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Kampen bis Kampfadler (Bd. 6, Sp. 521 bis 523)
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Artikelverweis Kampen, Stadt in der niederländ. Provinz Overyssel, links an der Yssel, unweit deren Mündungen, Endpunkt der Niederländischen Zentralbahn (Utrecht-K.), ist mit Gräben und parkähnlichen Anlagen umgeben, hat mehrere alte Kirchen (darunter die fünfschiffige gotische St. Nikolaikirche aus dem 14. Jahrh.), eine schöne, 1874 neugebaute Brücke über die Yssel, vier alte Stadttore, ein Rathaus (1543 erneuert), ein Gymnasium, eine höhere Bürgerschule, ein Seminar für orthodox-reformierte Prediger, ist Garnison des Instruktionsbataillons (Lehrschule für Korporale und Hauptkursus für Offiziere der Infanterie) und zählt (1902) als Gemeinde 19,664 Einw., die sich von

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Schiffbau, Fabrikation von Zigarren, emaillierten Geschirren und Maschinen, Kalk- und Ziegelbrennerei nähren. K. war schon im 14. Jahrh. eine Hansestadt mit beträchtlichem Handel, der aber mit der zunehmenden Versandung der Ysselmündungen immer mehr sank, sich jedoch seit etwa 25 Jahren durch Verbesserung der Mündungen wieder beträchtlich hob. Die Stadt wurde 1578 im spanischen Krieg von den holländischen Rebellen erobert und mußte sich 1672 an die Franzosen ergeben.
 
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Kampen, Nicolas Godfried van, niederländ. Geschichtschreiber, geb. 15. Mai 1776 in Haarlem, gest. 15. März 1839, ward in Deutschland erzogen und erlernte den Buchhandel; 1816 wurde er Lehrer der deutschen Sprache in Leiden und 1829 Professor der niederländischen Sprache, Literatur und Geschichte am Athenäum zu Amsterdam. Seine Hauptwerke sind: »Geschiedenis van de fransche heerschappij in Europa« (Leiden 181523, 8 Bde.), »Geschiedenis der letterenen wetenschappen in de Nederlanden« (Haag 182126, 3 Bde.) und die »Geschichte der Niederlande« (Hamb. 183133, 2 Bde.).
 
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Kamperduin (spr. -deun, schlechthin Kamp), Dorf in der niederländ. Provinz Nordholland, an den Dünen der Westküste, zwischen Alkmar und Helder, bekannt durch die große Seeschlacht vom 11. Okt. 1797, in welcher der englische Vizeadmiral Duncan über die französisch-holländische Flotte unter de Winter siegte, und nach der er den Titel »Viscount of Camperdown« erhielt.
 
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Kampers, Franz, deutscher Geschichtsforscher, geb. 16. Okt. 1868 zu Ösede in Hannover, studierte seit 1890 in Münster und München Geschichte und beschäftigte sich, von seinem Lehrer Grauert dazu angeregt, besonders mit der deutschen Kaisersage des Mittelalters. Seit 1894 Mitredakteur des »Historischen Jahrbuches« der Görres-Gesellschaft sowie Assistent, seit 1900 Sekretär an der Hof- und Staatsbibliothek in München, ward K. 1902 als außerordentlicher Professor der Geschichte an die Universität Breslau berufen und 1903 zum ordentlichen Professor ernannt. Er schrieb: »Die tiburtinische Sibylle des Mittelalters« (Münchener Dissertation, 1894); »Kaiserprophetien und Kaisersagen im Mittelalter« (Münch. 1895; 2. Aufl. 1896 u. d. T. »Die deutsche Kaiseridee in Prophetie und Sage«); »Mittelalterliche Sagen vom Paradiese und vom Holze des Kreuzes Christi« (Köln 1897); »Die Lehninsche Weissagung über das Haus Hohenzollern« (Münst. 1897); »Alexander der Große und die Idee des Weltimperiums in Prophetie und Sage« (Freiburg 1901). Seit 1901 ist K. Mitherausgeber der »Weltgeschichte in Karakterbildern«.
 
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Kamper See, Strandsee an der pommerschen Ostseeküste, auf der Grenze der Regierungsbezirke Stettin und Köslin, ist 4 km lang und 3 km breit, nimmt den Kreiherbach auf, steht nach W. hin bei Kamp mit der Rega in Verbindung und mündet bei Kolberger Deep in die Ostsee.
 
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Kampeschebai (Campechebai), s. Meyers Campeche.
 
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Kampeschehanf, s. Meyers Agavefaser.
 
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Kampescheholz (Campecheholz, Blauholz, Blutholz, Logwood), das von Haematoxylon Campechianum (s. Tafel Meyers »Farbpflanzen«, Fig. 5) stammende Kernholz, das seinen Namen von der Campechebai in Mexiko hat, aus der es zuerst ausgeführt wurde. Es kommt in großen, von Rinde und Splint befreiten Stücken in den Handel, ist auf der stark gefurchten Außenseite violett- bis blauschwarz, auf frischer Schnittfläche im Innern dunkel gelbbraun, sehr hart, spez. Gew. 0,9131,057, nimmt schöne Politur an, schmeckt süßlich, adstringierend, färbt den Speichel rot und riecht der Veilchenwurzel ähnlich. Es wird hauptsächlich in der Färberei, aber auch als Möbelholz, zu Parketten und in der Kunsttischlerei, arzneilich gegen Durchfall benutzt. Die beste Handelssorte ist die von der Westküste Yukatans aus der Campechebai (spanisches Blauholz), von wo aber die Zufuhren bereits bedeutend zurückgegangen sind, dann folgt die aus Honduras (englisches Blauholz); Jamaika, Martinique und Guadeloupe liefern das schwächste und am wenigsten geschätzte, Domingo besseres K. Das unveränderte Holz enthält Hämatoxylin (s. d.), das in feuchter Luft bei Gegenwart von Ammoniak in dunkelrotes Hämateïn übergeht. Das Färbevermögen des Kampescheholzes nimmt daher sehr bedeutend zu, wenn man es geraspelt und befeuchtet in dünner Schicht 68 Wochen liegen läßt und öfters umschaufelt. Man benutzt in der Färberei direkt den mit Wasser bereiteten Auszug oder ein Extrakt, das dunkel schwarzbraune, glänzende Stücke bildet. die sich bei völliger Trockenheit leicht zerstoßen lassen. Man färbt mit K. Baumwolle, Wolle, Seide und Leder meist in Verbindung mit andern Farbstoffen. Es gibt mit Tonerdebeizen ziemlich intensive grauviolette Farben, mit Kupfersalzen Blau, mit Eisenbeize Schwarz oder Grau, mit Chromoxyd nach vorhergegangener Oxydation mit Chromsäure Schwarz. Mit Ausnahme der letztern sind aber diese Nuancen sehr unbeständig und werden durch Licht, Seife, Alkalien und Säuren zerstört. Mit chromsaurem Kali gibt eine Abkochung eine gute und sehr billige schwarze Tinte.
 
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Kämpeviser (d. h. »Heldenlieder«), die gewöhnliche, obwohl ungenaue Bezeichnung der alten Volkslieder Dänemarks, wo diese Poesie eine überaus reiche Blüte entfaltet hat. Ihre Sammlung und Auszeichnung begann man erst im Zeitalter der Reformation, die Entstehung liegt teilweise um mehrere Jahrhunderte zurück. Die Stoffe sind z. T. echt national (mythologisch und historisch), z. T. von den südgermanischen Völkern entlehnt; mitunter finden sich Parallelen bei zahlreichen europäischen Nationen. Die große kritische Ausgabe, die Svend Grundtvig begann, wird von Axel Olrik fortgesetzt (»Danmarks gamle folkeviser«, Kopenh. 1853 ff., bis jetzt 7 Bde.). Bei den übrigen skandinavischen Völkern ist der Bestand an alten Volksliedern nicht so bedeutend: die norwegischen sammelten M. B. Landstad (Christ. 1853) und S. Bugge (das. 1858); die schwedischen E. G. Geiser und A. A. Afzelius (Stockh. 181416, 3 Bde.; neue Aufl. von R. Bergström und L. Höijer, 1880); die isländischen Sv. Grundtvig und Jon Sigurdsson (Kopenh. 185485, 2 Bde.); die färöischen V. U. Hammershaimb (das. 185155, 2 Bde.). Vgl. J. A. Lundell in Pauls »Grundriß der germanischen Philologie«, Bd. 2, Abt. 1, S. 727 ff. (Straßb. 1893), wo auch eine ausführliche Bibliographie gegeben ist.
 
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Kampf, Artur, Maler, geb. 28. Sept. 1864 in Aachen, bildete sich auf der Kunstakademie in Düsseldorf besonders bei P. Janssen und E. von Gebhardt zum Geschichtsmaler aus und machte sich zuerst auf der Berliner Kunstausstellung von 1886 durch ein realistisches Genrebild mit lebensgroßen Figuren (letzte Aussage) bekannt, welches das Verhör eines im Wirtshausstreit tödlich verwundeten Arbeiters durch einen Polizisten darstellt. Die große Kraft und Wahrheit der Charakteristik, die diesem Bilde trotz des abstoßenden Motivs hohe Anerkennung erwarben, übertrug

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K. auch auf die figurenreichen Geschichtsbilder, die er in den folgenden Jahren ausführte: der Choral von Leuthen (Wandgemälde im Hause des Fabrikbesitzers Peill in Düren, wo K. auch ein allegorisches Wandbild: Wein, Weib, Gesang, ausführte), Im Dome zu Berlin in der Nacht vom 13. zum 14. März 1888 (Aufbahrung der Leiche Kaiser Wilhelms I., in der Neuen Pinakothek zu München), Bon soir, Messieurs! (Friedrich II. nach der Schlacht bei Leuthen im Schlosse zu Lissa), Einsegnung von Freiwilligen im J. 1813 (1891, in der Kunsthalle zu Karlsruhe), Zieten an der Tafel Friedrichs II. eingeschlafen, Rede Friedrichs des Großen an seine Generale nach der Schlacht bei Kunersdorf (in der Dresdener Galerie), Professor Steffens begeistert zur Volkserhebung im Jahr 1813 zu Breslau (1892, in der Berliner Nationalgalerie), Volksopfer (im städtischen Museum zu Leipzig) und 1812 (französische Soldaten auf der Heimkehr von Rußland). Nachdem K. eine Zeitlang als Assistenzlehrer des Professors Janssen an der Düsseldorfer Akademie tätig gewesen, wurde er 1898 als Vorsteher eines Meisterateliers an die Berliner Kunstakademie berufen. Noch vorher war ihm die Ausschmückung des Sitzungssaales im Kreishause zu Aachen mit den allegorischen Darstellungen der Jugend- und Altersfürsorge, der Industrie, des Ackerbaues und des Friedens übertragen worden, die er 1902 vollendete. In demselben Jahre entstanden die Gemälde: deutsche Mönche verbreiten das Christentum in Polen (für die Aula des Gymnasiums in Posen) und Friedrich der Große nach der Rückkehr aus dem Siebenjährigen Kriege in der Schloßkapelle zu Charlottenburg. K. hat auch Genrebilder aus dem Leben der Landleute, der städtischen Arbeiter und des Volkes (der Todeskuß, Martinsabend in Düsseldorf, Abschied, die Schwestern [in der Galerie Ravené in Berlin]), pikant beleuchtete Interieurs und Bildnisse in Öl und Wasserfarben gemalt, worin er sich den Bestrebungen des modernen Kolorismus anschloß. Seit 1901 ist K. Mitglied der Berliner Akademie.
 
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Kampfadler (Spizaëtos bellicosus), s. Meyers Adler, S. 111.

 

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71) Herloßsohn
 ... (das. 1842, 3. Aufl. 1872); »Wallensteins erste Liebe« (das. 1844); »Weihnachtsbilder« (das. 1847); »Die Mörder Wallensteins« (das. 1847). Auch veröffentlichte
 
72) Heyse
 ... Es folgten: »Der Roman der Stiftsdame« (1886, 12. Aufl. 1903), »Weihnachtsgeschichten« (1891), »Aus den Vorbergen« (1892), »In der Geisterstunde und andre
 
73) Hildebrandt
 ... (1830), die seine realistische Tendenz nicht zu beeinflussen vermochten. Der Weihnachtsabend (1840), Empfang des Kardinals Wolsey im Kloster (1842), Doge und
 
74) Hirsch
 ... gelt sind, auch mehr, Spießer etwa ebensoviel und Kälber zur Weihnachtszeit 2025 kg. Die Zahl der Enden entscheidet nicht sicher
 
75) Hofmann
 ... frische Gelegenheitsdichtungen und durch schriftstellerische Unternehmungen zu wohltätigen Zwecken (»Weihnachtsbaum für arme Kinder«, 25 Jahrgänge) verdient. Eine Auswahl seiner Gedichte
 
76) Homilĭus
 ... der Kreuzschule daselbst. H. war seinerzeit als Komponist hochgeschätzt (Passionen, Weihnachtsoratorien, Motetten, Kantaten u. a.), schrieb auch ein Lehrbuch des Generalbasses.
 
77) Hutzelbrot
 ... Hutzelbrot ( Hutzel - , Birnenwecken ), süddeutsches Weihnachtsgebäck aus Roggenmehlteig mit zerschnittenen getrockneten Birnen und Pflaumen ( Hutzeln
 
78) In
 ... süßem Jubel«), Anfangsworte eines alten, halb deutsch, halb lateinisch geschriebenen Weihnachtsliedes, das früher dem Petrus Dresdensis (gest. 1440) zugeschrieben wurde, in
 
79) Jensen
 ... schwerer Vergangenheit«, ein Geschichtenzyklus (das. 1888, 3. Aufl. 1901), »Vier Weihnachtserzählungen« (das. 1888), »Jahreszeiten« (das. 1889), »Sankt - Elmsfeuer« (das. 1889),
 
80) Jesus
 ... die aufblühende Kultur des Bürgertums gefördert wurde (s. Weihnachtsspiele , Passionsspiele , Osterspiele). Neues Leben
 
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