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Jonesräder bis Jonson (Bd. 6, Sp. 302)
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Artikelverweis Jonesräder (Hängeräder), von einem Engländer Jones erfundene Wagenräder, deren Speichen aus Rundeisen derart zwischen Nabe und Felgenkranz sitzen, daß die Last stets an den obern Speichen hängt, also deren Zerreißungsfestigkeit beansprucht. Die J. wurden in der Artillerie zum Fahren schwerer Lasten benutzt.
 
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Jonge, 1) Johannes Cornelis de, niederländ. Geschichtschreiber, geb. 9. Mai 1793 in Zierikzee, gest. 11. Juni 1853 in Zeeland, war niederländischer Reichsarchivar und Aufseher des königlichen Münzkabinetts im Haag. Sein Hauptwerk ist die »Geschiedenis van het nederlandsche zeewezen« (3. Aufl., von seinem Sohn herausgegeben, Zwolle 1869, 6 Bde.).
   2) Johan Karel Jacob de, niederländ. Geschichtschreiber, Sohn des vorigen, geb. 17. Juni 1828 im Haag, gest. 15. März 1880, studierte in Leiden die Rechte und wurde Unterarchivar beim Reichsarchiv im Haag. Er ist Herausgeber von »De opkomst van bet nederlandsch gezag in Oost-Indië; verzameling van onuitgegeven stukken uit het oudkoloniaal archief« (Haag 186277, 10 Bde.; Bd. 1113 hrsg. von van Deventer, 188389), ein Werk, das Quellen nebst einer gründlichen Darstellung der niederländischen Kolonialgeschichte im Indischen Archipel enthält.
 
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Jongleur (franz., spr. schong-glör, mittellat. joculator, provenzal. joglar, altfranz. jogleor), bei den Provenzalen und Nordfranzosen Bezeichnung für Spielleute, ausübende Künstler, die aus Gesang, Musik und Erzählung ein Gewerbe machten (im Gegensatz zu den als Dichter produktiven Troubadouren und Trouvères) und vielfach auch zur Gaukelei und Possenreißerei herabsanken. Troubadoure, welche die Gabe, ihre Lieder singend vorzutragen, nicht selb st besaßen, pflegten einen J. zum Begleiter anzunehmen, um von diesem ihre Gedichte singen und zugleich auf einem Instrument begleiten zu lassen. Bei den Nordfranzosen hießen die Jongleure, wenn sie im Dienst großer Herren standen und selbst zu dichten verstanden, auch Meyers Menestrels (s. d.). Vgl. Freymond, Jongleurs und Menestrels (Halle 1883). Gegenwärtig versteht man unter Jongleuren meist Äquilibristen; unter diesen sind die indischen Jongleure die berühmtesten.
 
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Jonke, Feldmaß auf Java, s. Meyers Bouw.
 
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Jonkheer (»Junker«), in Holland das gewöhnliche Adelsprädikat.
 
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Jönköping (spr. jöntjöpīng), Län im Innern des südlichen Schweden, grenzt im N. an Skaraborglän und Ostgotland, im O. an letzteres und Kalmar, im S. an Kronoberg, im W. an Halland und Elfsborgslän und umfaßt den nördlichen höhern Teil der Landschaft Småland mit einem Areal von 11,574,6 qkm (210,2 QM.) und (Ende 1900) 203,036 Einw. (17 auf 1 qkm). Das Län zerfällt in neun Gerichtsbezirke.
 
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Jönköping (spr. jöntjöping), Hauptstadt des gleichnamigen schwed. Läns (s. oben), liegt in reizender Gegend am Südende des Wettersees, an der Staatsbahnlinie Falköping-Malmö und der Eisenbahn J.-Vireda, hat einen Hafen, ein Gymnasium, Handel (Ausfuhr von Pappe, Papier, Gußwaren, Holzmasse, Zündhölzern), Binnenschiffahrt (angekommen 1899: 2911 Schiffe von 172,540 Ton.), Zündhölzer- (»Säkerhets Tändstickor«), Papier-, Tapeten- und Tabakfabrikation und (1903) 23,152 Einw. J. ist Sitz des höchsten Gerichtshofs von Gotland (Götaland) sowie eines deutschen Vizekonsuls. Schon im Mittelalter ein bedeutender Ort, 1612 nach einem verheerenden Brand an seine jetzige Stelle verlegt, war J. Sitz mehrerer Reichstage. Hier 10. Dez. 1809 Friede zwischen Dänemark und Schweden.
 
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Jonnart (spr. schonnár), Charles, franz. Kolonialpolitiker, geb. 27. Dez. 1857 in Fléchin (Pas-de-Calais), wurde Kabinettschef des Generalgouverneurs von Algerien, 1884 Direktor der algerischen Angelegenheiten im Ministerium des Innern und 1889 Mitglied der Abgeordnetenkammer. Vom 3. Dez. 1893 bis 22. Mai 1894 war er Minister des Innern im Kabinett Casimir-Périer. Im Oktober 1900 zum Generalgouverneur von Algerien ernannt, nahm er das Amt nur vorläufig an und legte es 1902 nieder, um sich von neuem in die Deputiertenkammer wählen zu lassen. Doch schon Mitte April 1903 akzeptierte er nach Révoils Demission den wegen der marokkanischen Frage verantwortungsreich gewordenen Posten von neuem. Am 31. Mai 1903 wurde er vor der Oase Meyers Figig (s. d.) von Grenzmarokkanern überfallen und ließ dafür acht Tage später den Hauptort Snaga zusammenschießen.
 
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Jonquille (franz., spr. schonkīj'), gelbe Narzissenart, s. Meyers Narcissus. Daher Jonquillenfarbe, hochgelbe, ins Grünliche spielende Farbe.
 
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Jons., bei Tiernamen Abkürzung für Thomas Rymer Jones (spr. dschonns), engl. Zoolog u. Anatom.
 
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Jonson (spr. dschonnß'n), Ben (eigentlich Benjamin), engl. Dramatiker, geb. um 1573 in Westminster in London als posthumer Sohn eines schottischen Geistlichen, gest. 6. Aug. 1637, wurde zwar in eine gelehrte Schule gebracht und errang den Ruhm eines gelehrten Mannes, konnte aber wegen Armut keinen akademischen Grad erlangen. Eine Zeitlang half er seinem Stiefvater, der Bauführer war, wurde Soldat und zu den englischen Hilfstruppen nach Flandern geschickt, kehrte 1592 zurück und erscheint 1597 als Schauspieler und Dramenschreiber bei der Admiralstruppe. Im Gefängnis wegen Tötung eines Gegners im Duell trat er 1598 zum Katholizismus über, den er aber nach 12 Jahren wieder aufgab. Sein erstes Stück: »Every man in his humour« (1598), soll durch Shakespeares Einfluß zur Ausführung gekommen sein; sicher spielte Shakespeare darin eine Rolle. Hier ist bereits die Ben J. eigentümliche Gattung des bürgerlichen Lustspiels, im Gegensatz zu der romantischen Art Shakespeares, voll ausgeprägt. Die Charaktere sind Typen und die Schilderung ihrer Sitten ist die Hauptsache; von einer Fabel ist kaum zu sprechen. In der ersten Fassung (neugedruckt im Shakespeare-Jahrbuch 1902) spielte das Stück noch in Venedig, in der zweiten wurde es

[Bd. 6, Sp. 303]


konsequenterweise nach London versetzt, wo die »Originale«, wie man »humours« am ehesten übersetzen kann, alle zu Hause sind: der prahlerische Hauptmann Bobadill, der eifersüchtige Wucherer Kitely, der witzige Wasserträger Bob etc. Ähnlich sind seine weitern Lustspiele: »Every man out of his humour« (1599), »Cynthia's revels« (1600), wobei Elisabeth als die Mondgöttin Cynthia verherrlicht, ihre Umgebung aber desto freier satirisiert wird; »The poetaster« (1601), wo sich die Sittenschilderung zur literarischen Satire umgestaltet; »Volpone, or the fox« (1605), wo J. zu einer klaren Fabel zurückkehrt und einen Geizhalz darstellt, der seine vermeintlichen Erben ausplündert mit Hilfe eines schlauen Dieners, bis die ganze Gesellschaft vor Gericht kommt, u. a. Eine Wendung zum historischen Trauerspiel machte J. 1605 in »Sejanus«, besser der »Triumph des Tiberius« zu nennen, und in »Catilina«, gespielt 1611; seine Kraft und auch seine Grobkörnigkeit wird hier, wo er mit Shakespeares »Julius Cäsar« wetteiferte, besonders fühlbar. Mit besonderm Geschick pflegte J. die aus Italien ge borgte Gattung der Masken, d. h. des höfischen Festspiels mit glänzenden Aufzügen, lyrischen Einlagen und Musik; so in »The masque of blackness«, aufgeführt 1605 von der Königin und den Hofdamen. Von seinen spätern Stücken sind hervorzuheben: »The alchemist« (1610; große Neuausgabe von Ch. Hathaway, New York 1903), worin J. an Kaiser Rudolf II. dachte und seine Parasiten geißelte; »Bartholomew fair« (1614), ein Volksstück mit behaglicher Schilderung der Lustbarkeiten beim Jahrmarkt von Smithfield, denen der fanatische Puritaner »Rabbi Landes-Eifer« den Untergang geschworen hat, endlich d. is Fragment »The sad shepherd« (geschrieben gegen 1637), ein Pastoraldrama nach italienischem Muster, zugleich mit Liebesszene aus den »Robin Hood-Balladen« und mit resignierter Vorahnung des Ruins, der bald durch die Puritaner über das englische Theater hereinbrach. Seine Verdienste und auch seine maßlosen Schmeicheleien gegen den Hof wurden belohnt, indem ihn Jakob I. zum Hofdichter erhob und Karl I. ihm den Gehalt auf 100 Pfd. Sterl. erhöhte. Dennoch starb er in dürftigen Verhältnissen. Sein Grabstein in Westminster Abbey trägt die Inschrift: »O rare Ben J.« Über sein Wesen und Denken unterrichten uns am besten seine Gespräche mit dem schottischen Dichter Drummond von Hawthornden, den er 161819 besuchte, und seine Prosaschrift »Timber« (1641; Neudruck von F. E. Schelling, Boston 1892). Eine Sammelausgabe seiner Werke unternahm er selbst 1616 (163041, 2 Bde.; 2. Ausg. 1692). Vollständiger ist die von W. Gifford (Lond. 1816, 9 Bde., mit Anmerkungen und Biographie; neueste Ausg. 1875, 9 Bde.), auf der die Ausgaben von Cornwall (das. 1838, neue Aufl. 1853) und Cunningham (1875, 3 Bde.) fußen. Vgl. Graf Baudissin, Ben J. und seine Schule (Leipz. 1836, 2 Bde., mit der Übersetzung einiger Stücke); Mézières, Contemporains et successeurs de Shakespeare (2. Ausg., Par. 1864), worin besonders die kulturhistorische Zeit berücksichtigt ist; Symonds, Ben J. (Lond. 1886); Swinburne, A study of Ben J (das. 1889); E. Köppel, Quellenstudien zu den Dramen Ben Jonsons etc. (Erlang. 1895).

 

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81) Johann
 ... krönte Karl den Kahlen ungeachtet der Ansprüche der deutschen Karolinger Weihnachten 876 zum Kaiser, offenbar mit dem Anspruch, über die Kaiserkrone
 
82) Johannisfest
 ... Johannistag, Johannisnacht ), das von der abendländischen Kirche früh dem Weihnachtsfest gegenübergestellte Geburtsfest Johannis des Täufers (24. Juni), kirchlich jetzt meist
 
83) Jūlfest
 ... Julbrot etc., an das alte heidnische Fest (s. Weihnachten ). Vgl. Bilfinger , Das germanische J. (Stuttg.
 ... Gelübde abzulegen. An die Stelle des Julfestes trat später unser Weihnachtsfest; aber noch heute erinnern im skandinavischen Norden sowie im frühern
 ... die Namen verschiedener Gebräuche und Gerichte, wie der Julklapp (Weihnachtsgeschenk, das vom Geber heimlich, aber mit lautem Schall ins Haus
 
84) Jundt
 ... lebe Frankreich!, die französischen Internierten verlassen die Schweiz und der Weihnachtsbaum. Jundts Arbeiten atmen Poesie, Natürlichkeit und Humor. Auch als Karikaturenzeichner
 
85) Kalender
 ... Januar, Epiphanias 6. Januar, Johannis 24. Juni, Michaelis 29. September, Weihnachten 25. Dezember, teils beweglich. Die beweglichen Feste richten sich sämtlich
 
86) Karageorgiević
 ... Alexander 23), der vom 14. Sept. 1842 bis Weihnachten 1858 Fürst von Serbien war, und Michael, der 1875 eine
 
87) Karl
 ... die Großen um sich, hier feierte er am liebsten das Weihnachtsfest (19 mal in Aachen, nur 6 mal in Gallien). Stets
 ... Herrschaft brachte endlich die Tatsache zum Ausdruck, daß ihm am Weihnachtstage (25. Dez.) 800 Leo III. in der Peterskirche zu Rom
 
88) Kinderlieder
 ... Gebiet. Luther z. B. dichtete »ein sein Kinderlied, auf die Weihnacht zu singen« (»Vom Himmel hoch, da komm' ich her« etc.);
 
89) Kirchenjahr
 ... - und Festtage. Das K. mit seinen drei Festzyklen, dem Weihnachts - , Oster - und Pfingstfestkreis, beginnt, unabhängig vom bürgerlichen
 
90) Knecht
 ... zottiger Kleidung, mit einer Rute und einem Sack versehen, vor Weihnachten den Kindern erscheint und den ungehorsamen mit Schlägen droht, den
 
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