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Kyllburg bis Kymmene-Elf (Bd. 6, Sp. 902 bis 903)
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Artikelverweis Kyllburg (Kilburg), Flecken im preuß. Regbez. Trier, Kreis Bitburg, an der Kyll und der Staatsbahnlinie Jünkerath-Stadtkyll, hat eine frühgotische kath. Kirche, Sandsteinbrüche, Hopfenbau und (1900) 1051 Einw. Vgl. Bock, K. und seine kirchlichen Bauwerke des Mittelalters (Aachen 1895).
 
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Kyllēne, das 2374 m hohe Grenzgebirge zwischen Arkadien und Achaia, nächst dem Taygetos das höchste im Peloponnes. Es war dem Hermes heilig, der auf seinem Gipfel geboren sein sollte und dort einen Tempel hatte. Jetzt Zyria.
 
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Kyllenĭos, Beiname des auf dem Gebirge Kyllene gebornen und verehrten Hermes.
 
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Kyllmann, Walter, Architekt, geb. 16. Mai 1837 in Weyer bei Wald (Kreis Solingen), studierte auf der Berliner Bauakademie, ward 1866 Regierungsbaumeister, 1867 Kommissar bei der Pariser Weltausstellung und verband sich bald darauf mit Adolf Heyden (geb. 15. Juli 1838 in Krefeld, gest. 11. Juni 1902 in Berlin, Schüler seines Vaters und Stülers in Berlin). Sie entwickelten bald eine sehr umfangreiche Bautätigkeit in Berlin und an andern Orten Deutschlands und führten zusammen aus: die Bauten des Deutschen Reiches auf der Wiener Weltausstellung (1873), die Kaisergalerie, das Admiralsgartenbad, die Anlage von Spindlershof, Voßstraße, Hedemannsstraße und zahlreiche Privatbauten in Berlin, mehrere Villen am Wannsee bei Potsdam, die Postgebäude in Breslau und Rostock, die Johanniskirche in Düsseldorf, die evangelische Kirche in Höchst a. M., das Logengebäude in Potsdam, das Palais der bayrischen Gesandtschaft in Berlin sowie viele Schlösser und Villen in den Provinzen Schlesien, Preußen und Pommern, in Frankfurt a. M., Bonn, Krefeld und Elberfeld. Sie haben sich daneben besonders in Ausstellungsbauten bewährt. Heyden hat auch zahlreiche Entwürfe für das Kunstgewerbe ausgeführt, die auf dessen Entwickelung von großem Einfluß gewesen sind, so besonders für das von den preußischen Städten dem Prinzen Wilhelm, spätern Kaiser Wilhelm II., geschenkte Tafelsilber. K. und Heyden haben sich in ihren Schöpfungen mit besonderm Glück in den Formen der deutschen und französischen Renaissance bewegt.
 
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Kylon, Athener aus edlem Geschlecht, Sieger bei den Olympischen Spielen (640 v. Chr.) und Schwiegersohn des Theagenes, Tyrannen von Megara, suchte sich 636 (oder 632) durch einen Aufstand der Alleinherrschaft in Athen zu bemächtigen. Er überrumpelte die Akropolis, fand jedoch beim Volke nicht die erwartete Unterstützung und wurde auf der Burg eingeschlossen und belagert. Ihm selbst gelingt es, mit seinem Bruder zu entfliehen; seinen Anhängern, die am Altar der Athene ein Asyl gefunden, ward freier Abzug versprochen; als sie sich aber, der Zusage trauend, ergaben, wurden sie, hauptsächlich auf Anstiften der Alkmäoniden, ermordet. Diese Blutschuld (der Kylonische Frevel) wurde in dem bald darauf heftiger ausbrechenden Parteikampf zur Verfolgung der Meyers Alkmäoniden (s. d.) benutzt, und auch nachdem Epimenides, von Kreta berufen, die Entsühnung durch Opfer vorgenommen hatte, wurde das Andenken an den Mord den Nachkommen der Schuldigen gegenüber öfters erneuert.
 
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Kyma, s. Meyers Kymation.
 
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Kymation (Kyma, griech., »Welle, Woge«, Blattwelle, Karnies), tektonische Bezeichnung für die architektonischen Profilglieder, durch die das Stützen symbolisiert wird. Je nachdem der Begriff des stärkern oder leichtern Tragens ausgesprochen werden soll, ist das K. anders profiliert. Man unterscheidet das leicht stützende dorische K. (Fig 1), wie es im dorischen Gebälk, am dorischen Wandpfeiler (der Ante) vorkommt, von dem schwertragenden Echinuskyma (Fig. 2) des dorischen Säulenkapitells, aus dem sich dann das sogen. ionische oder Eierstabkyma (der »Eierstab«, so benannt nach seiner plastischen Behandlung, Fig. 3) entwickelt; zwischen beiden etwa steht das lesbische K., auch Herzblattstab genannt (Fig. 4). Abgesehen davon, daß

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schon die Profilform das elastische Tragen ausspricht, wird der tektonische Begriff insbes. durch die Ornamentierung des K. gegeben und bewiesen. Das in den ältesten Stilarten, so noch in der dorischen, nur ausgemalte, später gemeißelte Ornament besteht aus schematischen Reihen neben- und hintereinander gehefteter, aufstrebender Blätter, deren Spitzen je nach dem Grade der Belastung mehr oder weniger stark nach unten umgebogen sind. So ist z. B. das dorische K. nur halb, das Echinuskyma dagegen bis zum Fußpunkt, wo es durch ein bindendes Gliedchen angeheftet ist, herabgebogen. In spätern Stilen geht der strengere tektonische Begriff mehr oder weniger verloren; soz. B. schon beim griechischen Eierstab, noch mehr bei seinen römischen und Renaissance-Varianten, bei denen das tektonische durch das dekorative Moment überwogen wird (vgl. Fig. 5 u. 6).
 
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Kyme, größte Stadt in Äolis, Geburtsort des Geschichtschreibers Ephorus, am Elaïtischen Meerbusen, von Lokrern gegründet, historisch unwichtig. Ihre Einwohner wurden ihrer Dummheit wegen verspottet. Jetzt Lamurt-köi.
 
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Kymi, anmutig zwischen Hügeln gelegene, wohlhabende Stadt nahe der Ostküste von Euböa, mit Weinbau, Handel bis nach Südrußland und (1896) 4882, als Gemeinde 7615 Einw. In der Nähe lag das antike Kyme, dessen Lage noch nicht genau bestimmt ist.
 
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Kymin Hill (spr. kimmin), s. Meyers Monmouth 1).
 
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Kymmene-Elf, Fluß in Finnland, entspringt aus dem See Päijänne auf der Grenze der Gouvernements Tawastehus und St. Michel, durchfließt dann einige andre Seen und mündet nach einem Laufe von 334 km in drei sehr tiefen und wasserreichen Armen bei Meyers Kotka (s. d.) in den Finnischen Meerbusen. Der K. bildet mehrere Wasserfälle und Stromschnellen, an denen eine Anzahl industrieller Etablissements angelegt ist. An der östlichen Mündung liegt der befestigte Hafenort Kymmenegard, Station der russischen Schärenflotte.