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Johannisbeerblattbräune bis Johannisbrunn (Bd. 6, Sp. 285 bis 286)
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Artikelverweis Johannisbeerblattbräune, eine ungemein verderbliche Blattfleckenkrankheit der roten Johannisbeere, die bereits Ende Juli die Johannisbeersträucher entblättert, wird durch einen Pilz, Gloiosporium Ribis Montg. et Desm., verursacht. Die Blätter zeigen zuerst zahlreiche rotbraune Pusteln, die später graubraune Flecke bilden und, befeuchtet, sich schlüpfrig anfühlen. Sie enthalten eine große Menge schwach gekrümmter einzelliger Sporen. Auch Stachelbeersträucher sowie die als Unterlage für hochstämmige Stachelbeersträucher dienende gelbe Johannisbeere (Ribes aureum) werden befallen. Manche Johannisbeersorten leiden stärker, wie die Kirschjohannisbeere, andre schwächer; die rote holländische Johannisbeere wird nicht befallen. Eine energische Behandlung mit neutraler Kupfersodabrühe wurde mit Vorteil angewendet.
 
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Johannisbeerstrauch (Ribes Mill.), Untergattung der Gattung Ribes L. (Familie der Saxifragazeen), unbewehrte Sträucher mit mehr oder weniger verlängerten Blütenzweigen, an deren Basis stehenden, verlängerten Blütentrauben und nicht büschelförmig stehenden Blättern. Der echte Johannisbeerstrauch (Ribisel, R. rubrum L.), ein 11,6 m hoher Strauch mit meist fünflappigen und doppelt gesägten, wenig behaarten Blättern, schließlich überhängenden Blütentrauben und roten Früchten, ist in Skandinavien, Nordrußland, Sibirien und Nordamerika, auch in der Türkei, im Orient und auf dem Himalaja heimisch; er kam angeblich durch die Normannen nach Frankreich, von dort nach Spanien und der Schweiz, vielleicht auch nach Deutschland, wo er im 16. Jahrh. schon ziemlich allgemein bekannt war und die Beere medizinisch benutzt wurde. Es wird auch angenommen, daß die Gartenformen durch Kreuzung mehrerer Arten entstanden seien, und daß das in Westeuropa heimische R. domesticum mehr Anteil an der Bildung habe als R. rubrum. Er gedeiht am besten in leichtem Lehmboden in freier, sonniger Lage, man pflanzt ihn gewöhnlich auf Rabatten in 11,5 m Abstand, beseitigt an ältern Büschen das abgetragene Holz, um es durch junge, kräftige Zweige zu ersetzen, und entfernt zu dicht stehende Zweige. Sehr beliebt sind hochstämmige Kronenbäumchen, die durch Veredelung auf Ribes aureum gewonnen werden. Auch zieht man den J. am Spalier und als Kordon. Für die Tafel eignen sich von rotem: *holländische große rote, *rote Versailler, kaukasische, langtraubige, ferner holländische rosa, *holländische große weiße, weiße Versailler. Zum Massenanbau für den Markt, zur Weinbereitung, zum Einkochen eignen sich von den genannten die mit *bezeichneten. Zur Färbung des Weines wird die schwarze neapolitanische Johannisbeere benutzt. s. Tafel Meyers »Beerenobst«, Fig. 13. Über Zusammensetzung der Beeren s. Meyers Obst. Der Ahlbeerstrauch (Gichtbeere, schwarze Johannisbeere, Wanzenbeere, R. nigrum L., s. Tafel Meyers »Beerenobst«, Fig. 4), dem J. ähnlich, 12 m hoch, mit gelben Drüsen auf der Unterseite der drei- bis fünflappigen, doppelt gesägten, gerieben ziemlich stark riechenden Blätter, grünlichen, weichhaarigen, drüsig punktierten Blüten mit zurückgeschlagenen, rötlichen Abschnitten und aromatisch schmeckenden, stark riechenden schwarzen Beeren, wächst in feuchten Wäldern des europäisch-asiatischen Waldgebietes bis zur Mandschurei und Nordchina, war im 16. Jahrh. in Deutschland bekannt und wurde, wie noch jetzt, von Landleuten gegen Gicht benutzt. Man kultiviert mehrere Varietäten als beliebtes Obst und zur Bereitung von allerlei Getränken. Am empfehlenswertesten ist Lees Schwarze.
 
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Johannisbeerwein, s. Meyers Obstwein.
 
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Johannisberg, ein Gipfel der Hohen Tauern, zur Glocknergruppe gehörig (s. Meyers Großglockner).
 
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Johannisberg (früher Bischofsberg), Dorf im preuß. Regbez. Wiesbaden, Rheingaukreis, mit Station Geisenheim-J. an der Staatsbahnlinie Höchst-Horchheim, hat Bau- und Möbeltischlerei, Weinbau (49 Hektar) und (1900) 1460 Einw. Im Ort und in der Nähe desselben liegen mehrere schöne Schlösser und Villen, darunter Schwarzenstein, Johannisburg, vor allen aber auf einem 185 m hohen Hügel das prächtige Schloß J. mit Schloßkapelle und Weingärten (etwa 16 Hektar am Schloßberg), die den weltberühmten Johannisberger liefern. Das Schloß ward 175759 auf den Ruinen eines 1090 gegründeten und 1563 aufgehobenen Benediktinerklosters erbaut, gehörte ursprünglich zum Bistum Fulda, wurde 1807 von Napoleon I. dem Marschall Kellermann geschenkt, 1814 aber vom Kaiser Franz dem Fürsten Metternich zu Lehen gegeben.
 
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Johannisblume (Arnica montana), s. Tafel Meyers »Arzneipflanzen I«, Fig. 4; auch soviel wie Chrysanthemum Leucanthemum.
 
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Johannisblut, s. Meyers Cochenille, S. 206.

[Bd. 6, Sp. 286]



 
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Johannisblut, Pflanze, s. Hypericum.
 
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Johannisbrotbaum, s. Ceratonia; falsches Johannisbrot, s. Meyers Cercis.
 
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Johannisbruch, s. Meyers Halsbrücke.
 
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Johannisbrunn, Kurort in Österreichisch-Schlesien, Bezirksh. Troppau, Gemeinde Meltsch, mit kohlensäurehaltigem Eisensäuerling.

 

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 ... krönte Karl den Kahlen ungeachtet der Ansprüche der deutschen Karolinger Weihnachten 876 zum Kaiser, offenbar mit dem Anspruch, über die Kaiserkrone
 
82) Johannisfest
 ... Johannistag, Johannisnacht ), das von der abendländischen Kirche früh dem Weihnachtsfest gegenübergestellte Geburtsfest Johannis des Täufers (24. Juni), kirchlich jetzt meist
 
83) Jūlfest
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89) Kirchenjahr
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90) Knecht
 ... zottiger Kleidung, mit einer Rute und einem Sack versehen, vor Weihnachten den Kindern erscheint und den ungehorsamen mit Schlägen droht, den
 
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