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Joseph ben Gorĭon bis Josephsorden (Bd. 6, Sp. 314 bis 315)
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Artikelverweis Joseph ben Gorĭon (Gorionides, »Sohn des Gorion«), jüd. Befehlshaber im Aufstand gegen die Römer (6770 n. Chr.), der mit dem Hohenpriester Anan Jerusalem befestigt e, kriegstüchtige Männer warb und ungeheure Vorräte an Waffen und Lebensmitteln häufte. Unter dem Namen Joseph (auch Josifon oder Josippon), Sohn des Gorion, ward etwa im 10. Jahrh. n. Chr. in Italien von einem unbekannten Verfasser eine romanhafte hebräische Überarbeitung und Fortsetzung der »Altertümer« des Meyers Josephus (s. d.) verfaßt, die unter dem Namen Josippon, auch »Pseudo-Josephus«, bekannt ist. Der Verfasser benutzte lateinische Übersetzungen des Josephus, des Aristeasbriefes, die Vulgata, Strabo, Lucian, die »Historia de proeliis« (Alexandersage), Stücke aus der Chronik des Eusebius u. a., vermutlich auch arabische Sagen. Ein Stück des Buches, das ins

[Bd. 6, Sp. 315]


Lateinische, Englische, Französische, Jüdisch-Deutsche und teilweise ins Deutsche übersetzt wurde, ward von Sacharja ben Said arabisch bearbeitet und ist als »Zweites Makkabäerbuch« anonym in den Londoner und Pariser Polyglottenbibeln abgedruckt. Das viel gelesene Buch erschien zuerst in Mantua 147679, dann in Konstantinopel 1510, in Basel 1541, in Venedig 1544, Prag 1744 u. ö.; ins Lateinische übersetzten es Gagnier (Oxford 1706) und Breithaupt (Gotha 1707), Auszüge wurden von Münster (Worms 1529 u. Basel 1559) veröffentlicht. Eine vollständige arabische Übersetzung erschien Beirut 1872. Vgl. Zunz, Die gottesdienstlichen Vorträge der Juden (2. Aufl., Frankf. a. M. 1892, S. 158 ff.) und »The Jewish Encyclopedia«, Bd. 7, S. 259 ff. (New York 1904).
 
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Joseph Karo, s. Meyers Karo.
 
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Josephine, Marie Rose, Kaiserin der Franzosen, erste Gemahlin Napoleons I., geb. 3. Juni 1763 auf Martinique, wo ihr Vater Joseph Tascher de la Pagerie königlicher Hafenkapitän war, gest. 29. Mai 1814, kam in einem Alter von 15 Jahren nach Frankreich und heiratete 13. Dez. 1779 ihren Landsmann, den Vicomte Alexandre Meyers Beauharnais (s. d. 3). Die Sprößlinge dieser Ehe waren Eugen, der nachmalige Herzog von Meyers Leuchtenberg (s. d.), und Meyers Hortense (s. d.), die nachherige Gemahlin des Königs Ludwig Bonaparte von Holland, die Mutter Napoleons III. Nach der Hinrichtung ihres Gatten (23. Juni 1794) ward J. ebenfalls verhaftet, wurde aber durch die Katastrophe vom 9. Thermidor gerettet. Im Hause von Barras, ihrem mehrjährigen Geliebten, lernte sie den General Bonaparte kennen und reichte diesem aus Ehrgeiz 9. März 1796 ihre Hand. J. folgte ihrem Gemahl vorübergehend 1797 nach Mailand, führte aber sonst in Paris und in Malmaison, das sie käuflich an sich gebracht hatte, ein schwelgerisches und mit Liebeshändeln erfülltes Leben. Nach dem 18. Brumaire eröffnete sie im Palast Luxembourg und seit 1800 in den Tuilerien einen Hof, den ihre Anmut bald zum Mittelpunkt der guten Gesellschaft machte. Dabei entwickelte sie aber einen übergroßen Luxus, der sie in schwere Geldverlegenheiten stürzte. Mit den Geschwistern Napoleons stand sie von je in einem gespannten Verhältnis. Ihre Gutmütigkeit suchte manche Härten ihres Gatten auszugleichen. Mit ihres Gemahls Streben nach souveräner Gewalt war sie keineswegs einverstanden. da sie voraussah, daß die Gründung einer Napoleonischen Dynastie die Auflösung ihrer kinderlosen Ehe und eine anderweite Vermählung ihres Gemahls notwendig machen würde. Trotzdem setzte ihr Napoleon 2. Dez. 1804 selber die Kaiserkrone auf. Erst nach langem Sträuben willigte sie ein, daß 16. Dez. 1809 die Trennung ihrer Ehe gesetzlich ausgesprochen ward. J. lebte seitdem mit kaiserlichem Titel und Glanze zu Navarre in der Nähe von Evreux und in Malmaison, von ihrem alten Hof und zahlreichen Gegnern des Kaisertums umgeben. Als nach dem Sturze Napoleons die Bourbonen sie und die Ihrigen ihrer hohen Stellungen beraubten, fühlte sie sich tief entmutigt. Sie starb in Malmaison an einer Halsentzündung und ward in der Kirche zu Rueil, unweit Malmaison, beigesetzt. Ihre Kinder aus erster Ehe errichteten ihr daselbst 1822 ein Denkmal. Vgl. »Lettres de Napoléon à J. pendant la première campagne d'Italie, le Consulat et l'Empire« (Par. 1827) und »Lettres de J. à Napoléon et à sa fille« (das. 1833, 2 Bde.; beide in neuer Ausg. 1895; beide deutsch von Elsner, Stuttg. 183839, 2 Bde.); Aubenas, Histoire de l'impératrice J. (1857592 Bde.); »Mémoires de Mme. de Rémusat« (187980, 3 Bde.; deutsch von Ebeling, Köln 188082, 3 Bde.); ihre Lebensbeschreibung von Imbert de Saint-Amand (188384, 4 Bde.); Welschinger, Le divorce de Napoléon I (1889); Turquan, La générale Bonaparte (1895; deutsch, Leipz. 1896) und L'impératrice J. (1896; deutsch, Leipz. 1896); Masson, J. de Beauharnais, 17631796 (1898), J. impératrice et reine (1898) und J. répudiée (1901; deutsch, Leipz. 1902); Ober, J. empress of the French (Lond. 1901).
 
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Josephinenbank, s. Meyers Atlantischer Ozean (Tiefenverhältnisse), S. 45.
 
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Josephinenhütte, s. Meyers Schreiberhau.
 
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Josephinismus, s. Meyers Joseph 2), S. 312.
 
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Josephīten, Name einiger französischer Ordensgenossenschaften und Kongregationen, deren älteste von dem Chirurgen Jakob Cretenet (gest. 1666) in Lyon zum Zweck der Abhaltung von Volksmissionen gestiftet wurde, aber in der Revolution unterging. Unter den neuern haben die Brüder des heiligen Joseph (Frères de saint Joseph), gestiftet 1835 in Oullins vom Abbé Rey (gest. 1874), sich der Versorgung verwahrloster Knaben gewidmet. Zahlreicher sind die verschiedenen Frauengenossenschaften, bekannt unter dem Namen Schwestern des heiligen Joseph.
 
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Josephsehe (Engels- oder Jungfernehe, Matrimonium virginĕum), eine nach Joseph, dem Gatten der Maria, benannte Ehe, bei der durch vorherige Übereinkunft Kindererzeugung als Zweck ausgeschlossen wird.
 
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Josephshöhe, s. Meyers Auerberg.
 
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Josephslust, Jagdschloß, s. Meyers Sigmaringen.
 
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Josephsorden, großherzoglich toskan. Orden, gestiftet 1514, erneuert 1807 von Ferdinand III., zweiter im Rang, in drei Klassen, von denen die erste und zweite den Erbadel, die dritte den Personaladel verlieh. Der Orden ward 1860 aufgehoben.

 

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81) Johann
 ... krönte Karl den Kahlen ungeachtet der Ansprüche der deutschen Karolinger Weihnachten 876 zum Kaiser, offenbar mit dem Anspruch, über die Kaiserkrone
 
82) Johannisfest
 ... Johannistag, Johannisnacht ), das von der abendländischen Kirche früh dem Weihnachtsfest gegenübergestellte Geburtsfest Johannis des Täufers (24. Juni), kirchlich jetzt meist
 
83) Jūlfest
 ... Julbrot etc., an das alte heidnische Fest (s. Weihnachten ). Vgl. Bilfinger , Das germanische J. (Stuttg.
 ... Gelübde abzulegen. An die Stelle des Julfestes trat später unser Weihnachtsfest; aber noch heute erinnern im skandinavischen Norden sowie im frühern
 ... die Namen verschiedener Gebräuche und Gerichte, wie der Julklapp (Weihnachtsgeschenk, das vom Geber heimlich, aber mit lautem Schall ins Haus
 
84) Jundt
 ... lebe Frankreich!, die französischen Internierten verlassen die Schweiz und der Weihnachtsbaum. Jundts Arbeiten atmen Poesie, Natürlichkeit und Humor. Auch als Karikaturenzeichner
 
85) Kalender
 ... Januar, Epiphanias 6. Januar, Johannis 24. Juni, Michaelis 29. September, Weihnachten 25. Dezember, teils beweglich. Die beweglichen Feste richten sich sämtlich
 
86) Karageorgiević
 ... Alexander 23), der vom 14. Sept. 1842 bis Weihnachten 1858 Fürst von Serbien war, und Michael, der 1875 eine
 
87) Karl
 ... die Großen um sich, hier feierte er am liebsten das Weihnachtsfest (19 mal in Aachen, nur 6 mal in Gallien). Stets
 ... Herrschaft brachte endlich die Tatsache zum Ausdruck, daß ihm am Weihnachtstage (25. Dez.) 800 Leo III. in der Peterskirche zu Rom
 
88) Kinderlieder
 ... Gebiet. Luther z. B. dichtete »ein sein Kinderlied, auf die Weihnacht zu singen« (»Vom Himmel hoch, da komm' ich her« etc.);
 
89) Kirchenjahr
 ... - und Festtage. Das K. mit seinen drei Festzyklen, dem Weihnachts - , Oster - und Pfingstfestkreis, beginnt, unabhängig vom bürgerlichen
 
90) Knecht
 ... zottiger Kleidung, mit einer Rute und einem Sack versehen, vor Weihnachten den Kindern erscheint und den ungehorsamen mit Schlägen droht, den
 
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