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Schichtung bis Schicksalsbaum (Bd. 6, Sp. 750)
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Artikelverweis Schichtung, s. Meyers Ehegüterrecht, S. 400.
 
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Schichtvulkane, soviel wie Stratovulkane, s. Vulkane.
 
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Schichtweberei (Schlitzwirkerei), eine Art der Kunstweberei, die gobelinartige Stoffe herstellt. Der Ausdruck hat seinen Ursprung nach den sich durch die Technik ergebenden geraden Schlitzen, deren äußere Wirkung dem »Schichtensystem« der Bauweise entspricht, wonach zwei sich parallel begrenzende Flächen »Schichtenflächen« genannt werden. Bekannt ist die S. seit dem frühesten Mittelalter, sie beruht auf einer Art von Handwirkerei, die der eigentlichen Weberei überall vorausging. Vgl. Gobelins und Kilim.
 
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Schichtwolke, s. Meyers Wolken.
 
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Schichzen, Stamm der Turkmenen (s. d.).
 
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Schick, s. Meyers Chic.
 
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Schick, 1) Margarete, geborne Hamel, berühmte Sängerin, geb. 26. April 1773 in Mainz, gest. 29. April 1809 in Berlin, verheiratete sich 1791 mit dem Violinvirtuosen Ernst S. (gest. 1813 in Berlin), debütierte ein Jahr später in Mainz als Sängerin, ging 1794 nach Hamburg und bald darauf nach Berlin, wo sie zugleich als Kammersängerin angestellt wurde. Sie starb infolge des Zerreißens einer Hals arterie nach kaum beendigter Mitwirkung bei der Ausführung von Righinis Tedeum im Berliner Dom. Frau S. wird von den Zeitgenossen sehr hoch gestellt und gleich nach der Mara genannt, namentlich als Interpretin Glucks. Vgl. Levezow, Leben und Kunst der Frau Margarete S. (Berl. 1809).
   2) Gottlieb, Maler, geb. 15. Aug. 1776 in Stuttgart, gest. daselbst 7. Mai 1812, bildete sich hier und in Paris in Davids Schule und schuf seit 1802 in Rom unter der Nachwirkung von Carstens, aber ohne die französische Schulung verleugnen zu können, antikisierende Gemälde: David, vor Saul die Harfe spielend (1803), das Opfer Noahs, Apollo unter den Hirten (1808, sämtlich in der Stuttgarter Galerie). Sein Bestes leistete er in Bildnissen, wie denen Danneckers und seiner Gattin (daselbst) und denen der Familie Humboldt (Schloß Tegel).
 
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Schickhardt, Heinrich, Architekt, geb. 5. Febr. 1558 in Herrenberg bei Stuttgart, gest. daselbst 31. Dez. 1634, lernte 1578 bei dem herzoglichen Baumeister Georg Behr in Stuttgart, erbaute 1579 das Schloß zu Stammheim, baute seit 1590 mit Behr die abgebrannte Stadt Schiltach wieder auf und ging 1598 nach Italien, von wo er ein Tagebuch mit zahlreichen Zeichnungen italienischer Bauwerke mitbrachte. Seine Hauptwerke sind der im 18. Jahrh. abgerissene Neue Bau in Stuttgart und die Kirche in dem 1599 gegründeten Ort Freudenstadt, der ganz nach seinen Plänen erbaut wurde. Seine Tätigkeit auf dem Gebiete des Nutzbaues war außerordentlich fruchtbar und bis nach dem Elsaß (Mömpelgard) ausgedehnt. Er starb an einer von einem kaiserlichen Soldaten erhaltenen Wunde. Seine »Handschriften und Handzeichnungen« wurden von Heyd herausgegeben (Stuttg. 1902). Vgl. den Artikel von Wintterlin in der »Allgemeinen deutschen Biographie«, Bd. 31 (Leipz. 1890).
 
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Schicklich (von »Schick«, gute Ordnung, gefällige Lebensart) ist, was sich schickt, d. h. den gegebenen Verhältnissen, insbes. den eben herrschenden Anstands- und Sitten-, aber auch Geschmacks- und Kunstregeln gemäß ist, ohne unbedingt geboten zu sein. Wer es mit Leichtigkeit zu finden, d. h. sich zu schicken, weiß, heißt geschickt. Meyers Clarke (s. d. 1) hat das Schickliche (the fitting) seiner Moral zugrunde gelegt. Vgl. Takt.
 
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Schicksal (Geschick), sowohl das Geschickte, d. h. ein einzelnes Ereignis oder eine ganze Reihe solcher, von denen angenommen wird, daß sie durch eine übermenschliche Macht bestimmt sind, als auch das Schickende, d. h. das (im Gegensatz zur Gottheit) unpersönlich gedachte Wesen, von dem die Begebenheiten und Verhältnisse ausgehen, die wir Schicksale nennen. Im erstern Sinn unterscheidet man verdientes (selbstverschuldetes) und unverdientes (unverschuldetes), im letztern gerechtes (Nemesis) und ungerechtes S. (Fatum). Dem S. im ersten Sinne steht einerseits der (grundlose) Zufall, anderseits die natürliche Abhängigkeit der Erfolge von unsern vorausgegangenen Handlungen, dem S. im zweiten Sinne die (persönliche) Vorsehung gegenüber. Vgl. auch die Artikel »Moiren« und »Fatum«.
 
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Schicksalsbaum, s. Meyers Clerodendron.