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Kanne bis Kannibālen (Bd. 6, Sp. 563 bis 564)
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Artikelverweis Kanne, früheres deutsches Maß für Flüssigkeiten: in Bayern als Maßkanne oder Maaß = 1,069 Lit.; in Sachsen die Dresdener K. zu 2 Töpfchen oder Nösel = 0,9356 L., seit 1851 auch Buttergewicht = 1 kg; in Weimar die Ohmmaß oder K. für Öl = 0,996 L.; in Oldenburg die auch für Getreide dienende Bierkanne = 1,425 und die Weinkanne = 1,369 L.; in Riga zu 2 neuen Stoof = 2,55 L. Zeitweise durfte man auch im Deutschen Reich das Liter als K. bezeichnen.
 
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Kannefaß, s. Meyers Kanevas.
 
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Kannegießer, nach Holbergs Lustspiel »Der politische K.« Bezeichnung eines über Politik schwatzenden Spießbürgers, Bierbankpolitiker.
 
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Kannegießer, Karl Ludwig, verdienter Übersetzer, geb. 9. Mai 1781 zu Wendemark in der Altmark, gest. 14. Sept. 1861 in Berlin, studierte in Halle Philologie, wurde 1814 Rektor am Gymnasium in Prenzlau, 1822 Direktor des Friedrichsgymnasiums in Breslau und lebte später als Privatgelehrter in Berlin. Als Dichter sowohl in seinen »Gedichten« (Bresl. 1824) als in seinen Dramen (»Schauspiele für die Jugend«, Berl. 184449, 12 Bdchn.) u. a. ohne höhere Bedeutung, erwarb er sich durch zahlreiche poetische Übersetzungen aus dem Italienischen, Provenzalischen, Englischen, Lateinischen etc. wohlverdienten Ruf. Wir nennen davon: »Beaumonts und Fletchers dramatische Werke« (Berl. 1808, 2 Bde.); Dantes »Göttliche Komödie« (Leipz. 180921; 5. Aufl., das. 1873) und »Lyrische Gedichte« (mit Witte, das. 1827; 2. Aufl. 1842); »Leopardis Gesänge« (das. 1837); »Heliand« (Berl. 1847) und »Gedichte der Troubadours« (Tübing. 1852, 2. Aufl. 1855).
 
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Kannelieren (franz., von canne, »Rohr«), den Schaft einer Säule oder eines Pilasters lotrecht mit rillenförmigen Vertiefungen (Kannelüren) versehen, deren 2024 um eine Säule, 79 auf einem Pilaster angebracht werden, und die ihnen ein schlankeres Aussehen geben. Nur bei der dorischen Ordnung stoßen die Kannelüren scharf zusammen (Fig. 1). Sie werden gewöhnlich aus einem gleichseitigen Dreieck konstruiert und laufen oben am Kapitell in einen Bogen, unten am Abschluß des Schaftes aber frei aus. Bei der ionischen und korinthischen Säule sind sie durch eine schmale Fläche (Steg, Fig. 2) getrennt, die 1/3-1/4

[Bd. 6, Sp. 564]


des Durchmessers der Kannelüre breit ist. Bei Säulen mit Füßen schließen sie sich über dem Fuß und unter dem Kapitell gewöhnlich nach einem ihrer Wölbung gleichen Bogen. Die Kannelüre findet sich schon an den frühesten griechischen Tempeln und ging später auf den römischen und den Renaissancestil über, in denen sie mit mehreren Abänderungen, z. B. mit eingelegten runden Stäbchen und mit spiralförmig um den Schaft geführten Windungen, vorkommt.
 
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Kännelkohle, s. Meyers Steinkohle.
 
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Kannenbäckerland, im Volksmund ein Strich des Engerngaues am westlichen Abhang des Westerwaldes im preuß. Regbez. Wiesbaden, der sich durch die Mächtigkeit (710 m) seiner ausgedehnten Tonlager auszeichnet. Dort werden, namentlich in den Dörfern Ransbach, Mogendorf, Grenzhausen, Dernbach, Höhr, Hillscheid etc. in den Ämtern Selters und Montabaur des Kreises Unterwesterwald, alljährlich Millionen von Steingutwaren, Mineralwasserkrügen, feuerfesten Steinen etc. gebrannt und in alle Welt versendet. Dazu eine bedeutende Ausfuhr von Tonschollen in die Steingut- und Porzellanfabriken Deutschlands, Frankreichs, Englands, Skandinaviens, Rußlands etc. In neuerer Zeit brennt man auch große Röhren für Wasserleitungen sowie feinere Gegenstände aller Art.
 
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Kannenkraut, s. Equisetum.
 
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Kannenstaude (Kannenträger), s. Nepenthes.
 
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Kannetjes (»Kännchen«), s. Meyers Jakobäa-Kannetjes.
 
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Kannibālen (v. span. Canibal, für Caribe), ursprünglich die menschenfressenden Bewohner der Karibischen Inseln; später überhaupt für rohe, grausame Menschen und Menschenfresser gebraucht. Daraus entstand kannibalisch und Kannibalismus sowie durch Umstellung Shakespeares Meyers Caliban (s. d.). Über Kannibalismus s. Meyers Anthropophagie.

 

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 ... Noël (franz., spr. noäl), Weihnachten; Weihnachtslied (insbes. in mundartlicher Sprache).
 
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