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Luftdruckapparate bis Luftdusche (Bd. 6, Sp. 801 bis 802)
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Artikelverweis Luftdruckapparate, s. Meyers Strahlapparate.
 
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Luftdruckbahnen, Bahnen, deren Fahrzeuge mit Luftdruck befördert werden und zwar entweder als zylindrische Büchsen in geschlossenem Rohr (pneumatische Bahn, Rohrpost; nicht ausgeführter Entwurf Locher zur Jungfraubahn) oder durch einen Druckluftmotor, der als besondere Lokomotive dem Zuge vorangeht, wie beim Bau des Gotthard- u. Simplontunnels (s. Meyers Lokomotive, S. 681), oder auch in die Wagen eingebaut wird. Dies ist der Fall bei dem System Mekarski, nach dem unter anderm Straßenbahnen in Nantes und in Bern eingerichtet sind. Die stark (auf 30 Atmosphären) gespannte Druckluft wird in Behältern unter den Wagen mitgeführt, gelangt von da mittels eines Ausgleichventils zu dem teilweise mit heißem Wasser gefüllten Arbeitskessel und dann zu den Motoren mit einer Spannung von 67 Atmosphären, um die Treibräder des Wagens in Drehung zu setzen. Vgl. auch Eisenbahnsystem, S. 537.
 
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Luftdruckbremse (Luftbremse), s. Meyers Bremsen, S. 385.
 
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Luftdruckgründung, s. Meyers Grundbau, S. 446.
 
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Luftdruckhammer, s. Meyers Hammer, S. 701.
 
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Luftdruckleiter, s. Feuerleiter, S. 503.
 
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Luftdruckpumpe, s. Meyers Luftdruckwasserheber.
 
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Luftdruckstufe (Druckstufe), s. Meyers Gewitter, S. 808.
 
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Luftdruckvarĭometer, ein von Hefner-Alteneck konstruiertes Instrument, das kleine und schnell vorübergehende Änderungen des Luftdrucks, die sich im Witterungscharakter meist nicht kenntlich machen, sichtbar macht. Das L. besteht (s. Abbildung) aus einer mehrere Liter Luft fassenden Flasche, die durch einen Gummistöpfel dicht verschlossen ist. Durch letztern gehen zwei Glasröhren, von denen die eine, sehr kurze, nach außen in eine seine Öffnung ausläuft. Die andre Röhre geht nahe bis zum Boden des Gefäßes, während der aus der Flasche hervorragende Teil so gebogen ist, wie die Abbildung zeigt. Hier befindet sich ein gefärbter Flüssigkeitstropfen (gefärbtes Petroleum), der bei unverändertem Luftdruck an der tiefsten Stelle der schwach gekrümmten Röhre steht, und dessen Bewegungen an einer dort angebrachten Skala genau festgestellt werden können. Schnell eintretende Temperaturschwankungen im Innern der Flasche werden durch einen Filzmantel verhindert. Je nachdem der Luftdruck steigt oder fällt, geht der Tropfen nach rechts oder links. In dem einen Fall wird Luft von außen in die Flasche hineingepreßt, im andern herausgesaugt. Die Ausgleichung erfolgt ungleich schneller durch das lange, weitere Rohr als durch das zweite mit der kleinen Öffnung.
 
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Luftdruckwasserheber (Druckluftwasserheber, Luftdruckpumpe), Vorrichtungen zum Heben von Flüssigkeit durch unmittelbare Einwirkung von Druckluft (Preßluft), beruhen entweder auf der Verminderung des spezifischen Gewichts einer Mischung von Wasser und Luft in einem Rohr oder auf der Druckwirkung gepreßter Luft auf Wasser in einem geschlossenen Raume. Taucht man ein Rohr (Steigrohr) zum Teil senkrecht in einen Brunnenschacht und läßt durch ein zweites Rohr Luft, deren Überdruck der Wasserhöhe zwischen Wasserspiegel und unterer Rohrmündung entspricht, von unten in das erste Rohr eintreten, so bildet sich in diesem ein Gemisch von Wasser und Luftblasen, das leichter als Wasser ist, weshalb nach dem Gesetz der kommunizierenden Röhren das Gemisch im Steigrohr sich über den Wasserspiegel erheben wird. Bringt man nun unter dem höchsten Stande der Mischung im Steigrohr eine Ausflußrinne an, so fließt das Gemisch so lange aus, als unten Luft zugeführt wird. Diese Einrichtung bildet das von Löscher in Freiburg 1797 erfundene aërostatische Kunstgezeug, das auch in neuerer Zeit in einzelnen Fällen (Wasserversorgung von Wilhelmshaven, Grubenentwässerung bei Berlin) mit Vorteil benutzt wird. Der Nutzeffekt ist wegen der Ausnutzung der Expansion der Luft ziemlich groß (2245 Proz.), doch ist bei einiger Förderhöhe die erforderliche Tiefe des Eintauchens des Steigrohres unbequem. Eine besondere Ausführungsform des geschilderten Luftdruckwasserhebers ist die von Borsig gebaute Mammutpumpe, die auch zum Fördern von schlammigem, mit Sand gemischtem Wasser erfolgreich Verwendung findet. Einen L. der zweiten Art in ein fachster Form zeigt die Abbildung. In das in einen Brunnen eingetauchte Gefäß A mündet oben ein Druckluftrohr B und ein bis zum Boden reichendes Steigrohr C, unten ist ein Wassereinlaßventil D angebracht; ein besonderer Luftauslaß fehlt. Im Ruhezustand ist das Gefäß mit Wasser gefüllt; sobald

[Bd. 6, Sp. 802]


jedoch durch B Druckluft zugeleitet wird, wird bei geschlossenem Ventil D das Wasser durch C emporgedruckt, bis der Wasserspiegel im Gefäß unter die Mündung von C herabsinkt. In diesem Moment dringt die Druckluft ins Steigrohr ein und kann nun plötzlich ins Freie strömen. Dadurch findet in A eine Druckverminderung in dem Maße statt, daß neues Wasser von unten durch D mit Heftigkeit eintreten kann, wodurch die Mündung des Steigrohrs wieder unter Wasser kommt. Nun beginnt das Spiel aufs neue. Die Ausnutzung der Druckluft ist bei diesem Apparat mit nur einem Wassereinlaßventil mangelhaft. Sie gestaltet sich besser, wenn der Ein- und Austritt von Wasser und Luft durch Hähne oder Ventile geregelt wird. Die Wasserein- und Auslaßventile können selbsttätig sein wie bei Pumpen, während die Luftventile gesteuert sind. Diese Steuerung erfolgt zumeist mittels Schwimmer, die mit der Flüssigkeit im Gefäß steigen und sinken und dabei durch Vermittelung von Stangen und Hebeln die Luftein- und Auslaßventile in entsprechender Weise öffnen und schließen. Auch Hähne werden durch Schwimmer gesteuert. Solche L. haben bei der Abführung der Abwässer von Städten Verwendung gefunden (z. B. in Toulon der Apparat von Shone, in Great-Grimsby derjenige von Adams). Auch sind verschiedene Vorschläge zur Wasserhaltung in Bergwerken und Wasserversorgung mit Luftdruckwasserhebern gemacht worden. Die nötige Druckluft wird in der Regel durch einen Kompressor oder auch durch Wasserdruck erzeugt. Luftdruckflüssigkeitsheber werden in chemischen Fabriken benutzt zum Heben ätzender Flüssigkeiten (Schwefelsäure, Salzsäure etc.), wobei die Gefäßwände, Ventile etc. aus entsprechendem Material (Hartgummi, Steingut etc.) hergestellt sein müssen (vgl. Drucktopf). In Zuckerfabriken dient ein mit dem Namen Meyers Monteius (s. d.) bezeichneter Apparat zum Heben des Zuckersaftes. Vgl. Hartmann u. Knoke, Die Pumpen (2. Aufl., Berl. 1897).
 
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Luftdusche, ein von Politzer angegebenes Verfahren zum Einblasen von Luft durch die Ohrtrompete in das Mittelohr. Man setzt einen mit olivenförmigem Ansatz versehenen Kautschukballon luftdicht in ein Nasenloch, während das andre verschlossen wird. Macht der Patient nun eine Schluckbewegung, so wird die Nase und der obere Rachenraum vom untern Rachenteil abgeschlossen, und die durch gleichzeitigen Druck auf den Ballon hier verdichtete Luft muß durch die Ohrtrompeten in das Mittelohr eindringen. Gelingt dies nicht, so muß von der Nase aus ein Rohr (Katheter) in die Ohrtrompetenmündung eingeführt und durch dieses Luft eingeblasen werden. Die L. soll bei Erkrankungen der Ohrtrompeten die zu geringe Luftmenge im Mittelohr erhöhen und dadurch Schwerhörigkeit, Ohrenklingen und ähnliches beseitigen; sie dient auch zur Reinigung des Mittelohrs von entzündlichen Ausschwitzungen und zu speziellern Untersuchungen des Mittelohrs. Über Heißluftdusches. Heißluftbäder. L. heißt auch die Einführung von Luft in den Darm bei Darmverschlingung.

 

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101) Lügde
 ... ( Villa Ludihi ) feierte Karl d. Gr. 784 das Weihnachtsfest.
 
102) Lyra
 ... als Pastor prim . in Gehrden (Hannover), komponierte eine Weihnachtskantate, liturgische Altarweisen und Lieder (gesammelt als »Deutsche Weisen«, 5 Hefte),
 
103) Mannhardt
 ... »Die Götter der deutschen und nordischen Völker« (das. 1860) und »Weihnachtsblüten in Sittte und Sage« (das. 1864). Aus Gesundheitsrücksichten zog er
 
104) Matutinum
 ... rezitiert werden. Im Volksmund heißt die vor der Mitternachtsmesse zu Weihnacht feierlich gesungene Matutin Christmette , die ebenfalls feierlicher abgehaltene
 
105) Menzel
 ... den ersten Rang ein, die M. als Transparentbilder für die Weihnachtsausstellungen im Berliner Akademiegebäude malte: Christus unter den Schriftgelehrten (1851, existiert
 
106) Messe
 ... Erlaubnis an einem Tage nur eine M. lesen, nur am Weihnachtsfest (25. Dez.) sind ihm drei Messen erlaubt. Nach den bestimmten
 
107) Meyer
 ... aus dem Familienleben: das Jubiläum eines hessischen Pfarrers (1843), der Weihnachtsabend, die Wochenstube, die Heimkehr des Kriegers, die Überschwemmung (1846), die
 
108) Michăel
 ... wegen freimütiger Äußerungen zum Tode verurteilt. Eine Verschwörung gegen Leo (Weihnachten 820) befreite ihn, und noch mit Ketten belastet wurde er
 
109) Mysterĭen
 ... auf Straßen und öffentlichen Plätzen, besonders zu Ostern, Pfingsten und Weihnachten. Geschichtlich kann man die M. auf kirchliche Zeremonien des 8.
 
110) Narrenfest
 ... innocentium , Dezemberfreiheit ), im Mittelalter ein Volksfest um Weihnachten, besonders 28. Dez., 1. und 6. Jan., wahrscheinlich ein Rest
 
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