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Lactūca bis Lade (Bd. 6, Sp. 24 bis 26)
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Artikelverweis Lactūca L., Gattung der Kompositen, ein- oder zweijährige oder ausdauernde Kräuter, seltener Halbsträucher, mit grundständigen oder abwechselnden, ganzrandigen, grob gezahnten oder fiederspaltigen, am Rande und unterseits längs der Mittelrippe oft borstig gewimperten oder stachelspitzigen Blättern, sitzenden oder gestielten, meist etwas kleinen, rispig, gruppierten Blütenköpfchen und mehr oder weniger zusammengedrückten Früchten mit eine Haarkrone tragendem Schnabel. Etwa 90 Arten, meist in der Alten Welt, wenige in Nordamerika und Westindien. L. scariola L. (wilder Lattich, Zaunlattich, Skariol, Leberdistel), zweijährig, mit 0,601,25 m hohem, unterwärts stachligem Stengel, senkrecht gestellten (vgl. Kompaßpflanzen), lanzettlichen, mit pfeilförmigem Grund stengelumfassenden obern und buchtig-fiederspaltigen untern Blättern, gelben Blüten und bläulichgrauen Früchten, in Mittel- und Südeuropa, Nordafrika und Mittelasien, eingeschleppt in Nordamerika, wird als Stammpflanze des kultivierten Staudensalats (Gartensalat, L. sativa L., s. Meyers Lattich) betrachtet. L. perennis L. (blauer Lattich) mit fiederspaltigen Blättern, doldentraubig verästeltem Stengel und blauen Blüten, findet sich in Süd- und Mitteleuropa und wird gleichfalls als Salat benutzt, indem man die Blattrosette im Frühjahr mit Schieferplatten bedeckt und dadurch bleicht. L. virosa L. (Giftlattich, s. Tafel Meyers »Giftpflanzen I«, Fig. 7), zweijährig, mit steif aufrechtem, 0,61,5 m hohem, unterwärts stachligem, oberwärts rispig verzweigtem Stengel, länglich-eiförmigen, stachelspitzig bis fast buchtig gezahnten, bis auf die untersten mit herzförmigem Grund stengelumfassenden, bläulich-grünen, unterseits borstig stachligen Blättern, gelben Blüten und schwarzen Früchten mit weißem Schnabel, riecht stark, etwas betäubend, und wirkt scharf narkotisch. Er findet sich an felsigen Stellen und in Hecken des westlichen und südlichen Europa, in Deutschland nur an wenigen Punkten des südlichen und mittlern Rheingebiets. Alle grünen Teile der Pflanze enthalten weißen, bittern Milchsaft (lac, daher der Name), der, an der Luft erhärtet, das Lactucarium (f, d.) bildet. Denselben Milchsaft enthalten weniger reichlich auch L. scariola L. und L. sativa, und letztere Pflanze sowie L. altissima, die in Clermont-Ferrand angebaut wird und wohl nur eine Kulturform ist, werden ebenfalls auf Lactucarium verarbeitet. Das Kraut wurde früher arzneilich benutzt.
 
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Lactucarĭum (Giftlattichsaft), ein aus Lactuca sativa und L. virosa gewonnenes Arzneimittel. L. virosa (der Giftlattich) liefert besonders zur Blütezeit bei Verwundung einen weißen Milchsaft, der zu dunkel gelbbraunen, innen weißen, wachsglänzenden Klümpchen erhärtet. Dies in Zell an der Mosel bereitete L. germanicum riecht eigentümlich narkotisch, schmeckt äußerst bitter, erweicht in der Wärme, ist in keinem Lösungsmittel völlig löslich, enthält kristallisierbares indifferentes Lactucerin (Lactucon) C15H24O, einen kristallisierbaren Bitterstoff, Lactucin

[Bd. 6, Sp. 25]


C11 H14C4, in geringerer Menge amorphes bitteres Lactucopikrin C44H32O21, außerdem Lactucasäure und die gewöhnlichen Pflanzenbestandteile. Das L. anglicum bildet dunklere, sprödere, sonst dem deutschen Produkt gleiche Klumpen und wird bei Edinburg aus Lactuca sativa und L. virosa gewonnen. Österreichisches L., dem deutschen ähnlich, wird bei Waidhofen an der Thaya dargestellt. Auch das aus Lactuca altissima bei Clermond-Ferrand gewonnene L. ist dem deutschen ähnlich, während ein andres, L. gallicum (Thridax), aus Lactuca sativa durch Auspressen der ganzen Pflanze, Abscheiden des Eiweißes und Verdampfen des Saftes gewonnen, ein dunkelbraunes hygroskopisches Extrakt bildet und die wirksamen Bestandteile in viel geringerer Menge enthält. Als Arzneimittel kam das L. in Deutschland erst im 18. Jahrh. in allgemeine Anwendung. Früher fast dem Opium an Wert gleichgestellt und in ähnlichen Fällen wie dieses angewendet, ist es heute fast vergessen.
 
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Lacturcĭa, s. Meyers Ackerkulte.
 
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Lacūnar (Lacunarium), Kassettendecke, hölzerne Balkendecke der alten Römer, zwischen deren Tragbalken Querbalkenstücke eingefügt und so vertiefte Felder gebildet wurden, die mannigfache Verzierung durch Bekleidung mit Elfenbein und edlem Holz sowie durch erhabene und vertiefte Arbeit erhielten.
 
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Lacus (lat.), See.
 
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Lacy (Lascy), 1) Peter, Graf von, russ. Feldherr, geb. 1678 in der irischen Grafschaft Limerick, gest. 19. April 1751 in Riga, stammte aus einer normannischen Familie, wanderte 1691 mit Jakob II. nach Frankreich aus, diente unter Catinat in Frankreich und trat hierauf in österreichische, dann in polnische, endlich in russische Kriegsdienste. Bei Poltawa wurde er verwundet. 1719 erhielt er die Leitung der Expedition nach Stockholm und beschleunigte durch seine energischen Maßregeln den 1721 erfolgenden Nystader Frieden. Unter Peter II. erhielt L. den Auftrag, Moritz von Sachsen aus Kurland zu vertreiben. Im Polnischen Erbfolgekrieg belagerte er 1734 Danzig, ward aber später durch den Feldmarschall Münnich abgelöst. 1735 focht er mit 12,000 Mann am Rhein. Im Türkenkrieg von 173638 eroberte er Asow und focht in der Krim. Im neuen Kriege mit Schweden erhielt er den Oberbefehl des russischen Heeres, eroberte Finnland und führte dadurch den Frieden zu Åbo 1743 herbei. Seit 1730 war er Gouverneur von Livland.
   2) Franz Moritz, Graf von, österreich. Feldmarschall, Sohn des vorigen, geb. 21. Okt. 1725 in Petersburg, gest. 24. Nov. 1801 in Wien, begann seine militärische Laufbahn 1743 als Fähnrich in österreichischen Diensten, beteiligte sich mutig am Österreichischen Erbfolgekrieg und ward bereits 1750 Oberst eines Infanterieregiments. Beim Ausbruch des Siebenjährigen Krieges wurde L. wegen seiner hervorragenden Leistungen bei Lobositz zum Generalmajor befördert und focht dann mit Auszeichnung bei Prag, Breslau und Leuthen. Hierauf zum Feldmarschalleutnant und zum Chef des neuerrichteten Generalstabs ernannt, entwarf er als Generalquartiermeister Dauns den Plan zu den Überfällen bei Hochkirch und Maxen, nutzte aber wegen übertriebener Vorsicht beide Erfolge nicht aus. Er geriet deswegen oft mit dem weniger kenntnisreichen, aber kühnern Laudon in Konflikt. Im Feldzug von 1760 befehligte er als Feldzeugmeister ein besonderes Korps, mit dem er im Oktober bis Berlin vordrang. Nach dem Hubertusburger Frieden wurde L. unter gleichzeitiger Ernennung zum Feldmarschall die innere Reorganisation der Armee übertragen, um die er sich als Präsident des Hofkriegsrats (176673) große Verdienste erwarb. Er übernahm da gewissermaßen die Erbschaft seines Gönners Dann und genoß bei Kaiser Joseph II. unbedingtes Vertrauen. Im Bayrischen Erbfolgekrieg wies er 1778 den österreichischen Truppen die vorteilhafte Stellung an der Elbe bei Jaromierz an. 1788 wohnte er dem Türkenkrieg bei, ohne aber den österreichischen Waffen zum Siege verhelfen zu können. Das Oberkommando über die Armee übernahm nunmehr Laudon; doch blieb die oberste Leitung der militärischen Angelegenheiten auch unter Kaiser Leopold II. und in den ersten Regierungsjahren Franz' I. in Lacys Händen.
 
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Ladak (Ladach), eins der Nebenländer von Kaschmir unter einem von dessen Maharadscha eingesetzten Gouverneur, begreift das Tal des Indus und seiner Zuflüsse zwischen 32°17´ und 36°40´ nördl. Br., umfaßt außer dem eigentlichen L. noch die Landschaften Nubra, Lingsitsang, Pangkong, Hanle, Rupschu, Zanskar, zusammen 73,138 qkm mit (1901) 165,992 Einw. Zwischen Himalaja und Karakorum gelegen, ist L. eins der höchsten Gebirgsländer der Erde (Tschonglung 7675 m). Das Klima bewegt sich zwischen großen Extremen: glühende Tage, eisige Nächte; die Trockenheit der Luft ist der Vegetation hinderlich, nur in geschützten Tälern kommt etwas Getreide- und Obstbau fort, aber auch dort trotz mühsamer Bearbeitung mit der Hacke und umfassender Bewässerungsanlagen nur schlecht. Wald ist selten. Reich ist L. an Borax, namentlich am Tsomoriri, dem bedeutendsten einer Reihe von Salzseen, neben dem Pangkong. An Wild beherbergt L. das Moschustier und das wilde Pferd (Kiang, Equus hemionus), den zum Hausochsen gezähmten Yak sowie die großen Schafarten Ovis Argali, von der Größe eines Hirsches, und Pseudois Nahoor als lohnendste Haus- und Lasttiere; auch Antilopen sind zahlreich. Die Ziegen liefern in der kurzen Wolle (Paschm) unter der Decke langer Haare das für die Schalfabrikation unentbehrliche Material. Sehr zahlreich sind Hunde; Hühner wurden erst 1850 aus Indien eingeführt. Die turanischen Bewohner sind klein, unsauber und häßlich, aber stark und ausdauernd und fast ausschließlich mit Ackerbau (Gerste, Erbsen) beschäftigt. Sie sind Buddhisten; in jedem Dorfe befindet sich ein Mönchskloster. Polyandrie ist, außer bei Reichen, die Regel. Der Handel ist meist Durchfuhrhandel. China bringt Wolle, Tee, Goldstaub, Silber und Tscharas, ein aus Hanf bereitetes berauschendes Getränk, Indien Baumwollwaren, Häute und Felle, Leder, Korn, Schießwaffen etc., wogegen L. Wolle, Borax, Schwefel und getrocknete Früchte ausführt. Für die Verbesserung der Wege ist viel geschehen: die Straßen folgen, wo sie können, den Flußtälern, überschreiten die Flüsse auf Hängebrücken, Fähren und Flößen aus aufgeblasenen Schaffellen und steigen über Pässe von 6000 m Höhe. Hauptstadt ist Meyers Leh (s. d.). S. Karte »Zentralasien«. Das Land war früher eine Provinz von Tibet, wurde dann unabhängig, 1839 von Kaschmir unterworfen und kam mit ihm an Britisch-Indien. Vgl. Cunningham, L., physical, statistical and historical (Lond. 1854); De Bourbel, Routes in Jammu et Kashmir (Kalkutta 1897); Adair, Sport and travel in Baltistan and L. (Lond. 1899), und Literatur beim Artikel »Kaschmir«.
 
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Ladănum (Labdanum), aus verschiedenen Arten von Cistus (Zistrosen) auf Cypern, Kandia, Naxos

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und in Spanien gewonnenes Harz, riecht angenehm storaxartig und wurde schon von den alten griechischen Ärzten gegen das Ausfallen der Haare sowie als erwärmendes und adstringierendes Heilmittel benutzt. Später diente es bei chronischen Katarrhen, Wunden und Geschwüren. Es ist jetzt noch im Orient sehr geschätzt und wird von den Ägyptern als Schutzmittel gegen die Pest getragen. Bei uns benutzt man es bisweilen zu Räucherungen und Parfümerien.
 
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Ladány (spr. ládānj), Name mehrerer Ortschaften in Ungarn. Die bedeutendsten sind: 1) Püspök-L. (s. d.) im Komitat Hajdu. 2) Körös-L. (s. d.) im Komitat Békés. 3) Jász-L. (s. d.) im Komitat Jász-Nagy Kun-Szolnok.
 
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Ladbergen, Dorf im preuß. Regbez. Münster, Kreis Tecklenburg, an der Glane, hat eine evang. Kirche und (1900) 2055 Einw.
 
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Lade, soviel wie Brett; insbes. ein hölzerner länglicher Kasten zum Aufbewahren von Kleidungsstücken, Schmuckgegenständen etc., der heute nur noch auf dem Land im Gebrauch ist. Vgl. auch Truhe.

 

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81) Johann
 ... krönte Karl den Kahlen ungeachtet der Ansprüche der deutschen Karolinger Weihnachten 876 zum Kaiser, offenbar mit dem Anspruch, über die Kaiserkrone
 
82) Johannisfest
 ... Johannistag, Johannisnacht ), das von der abendländischen Kirche früh dem Weihnachtsfest gegenübergestellte Geburtsfest Johannis des Täufers (24. Juni), kirchlich jetzt meist
 
83) Jūlfest
 ... Julbrot etc., an das alte heidnische Fest (s. Weihnachten ). Vgl. Bilfinger , Das germanische J. (Stuttg.
 ... Gelübde abzulegen. An die Stelle des Julfestes trat später unser Weihnachtsfest; aber noch heute erinnern im skandinavischen Norden sowie im frühern
 ... die Namen verschiedener Gebräuche und Gerichte, wie der Julklapp (Weihnachtsgeschenk, das vom Geber heimlich, aber mit lautem Schall ins Haus
 
84) Jundt
 ... lebe Frankreich!, die französischen Internierten verlassen die Schweiz und der Weihnachtsbaum. Jundts Arbeiten atmen Poesie, Natürlichkeit und Humor. Auch als Karikaturenzeichner
 
85) Kalender
 ... Januar, Epiphanias 6. Januar, Johannis 24. Juni, Michaelis 29. September, Weihnachten 25. Dezember, teils beweglich. Die beweglichen Feste richten sich sämtlich
 
86) Karageorgiević
 ... Alexander 23), der vom 14. Sept. 1842 bis Weihnachten 1858 Fürst von Serbien war, und Michael, der 1875 eine
 
87) Karl
 ... die Großen um sich, hier feierte er am liebsten das Weihnachtsfest (19 mal in Aachen, nur 6 mal in Gallien). Stets
 ... Herrschaft brachte endlich die Tatsache zum Ausdruck, daß ihm am Weihnachtstage (25. Dez.) 800 Leo III. in der Peterskirche zu Rom
 
88) Kinderlieder
 ... Gebiet. Luther z. B. dichtete »ein sein Kinderlied, auf die Weihnacht zu singen« (»Vom Himmel hoch, da komm' ich her« etc.);
 
89) Kirchenjahr
 ... - und Festtage. Das K. mit seinen drei Festzyklen, dem Weihnachts - , Oster - und Pfingstfestkreis, beginnt, unabhängig vom bürgerlichen
 
90) Knecht
 ... zottiger Kleidung, mit einer Rute und einem Sack versehen, vor Weihnachten den Kindern erscheint und den ungehorsamen mit Schlägen droht, den
 
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