Wörterbuchnetz
Meyers Großes Konversationslexikon Bibliographische AngabenLogo textgrid zeno bmbf · Logo textgrid zeno bmbf · Logo textgrid zeno bmbf
 
Lackieren bis Lackviole (Bd. 6, Sp. 20 bis 21)
Abschnitt zurück Abschnitt vor
Artikelverweis Lackieren, Gegenstände aus Holz, Leder, Metall etc. mit einem glatten, glänzenden oder matten, durchsichtigen oder undurchsichtigen Lackanstrich versehen. Die natürlichen oder mit Ölfarbe gestrichenen (grundierten) Oberflächen von Holz und Metall werden zum Schutz oder zur Verschönerung mit durchsichtigem Lack überzogen. Mit Ölfarbe gestrichenes Holz erhält dabei in der Regel nur einen Lackanstrich. Metall wird durch wiederholtes abwechselndes Auftragen der mit fettem Kopal- oder Bernsteinlack angemachten Farbe und des reinen Firnisses lackiert. Nach jedesmaligem Anstrich trocknet man die Gegenstände in Trockenräumen bei 5075° und gibt ihnen zuletzt durch Schleifen mit Bimsstein, Polieren mit Tripel

[Bd. 6, Sp. 21]


und Abputzen mit Puder den höchsten Glanz. Viel komplizierter ist das L. mit undurchsichtigen Lacken. Holz wird mit Bimsstein geschliffen, mit heißem Leinölfirnis, dem etwas Bleiweiß oder Umbra zugesetzt wurde, getränkt, zwei- bis viermal mit einer Grundfarbe aus Bernsteinfirnis, Bleiweiß, Mennige und Umbra überzogen, nach völligem Trocknen des letzten Überzugs geschliffen, dann wiederholt mit der in Bernstein- oder Kopalfirnis angemachten Farbe gestrichen, abermals geschliffen, zwei- bis dreimal mit Kopalfirnis überzogen, nochmals geschliffen, mit Tripel poliert und mit Puder abgeputzt. In die Lackierung werden manchmal Verzierungen aus dünner Perlmutter oder Metallblech eingedrückt und schließlich mit klarem Kopalfirnis überzogen (eingelegte Arbeit, Nacré chinois mit den Schalen von Nautilus oder Haliotis). Über orientalische Lackarbeiten vgl. oben, S. 19; über das L. des Leders s. Meyers Leder. Vgl. Creuzburg-Tormin, Lehrbuch der Lackierkunst (11. Aufl., Leipz. 1903); Andés, Handbuch für Anstreicher und Laikierer (3. Aufl., Wien 1905).
 
Artikelverweis 
Lackiererschulen, s. Meyers Malerschulen.
 
Artikelverweis 
Lack-lack, s. Meyers Lackdye.
 
Artikelverweis 
Lackmoïd, s. Meyers Resorcinblau.
 
Artikelverweis 
Lackmus (Lacca musica, L. musci), blauer Farbstoff, der aus verschiedenen Flechten, Roccella-, Variolaria- und Lecanora-Arten (früher fälschlich Moose, musci genannt, daher der Name), besonders aus Lecanora tartarea, namentlich in Holland dargestellt wird. Man überläßt die gemahlenen Flechten unter Zusatz von Kalk, Pottasche oder Ammoniak etwa vier Wochen der Gärung, verdickt dann die Masse, in der sich der blaue Farbstoff entwickelt hat, mit Kreide und Gips, bringt sie in die Form kleiner Würfel und trocknet sie. L. ist dunkelblau, matt, erdig und gibt mit Wasser eine blaue Flüssigkeit, die sich durch Säure zwiebelrot färbt, während die gerötete Lösung durch Alkalien ebenso leicht wieder blau wird. An der Luft ist es leicht vergänglich. L. enthält als wesentlichen Bestandteil einen Farbstoff, das durch Einwirkung von Luft und Ammoniak auf Orcin entstandene Azolitmin C7H7NO4, es dient zur Ermittelung der sauren, neutralen oder alkalischen Reaktion eines Körpers. Dies geschieht besonders bei der Maßanalyse durch Lackmustinktur, sonst aber durch Lackmuspapier (charta exploratoria). Zur Bereitung des letztern behandelt man 1 Teil gepulvertes L. 24 Stunden mit kaltem Weingeist, extrahiert es dann mit kaltem Wasser, versetzt die Hälfte des 10 Teile betragenden Filtrats vorsichtig mit verdünnter Phosphorsäure, bis sich die Flüssigkeit eben rötet, und tröpfelt dann von dem zurückgestellten Filtrat so viel hinzu, daß die Flüssigkeit wieder blau wird. Mit dieser Flüssigkeit (Lackmustinktur) tränkt man seines Filtrierpapier, das, nach dem Trocknen in Streifen geschnitten, an einem von Säure- und Ammoniakdämpfen freien Ort aufbewahrt werden muß. Zur Darstellung von rotem Lackmuspapier zieht man das trockne blaue durch sehr stark verdünnte Phosphorsäure und trocknet es.
 
Artikelverweis 
Lackmusflechte, s. Lecanora und Meyers Roccella.
 
Artikelverweis 
Lackmuskraut, s. Crozophora.
 
Artikelverweis 
Lackmuspapier und -Tinktur, s. Meyers Lackmus.
 
Artikelverweis 
Lackporzellan (Burgauté), japan. Porzellan (Biskuit oder mit aufgerauhter Glasur), das mit dem aus Rhus vernix gewonnenen Lack überzogen wird. Die Dekoration besteht in seinen Malereien, die meist in perlmutterartig schillernden Farben auf schwarzem Grund ausgeführt werden. Vgl. Lackarbeiten.
 
Artikelverweis 
Lackschildlaus, s. Meyers Lack.
 
Artikelverweis 
Lackviole, s. Meyers Cheiranthus.

 

Eingabe
Wörterbuchtext:
Stichwort:
 
  

 

Artikel 101 bis 110 von 183 Nächste Treffer Vorherige Treffer
101) Lügde
 ... ( Villa Ludihi ) feierte Karl d. Gr. 784 das Weihnachtsfest.
 
102) Lyra
 ... als Pastor prim . in Gehrden (Hannover), komponierte eine Weihnachtskantate, liturgische Altarweisen und Lieder (gesammelt als »Deutsche Weisen«, 5 Hefte),
 
103) Mannhardt
 ... »Die Götter der deutschen und nordischen Völker« (das. 1860) und »Weihnachtsblüten in Sittte und Sage« (das. 1864). Aus Gesundheitsrücksichten zog er
 
104) Matutinum
 ... rezitiert werden. Im Volksmund heißt die vor der Mitternachtsmesse zu Weihnacht feierlich gesungene Matutin Christmette , die ebenfalls feierlicher abgehaltene
 
105) Menzel
 ... den ersten Rang ein, die M. als Transparentbilder für die Weihnachtsausstellungen im Berliner Akademiegebäude malte: Christus unter den Schriftgelehrten (1851, existiert
 
106) Messe
 ... Erlaubnis an einem Tage nur eine M. lesen, nur am Weihnachtsfest (25. Dez.) sind ihm drei Messen erlaubt. Nach den bestimmten
 
107) Meyer
 ... aus dem Familienleben: das Jubiläum eines hessischen Pfarrers (1843), der Weihnachtsabend, die Wochenstube, die Heimkehr des Kriegers, die Überschwemmung (1846), die
 
108) Michăel
 ... wegen freimütiger Äußerungen zum Tode verurteilt. Eine Verschwörung gegen Leo (Weihnachten 820) befreite ihn, und noch mit Ketten belastet wurde er
 
109) Mysterĭen
 ... auf Straßen und öffentlichen Plätzen, besonders zu Ostern, Pfingsten und Weihnachten. Geschichtlich kann man die M. auf kirchliche Zeremonien des 8.
 
110) Narrenfest
 ... innocentium , Dezemberfreiheit ), im Mittelalter ein Volksfest um Weihnachten, besonders 28. Dez., 1. und 6. Jan., wahrscheinlich ein Rest
 
Artikel 101 bis 110 von 183 Nächste Treffer Vorherige Treffer