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Hippoglossus bis Hippokratisches Gesicht (Bd. 6, Sp. 359 bis 361)
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Artikelverweis Hippoglossus, s. Meyers Schollen.
 
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Hippogryph (»Roßgreif«), von Ariost (»Orlando furioso« IV, 18) aus dem Griechischen gebildeter Name eines dem Greif ähnlichen Fabeltiers, aber mit Pferde- (statt Löwen-) Hinterleib (vgl. Rajna, Le fonti dell' Orlando Furioso, Flor. 1876, S. 102 f.). Von neuern Dichtern (z. B. Wieland, Anfang des

[Bd. 6, Sp. 360]


»Oberon«) wird der Name für »Musenpferd« (vgl. Pegasos) gebraucht.
 
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Hippokamp (griech.), fabelhaftes Seetier von Roßgestalt mit Fischschwanz, erscheint in künstlerischen Darstellungen häufig vor den Wagen der Meergottheiten gespannt. Vgl. die Abbildung bei Artikel »Meergötter« und Tafel Meyers »Brunnen«, Fig. 12.
 
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Hippokastanazeen, dikotyle Pflanzenfamilie aus der Ordnung der Äskulinen, Holzpflanzen mit gegenständigen, meist 59 fingerigen Blättern und großen, zygomorphen Blüten (s. Abbildung), die 58 Staubgefäße und einen dreifächerigen Fruchtknoten mit zwei Samenanlagen in sedem Fach haben. Die grüne, lederartige, glatte oder bestachelte, runde Kapsel ist drei- bis einfächerig und enthält meist nur einen großen gerbstoff- und stärkemehlreichen Samen mit dicken, fleischigen, zusammengewachsenen Keimblättern. Es gehören hierher etwa 16 vorzugsweise in Nordamerika einheimische Arten, die in der Gattung Aesculus vereinigt sind; die gemeine Roßkastanie wächst nach Heldreich in Thessalien und Epirus wild. Mehrere Arten werden bei uns als Ziergehölze kultiviert. Fossil sind einige Arten von Aesculus aus der Tertiärflora bekannt.
 
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Hippokentauren, s. Meyers Kentauren.
 
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Hippokŏon, im griech. Mythus Sohn des Öbalos von Sparta und der Nymphe Bateia, vertrieb seine Brüder Tyndareos und Ikarios aus der Heimat, wurde aber selbst samt seinen Söhnen von Herakles erschlagen, worauf Tyndareos von der väterlichen Herrschaft Besitz ergriff.
 
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Hippokras (Hypokras, griech.), im Mittelalter sehr beliebter Würzwein, wird dargestellt, indem man Apfelscheiben mit durch Honig versüßten Weißwein übergießt und Zimt, Muskatblüte, Gewürznelken, auch Zitronenschale und geschälte, gestoßene süße Mandeln zusetzt. Das Ganze muß 24 Stunden ziehen.
 
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Hippokrateazeen, dikotyle, etwa 120 Arten umfassende, den Tropen und Subtropen angehörige Pflanzenfamilie aus der Ordnung der Frangulinen, zunächst mit den Celastrazeen und Aquifoliazeen verwandte, meist kletternde Holzgewächse mit gegenständigen oder abwechselnden einfachen Blättern, kleinen grünlichen, fünfzähligen Blüten und Beeren- oder Flügelfrüchten.
 
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Hippokrates, 1) H. von Chios, griech. Geometer, lebte im 5. Jahrh. v. Chr. zur Zeit des Peloponnesischen Krieges in Athen und soll, weil er für seinen mathematischen Unterricht Geld nahm, aus dem pythagoreischen Philosophenbund ausgestoßen worden sein. Am bekanntesten ist er durch die nach ihm benannten Lunulae, durch die er, freilich irrtümlich, das Problem der Kreisquadratur für gelöst hielt. Er reduzierte das stereometrische »Delische Problem« (s. d.) auf das planimetrische: zwischen zwei gegebenen Strecken zwei mittlere Proportionallinien einzuschalten. Vgl. Bretschneider, Die Geometrie und die Geometer vor Euklides (Leipz. 1872); Tannery, Hippocrate de Chios et la quadrature des lunules (in den »Mémoires de Bordeaux«, 1878).
   2) H. von Kos, der Vater der Heilkunde, geb. um 460 v. Chr., gest. um 359 oder 377 zu Larissa in Thessalien, stammte aus dem Geschlecht der Asklepiaden und erhielt seine erste Ausbildung in der ärztlichen Kunst der Asklepiaden durch seinen Vater Heraklides auf der Insel Kos. Als berühmter Arzt und Lehrer seiner Kunst machte er größere Reisen und lebte auch in Athen, Thasos, Abdera, Kyzikos und am mazedonischen Hof. Unter seinem Namen besitzen wir eine Sammlung von 72 an Inhalt und Stil sehr verschiedenen Schriften in ionischem Dialekt, die nur zum kleinern Teil von ihm selbst herrühren, wie schon das Altertum sah; der berühmte Arzt Galenos erkannte nur 13 an. Auch die neuere Forschung ist in der Scheidung des Echten und Unechten noch zu keinem Abschluß gekommen. Am besten verbürgt sind die berühmten Aphorismen, kurze, generelle Sätze über Prognose und Therapie; das ausgezeichnete Büchlein über Klima, Wasser und Bodenbeschaffenheit in ihrem Einfluß auf die Bewohner eines Landes in physischer und geistiger Hinsicht; ein Leitfaden der vergleichenden medizinischen Geographie; die Prognostika; von den 7 Büchern über Epidemien Buch 1 und 3; über die Diät in akuten Krankheiten und über Kopfwunden. H. war ein geschulter Philosoph (er selbst hat gesagt, ein philosophischer Arzt sei einem Gott gleich), und in der Kunst, der Natur auf schwierige Fragen Antworten abzulocken, steht er unmittelbar neben Sokrates; an Schärfe der Beobachtung überragt er, der große Vertreter der induktiven Forschung, alle Ärzte des Altertums. Trotz der Mangelhaftigkeit seiner Kenntnisse, namentlich der anatomischen, hat er für alle Zeiten ein Vorbild gegeben, wie mit wenigen Mitteln eine schlichte, vorurteilsfreie, von Hypothesen sich fernhaltende Beobachtung zu scharfer und vielseitiger Einsicht in das Wesen der Krankheiten und zu einer hilfreichen Pflege führen kann. Er unterschied die Erscheinung des Leidens von der Ursache und ward so der Begründer der Pathologie und Pathognomie; Beobachtung lehrte ihn die Wirkung der Mittel, deren Anwendung die Erkenntnis des Übels bestimmt. Auf der Höhe stand er in der Diätetik, der Kunst, Krankheiten hinzuhalten, und der Hochhaltung des therapeutischen Prinzips, der Heiltätigkeit der Natur möglichst freien Lauf zu lassen. Wir finden bei ihm die ersten bewußten Spuren einer physikalischen Diagnostik; die Auskultation war ihm schon bekannt, wenn auch nur in den Anfängen. Eine besondere Kunst muß er als Operateur entfaltet haben; seine Abhandlung über die Kopfwunden gilt noch heute als Musterleistung. Auch in der äußern Augenheilkunde hat er zuerst die exakte Forschung zur Geltung gebracht. Sein rastloser Forschungseifer spricht sich in dem bekannten Grundsatz: »Lang ist die Kunst, kurz das Leben« aus. Seine Schriften, im Altertum außer von Galenos vielfach kommentiert, wurden vollständig herausgegeben von Kühn (Leipz. 182627, 3 Bde.), Littré (Par. 183961, 10 Bde., mit franz. Übersetzung), Ermerins (Utrecht 185963, 3 Bde.), Kühlewein (Bd. 1 u. 2, Leipz. 1894 u. 1902), in latein. Übersetzung von Haller (Lauf. 176971), deutsch von Upman (Berl. 1847, 3 Bde.) und von Fuchs (Münch. 189599, 3 Bde.) Vgl. Ilberg, Studia Pseudhippocratea (Leipz. 1883) und Über das hippokratische Corpus (in den »Verhandlungen der Philologenversammlung in Görlitz«, das. 1890), Fasbender, Entwickelungslehre, Geburtshilfe und Gynäkologie in den Hippokratischen Schriften (Stuttg. 1897); Spaet, Die geschichtliche Entwickelung der sogen. Hippokratischen Medizin (Berl. 1897); Fredrich, Hippokratische Untersuchungen (Berl. 1898).
 
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Hippokratische Möndchen, s. Lunulae Hippocratis.

[Bd. 6, Sp. 361]



 
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Hippokratisches Gesicht (Facies Hippocratica), eer Gesichtsausdruck des Sterbenden, s. Meyers Tod.

 

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81) Johann
 ... krönte Karl den Kahlen ungeachtet der Ansprüche der deutschen Karolinger Weihnachten 876 zum Kaiser, offenbar mit dem Anspruch, über die Kaiserkrone
 
82) Johannisfest
 ... Johannistag, Johannisnacht ), das von der abendländischen Kirche früh dem Weihnachtsfest gegenübergestellte Geburtsfest Johannis des Täufers (24. Juni), kirchlich jetzt meist
 
83) Jūlfest
 ... Julbrot etc., an das alte heidnische Fest (s. Weihnachten ). Vgl. Bilfinger , Das germanische J. (Stuttg.
 ... Gelübde abzulegen. An die Stelle des Julfestes trat später unser Weihnachtsfest; aber noch heute erinnern im skandinavischen Norden sowie im frühern
 ... die Namen verschiedener Gebräuche und Gerichte, wie der Julklapp (Weihnachtsgeschenk, das vom Geber heimlich, aber mit lautem Schall ins Haus
 
84) Jundt
 ... lebe Frankreich!, die französischen Internierten verlassen die Schweiz und der Weihnachtsbaum. Jundts Arbeiten atmen Poesie, Natürlichkeit und Humor. Auch als Karikaturenzeichner
 
85) Kalender
 ... Januar, Epiphanias 6. Januar, Johannis 24. Juni, Michaelis 29. September, Weihnachten 25. Dezember, teils beweglich. Die beweglichen Feste richten sich sämtlich
 
86) Karageorgiević
 ... Alexander 23), der vom 14. Sept. 1842 bis Weihnachten 1858 Fürst von Serbien war, und Michael, der 1875 eine
 
87) Karl
 ... die Großen um sich, hier feierte er am liebsten das Weihnachtsfest (19 mal in Aachen, nur 6 mal in Gallien). Stets
 ... Herrschaft brachte endlich die Tatsache zum Ausdruck, daß ihm am Weihnachtstage (25. Dez.) 800 Leo III. in der Peterskirche zu Rom
 
88) Kinderlieder
 ... Gebiet. Luther z. B. dichtete »ein sein Kinderlied, auf die Weihnacht zu singen« (»Vom Himmel hoch, da komm' ich her« etc.);
 
89) Kirchenjahr
 ... - und Festtage. Das K. mit seinen drei Festzyklen, dem Weihnachts - , Oster - und Pfingstfestkreis, beginnt, unabhängig vom bürgerlichen
 
90) Knecht
 ... zottiger Kleidung, mit einer Rute und einem Sack versehen, vor Weihnachten den Kindern erscheint und den ungehorsamen mit Schlägen droht, den
 
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