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Kaisermanöver bis Kaiserrecht (Bd. 6, Sp. 437)
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Artikelverweis Kaisermanöver, in Deutschland alljährlich vor dem Kaiser mit zwei oder mehr Armeekorps abgehaltene Manöver. Einberufungen aus dem Beurlaubtenstand ergänzen die Truppenteile und dienen zur Formierung besonderer Truppenkörper. Alljährlich erscheinen Berichte über die K.
 
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Kaisermehl, das aus den innern Teilen des Getreidekorns erhaltene Mehl; s. Mühlen.
 
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Kaisermünzen nennt man vorzugsweise die unter den römischen Kaisern (Augusti) geprägten Münzen. Man läßt sie mit Julius Cäsar beginnen, dem ersten Römer, der das Recht erhielt, sein Bild auf die Münzen zu setzen (s. Tafel Meyers »Münzen II«, Fig. 1). Seinem Beispiel folgten die Triumvirn Antonius (Tafel II, Fig. 4), Oktavian und Lepidus; Brutus, der Mörder Cäsars, als Prokonsul von Mazedonien, Sextus Pompejus und des Antonius Bruder und Sohn. Die eigentliche Reihe der K. beginnt erst mit Augustus, der um 16 v. Chr. die Münzprägung in Gold und Silber für sich in Anspruch nahm und dem Senat die Prägung der Kupfermünzen überließ, die ihm erst von Aurelian (270276 n. Chr.) entzogen wurde. Das Gepräge dieser Münzen enthält meist den Kopf des Kaisers oder eines Prinzen (Caesar, später nobilissimus Caesar) oder einer kaiserlichen Frau (Augusta, später und selten nobilissima femina) und verschiedene, oft figurenreiche Darstellungen auf der Rückseite. Die häufigsten Münzsorten sind der Aureus (auch Golddenar genannt, Tafel II, Fig. 5, 7, 9, 12 und 14), der Silberdenar und die vom Senat geprägten Kupfermünzen von verschiedener Größe. Seltener sind große Medaillons in Gold, Silber und Kupfer, die jedoch keinen Münzwert besaßen, sondern nur als Schaumünzen galten, und Silberquinare. Alle Wertbestimmungen der Kupfermünzen sind zweifelhaft. Die Silbermünze, zuerst rein ausgeprägt, verschlechterte sich allmählich. Aber erst Konstantin und seine Nachfolger machte den Münzwirren ein Ende. Diokletian stellte den reinen Silberdenar wieder her. An die Münzen der römischen, mit Romulus Augustus endenden Kaiser schließen sich die der byzantinischen Kaiser an. Der Kunstwert der K. ist oft sehr bedeutend, namentlich der aus der ersten Zeit und der Bronzemedaillons Hadrians und der Antonine. Seit Konstantin d. Gr. sind Köpfe und Figuren flach, roh und geistlos. Historisch sind die K. sehr wichtig, besonders durch ihre Angaben der Konsulate und Tribunate der Kaiser (letztere unsern Jahreszahlen entsprechend), die aber seit Gallienus ungenau sind und allmählich ganz aufhören. Auch viele interessante Darstellungen von Gebäuden, Aufzügen, militärischen Exerzitien, Trachten etc. verdanken wir den K. Vgl. Eckhel, Doctrina numorum veterum, Bd. 68 (Wien 179698); Cohen, Description historique des monnaies frappées sous l'empire (2. Aufl., Par. 188086, 6 Bde.); Imhoof-Blumer, Porträtköpfe auf römischen Münzen (2. Ausg., Leipz. 1892).
 
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Kaiser Nikolaus II.-Gebirge, wird nach den Forschungen von Bulatowitsch (1896 und 1898) ein Gebirgsrücken in Äquatorialafrika genannt, der zwischen 6 und 81/2° nördl. Br. und am 36.° östl. L. die Wasserscheide zwischen Sobat und Omo (zum Rudolfsee) bildet. Im Mittel absolut 20001a hoch, erhebt sich das aus Gneis, Granit und Sandstein aufgebaute Gebirge 10001500 m über seine Umgebung.
 
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Kaiseroda, Dorf im weimar. Kreis Eisenach, unfern von Salzungen, an der Staatsbahnlinie Salzungen-Kaltennordheim, hat ein Kaliwerk und (1900) 137 Einw. Dabei liegt das Kalibergwerk und Kohlensäurewerk Gewerkschaft Heldburg.
 
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Kaiser Oktavianus, Titel eines deutschen Volksbuches des 16. Jahrh., das nach französischer, aus dem Lateinischen geflossener Quelle die Geschichte einer ungerecht verstoßenen Königin und ihrer Söhne enthält (erster Druck, Straßb. 1835; auch in Simrocks »Volksbüchern«). Die Sage ist besonders durch Tiecks dramatische Bearbeitung (Jena 1804) allgemeiner bekannt geworden. Den altfranzösischen Roman gab Vollmöller (Heidelb. 1883), zwei mittelenglische Bearbeitungen Sarrazin (das. 1885) heraus.
 
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Kaiseröl, s. Meyers Erdöl, S. 24.
 
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Kaiserparagraph wird im Anschluß an die Bibelstelle: »Gebet dem Kaiser, was des Kaisers ist, und Gott, was Gottes ist«, der § 1588 des Bürgerlichen Gesetzbuches genannt, nach dem in Ansehung der Ehe die kirchlichen Verpflichtungen durch die Vorschriften des ersten Abschnittes des vierten Buches des Bürgerlichen Gesetzes, der von der bürgerlichen Ehe handelt, nicht berührt werden. Dieser auf Veranlassung des Zentrums vom Reichstag eingeführte Paragraph ist rechtlich belanglos.
 
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Kaiserpilz (Kaiserschwamm), s. Meyers Agaricus, S. 162.
 
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Kaiserpreise, Preise, welche die besten Schützen beim jährlichen Preisschießen erhalten, und zwar jedes Armeekorps einen Degen für Offiziere, zwei Taschenuhren für Unteroffiziere; auch die Inspektion der Infanterieschulen erhält zwei K., je einen für Offiziere und Unteroffiziere. Vgl. Schützenabzeichen.
 
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Kaiserrecht (Jus Caesareum), ein Ausdruck der mittelalterlichen Rechtssprache, im allgemeinen das Recht der Kaiser, und zwar sowohl das römische Recht im Corpus juris als auch die deutschen Reichsgesetze. Der Schwabenspiegel ist in einigen Ausgaben als K. bezeichnet. Unter dem Namen Lüttike oder Kleines K. (liber, lex imperatoris) entstand (wahrscheinlich im 14. Jahrh.) ein Rechtsbuch, das ein für das ganze Reich gemeines Recht zur Aufrechthaltung des Landfriedens schaffen wollte; der Verfasser ist unbekannt. Über modernes Kaiserrecht s. Meyers Kaiser, S. 434.