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Kâfir bis Kaga (Bd. 6, Sp. 425 bis 426)
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Artikelverweis Kâfir (arab., »Ungläubiger«), Name der Nichtmuslime im Meyers Koran (s. d.). Im Munde der osmanischen Türken wurde K. zu Giaur, dem in der Türkei üblichen Schimpfnamen für Christen und Juden. Von dem Worte K. ist auch der Name der Meyers Kaffern (s. d.) in Südafrika herzuleiten.
 
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Kafir, afrikan. Sprache, s. Meyers Bantu.
 
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Kafiristan (»Land der Ungläubigen«), Berglandschaft an der Grenze von Indien und Afghanistan (s. Karte »Zentralasien«), diesem zur Aufsicht unterstellt und von Truppen des Emir bewacht, im O. von Tschitral und dem Lahorigebirge begrenzt, etwa

[Bd. 6, Sp. 426]


13,000 qkm mit 120,000 Einw. Das durchaus gebirgige Land wird ganz durch von N. nach S. streichende, schneebedeckte Ketten erfüllt, zwischen denen in anmutigen Tälern die stürmischen Flüsse Alingar, Kunar u. a., teilweise Goldsand führend, zum Kabul fließen. Das Klima ist gemäßigt. Die Abhänge sind bis zum Gipfel bewachsen, meist mit Nadelholz; im Tal gedeihen Reis, stellenweise Zuckerrohr, ferner Platanen, Apfel- und Birnbäume, die Weinrebe; Bienenzucht ist allgemein. Höher hinauf folgen Maulbeer-, Walnußbäume und Getreide. K. ist reich an Wild; das lohnendste Haustier ist das dickschwänzige Schaf. Die Einwohner sind teils die von den später eingedrungenen Mohammedanern so benannten Meyers Kâfir (s. d.), teils die aus Kaschmir eingewanderten weißen Hunnen oder Yue-tschi (vgl. Hunnen, S. 658) türkisch-tatarischer Herkunft, der schönste, kräftigste Menschenschlag unter diesen Bergbewohnern. Dazu kommen im untern Teil der Täler die Afghanen vom Stamm der Meyers Jusufzai (s. d.), die sich hier im 8. Jahrh. n. Chr. ansiedelten. Das Land ist erst in neuester Zeit einigermaßen erforscht worden. Sajjad Schah machte 1882 ethnographische Forschungen, und 1883 gelang es Mac Nair, als dem ersten Europäer, unter der Maske eines indischen Arztes Aufnahmen und Höhenmessungen zu machen. In größerm Maßstab sind die Forschungen in den letzten Jahren im Anschluß an die militärischen Unternehmungen der Engländer gegen die Bergvölker gefördert worden. Vgl. Downes, Kafiristan (Lahor 1873); Leitner, Kafiristan (das. 1881); G. S. Robertson, The Kafirs of the Hindoo Kush (Lond. 1896), und namentlich W. Broadford in »Blackwoods Magazine«, Bd. 161.
 
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Kafis (span. Cahiz, ital. Caffiso), Hohlmaß in Tripolis zu 20 Tiberi, von sehr verschiedenem Inhalt bis 406 Lit.; früher auch in Tunis für Getreide etc. = 16 Uiba oder 495,9 L., auch mehr.
 
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Kafr (Kefr, arab.), soviel wie Dorf.
 
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Kafr-el-Zaiyāt, Distriktshauptort in der ägypt. Provinz (Mudirieh) Gharbieh, am rechten Ufer des Damiettearms des Nils und an der Eisenbahnlinie Damanhur-Tanta, Dampferstation mit lebhaftem Getreide- und Baumwollenhandel und (1897) 10,231 Einwohnern.
 
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Kaftan (türk., »Oberrock«), ehedem ein vom Sultan als Auszeichnung verliehenes Staatskleid, ähnlich dem von den Herrschern in Persien und Mittelasien noch heute vergebenen Meyers Chal'at (s. d.). Nur bei den untern und mittlern Volksklassen der Türkei ist der K. als Oberkleid noch im Gebrauch; in den weiter östlich gelegenen, islamischen Ländern hat das Kleidungsstück andre Namen (Tschapan, Chal'at, Dschubbe). Von Persien und Mittelasien ist der K. im 13. Jahrh. durch das untere Wolgagebiet nach Rußland, Polen und Ungarn gedrungen; in den zwei erstgenannten Ländern gehörte er lange zur Nationaltracht und wird dort noch heute von den orthodoxen Juden getragen.
 
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Kaftan, Julius, prot. Theolog, geb. 30. Sept. 1848 in Leif bei Apenrade (Schleswig-Holstein), studierte in Erlangen, Berlin und Kiel, habilitierte sich 1873 in der theologischen Fakultät zu Leipzig und wurde im Herbste d. J. außerordentlicher, 1881 ordentlicher Professor in Basel, von wo er 1883 an die Berliner Universität berufen wurde. K. ist ein der Ritschlschen Richtung angehöriger Theolog, der bei stärkerer Betonung der mystischen Elemente in der christlichen Frömmigkeit, in Anlehnung an die erkenntnistheoretischen Voraussetzungen des Meyers Positivismus (s. d. und Comte 1), unter Verwerfung aller Spekulation und mit Bevorzugung einer eigentümlichen Geschichtsphilosophie, das Christentum als die Offenbarungsreligion würdigt, in der alles, was in sonstiger Religion nur als Trieb und Bedürfnis vorliegt, Befriedigung und innere Rechtfertigung erfährt. Er veröffentlichte: »Grundtvig, der Prophet des Nordens« (Basel 1876), »Das Evangelium des Apostels Paulus in Predigten« (das. 1879), »Die Predigt des Evangeliums im modernen Geistesleben« (das. 1879), »Das Wesen der christlichen Religion« (das. 1881, 2. Aufl. 1888), »Die Wahrheit der christlichen Religion« (das. 1888), »Glaube und Dogma« (Bielef. 1889) mit der Fortsetzung: »Brauchen wir ein neues Dogma?« (das. 1890, 3. Aufl. 1893), »Dogmatik« (Freiburg u. Leipz. 1897, 4. Aufl. 1901) sowie eine Reihe von Vorträgen (»Das Christentum und die Philosophie«, 3. Aufl., Berl. 1896; »Das Christentum und Nietzsches Herrenmoral«, 3. Aufl., das. 1902, u. a.).
 
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Kaftanhonig, auf Cypern aus Johannisbrot (s. Ceratonia) bereiteter Sirup, in dem man andre Früchte einmacht.
 
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Kafuro, Handelsplatz in Äquatorialafrika, s. Meyers Karagwé.
 
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Kaga (Echizen), glattes japanisches Seidengewebe (Habutae, Ponge), nach den Provinzen Kaga und Echizen benannt.

 

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71) Herloßsohn
 ... (das. 1842, 3. Aufl. 1872); »Wallensteins erste Liebe« (das. 1844); »Weihnachtsbilder« (das. 1847); »Die Mörder Wallensteins« (das. 1847). Auch veröffentlichte
 
72) Heyse
 ... Es folgten: »Der Roman der Stiftsdame« (1886, 12. Aufl. 1903), »Weihnachtsgeschichten« (1891), »Aus den Vorbergen« (1892), »In der Geisterstunde und andre
 
73) Hildebrandt
 ... (1830), die seine realistische Tendenz nicht zu beeinflussen vermochten. Der Weihnachtsabend (1840), Empfang des Kardinals Wolsey im Kloster (1842), Doge und
 
74) Hirsch
 ... gelt sind, auch mehr, Spießer etwa ebensoviel und Kälber zur Weihnachtszeit 2025 kg. Die Zahl der Enden entscheidet nicht sicher
 
75) Hofmann
 ... frische Gelegenheitsdichtungen und durch schriftstellerische Unternehmungen zu wohltätigen Zwecken (»Weihnachtsbaum für arme Kinder«, 25 Jahrgänge) verdient. Eine Auswahl seiner Gedichte
 
76) Homilĭus
 ... der Kreuzschule daselbst. H. war seinerzeit als Komponist hochgeschätzt (Passionen, Weihnachtsoratorien, Motetten, Kantaten u. a.), schrieb auch ein Lehrbuch des Generalbasses.
 
77) Hutzelbrot
 ... Hutzelbrot ( Hutzel - , Birnenwecken ), süddeutsches Weihnachtsgebäck aus Roggenmehlteig mit zerschnittenen getrockneten Birnen und Pflaumen ( Hutzeln
 
78) In
 ... süßem Jubel«), Anfangsworte eines alten, halb deutsch, halb lateinisch geschriebenen Weihnachtsliedes, das früher dem Petrus Dresdensis (gest. 1440) zugeschrieben wurde, in
 
79) Jensen
 ... schwerer Vergangenheit«, ein Geschichtenzyklus (das. 1888, 3. Aufl. 1901), »Vier Weihnachtserzählungen« (das. 1888), »Jahreszeiten« (das. 1889), »Sankt - Elmsfeuer« (das. 1889),
 
80) Jesus
 ... die aufblühende Kultur des Bürgertums gefördert wurde (s. Weihnachtsspiele , Passionsspiele , Osterspiele). Neues Leben
 
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