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Judenbaum bis Judenhut (Bd. 6, Sp. 341)
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Artikelverweis Judenbaum, soviel wie Cercis Siliquastrum.
 
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Judenburg, Stadt in Steiermark, 734 m ü. M., auf einer Hochfläche über dem rechten Murufer, an der Staatsbahnlinie St. Michael-Villach gelegen, Sitz einer Bezirkshauptmannschaft und eines Bezirksgerichts, hat eine Pfarrkirche mit frei stehendem, 72 m hohem Turm (sogen. Römerturm von 1509, mit eingemauerten Römersteinen), ein Schloß (jetzt Amtsgebäude), einen monumentalen Brunnen, ein Sensenwerk, Kupferschmiede, Sägewerk, Bierbrauerei, Elektrizitätswerk und (1900) 4924 Einw. Östlich davon befinden sich die Ruinen der Feste und das neue Schloß Liechtenstein, das Eisenwerk Johann-Adolfhütte und der Industrieort Meyers Zeltweg (s. d.); nördlich Fohnsdorf mit Braunkohlenbergbau (1903: 4,7 Mill. metr. Ztr. Produktion), Eisenblechwerk, Holzschleiferei und (1900) 7405 Einw. Südwestlich erheben sich die Judenburger oder Seetaler Alpen mit dem aussichtsreichen Zirbitzkogel (2397 m).
 
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Judenchristen, moderne Bezeichnung derjenigen Christen, die, nachdem sie vom Judentum zum Christentum übergetreten waren, die fortdauernde Gültigkeit des mosaischen Zeremonial- und Ritualgesetzes, sei es für alle Christen, sei es wenigstens für die gebornen Juden, behaupteten, sich an die Urapostel, besonders an Petrus und Jacobus, anschlossen und gegen die Lehrweise des Apostels Paulus einen mehr oder minder schroffen Gegensatz bildeten. Wie der Mittelpunkt des Heidenchristentums Antiochia ward, so blieb Jerusalem geraume Zeit Hauptsitz des Judenchristentums. Vgl. Ebioniten, Nazarener.
 
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Judendeutsch, s. Meyers Jüdisch-deutscher Dialekt.
 
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Judendorn, s. Meyers Zizyphus.
 
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Judeneid, der seit dem Mittelalter in den oft- und westeuropäischen Staaten aus Haß und Mißtrauen von den Behörden vorgeschriebene, unter einem eigenartigen Zeremoniell und nach einem Verwünschungen und Flüche androhenden Formular vor Gericht zu leistende Schwur der Israeliten. Das älteste Formular des Eides more judaico in deutscher Sprache ist von Erzbischof Konrad von Mainz (1160 bis 1200) ausgearbeitet. Einfach gegen spätere Formulare, besonders gegen das der Reichskammergerichts-Ordnung, fand es viele Verbreitung. Erst die zunehmende Zivilisation nahm dem J. das Schimpfliche. In Deutschland ist er mit Einführung der Verfassung des Norddeutschen Bundes (1869) gänzlich beseitigt. Vgl. Frankel, Die Eidesleistung der Juden in theologischer und historischer Beziehung (Dresd. 1847); Stobbe, Die Juden in Deutschland während des Mittelalters, S. 153 ff. (Braunschw. 1866); Scherer, Die Rechtsverhältnisse der Juden in den deutsch-österreichischen Ländern, S. 293299 (Leipz. 1901); Steinschneider in der »Zeitschrift für hebräische Bibliographie«, Bd. 1 (Berl. 1896/97).
 
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Judenfolĭe, Stanniol für sogen. Judenspiegel.
 
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Judengasse, s. Meyers Getto.
 
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Judengenossen, s. Meyers Proselyt.
 
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Judengold, s. Zinnsulfide.
 
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Judenhut, der im Mittelalter vom 12. Jahrh. an den Juden von den Obrigkeiten vorgeschriebene spitze Hut, orangegelb mit weißem Rand oder weiß mit gelbem Rand, auch bisweilen hornartig gekrümmt. (S. Abbildung.)

[Bd. 6, Sp. 342]