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Kütschük Kainardschi bis Kutterbrigg (Bd. 6, Sp. 892)
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Artikelverweis Kütschük Kainardschi (Küčük-Kainardža), Dorf im Fürstentum Bulgarien, 23 km südöstlich von Silistria. Hier 21. Juli 1774 Friedensschluß zwischen Rußland und der Türkei, durch den ersteres Asow und einen Teil der Krim erhielt.
 
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Kütschük Menderez, Fluß, s. Meyers Kaystros.
 
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Kutsma (ungar.), ehemalige Kopfbedeckung der österreichischen Husaren: schwarze Pelzmütze mit farbigem Kalpak, Schnurbesatz und Federschmuck.
 
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Kutte, der kurz nach St. Benedikt aus der Vereinigung der Tunika mit der Kapuze entstandene gewöhnliche Rock der Mönchsorden, der, von oben bis unten weit, auf die Füße hinabreicht, um den Leib durch einen Strick oder Gürtel zusammengehalten wird und oben eine Kapuze hat.
 
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Kuttelfisch, s. Sepie.
 
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Kutteln, die Gedärme samt Wanst und Magen, besonders der eßbaren Tiere.
 
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Kuttenberg (tschech. Hora Kutná), Stadt in Böhmen, 253 m ü. M., an der Linie Wien-Tetschen der Österreichischen Nordwestbahn und der Kuttenberger Lokalbahn gelegen, Sitz einer Bezirkshauptmannschaft, eines Kreisgerichts und eines Revierbergamtes, hat 4 Vorstädte, 9 Kirchen, darunter die schöne, aber unvollendete Barbarakirche (14.15. Jahrh.), die Jakobskirche mit hohem Turm und die Marienkirche, sämtlich in gotischem Stil erbaut, eine ehemalige königliche Burg und Münzstätte (der »Wälsche Hof« aus dem 13. Jahrh.) mit schöner Kapelle, ein Rathaus (das »steinerne Haus«) mit reichem Archiv und archäologischen Sammlungen, einen schönen gotischen Brunnen, eine Kaserne (ehemaliges Jesuitenkollegium), eine tschechische Oberrealschule, eine tschechische Lehrerbildungsanstalt (in der alten Burg Hradek), eine Handwerker-, eine Ackerbauschule, ein Ursulinerinnenkloster mit Lehrerinnenbildungsanstalt, Obst- und Gemüsebau, Dampfmühlen, Zucker- und Spiritusfabrik, Bierbrauerei, Essig- und Spirituosenerzeugung, Maschinenfabrik und Eisengießerei, Orgelbau und (1900) mit Militär (786 Mann) 14,814 tschech. Einwohner. Nördlich die ehemalige Bergstadt Gang (tschech. Kañk) mit gotischer Kirche und 1298 Einw.; nordöstlich das Dorf Sedletz mit ehemaliger Cistercienserabtei (jetzt ärarische Tabakfabrik mit über 2000 Arbeitern), großer gotischer Kirche (von 1320), Bierbrauerei und 1323 Einw. Die Gründung der Stadt hängt mit der Entdeckung des Silbererzes zusammen; im 13. Jahrh. stand der Bergbau schon in voller Blüte. Die Stadt hatte aber in den Hussitenkriegen viel zu leiden. Eine zweite Blüteperiode war die Zeit Georgs von Podiebrad und Wladislaws II. zu Ende des 15. Jahrh., aus welcher Zeit die meisten Kunstdenkmäler stammen. K. war Residenz mehrerer böhmischer Könige, die hier wiederholt Landtage abhielten, und Sitz hervorragender Adels- und Patrizierfamilien. Im März 1485 erfolgte auf dem Landtage zu K. ein Vergleich zwischen den streitenden Religionsparteien Böhmens. Durch die Gegenreformation im 16. Jahrh. und den Dreißigjährigen Krieg geriet die Stadt und der Bergbau in Verfall. Vgl. Veselský, Fremdenführer in K. (Kuttenberg 1886).
 
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Kuttengeier, s. Meyers Geier.
 
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Kutter, in den nordischen Meeren einmastiges Küsten- und Fischerfahrzeug. Die K. haben 12100 Ton. Gehalt, im Verhältnis zur Länge beträchtlichen Tiefgang, sind scharf gebaut, gute Segler und sehr seetüchtig, so daß sie schwere Stürme abwettern. Hauptsegel ist ein großes Gaffelsegel; die Stenge ist lang, das Bugspriet fast wagerecht, der Außenklüver groß. Die K. waren früher als kleinste Kriegsfahrzeuge beliebt, dienen jetzt noch als Zollkutter, Lotsenkutter, als Hochseefischerfahrzeuge und als Luftfahrzeuge. Viele K. haben zwei Masten, von denen der hintere sehr kurze nur ein kleines Segel führt, das den K. mit dem Kopf am Wind halten soll, wenn er beim Fischen ohne andre Segel vor dem Grundnetz treibt (vgl. Segel sport). K. heißt auch ein Seitenboot eines Kriegsschiffes (s. Meyers Boot, S. 211).
 
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Kutter, Wilhelm, Ingenieur, geb. 23. Aug. 1818 in Ravensburg, gest. 6. Mai 1888 in Bern, war lange Zeit Sekretär der Baudirektion des Kantons Bern, beschäftigte sich mit der Juragewässerkorrektion, namentlich aber (mit Ganguillet) mit der Geschwindigkeit des fließenden Wassers. Er schrieb: »Die neuen Formeln für die Bewegung des Wassers in Kanälen und regelmäßigen Flußstrecken« (2. Aufl., Wien 1877) und »Versuch zur Ausstellung einer neuen allgemeinen Formel für die gleichförmige Bewegung des Wassers in Kanälen und Flüssen« (mit Ganguillet, Bern 1877); »Bewegung des Wassers in Kanälen und Flüssen. Tabellen und Beiträge zur Erleichterung des Gebrauchs der neuen allgemeinen Geschwindigkeitsformel von Ganguillet und K.« (Berl. 1885; 2. Aufl., 2. Abdruck 1897).
 
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Kutterbrigg, ältere Bezeichnung eines scharfgebauten kleinen Segelkriegsschiffes mit hoher Briggtakelung.