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Kadmĭumgelb bis Kadolzburg (Bd. 6, Sp. 415 bis 416)
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Artikelverweis Kadmĭumgelb s. Kadmiumsulfuret.
 
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Kadmĭumgrün s. Kadmiumsulfuret.
 
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Kadwĭumjodīd (Jodkadmium) CdJ2 erhält man beim Digerieren von Kadmium mit Jod und Wasser, beim Lösen von Kadmium oder Kadmiumoxyd in Jodwasserstoffsäure oder beim Verdampfen einer Lösung von Kadmiumsulfat mit Jodkalium und Ausziehen des Rückstandes mit Alkohol, der nur das K. löst; es bildet farblose, luftbeständige, perlglänzende Kristalle mit 4 Molekülen Kristallwasser, löst sich in Wasser und Alkohol, schmilzt und sublimiert beim Erhitzen und wird in der Photographie benutzt.
 
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Kadmĭumlegierungen, Verbindungen und Mischungen des Kadmiums mit andern Metallen, zeichnen sich durch Leichflüssigkeit aus; die mit Gold, Platin und Kupfer sind spröde, die mit Blei, Zinn und in gewissen Verhältnissen mit Silber sehr dehnbar. Das fast silberweiße, sehr glänzende, feinkörnige, etwas biegsame Woodsche Metall (s. Meyers Wismutlegierungen) schmilzt bei 60,5° und dient zum Löten unter angesäuertem Wasser, als Metallkitt und zu Zahnplomben. Schnellot aus 1 Kadmium, 1 Blei und 2 Zinn ist sehr zäh, läßt sich hämmern und walzen und schmilzt bei 149°. Zu Klischees eignet sich eine Legierung aus 50 Blei, 36 Zinn, 22,5 Kadmium. Legierungen des Kadmiums mit Gold und Silber (und Kupfer) s. Meyers Goldlegierungen und Meyers Silberlegierungen.
 
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Kadmĭumoxyd CdO entsteht beim Erhitzen von Kadmium an der Luft (daher in dem bei Beginn der Zinkdestillation sich bildenden bräunlichen Zinkoxyd), auch beim Glühen von Kadmiumhydroxyd und Kadmiumkarbonat; es ist braungelb bis dunkelbraun, bildet auch schwarzbraune glänzende Oktaeder vom spez. Gew. 6,95, ist unschmelzbar, feuerbeständig, wird durch Kohle leicht reduziert und löst sich leicht in Säuren, mit denen es die Kadmiumsalze bildet. Aus den Lösungen der letztern fällen Alkalien weißes, in Wasser und Alkalien unlösliches Kadmiumhydroxyd Cd(OH)2, das sich bei 300° in K. verwandelt.
 
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Kadmĭumsalze gleichen im allgemeinen den Zinksalzen, sind farblos, kristallisierbar, schmecken zusammenziehend und metallisch, sind giftig, zum Teil in Wasser löslich, reagieren sauer und werden beim Glühen zersetzt. Sie werden durch Kalilauge weiß, durch Schwefelwasserstoff gelb gefällt; Zink scheidet aus ihnen metallisches Kadmium ab. Vor dem Lötrohr geben sie auf Kohle mit Soda einen braunen Beschlag von Kadmiumoxyd. Mehrere finden technische Verwendung (s. Kadmium).
 
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Kadmĭumsulfurēt (Schwefelkadmium) CdS findet sich in der Natur als Greenockit und entsteht beim Glühen von Kadmiumoxyd mit Schwefel oder beim Fällen von Kadmiumsalzen mit Schwefelwasserstoff oder Schwefelnatrium. Es ist prachtvoll gelb, unlöslich in Wasser und verdünnten Säuren, in Ammoniak und Schwefelammonium, schmilzt bei Weißglut, erstarrt zu zitronengelben, glimmerartigen Blättchen und löst sich in starker Salzsäure, in Salpetersäure und kochender verdünnter Schwefelsäure. Man benutzt es als Kadmiumgelb (Brillantgelb) in der Wasser- und Ölmalerei, zum Färben der Seife, auch in der Feuerwerkerei zur Erzeugung von blauem Feuer. Auf Geweben wird es als Applikationsfarbe befestigt oder durch Aufdrucken von Kadmiumchlorid mit unterschwefligsaurem Natron und Dämpfen. Als Farbstoff deckt es gut, ist unveränderlich, nicht giftig und auch auf Kalk brauchbar; mit Ultramarin und Berlinerblau gibt es schönes Grün (Kadmiumgrün), darf aber nicht mit Kupferfarben vermischt werden.
 
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Kädmon (Caedmon), ältester mit Namen bekannter engl. Dichter, lebte um 660680 im Kloster der Äbtissin Hilda zu Streaneshalh (heute Whitby). Beim Mahle, wenn die Harfe umging, entschlug er sich des weltlichen Sanges; dann aber, während er nachts sein Vieh hütete, sang er das Lob Gottes und der Schöpfung in einer Vision; nach dem Erwachen habe er dies alles im Gedächtnis behalten und Schreibkundigen diktiert: so berichtet Beda um 731 in der »Kirchengeschichte Altenglands«. Darauf sei er von Hilda regelrecht ins Kloster aufgenommen worden und habe viele biblische Gegenstände in Versen behandelt. Sicher haben wir von ihm seinen ersten, kurzen Hymnus auf Gott Vater, den allmächtigen Schöpfer des Himmels und der Erde. Zugeschrieben hat man ihm außerdem mehrere der altenglischen Bibelepen, namentlich die ältere »Genesis« (die jüngere Genesis ist 1875 durch Sievers als eine bloße Übertragung aus dem Altsächsischen erwiesen worden, was die »Bruchstücke der altsächsischen Bibeldichtung aus der Bibliotheca palatina«, hrsg. von Zangemeister u. Braune, Heidelb. 1894, bestätigt haben). Der erwähnte Hymnus, sowie jene Bibelepen sind abgedruckt in Grein-Wülkers »Bibliothek der angelsächsischen Poesie«, Bd. 2 und 3 (Leipz. 1894).
 
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Kadmos, im griech. Mythus Sohn des phönikischen Königs Agenor und der Telephassa, Bruder der von Zeus entführten Europa. Ausgesandt, um diese zu suchen, erhielt er vom Orakel in Delphi den Befehl, nicht weiter zu suchen, sondern einer Kuh, die ihm begegnen werde, zu folgen und, wo sie sich niederlege, eine Stadt zu bauen. In Phokis findet er die Kuh,

[Bd. 6, Sp. 416]


die ihn nach Böotien (»Land der Kuh« gedeutet) führt. Als er sie hier opfern will und seine Genossen nach Wasser schickt, werden sie von einem die Quelle bewachenden Drachen, einem Sohne des Ares, getötet. K. erschlug den Drachen und säte auf Athenes Rat dessen Zähne; alsbald erwuchsen daraus geharnischte Männer (Sparten), die sich gegenseitig bis auf fünf töteten. Sie halfen dem K. bei der Gründung der Kadmeia, der Burg von Theben, und wurden die Ahnherren des thebanischen Adels. Nachdem K. zur Sühne für den Drachenmord dem Ares acht Jahre gedient, erhielt er die Meyers Harmonia (s. d.) zur Gattin, die ihm die Semele, Ino, Autonoe und Agaue und den Polydoros gebar. Er selbst soll später, von dem Leid seines Hauses gebeugt, mit Harmonia Theben verlassen haben und Herrscher in Illyrien geworden sein. Zuletzt wurden beide von Zeus in Schlangen verwandelt und in das Elysium entrückt. Man schrieb ihm die Einführung des Ackerbaues, der Bearbeitung der Erze und die Buchstabenschrift zu. Von seiner Einwanderung ist der ältesten Sage nichts bekannt; er scheint ein alter Heros von Theben gewesen zu sein. Vgl. O. Gruppe, De Cadmi fabula (Berl. 1891).
 
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Kadnikow, Kreisstadt im russ. Gouv. Wologda, an der Sodischa, mit (1897) 2356 Einw.
 
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Kadolzburg, Flecken im bayr. Regbez. Mittelfranken, Bezirksamt Fürth, am Farrnbach und der Eisenbahn Fürth-K., hat eine evang. Kirche, ein altes Hohenzollernschloß, Amtsgericht, Forstamt, bedeutende Obstbaumzucht, Sandsteinbrüche und (1900) 1494 Einw. Das Schloß K., meist in spätgotischem und Renaissancestil, war seit 1260 Residenz der Burggrafen von Nürnberg, von 1398 bis zum Ausgang des Mittelalters Sitz der Ansbacher Linie. Kurfürst Friedrich I. von Brandenburg baute es völlig um, sein Sohn Johann der Alchimist richtete sich im Torturm ein Laboratorium ein. Später war das Schloß Sitz eines markgräflichen Oberamts.