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Junta bis Jupitersfink (Bd. 6, Sp. 379 bis 381)
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Artikelverweis Junta (span., spr. chún-), Vereinigung, dann Ratsversammlung, wie z. B. Stadtrat, oder Ausschuß, insbes. aus Wahl hervorgegangener Ausschuß; in Spanien eine zur Erledigung gewisser Staatsangelegenheiten oder zur Regierung selbst berufene Versammlung, sei es, daß sie ohne den Monarchen aus eigner Machtvollkommenheit von den Vertretern der Nation gebildet oder von dem Regenten ernannt ist. Am berühmtesten sind: die von Karl II. berufene »große J.«, aus Staatsmännern bestehend, welche die Kompetenz der Inquisition zu bestimmen hatten, die von Napoleon I. 1808 zur Ausarbeitung einer neuen Verfassung nach Bayonne berufene J. und endlich die 1808 von den Spaniern zur Leitung des Freiheitskampfes erwählte Zentraljunta mit ihren Provinzialjunten.
 
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Junta (Juncta, Junti), Juntīnen (Giuntinen), s. Meyers Giunta.
 
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Jupati, s. Raphia.
 
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Jupe (franz., spr. schǖp'), ursprünglich eine Jacke; jetzt soviel wie Frauenrock (von der Hüfte bis zu den Füßen); J. de dessous, Anstands-, Unterziehrock.
 
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Jupille (spr. schūpīj'), Gemeinde in der belg. Provinz und dem Arrond. Lüttich, im O. von Lüttich, am rechten Ufer der Maas, an der Eisenbahn Lüttich-Maastricht, mit Fabrikation von Flintenläufen, Dampfkesseln und Nägeln und (1930) 5733 Einw. Zu J., der ehemaligen Jobii villa, starb 714 Pippin von Herstal.
 
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Jupĭter (Juppiter), der höchste Himmelsgott der italischen Völker, dem griechischen Meyers Zeus (s. d.) im Wesen wie auch im Namen verwandt; denn J. ist zusammengezogen aus Iovis (ältere Form Diovis) pater, Zeus entstanden aus Djeus (ind. djaus, »der lichte Himmel«). Nur andre Form von J. ist Diespiter. Als der italische Gott dem griechischen angeglichen wurde, machte man ihn zum Sohn des Saturnus und der Ops, die man Uranos und Rhea gleichstellte. Von J. kommen alle Himmelserscheinungen. Als Lucetius (von lux, »Licht«) ist er Lichtbringer; geheiligt sind ihm die Idus (13. oder 15.) sämtlicher Monate als Vollmondstage, an denen ihm sein Priester, der Flamen dialis, ein weißes Lamm (ovis idulis) opferte. Wie er heitern Himmel gewährt, so führt er auch alle Wetter herauf: als J. Fulgur (später Fulgurator und Fulminator, »Blitzer«, und Tonans, »Donnerer«) bringt er Gewitter, als Pluvius den befruchtenden Regen. Bei großer Dürre veranstaltete man ihm als Elicius in Rom ein Betfest, Aquaelicium (»Regenbeschwörung«) genannt, bei dem die Pontifices den sogen. Lapis manalis (»Regenstein«) in die Stadt zogen, während die Matronen mit bloßen Füßen und die Behörden ohne Amtsabzeichen folgten. Überhaupt ist er Spender alles Natursegens, dem insbes. die beiden Feste der Vinalien (s. d.) galten, wie ihm auch bei Beginn der Weinlese der Flamen dialis ein Lamm opferte. Allgemein wurde ferner J. als Entscheider der Schlachten und Siegverleiher (Victor) verehrt, vornehmlich in Rom, wo ihm als Stator (der die Flucht hemmt) und Feretrius (dem die von einem römischen Feldherrn einem feindlichen Feldherrn abgenommene Rüstung dargebracht wird, s. Spolien) schon Romulus Heiligtümer gestiftet haben sollte. Auch Wächter über Recht und Wahrheit ist J. und daher ältester und vornehmster Schwurgott, der vornehmlich bei feierlichen Friedensschlüssen von den Fetialen (s. d.) als Zeuge angerufen wurde. Wie das Völkerrecht, so steht das Gastrecht unter seinem besondern Schutz. Auch offenbart er den Menschen durch dem Kundigen verständliche Zeichen (s. Auspizien) die Zukunft und seine Billigung oder Mißbilligung eines beabsichtigten Unternehmens. Von alters her verehrten ihn die lateinischen Völker unter dem Namen J. Latiaris auf dem Albanergebirge als Stammgott und nach Stiftung des Latinischen Bundes als Bundesgott durch ein gemeinsames Opferfest (feriae Latinae), das auch nach Auflösung des Bundes unter der Leitung der römischen Konsuln fortbestand. In Rom war seine Hauptkultstätte die Südspitze des Kapitols, wo er als ideales Staatsoberhaupt, als Mehrer und Erhalter römischer Macht und Ehre, als J. Optimus Maximus (»der Beste und Größte«) verehrt wurde. Hier thronte sein tönernes Bild mit dem Blitz in der Rechten im Mittelschiff des von Tarquinius Superbus, dem letzten König, begonnenen und im dritten Jahre der Republik eingeweihten Tempels (s. Kapitol). Hier brachten ihm die Konsuln beim Amtsantritt Opfer und beim Auszug in den Krieg feierliche Gelübde dar; hierher ging der Triumph des im Festschmuck des Gottes daherfahrenden siegreichen Feldherrn, der vor dem aus weißen Stieren bestehenden Dankopfer zum Bilde des J. betete und ihm den Siegeslorbeer in den Schoß legte. Wie in Rom das Kapitol den sakralen Mittelpunkt bildete, so auch die

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in den römischen Kolonien eingerichteten Kapitole (vgl. Kuhfeldt, De Capitoliis imperii Romani, Berl. 1883). Dem höchsten Staatsgott wurden natürlich auch die stattlichsten Feste gefeiert, vornehmlich die römischen, die großen und die plebejischen Spiele (s. Meyers Ludi). Auch die Kaiserzeit erkannte in dem kapitolinischen J. den höchsten Repräsentanten der Majestät des römischen Reiches, und sein Dienst breitete sich allmählich über das ganze Reich aus. Vielfach verschmolz J. mit den höchsten Gottheiten der Provinzen, so mit dem Sonnengott von Heliopolis und Doliche in Syrien zu dem im 2. und 3. Jahrh. n. Chr. weit und breit verehrten J. Heliopolitanus und Meyers Dolichenus (s. d.), auch mit keltischen und germanischen Gottheiten, namentlich den auf den Alpenhöhen als Beschützer der Wanderer verehrten, wie J. Optimus Maximus Poeninus auf dem Großen St. Bernhard. Über die bildlichen Darstellungen s. Meyers Zeus. Vgl. Austin Roschers »Lexikon der Mythologie«, Bd. 2, Sp. 618 ff.
 
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Jupĭter, der größte Planet des Sonnensystems, strahlt in hellgelbem Licht und übertrifft an Glanz die meisten Fixsterne erster Größe. Im Fernrohr erscheint er als ovale Scheibe, deren größter und kleinster Durchmesser nach Schur auf Grund der genauesten Beobachtungen in mittlerer Entfernung 37,40'' und 35,13'' betragen, woraus die Abplattung 1/16,52, folgt. Der wahre Durchmesser des Äquators ist 11,07mal so groß wie der Durchmesser des Erdäquators oder 141,300 km, das Volumen ist das 1264,3fache von dem der Erde. Die Masse des J. beträgt nach Schur und Härdtl 1/1047,2 der Sonnenmasse. Daraus folgt eine mittlere Dichte von 0,23, die der Erde-. 1 gesetzt, oder 1,4mal so groß wie die des Wassers. Die Schwerkraft wirkt demnach an den Polen 2,8mal und (unter Berücksichtigung der Zentrifugalkraft) am Äquator 2,2 mal so stark wie auf der Erde. Die Bahn des J. ist nahezu kreisförmig, ihre Exzentrizität beträgt nur 0,04825, auch ihre Neigung gegen die Erdbahn ist bloß 1°18' 41''. Die mittlere Entfernung von der Sonne beträgt 5,20280 Erdbahnhalbmesser oder 773 Mill. km (schwankend zwischen 736 Mill. km im Perihel und 811 Mill. km im Aphel). Der Erde kann er sich zur Zeit seiner Opposition bis auf 587 Mill. km nähern, während sein größter Abstand in der Konjunktion 959 Mill. km beträgt. J. durchläuft seine Bahn in 4332,588 Tagen (11 Jahr 10,5 Monat) und legt dabei in jeder Sekunde 12,98 km zurück, noch nicht halb soviel wie die Erde bei ihrer Bewegung um die Sonne. Ein Jahr auf dem J. beträgt also fast 12 Erdjahre, und auf jede Jahreszeit kommen gegen 3 Jahre. Doch dürfte die Verschiedenheit der Jahreszeiten dort nicht so bedeutend sein wie auf der Erde, denn einesteils ist der Einfluß des mehr oder minder hohen Sonnenstandes auf J. nicht so erheblich wie bei uns, weil die Sonne dort infolge ihrer großen Entfernung nur mit 1/27 ihrer Intensität auf der Erde wirksam ist, andernteils beträgt die Neigung des Äquators gegen die Bahn nur 3°6'.
   Auf der Oberfläche des J. (s. Tafel Meyers »Planeten«, Fig. 1) zeigt das Fernrohr Streifen und Flecke. Erstere laufen dem Äquator des Planeten parallel, sind stellenweise unterbrochen, teils heller, teils dunkler gefärbt und mannigfaltigen, langsamen Veränderungen in Form und Färbung unterworfen. Insbesondere zeigen sich regelmäßig zwei graue-Streifen, der eine nördlich, der andre südlich vom Äquator, die eine in hellerm Licht erglänzende Äquatorzone einschließen, die man nach Lohse als eine einheitliche Erscheinung von beträchtlicher Stabilität aufzufassen hat. In den beiden Äquatorstreifen treten bisweilen dunklere, bogenartige Teile auf, die der ganzen Zone ein wolkenartiges Aussehen geben. Auch sieht man öfters knotenartige Verdichtungen in den Streifen, und außerdem sind wiederholt einzelne dunkle Flecke außer allem Zusammenhang mit den Streifen beobachtet worden Manche Flecke haben nur kurze, andre sehr lange Dauer; zu den letztern gehört ein ovaler, rötlicher Fleck südlich vom Äquatorgürtel von 47,000 km Länge und 13,000 km Breite, der seit Sommer 1878 und noch jetzt (Frühjahr 1905), allerdings bedeutend blasser und kleiner geworden, sichtbar ist.
   Aus der Beobachtung einzelner Flecke hat zuerst Dom. Cassini die Rotationszeit des J. im Mittel zu 9 Stunden 55 Min. bestimmt, genauere Untersuchungen haben jedoch ergeben, daß den verschiedenen jovigraphischen Breiten verschiedene Rotationszeiten zukommen. Nach Williams müssen neun Zonen unterschieden werden. Die folgende Tabelle gibt die Ausdehnung der Zonen in jovigraphischer Breite und ihre mittlern Rotationszeiten:

Die Tabelle zeigt, wie unsymmetrisch die Strömungen auf der nördlichen und südlichen Hemisphäre verlaufen; in der letztern fehlt die schnell bewegte Region um 22° ganz, vielleicht infolge der Anwesenheit des roten Fleckes in dieser Gegend; anderseits verläuft auf der nördlichen Hälfte von 28° ab die Rotation ganz gleichmäßig, während auf der südlichen Hemisphäre schnellere Strömungen vorhanden sind. Die fünfte Zone, die Äquatorialzone, zeigt die merkwürdige Eigentümlichkeit, daß ihre Rotationszeit bisher beständig zugenommen hat, in 18 Jahren um 35,6 Sekunden, doch scheint jetzt eine Umkehr einzutreten. Die merkwürdigste Eigentümlichkeit dieser atmosphärischen Strömungen Jupiters ist die genau ostwestliche Richtung der Bewegung und das Fehlen jeglicher Bewegung nach den Polen hin. Auch sind die einzelnen Zonen scharf gegeneinander abgegrenzt, ohne daß ein allmählicher Übergang in den Rotationszeiten stattfindet.
   Die hell glänzenden weißen Gebilde auf dem J. sind ohne Zweifel dichte Wolken, die das Sonnenlicht kräftig reflektieren, die dunkeln Partien aber vielleicht Öffnungen in der Wolkenhülle, durch die wir durch eine Nebelhülle hindurch auf den Kern des Planeten blicken. Die rötliche Färbung, die insbes. in der Äquatorzone bisweilen auftritt, wird der Anwesenheit von Wasserdampf zugeschrieben, auf der auch einige dunkle Streifen im Spektrum des J. deuten. Die betreffenden Stellen der Jupiteratmosphäre müssen aber dann wolkenfrei sein, damit das Sonnenlicht genügend tief in die Wasserdampfschicht eindringen kann. Die rötlichen Stellen würden demnach Aufhellungen in der Wolkendecke des J. sein. Übrigens hält es Zöllner für wahrscheinlich, daß J. (wie auch Saturn) sich noch in einem Zustand bedeutender Erhitzung befindet, und daß seine Oberfläche jetzt noch Licht und Wärme ausstrahlt, im Einklang damit flehen auch die mannigfachen

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Veränderungen der Äquatorstreifen. Nach Lohse ist die Bildung der Streifen auf vulkanische Eruptionen zurückzuführen, durch welche die Wolkendecke über der Ausströmungsöffnung durch die empordringenden glühenden Gase und Dämpfe durchbrochen wird. Hierbei werden diese eruptiven Massen, weil sie aus tiefern Regionen kommen und eine geringere Rotationsgeschwindigkeit besitzen als die höher liegenden Wolkenschichten, gegen diese zurückbleiben, und es wird ein dunkler Streifen in der Rotationsrichtung entstehen, der sich bei längerer Dauer der Eruption rings um den Planeten ziehen wird, indem das Ende sich wieder an den Anfang anschließt, während bei kürzerer Dauer ein weniger langer Streifen entsteht. Hiernach sind die dunkeln Streifen nicht bloße Lücken in der Wolkendecke, sondern eruptive Massen, die nur infolge ihres geringern Lichtreflexionsvermögens dunkel erscheinen. Dadurch finden auch die mancherlei an den Streifen beobachteten Farbennuancen eine einfache Erklärung, und nicht minder ist es wahrscheinlich, daß die glühenden Gase, welche die Streifen bilden, namentlich bei sehr heftigen Eruptionen etwas eignes Licht ausstrahlen. Ebenso erklären sich der häufige Wechsel in der Lage und Bildung der Streifen, die Verschiedenartigkeit ihrer Dauer etc. durch die Annahme einer größern Anzahl von Kratern, die abwechselnd in Tätigkeit sind. Jeder Streifen würde dann einem oder mehreren Kratern von gleicher jovigraphischer Breite entsprechen, und die ausgeprägtere Streifenbildung und größere Veränderlichkeit der Gebilde in der südlichen Hemisphäre des J. würden auf eine abweichende Oberflächenstruktur des Planetenkerns in beiden Halbkugeln deuten. Der J. hat sechs Monde, von denen die vier hellsten bald nach Erfindung des Fernrohrs, zuerst im Dezember 1609 von Simon Marius in Ansbach und im Januar 1610 von Galilei, entdeckt wurden, während die Entdeckung des fünften erst 9. Sept. 1892 Barnard mit dem 36zölligen Refraktor der Lick-Sternwarte, des sechsten 4. Jan. 1905 Perrine mit dem Croßley-Reflektor der Lick-Sternwarte gelang. Die vier äußern sind schon mit kleinen Fernrohren, selbst in einem guten Opernglas, unter günstigen Umständen dem bloßen Auge sichtbar, während die beiden andern nur in den großen Riesenteleskopen erkennbar sind. Man pflegt die vier alten Monde in der Reihenfolge ihrer Abstände vom J. mit den Nummern I, II, III, IV, den neuentdeckten fünften Mond mit V zu bezeichnen, eigentlich müßte er, da er den geringsten Abstand vom J. hat, mit I bezeichnet werden, jedoch würde damit eine vollständige Änderung der allgemein eingeführten Bezeichnung eintreten, der neueste sechste Mond, über dessen Bahnlage aber noch nichts bekannt ist. wird mit VI bezeichnet. Ihre wichtigsten Elemente sind in der Tabelle »Übersicht des Planetensystems« (beim Artikel »Planeten«) angegeben. Im Verhältnis zur Größe des Halbmessers des Hauptplaneten erscheinen die Satelliten des J. diesem sehr nahe gerückt. Die Geschwindigkeit, mit der sie den J. umkreisen, ist eine außerordentlich große; dabei laufen sie um den J. fast in der Ebene seines Äquators, nur IV weicht merklicher von derselben ab. Ebenso sind die Neigungen ihrer Bahnen zu der des J. unbeträchtlich, indem sie sich nur zwischen 2 und 3° bewegen. Alle zusammen haben nur 0,0007 der Jupitermasse oder ungefähr 1/2 der Erdmasse. Am hellsten, ungefähr 5. Größe, erscheint gewöhnlich III, der größte; der zweitgrößte (IV) wird aber an Glanz von den kleinern (I und II) übertroffen, der fünfte Mond ist jedoch nur 13. und der sechste nur 14. Größe. Die Größe ihres Hauptplaneten und die Kleinheit der Neigungen ihrer Bahnen sind Ursache, daß fast jeder Umlauf dieser Monde eine Sonnen- und eine Mondfinsternis mit sich führt, die mit geringen Ausnahmen sämtlich total sind. Nur der Mond IV kann, wenn er zur Zeit seiner Konjunktion und Opposition dem Maximum seiner Breite nahesteht, unverfinstert und, ohne eine Verfinsterung zu bewirken, vorübergehen. Bei der kurzen Umlaufszeit dieser Monde ist die Zahl der in einem Jupiterjahr eintretenden Finsternisse eine außerordentlich große, nämlich gegen 4400 Mond- und ebenso viele Sonnenfinsternisse. Die Verfinsterungen der Jupitermonde sind insofern von Wichtigkeit, als sie ein bequemes Mittel zur Bestimmung der Längendifferenz zweier Orte (s. Meyers Länge) und der Geschwindigkeit des Lichtes darbieten. Die Sonnenfinsternisse, welche die Monde für den Hauptplaneten bewirken, sind von der Erde aus an dem über die Planetenscheibe ziehenden Schatten des Trabanten erkennbar. Zu bemerken ist, daß die drei innern Monde nie gleichzeitig verfinstert werden können. Es ist nämlich stets die mittlere Länge von I, vermehrt um die doppelte mittlere Länge von III und vermindert um die dreifache mittlere Länge von II, gleich 180°, und zugleich ist die Summe der mittlern Bewegung von I und die doppelte mittlere Bewegung von III gleich der dreifachen mittlern Bewegung von II, woraus folgt, daß, wenn zwei dieser Trabanten gleiche mittlere Länge in Beziehung auf den J. haben, der dritte stets 60° oder auch 90° von ihnen absteht, nämlich 60°, wenn I und III, und 90°, wenn I und II gleiche mittlere Länge haben. Die Vorausberechnung der Verfinsterungen der Jupitermonde wird in den astronomischen Ephemeriden, am vollständigsten im »Nautical Almanac« veröffentlicht. Die Beobachtung, daß die Finsternisse der Jupitermonde um die Zeit der Konjunktion des J. um 16 Min. 26 Sek. später bemerkt wurden, als die Berechnung nach Finsternissen in der Opposition angab, führte den Astronomen Römer 1676 auf die Entdeckung der Geschwindigkeit des Lichtes. Vgl. Plaßmann, Der Planet J. (Köln 1892) und die Tafeln »Planetensystem« und »Planeten«.
 
Artikelverweis 
Jupiterbart, s. Sempervivum.
 
Artikelverweis 
Jupiter lapis, s. Meyers Steindienst.
 
Artikelverweis 
Jupiter pluvius, s. Jupiter, S. 379, und Regenmacher.
 
Artikelverweis 
Jupitersfink, soviel wie Stieglitz.

 

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91) Koleda
 ... des heidnischen Festes der Wintersonnenwende getretene Feier der Zeit von Weihnachten bis zum Tage der heiligen drei Könige. Heutigestags versteht man
 
92) Krag
 ... Berl. 1897), »Rachel Strömme« (1898), »Aus den niedrigen Hütten« (1898), »Weihnachten«, »Marianne« (1899) und die unterhaltenden kulturhistorischen Romane: »Isaak Seehufen« (1900)
 
93) Kremser,
 ... mit Orchester (»Balkanbilder«, »Prinz Eugen«, »Das Leben ein Tanz«, »Altes Weihnachtslied«), Operetten, Gesänge für gemischten Chor, Lieder, Klaviersachen etc.
 
94) Krippe
 ... Pappe gefertigt. Seitdem der heil. Franziskus 1223 zur Feier des Weihnachtsfestes die erste K. errichtete, hat sich die fromme Gewohnheit, zur
 ... bayrische Nationalmuseum in München (vgl. darüber Hager , Die Weihnachtskrippe, Münch. 1901, illustriert). Mit dem Wort K. ( Crèche
 ... die erste K. errichtete, hat sich die fromme Gewohnheit, zur Weihnachtszeit Krippen (auch Präsepien genannt) zu bauen, in allen katholischen
 
95) Kurz
 ... 1905; auch in Hendels »Bibliothek der Gesamtliteratur«, Halle 1905); »Der Weihnachtfund« (Berl. 1855, 2. Aufl. 1862); »Erzählungen« (Stuttg. 185861, 3 Bde.)
 
96) Ladenschluß
 ... 40 von der Ortspolizeibehörde zu bestimmenden Tagen (meist um die Weihnachtszeit, bei Jahrmärkten, Kirchweihen, Messen etc.), jedoch bis spätestens 10 Uhr
 
97) Lametta
 ... hauptsächlich als Christbaum - L . zum Schmücken der Weihnachtsbäume und wird für diesen Zweck auch gefärbt, indem man sie
 
98) Lauff
 ... von O. Eckmann, das. 1897, 2. Aufl. 1898), »Advent«, drei Weihnachtsgeschichten (das. 1898, 4. Aufl. 1901), »Die Geißlerin«, epische Dichtung (das.
 
99) Lewald
 ... Deutschland und Frankreich« (das. 1880); »Helmar«, Roman (das. 1880); »Zu Weihnachten«, drei Erzählungen (das. 1880); »Vater und Sohn«, Novelle (das. 1881);
 ... die Frauen«, Briefe (das. 1870, 2. Aufl. 1875); »Nella, eine Weihnachtsgeschichte« (das. 1870); »Die Erlöserin«, Roman (das. 1873, 3 Bde.); »Benedikt«
 
100) Lostage
 ... im allgemeinen die »Zwölften«, d. h. die zwölf Tage zwischen Weihnachten (dem frühern Jahresanfang) und Epiphanias, weil nach der bis in
 ... Martin (10. November), Lucia (13., früher 25. Dezember), Weihnachten . In frühern Zeiten, in denen neben Bibel und Gebetbuch
 
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