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Johow bis Jojakim (Bd. 6, Sp. 295 bis 296)
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Artikelverweis Johow, Reinhold, Jurist, geb. 30. Mai 1823 in Berlin, gest. daselbst 12. Jan. 1904, studierte daselbst zuerst Theologie und Philosophie, dann Rechtswissenschaft, ward Kreisrichter in Kyritz, dann in Sigmaringen, 1857 Staatsanwalt in Hechingen, 1860 Appellationsgerichtsrat in Posen, 1867 Hilfsarbeiter im Finanz- und Justizministerium, 1869 Obertribunalrat und seit 1874 Mitglied der Kommission zur Ausarbeitung eines deutschen bürgerlichen Gesetzbuches, seit 1888 Vorsitzender derselben bis zu ihrer 21. März 1889 erfolgten Auflösung. Hier hat J. unter Mitwirkung von Achilles, Martini und v. Liebe den das Sachenrecht enthaltenden Teil des Entwurfs zum Gesetzbuch sowie die sachenrechtlichen Vorschriften im Entwurf des Einführungsgesetzes, den Entwurf der Grundbuchordnung und des Gesetzes, betreffend die Zwangsvollstreckung in das unbewegliche Vermögen, nebst den dazugehörigen umfangreichen Motiven bearbeitet. Er gab das »Jahrbuch für endgültige Entscheidungen der preußischen Appellationsgerichte« (Berl. 187279) und das »Jahrbuch für Entscheidungen des Kammergerichts in Sachen der nichtstreitigen Gerichtsbarkeit und in Strafsachen« (das. 1881 ff.) heraus.
 
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Jöhstadt, Stadt in der sächs. Kreish. Chemnitz, Amtsh. Annaberg, im Erzgebirge, am Schwarzwasser und an der Staatsbahnlinie Wolkenstein-J., 749 m ü. M., hat eine evang. Kirche, Bismarckdenkmal, eine Klöppel- und eine Musikschule, Amtsgericht, Oberförsterei, Fabrikation von Spritzen, Pumpen, Metallgußwaren, Weiß- und Strumpfwaren und Posamenten, Kunsttischlerei, Spitzenklöppelei und (1900) 2296 Einw. J. wird als Sommerfrische besucht. In der Nähe liegt die Jöhstadter Höhe (820 m) mit Aussichtsturm. J. erhielt 1655 Stadtrecht.
 
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Joigny (spr. schŭanji), Arrondissementshauptstadt im franz. Depart. Yonne, an der Yonne und der Lyoner Eisenbahn, hat drei Kirchen aus der Renaissancezeit, Reste eines alten Schlosses, ein Handelsgericht, ein Collège, eine Bibliothek, ein Theater, Weinbau, Fabrikation von Zement, Schuhwerk, Korbwaren, Ziegeleien, ansehnlichen Handel und (1901) 6045 Einw. J. war im Mittelalter befestigt und hielt mehrere Belagerungen, so 1429, erfolgreich gegen die Engländer aus.
 
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Joint-stock banks (spr. dscheunt-stock bänks), in England solche Banken, die mit einem von vielen Personen zusammengeschossenen Kapital betrieben und daher auch nur von einem Ausschuß der Anteilseigner geleitet werden. Sie sind in vielen Fällen unsern Aktienbanken gleich, wenn sie nämlich mit beschränkter Haftbarkeit (limited liability) ihrer Mitglieder errichtet sind. In neuester Zeit vermehrt sich diese Art Banken, u. die mit unbeschränkter Haftbarkeit verschwinden allmählich. Näheres s. Meyers Banken, S. 347.
 
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Joint-stock company (engl.), soviel wie Aktiengesellschaft (s. d., S. 241).
 
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Joinville, ein grauer Marmor von Joinville im Depart. Pas-de-Calais.
 
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Joinville (spr. schŭängwil'), 1) Stadt im franz. Depart. Obermarne, Arrond. Wassy, in reizender Gegend an der Marne und an der Ostbahn gelegen, hat eine Kirche aus dem 12.16. Jahrh., ein ehemaliges Lustschloß der Herzoge von Guise, ein von Ludwig Philipp errichtetes Grabdenkmal mit den Gebeinen der Herren von Joinville, eine Statue des Chronisten Jean Sire

[Bd. 6, Sp. 296]


de J. (s. unten), eine Gewerbekammer, Eisenwerke, Fabrikation von Wirkwaren und (1901) 3757 Einw. J. war ehedem Sitz der Baronie J., die 1551 durch König Heinrich II. zugunsten des Herzogs Franz von Guise in ein Fürstentum umgewandelt wurde. Hiernach führte der dritte Sohn Ludwig Philipps, Franz, den Titel eines »Prinzen von J.« Vgl. Pernot, Notice historique sur le château de J. (Par. 1857). 2) (J.-le-Pont) Flecken im franz. Depart. Seine, Arrond. Sceaux, an der Marne und der Ostbahn, hat eine militärische Turn- und Fechtschule, eine landwirtschaftliche Versuchsanstalt (La Faisanderie), Eisenwerke, Schiffbau, Schmuckfedernerzeugung und (1901) 5933 Einw. Der Bogen, welchen die Marne unterhalb J. bildet, wird durch den unterirdisch geführten Kanal von Meyers Saint-Maur (s. d.) abgeschnitten. Nördlich von J. befinden sich die Redouten von Gravelle und La Faisanderie der äußern Pariser Befestigungslinie. 3) Hauptort der Kolonie Meyers Dona Francisca (s. d.) im brasil. Staat Santa Catharina, am Rio Cachoeira, hat regelmäßige, breite Straßen, eine protestantische und eine kath. Kirche, 6 Fabriken für Paraguaytee, 5 Zucker- und 7 Tapioka- und Arrowrootmühlen, ferner Ol-, Säge- und Reismühlen und 3000 Einw. J. ist fast ganz deutsch und Sitz eines deutschen Konsuls.
 
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Joinville (spr. schŭängwil'), 1) Jean, Sire de, der erste bedeutende Historiker der Franzosen, geb. 1224 als Sprößling einer alten Familie in der Champagne, gest. 1318, nahm als Seneschall des Grafen von Champagne, Königs Thibaut IV. von Navarra, teil an dem Kreuzzug König Ludwigs IX. (1248). Mit Ludwig IX., dessen Freund er geworden, kehrte er erst 1254 nach Frankreich zurück und lebte seitdem teils am Hofe, teils auf seinen Gütern. Seine durch Anschaulichkeit, Wahrheit und Treue der Schilderungen ausgezeichnete »Histoire de saint Louis« ward herausgegeben von Ducange (Par. 1668); neue Ausgaben besorgten Michel (1858) und de Wailly (1866, illustrierte Ausg. 1874); deutsche Übersetzung von Driesch (Trier 1853). Vgl. Didot, Études sur la vie et les travaux de Jean de J. (Par. 1870); Delaborde, Jean de J. et les seigneurs de J. (das. 1895); G. Paris, Jean, sire de J. (das. 1897).
   2) Franz Ferdinand Philipp Ludwig Maria von Orléans, Prinz von J., geb. 14. Aug. 1818 in Neuilly, gest. 16. Juni 1900 in Paris, war der dritte Sohn des Königs Ludwig Philipp von Frankreich und der Prinzessin Marie Amalie von Sizilien, trat 1834 in die Marine ein, in der er viele Seeexpeditionen, z. B. 1838 nach Mexiko, mitmachte. 1840 befehligte er die Fregatte La belle Poule, welche die Asche Napoleons von St. Helena nach Frankreich führte. 1845 war er Befehlshaber der Expedition gegen Marokko und wurde 1846 Vizeadmiral. Beim Ausbruch der Revolution 1848 begab er sich nach England. 1862 machte er mit seinem Sohne, dem Herzog von Penthièvre, und seinen Neffen, dem Grafen von Paris und dem Herzog von Chartres, im Unionsheer im Stabe Mac Clellans den Feldzug mit. Während des Krieges 1870/71 bemühte er sich vergeblich, im französischen Heer eine Stelle zu finden. 187176 war er Mitglied der Nationalversammlung; doch seine Taubheit ließ ihn auf das politische Leben verzichten. 1886 wurde er infolge des Prätendentengesetzes, das allen Mitgliedern der ehemaligen Herrscherfamilien Ämter und Würden entzog, aus den Kadres der Marinereserve gestrichen. Mehrere Aufsätze in der »Revue des Deux Mondes« erschienen gesammelt als »Essais sur la marine française. L'Escadre de la Méditerranée« (Par. 1853) und »Études sur la marine et récits de guerre« (1859; 2. Aufl. 1870, 2 Bde.); 1894 veröffentlichte er in den illustrierten »Vieux souvenirs, 1818 à 1848« interessante Erinnerungen aus dem Jahre 1848. Ferner schrieb er: »La guerre d'Amérique, campagne du Potomac« (2. Aufl. 1872), und »Encore un mot sur Sadowa« (Brüssel 1868). Er war seit 1. Mai 1843 vermählt mit einer Tochter des Kaisers Pedro I. von Brasilien, Franziska (geb. 2. Aug. 1824, gest. 27. März 1898), die ihm die (mit dem Herzog von Chartres vermählte) Prinzessin Franziska und den Herzog Peter von Penthièvre (geb. 4. Nov. 1845) gebar.
 
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Joinvilleinsel (spr. dschennwill-), nördlichste Insel des antarktischen Meyers Dirk Gerrits-Archipel (s. d.), östlich von Louis Philippe-Land, unter 63° südl. Br. und 5557° westl. L., von Dumont d'Urville 1838 entdeckt, bergig, ganz von Schnee und Eis bedeckt, von zahlreichen Inseln und Klippen umgeben.
 
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Jojachin (Jechonja), König von Juda, Sohn Jojakims, bestieg den Thron nach des Vaters Tode 598 v. Chr., im 18. Lebensjahr, regierte aber nur drei Monate und ward von Nebukadnezar nach der Eroberung des Reiches Juda mit seiner Familie, seinem Heere (8000 Mann), seinen Schätzen und den kostbaren Tempelgeräten ins babylonische Exil geführt. Doch erhielt J., der 37 Jahre in Ketten ge schmachtet hatte, von Nebukadnezars Nachfolger Evilmerodach seine Freiheit wieder. Vgl. Rothstein, Die Genealogie des Königs I. und seiner Nachkommen (Berl. 1902).
 
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Jojakim, König von Juda 609598 v. Chr., hieß vor der Thronbesteigung Eljakim. Als älterer Sohn Josias ward er erst nach der Absetzung seines jüngern Bruders, Joahas, durch Necho als ägyptischer Vasallenfürst auf den Thron erhoben. Um den Tribut an Ägypten zahlen und seiner Prachtliebe und Bau lust frönen zu können, bedrückte er das Volk mit Steuern. Sein Leichtsinn und seine Gewalttätigkeit gegen das Volk, das er auch mit Frondiensten belastete, und gegen Jeremias und die von ihm vertretene prophetische Richtung, beschleunigten die bald über Juda hereinbrechende Krisis. Nach der Niederlage Nechos bei Karkemisch (604) unterwarf sich J. 600 dem siegreichen Nebukadnezar von Babylonien, versuchte aber 598, auf ägyptische Hilfe bauend, eine Empörung. Noch ehe Nebukadnezar Jerusalem selbst bezwungen und die Abtrünnigkeit Jojakims geahndet hatte, starb dieser 598.

 

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81) Johann
 ... krönte Karl den Kahlen ungeachtet der Ansprüche der deutschen Karolinger Weihnachten 876 zum Kaiser, offenbar mit dem Anspruch, über die Kaiserkrone
 
82) Johannisfest
 ... Johannistag, Johannisnacht ), das von der abendländischen Kirche früh dem Weihnachtsfest gegenübergestellte Geburtsfest Johannis des Täufers (24. Juni), kirchlich jetzt meist
 
83) Jūlfest
 ... Julbrot etc., an das alte heidnische Fest (s. Weihnachten ). Vgl. Bilfinger , Das germanische J. (Stuttg.
 ... Gelübde abzulegen. An die Stelle des Julfestes trat später unser Weihnachtsfest; aber noch heute erinnern im skandinavischen Norden sowie im frühern
 ... die Namen verschiedener Gebräuche und Gerichte, wie der Julklapp (Weihnachtsgeschenk, das vom Geber heimlich, aber mit lautem Schall ins Haus
 
84) Jundt
 ... lebe Frankreich!, die französischen Internierten verlassen die Schweiz und der Weihnachtsbaum. Jundts Arbeiten atmen Poesie, Natürlichkeit und Humor. Auch als Karikaturenzeichner
 
85) Kalender
 ... Januar, Epiphanias 6. Januar, Johannis 24. Juni, Michaelis 29. September, Weihnachten 25. Dezember, teils beweglich. Die beweglichen Feste richten sich sämtlich
 
86) Karageorgiević
 ... Alexander 23), der vom 14. Sept. 1842 bis Weihnachten 1858 Fürst von Serbien war, und Michael, der 1875 eine
 
87) Karl
 ... die Großen um sich, hier feierte er am liebsten das Weihnachtsfest (19 mal in Aachen, nur 6 mal in Gallien). Stets
 ... Herrschaft brachte endlich die Tatsache zum Ausdruck, daß ihm am Weihnachtstage (25. Dez.) 800 Leo III. in der Peterskirche zu Rom
 
88) Kinderlieder
 ... Gebiet. Luther z. B. dichtete »ein sein Kinderlied, auf die Weihnacht zu singen« (»Vom Himmel hoch, da komm' ich her« etc.);
 
89) Kirchenjahr
 ... - und Festtage. Das K. mit seinen drei Festzyklen, dem Weihnachts - , Oster - und Pfingstfestkreis, beginnt, unabhängig vom bürgerlichen
 
90) Knecht
 ... zottiger Kleidung, mit einer Rute und einem Sack versehen, vor Weihnachten den Kindern erscheint und den ungehorsamen mit Schlägen droht, den
 
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