Wörterbuchnetz
Meyers Großes Konversationslexikon Bibliographische AngabenLogo textgrid zeno bmbf · Logo textgrid zeno bmbf · Logo textgrid zeno bmbf
 
Lücklemberg bis Lucski (Bd. 6, Sp. 768 bis 769)
Abschnitt zurück Abschnitt vor
Artikelverweis Lücklemberg, Dorf im preuß. Regbez. Arnsberg. Kreis Hörde, hat Steinkohlenbergbau und (1900) 2293 Einwohner.
 
Artikelverweis 
Luckner, Nikolaus, Graf, Marschall von Frankreich, geb. 12. Jan. 1722 zu Cham in der Oberpfalz von bürgerlichen Eltern, gest. 4. Jan. 1794, stand zuerst in bayrischen, dann in holländischen, seit 1756 in hannoverschen Kriegsdiensten, zeichnete sich als Befehlshaber eines Husarenkorps im Siebenjährigen Kriege gegen die Franzosen aus, trat 1763 als Generalleutnant in französische Dienste und wurde 1784 in den Grafenstand erhoben. Beim Ausbruch der großen Revolution wandte er sich dieser zu und wurde 28. Dez. 1791 zum Marschall ernannt. 1792 mit dem Oberbefehl der Nordarmee betraut, nahm er Menin und Courtrai, erhielt nach der Flucht Lafayettes den Titel eines Generalissimus mit dem Auftrag, in der Gegend von Châlons-sur-Marne ein neues Reserveheer zu bilden, bewies aber hierbei einen solchen Mangel an Energie, daß er verhaftet, vom Revolutionstribunal zum Tode verurteilt und guillotiniert wurde. Vgl. Pfeiffer, Der Feldzug Luckners in Belgien (Leipz. 1897).

[Bd. 6, Sp. 769]



 
Artikelverweis 
Lucknow, Stadt, s. Meyers Lakhnau.
 
Artikelverweis 
Lucomagno (spr. -mánjo), s. Lukmanier.
 
Artikelverweis 
Luçon (spr. lüßóng), Stadt im franz. Depart. Vendée, Arrond. Fontenay, am nördlichen Rande der kanalisierten Landschaft Marais, an dem in die Bai von Aiguillon des Atlantischen Ozeans führenden 14 km langen Kanal von L. und an der Staatsbahnlinie Nantes-Angoulême, ist Sitz eines Bischofs, hat eine Kathedrale (12.14. Jahrh.), ein Kommunalcollège, ein großes Seminar, Fabrikation von Likör, Handel und (1901) 6563 Einw. Hier 179297 mehrere Gefechte; am bekanntesten ist die Niederlage von 40,000 Vendéern unter Charette 14. Aug. 1793 gegen die Republikaner unter Tuncq. Richelieu war Bischof von L.
 
Artikelverweis 
Lucretĭa, Tochter des Römers Sp. Lucretius Tricipitinus, Gemahlin des Tarquinius Collatinus, als Muster einer römischen Hausfrau viel gefeiert, nahm sich, durch Sextus Tarquinius (s. Tarquinius Superbus) entehrt, selbst das Leben und veranlaßte dadurch 510 v. Chr. die Vertreibung der Tarquinier und die Gründung der römischen Republik.
 
Artikelverweis 
Lucretĭus Carus, Titus, röm. Dichter, geb. um 96 v. Chr., gest. 55 durch Selbstmord, behandelte Epikurs Ansichten von Entstehung und Erhaltung der Welt in einem unvollendeten Lehrgedicht: »De rerum natura«, das sechs Bücher umfaßt. Sein Zweck ist, die Menschen durch Betrachtung der Natur von Aberglauben und eingebildeter Furcht zu befreien, und so spröde und unpoetisch der Stoff an sich ist, hat ihn der Dichter doch mit großer Kunst zu behandeln verstanden. Die Sprache ist scharf und kühn, von eigentümlicher Herbigkeit und altertümlicher Färbung. Ausgaben von Lachmann (mit Kommentar, Berl. 1850; 4. Aufl. 1871), Munro (4. Aufl., Cambridge 1886, 3 Bde.), Giussani (Turin 1898), Brieger (Leipz. 1899); 3. Buch erklärt von Heinze (das. 1896); Übersetzungen von v. Knebel (2. Aufl., das. 1831) und Seydel (M. Schlierbach, Münch. 1881).
 
Artikelverweis 
Lucrīner See, im Altertum eine Lagune an der Bai von Bajä und Puteoli, von derselben nur durch einen schmalen Damm getrennt, berühmt wegen ihrer Austern. An der Nordseite trennte ein schmaler Erdstrich den L. S. vom See Avernus (s. d.), den Agrippa mit jenem und dem Meere vereinigen ließ (Julius portus). Der heutige Lago Lucrino wurde durch die vulkanische Erhebung des Monte Nuovo (1538) vom Averner See wieder getrennt. Neben Austern enthält er heute die beliebte Fischart Spigola.
 
Artikelverweis 
Lucrum (lat.), Gewinn; l. cessans, derjenige Verlust, der in der Einbuße eines Gewinns besteht; lucri bonus odor (»des Gewinnes Geruch ist gut«), Ausspruch des Kaisers Vespasian, als man seine Besteuerung der Kloaken tadelte und für ekelhaft erklärte (vgl. Juvenals »Satiren«, V, 14, 202); lucri causa, des Gewinns wegen.
 
Artikelverweis 
Lucsivna (spr. lútschiwna, Lautschburg), klimat. Kurort im ungar. Komitat Zips, an der Kaschau-Oderberger Bahn, 759 m ü. M., am Fuße der Hohen Tatra, mit vielbesuchter Kaltwasserheilanstalt und Villenkolonie. Das Dorf L. hat (1901) 468 meist slowakische (evangelische) Einwohner.
 
Artikelverweis 
Lucski (spr. lútschki), Badeort im ungar. Komitat Liptau, 2 km von der Kaschau-Oderberger Bahn (Station Liptó-Tepla) entfernt, liegt 599 m ü. M. in einem von Nadelholzwäldern umgebenen Engtal und hat stark kohlensäurehaltige Eisenthermen von 32°, die namentlich bei Blutarmut, Frauen- und Nervenleiden benutzt werden. Das Dorf L. hat (1901) 1352 slowakische (römisch-katholische) Einwohner.