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Scheidt bis Scheinbarer Ort (Bd. 6, Sp. 725 bis 726)
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Artikelverweis Scheidt, Dorf im preuß. Regbez. Trier, Kreis Saarbrücken, Knotenpunkt der preußischen Staatsbahnlinien Saarbrücken-S. und St. Ingbert-Saarbrücken sowie Homburg-S. der Pfälzischen Eisenbahn, hat (1905) 3356 Einw.
 
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Scheidt, 1) (Scheid, Scheit) Kaspar, deutscher Schriftsteller des 16. Jahrh., wirkte als Schulmeister in Worms, wo er 1565 mit Frau und Kindern an der Pest starb. S. war der Lehrer Fischarts. Er verpflanzte französische Gedichte nach Deutschland, trat daneben auch der Wormser Meistersingerschule bei, wovon sein »Lob der Musika« (1561) zeugt, und ist besonders dadurch bemerkenswert, daß er den 1549 erschienenen »Grobianus« von Fr. Meyers Dedekind (s. d.), eine Satire auf die Roheit der damaligen Zeit, in deutsche Reimpaare übersetzte und erweiterte (1551; Neudruck, mit Einleitung von Milchsack, Halle 1882). Außerdem schrieb er: »Die fröhliche Heimfahrt«, allegorische Ritterdichtung (1552), Reime zum »Totentanz« (1558) und eine »Lobrede des Maien« (in Prosa, 1568). Vgl. Hauffen, Kaspar S., der Lehrer Fischarts (Straßb. 1889).
   2) Samuel, Komponist, geb. 1587 in Halle a. S., gest. daselbst 30. März 1654, war Schüler des berühmten Sveelinck in Amsterdam und wurde 1609 Organist der Moritzkirche in Halle und brandenburgischer Kapellmeister. S. ist einer der gediegensten Kirchenkomponisten seiner Zeit. Sein Hauptwerk, »Tabulatura nova« (1624, 3 Bde.), erschien in Neuausgabe als Bd. 1 der »Denkmäler deutscher Tonkunst« (Leipz. 1892).
 
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Scheidung (Erzscheidung), s. Meyers Aufbereitung.
 
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Scheidung, soviel wie Ehescheidung (s. Meyers Eherecht, S. 406, V). S. von Tisch und Bett, Bezeichnung für die bloße Beseitigung des ehelichen Zusammenlebens, ohne daß dadurch das Band der Ehe gelöst wird und eine Wiederverheiratung möglich ist. Diese Trennung von Tisch und Bett (separatio quoad torum et mensam) ist insonderheit eine Einrichtung der katholischen Kirche, da nach ihr eine eigentliche S., d. h. eine Lösung des Bandes der Ehe mit der Wirkung, daß die Geschiedenen wieder heiraten können, nur möglich ist, wenn die Ehegatten nachweisen, daß sie die Ehe nicht vollzogen haben, d. h. keinen geschlechtlichen Verkehr miteinander gepflogen haben. Die S. von Tisch und Bett erfolgt durch den geistlichen Richter entweder auf bestimmte oder unbestimmte Zeit (separatio temporaria), wenn Umstände vorliegen, die eine solche als angebracht erscheinen lassen, oder auf Lebenszeit (separatio perpetua), wegen Ehebruchs und gewisser andrer sittlicher Verfehlungen. Dies sind aber alles Bestimmungen, die nur für die Kirche gelten. Nach dem heute in Deutschland geltenden Recht kann eine S. von Tisch und Bett von den Gerichten nicht mehr ausgesprochen werden, wohl aber kann nach § 1575 des Bürgerlichen Gesetzbuches der Ehegatte, der auf S. klagen könnte, auf bloße Aufhebung der ehelichen Gemeinschaft klagen. Die Wirkungen sind die gleichen wie bei der S., nur kann keine Wiederverheiratung erfolgen. Beiden Ehegatten steht es aber frei, wenn einmal auf Aufhebung der ehelichen Gemeinschaft erkannt ist, auch S. zu beantragen. In Österreich ist für Eheleute, die beide katholisch sind, S. von Tisch und Bett möglich; Juden können ihre Ehe rechtsgültig durch Überreichung des Scheidebriefes lösen. Vgl. Bürgerliches Gesetzbuch für Österreich, § 100110 u. 133 ff.
 
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Scheiern, im 15. und 16. Jahrh. ein Meyers Doppelbecher (s. d.) aus Metall.
 
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Scheikh, s. Meyers Scheich.
 
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Schein in subjektivem Sinn entsteht dann, wenn unsre Auffassung eines Sachverhalts mit der Wirklichkeit nicht übereinstimmt. Die Ursache dieses Mißverhältnisses liegt entweder, wie beim sinnlichen S., in den unbewußten Prozessen, durch welche die sinnliche Wahrnehmung zustande kommt, oder in unsern bewußten (aber falschen) Denkakten (logischer S.). Der Begriff des objektiven Scheines, d. h. die Annahme, daß einem einzelnen Objekt, das uns (in der Erfahrung) als wirklich entgegentritt, oder der Gesamtheit dieser Objekte überhaupt nichts Reales entspricht, enthält einen innern Widerspruch; wohl aber ist es an sich denkbar, daß einzelnen oder allen Eigenschaften und Beziehungen der Erfahrungsobjekte ganz andre Eigenschaften und Beziehungen der Dinge an sich zugrunde liegen und jene also nur eine subjektive Realität besitzen. Vgl. Erscheinung. S. heißt auch eine schriftliche Erklärung über einen Gegenstand, z. B. über eine Verhandlung, über eine erfolgte Zahlung (Quittung, Tilgungsschein), über Empfang von Sachen (Hinterlegungsschein, Auslieferungsschein), über eine Verbürgung (Gutschein) etc.
 
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Schein, Johann Hermann, Komponist, geb. 20. Jan. 1586 zu Grünhain in Sachsen, gest. 19. Nov. 1630 in Leipzig, war Diskantist der Dresdener Hofkapelle, besuchte dann die Klosterschule Pforta und die Universität Leipzig, wurde 1615 Hofkapellmeister in Weimar und 1616 Kantor an der Thomasschule in Leipzig. Zahlreiche gediegene kirchliche und weltliche Gesangswerke, die 160927 erschienen und zum Teil mehrfach aufgelegt wurden, erweisen S. als einen der

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gediegensten deutschen Tonsetzer seiner Zeit. Eine Gesamtausgabe seiner Werke in 8 Bänden (redigiert von A. Prüfer) erscheint seit 1901 bei Breitkopf u. Härtel in Leipzig. Vgl. Prüfer, Johan Herman S. (Leipz. 1895).
 
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Scheinangriff, kräftiger, aber nicht Entscheidung suchender Angriff an einer Stelle des Schlachtfeldes, auf die die Aufmerksamkeit des Gegners gezogen werden soll, um sie vom anderswo erfolgenden Hauptangriff abzulenken. Bloße Scheinbewegungen oder Scheinübergänge über Wasserläufe, denen nicht alsbald ein kräftiger Angriff folgt, sind einem energischen Feinde gegenüber ohne Erfolg. Vgl. Demonstration. Scheinanlagen, s. Meyers Maske, S. 397.
 
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Scheinbare Größe (scheinbarer Durchmesser) eines Himmelskörpers, der Winkel, den zwei vom Auge nach den beiden Enden eines Durchmessers desselben gezogene Gerade einschließen. Vgl. Augenmaß.
 
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Scheinbarer Ort eines Himmelskörpers, s. Meyers Astronomischer Ort.