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Kaptiōn bis Kapusta (Bd. 6, Sp. 605 bis 606)
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Artikelverweis Kaptiōn (lat. captio), das Fangen, verfängliche Art zu fragen, verfänglicher Trugschluß; kaptiös (lat. captiōsus), verfänglich; kaptiöse Fragen sind solche, die in der Weise gestellt sind, daß der Befragte, indem er darauf antwortet, mittelbar eine Tatsache bestätigt, die er bei direkter Befragung wahrscheinlich bestreiten würde.
 
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Kaptivieren (lat.), gefangen nehmen; jemand durch Kunst oder List für sich gewinnen; Kaptivation, Gefangennehmung; Kaptivität, Gefangenschaft.

[Bd. 6, Sp. 606]



 
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Kaptor (neulat.), der Schiffer oder sonstige Befehlshaber eines Schiffes, der ein andres im Seekrieg wegnimmt (s. Meyers Prise).
 
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Kaptschak, s. Meyers Kiptschak.
 
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Kaptūr (lat.), Wegnahme eines feindlichen Schiffes (s. Meyers Prise); Verhaftung; daher Kapturbefehl, ein von der Obrigkeit erlassener Befehl, jemand gegebenen Falls zu verhaften.
 
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Kapu (Kapi, türk., »Tür, Pforte«), in der Türkei Bezeichnung für Amtsgebäude, weil nach alter Sitte die Herrscher die Bittsteller am Eingang ihres Hauses empfingen und anhörten. Die »Hohe Pforte« (Bâb-i âlî), das Amtslokal des Großwesirs in Konstantinopel, heißt im Volksmund Pascha-Kapusi, d. h. Pforte des Paschas. Das heute unter letzterm Namen bekannte Gebäude umfaßt außer den Bureaus des Großwesirats noch diejenigen der Ministerien des Äußern und des Innern sowie des Staatsrats (Schûrâi-devlet). Scheich ul Islâm-Kapusi ist das Amtsgebäude des Scheich ul- Meyers Islâm (s. d.). Serasker Kapusi ist das Kriegsministerium in Konstantinopel.
 
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Kapudan-Pascha (Kapudan- Bey), der Großadmiral des osmanischen Reiches. Er hat den Rang eines Marschalls und war ehedem Gebieter über den um das Arsenal liegenden Teil von Pera sowie die türk. Inseln des Schwarzen Meers und des Archipels nebst vielen Seeplätzen, aus denen er seine Einkünfte bezog. Der amtliche Titel des K. ist heute Marineminister (Bahrije nâziri).
 
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Kapudschi (Kapidschi, türk.), Türhüter, Torwächter, am türkischen Hofe früher eine Art Serailbedienter. Das Korps der K. war in verschiedene Abteilungen eingeteilt. Kapudschi-Baschi (eigentlich Oberpförtner), Oberkämmerer, ein Titel für die niedern Hofbeamten des Sultans, der jetzt auch vielen in den Provinzen dienenden Beamten erteilt wird.
 
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Kapunda, Stadt in dem britisch-austral. Staat Südaustralien, an der Nordbahn, 80 km nördlich von Adelaïde, berühmt durch ihr 1843 entdecktes, außerordentlich reiches Kupferbergwerk, das aber 1879 als erschöpft aufgegeben wurde, inmitten eines reichen Ackerbaubezirks, mit vorzüglichen Marmorsteinbrüchen und (1901) über 2000 Einw.
 
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Kapurthalā, Tributärstaat in der britisch-ind. Provinz Pandschab, 1549 qkm mit (1901) 314,351 Einw. (178,326 Mohammedaner, 93,652 Hindu, 42,101 Sikh), wozu in Audh 1813 qkm mit 249,301 Einw. kommen, über die der Radscha (vom Sikh-Stamm) keine Hoheitsrechte ausübt. Hauptprodukte sind Zuckerrohr, Baumwolle, Weizen, Mais, Tabak. Die Einkünfte des Staates betragen 20 Mill. Rupien, wovon 1,5 Mill. als Tribut an die englische Regierung zu zahlen sind; außerdem hat der Radscha 1112 Mann mit 13 Geschützen zu stellen. Die Hauptstadt K. hat (1901) 18,519 Einw.
 
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Kapusta (russ.), Kopfkohl, Kappes; s. Meyers Kohl.