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Scheiderze bis Scheikh (Bd. 6, Sp. 725)
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Artikelverweis Scheiderze, s. Meyers Aufbereitung, S. 86.
 
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Scheideschlamm, s. Meyers Zucker.
 
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Scheidetrichter, Apparat zur Trennung von Flüssigkeiten, die sich nicht miteinander mischen. Der meist aus Glas hergestellte S. besteht aus einem kugel- oder eiförmigen Körper, oben mit kurzem verschließbaren Rohr (Tubulus) und einem dem erstern diametral gegenüber befindlichen längern Rohr mit Hahn. Hat man den S. durch das obere kurze Rohr gefüllt, so trennen sich alsbald die beiden Flüssigkeiten, und wenn man dann den Hahn öffnet, kann man die schwerere abfließen lassen, so daß die leichtere rein zurückbleibt.
 
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Scheidewasser, s. Meyers Salpetersäure.
 
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Scheidingen, s. Meyers Burgscheidungen.
 
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Scheidt, Dorf im preuß. Regbez. Trier, Kreis Saarbrücken, Knotenpunkt der preußischen Staatsbahnlinien Saarbrücken-S. und St. Ingbert-Saarbrücken sowie Homburg-S. der Pfälzischen Eisenbahn, hat (1905) 3356 Einw.
 
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Scheidt, 1) (Scheid, Scheit) Kaspar, deutscher Schriftsteller des 16. Jahrh., wirkte als Schulmeister in Worms, wo er 1565 mit Frau und Kindern an der Pest starb. S. war der Lehrer Fischarts. Er verpflanzte französische Gedichte nach Deutschland, trat daneben auch der Wormser Meistersingerschule bei, wovon sein »Lob der Musika« (1561) zeugt, und ist besonders dadurch bemerkenswert, daß er den 1549 erschienenen »Grobianus« von Fr. Meyers Dedekind (s. d.), eine Satire auf die Roheit der damaligen Zeit, in deutsche Reimpaare übersetzte und erweiterte (1551; Neudruck, mit Einleitung von Milchsack, Halle 1882). Außerdem schrieb er: »Die fröhliche Heimfahrt«, allegorische Ritterdichtung (1552), Reime zum »Totentanz« (1558) und eine »Lobrede des Maien« (in Prosa, 1568). Vgl. Hauffen, Kaspar S., der Lehrer Fischarts (Straßb. 1889).
   2) Samuel, Komponist, geb. 1587 in Halle a. S., gest. daselbst 30. März 1654, war Schüler des berühmten Sveelinck in Amsterdam und wurde 1609 Organist der Moritzkirche in Halle und brandenburgischer Kapellmeister. S. ist einer der gediegensten Kirchenkomponisten seiner Zeit. Sein Hauptwerk, »Tabulatura nova« (1624, 3 Bde.), erschien in Neuausgabe als Bd. 1 der »Denkmäler deutscher Tonkunst« (Leipz. 1892).
 
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Scheidung (Erzscheidung), s. Meyers Aufbereitung.
 
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Scheidung, soviel wie Ehescheidung (s. Meyers Eherecht, S. 406, V). S. von Tisch und Bett, Bezeichnung für die bloße Beseitigung des ehelichen Zusammenlebens, ohne daß dadurch das Band der Ehe gelöst wird und eine Wiederverheiratung möglich ist. Diese Trennung von Tisch und Bett (separatio quoad torum et mensam) ist insonderheit eine Einrichtung der katholischen Kirche, da nach ihr eine eigentliche S., d. h. eine Lösung des Bandes der Ehe mit der Wirkung, daß die Geschiedenen wieder heiraten können, nur möglich ist, wenn die Ehegatten nachweisen, daß sie die Ehe nicht vollzogen haben, d. h. keinen geschlechtlichen Verkehr miteinander gepflogen haben. Die S. von Tisch und Bett erfolgt durch den geistlichen Richter entweder auf bestimmte oder unbestimmte Zeit (separatio temporaria), wenn Umstände vorliegen, die eine solche als angebracht erscheinen lassen, oder auf Lebenszeit (separatio perpetua), wegen Ehebruchs und gewisser andrer sittlicher Verfehlungen. Dies sind aber alles Bestimmungen, die nur für die Kirche gelten. Nach dem heute in Deutschland geltenden Recht kann eine S. von Tisch und Bett von den Gerichten nicht mehr ausgesprochen werden, wohl aber kann nach § 1575 des Bürgerlichen Gesetzbuches der Ehegatte, der auf S. klagen könnte, auf bloße Aufhebung der ehelichen Gemeinschaft klagen. Die Wirkungen sind die gleichen wie bei der S., nur kann keine Wiederverheiratung erfolgen. Beiden Ehegatten steht es aber frei, wenn einmal auf Aufhebung der ehelichen Gemeinschaft erkannt ist, auch S. zu beantragen. In Österreich ist für Eheleute, die beide katholisch sind, S. von Tisch und Bett möglich; Juden können ihre Ehe rechtsgültig durch Überreichung des Scheidebriefes lösen. Vgl. Bürgerliches Gesetzbuch für Österreich, § 100110 u. 133 ff.
 
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Scheiern, im 15. und 16. Jahrh. ein Meyers Doppelbecher (s. d.) aus Metall.
 
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Scheikh, s. Meyers Scheich.