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Hippikon bis Hippogryph (Bd. 6, Sp. 359)
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Artikelverweis Hippikon, griech. Längenmaß, 4 Stadien = 739,88 m.
 
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Hippo, Name zweier alten Städte Nordafrikas. 1) H. Regius (spätlat. Hippona), nahe beim heutigen Meyers Bone (s. d.). 2) H. Zarytus (auch Diarrhytos), beim jetzigen Biserta (s. d.).
 
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Hippo... (vor Vokalen Hipp ...), griech. Vorsilbe: Pferde ..., Roß ...
 
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Hippobosca, Pferdelausfliege; Hippoboscidae (Lausfliegen), Familie aus der Ordnung der Zweiflügler, s. Meyers Lausfliegen.
 
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Hippocampus, das Seepferdchen.
 
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Hippodameia, Gattin des Meyers Pelops (s. d.).
 
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Hippodamos (griech., »Rossebändiger«), Beiwort reisiger Krieger, besonders des Kastor.
 
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Hippodamos, griech. Architekt aus Milet, in der zweiten Hälfte des 5. Jahrh. v. Chr., galt als Erfinder des Systems regelmäßig angeordneter Städteanlagen und brachte dieses Prinzip sowohl beim Hafenbau des Piräeus in Athen als beim Umbau von Rhodos und bei der Gründung von Thurii zur Geltung.
 
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Hippodrom (griech. hippódrõmos, »Roßlauf«), bei den Griechen die Bahn für Roß- und Wagenrennen, von der zweifachen Länge des Stadiums, etwa 370 m, bei einer Breite von 125 m. Am berühmtesten war der H. zu Olympia. Die beiden Längsseiten mit den Sitzen für die Zuschauer liefen an einem Ende im Halbkreis zusammen, während sie auf dem andern Ende eine Halle verband. Vor dieser befanden sich die keilförmig in die Rennbahn ragenden Schranken, aus denen die Wagen von hinten nach vorn nacheinander so herausgelassen wurden, daß sie die eigentliche Fahrt gleichzeitig rechts herum beginnen konnten. Das Ziel für das Umlenken am jenseitigen Bahnende bezeichnete in Olympia ein runder Altar, Taraxippos (»Entsetzen der Pferde«) genannt, besonders gefährlich für solche, die durch knappes Umwenden einen Vorsprung zu erreichen suchten. Auf der Seite der Schranken bezeichnete ein andres Ziel, in Olympia eine Statue der Hippodameia, den andern Wendepunkt in der Bahn. Wagen mit ausgewachsenen Pferden mußten zwölfmal um beide Ziele fahren, jüngere Pferde nur achtmal. Auch die in römischer Zeit nach Art des römischen Meyers Circus (s. d.) in Griechenland angelegten Rennbahnen hießen H. Unter diesen ist der berühmteste der zu Byzanz von Septimius Severus begonnene, von Konstantin vollendete H., dessen Stelle von den Türken noch Atmeidan (»Roßplatz«) genannt wird (s. Meyers Konstantinopel). Vgl. Graf Lehndorff, Hippodromos (Berl. 1876); Grosvenor, The Hippodrome of Constantinople (1889). H. nennt man auch eine größere eingefriedigte Arena oder einen offenen Platz für hippologische Schaustellungen oder Reiter überhaupt, im Gegensatz zum Zirkus, der nur eine kleine, kreisrunde Bahn, Manege, hat.
 
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Hippoglossus, s. Meyers Schollen.
 
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Hippogryph (»Roßgreif«), von Ariost (»Orlando furioso« IV, 18) aus dem Griechischen gebildeter Name eines dem Greif ähnlichen Fabeltiers, aber mit Pferde- (statt Löwen-) Hinterleib (vgl. Rajna, Le fonti dell' Orlando Furioso, Flor. 1876, S. 102 f.). Von neuern Dichtern (z. B. Wieland, Anfang des

[Bd. 6, Sp. 360]


»Oberon«) wird der Name für »Musenpferd« (vgl. Pegasos) gebraucht.