere zu bestimmen haben. Die Verhandlungen sind sportel- und stempelfrei. Vgl. die Kommentare zur preußischen Schiedsmannsordnung von Florschütz (13. Aufl., Berl. 1904), Halle (2. Aufl., das. 1903); Christiani, Wie hat der S. sein Amt zu führen? (3. Aufl., das. 1906); Kurtz, Leitfaden für preußische Schiedsmänner (das. 1907).