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Dampierre bis Dan (Bd. 4, Sp. 472)
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Artikelverweis Dampierre (spr. dangpjǟr'), 1) Dorf im franz. Depart. Aube, Arrond. Arcis, am Puis (zur Aube), mit Schloß (17. Jahrh.) und (1901) 474 Einw. Die Herren von D. erwarben im 13. Jahrh. durch Heirat die Grafschaft Flandern. 2) Dorf im franz. Depart. Seineet-Oise, Arrond. Rambouillet, an der Yvette, mit prächtigem Schloß der Herzogin von Luynes, im 17. Jahrll. vom Kardinal von Lothringen erbaut, großem Park und (1901) 449 Einw.
 
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Dampierre (spr. dangpjǟr'), 1) Heinrich Duval, Graf von, österreich. Feldherr, geb. 1580 im Bistum Metz, gest. 9. Okt. 1620 vor Preßburg, diente zuerst 16041605 dem Kaiser Rudolf II. in Ungarn und Siebenbürgen. In den böhmischen Unruhen 1618 nahm er mit einem zusammengerafften Heer Bistritz weg und entsetzte das vom Grafen Thurn besetzte Budweis. In Wien wurde der in der Hofburg von den protestantischen Ständen hart bedrängte Ferdinand II. durch Dampierres Kürassiere befreit. Im selben Jahre, 1619, siegte D. mit Buquoy und Wallenstein bei Tein über Erufl von Mansfeld und befreite dadurch Wien, ward aber dann nach Mähren zurückgedrängt und fiel 9. Okt. 1620 bei einem tollkühnen Angriff auf Preßburg gegen Gabr. Bethlen.
   2) Auguste Henri Marie Picot, Marquis de, General der franz. Republik, geb. 11. Aug. 1756 in Paris, gest. 8. Mai 1793, wurde, nachdem er sich in Berlin mit dem preußischen Militärwesen bekannt gemacht hatte, als Anhänger der Revolution, Oberst eines Dragonerregiments, mit dem er den Krieg von 1792 eröffnete. Nach dem Treffen von Valmy avancierte er zum Divisionsgeneral. Sein mutiger Angriff auf die österreichischen Verschanzungen bei Jemappes (6. Nov.) trug das meiste zu dem hier erfochtenen Siege bei. Indes ward er 1793 von der österreichischen Übermacht bei Aldenhoven (1. März) geschlagen und bis nach Lüttich zurückgeworfen. In der unglücklichen Schlacht bei Neerwinden (18. März) befehligte er das Zentrum. Nach Dumouriez' Abfall von der Sache des Konvents erhielt er den Oberbefehl über das bis auf 30,000 Mann zusammengeschmolzene und entmutigte Heer und kämpfte bei Quiévrain 6. Mai 1793 erfolglos gegen die Verbündeten, wobei er tödlich verwundet wurde.
 
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Dampierstraße (spr. dämmpīr-), 1) 89 km breite Meeresstraße zwischen Neupommern und der Insel Rook (s. Karte »Bismarck-Archipel etc.«); darin liegt die Vulkaninsel. 2) Meeresstraße zwischen der Nordwestspitze Neuguineas und der Insel Waigëu. Beide Straßen wurden 1700 von Dampier entdeckt.
 
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Dampremy (spr. dang-römi), Gemeinde in der belg. Provinz Hennegau, Arrond. Charleroy, 2 km nordwestlich von Charleroy, unweit der Sambre, an der Bahn Charleroy-Luttre, hat Steinkohlengruben, Glashütten und (1900) 10,867 Einw.
 
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Damra, südafrikan. Volk, s. Herero.
 
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Damrosch, Leopold, Musiker, geb. 22. Okt. 1832 in Posen, gest. 15. Febr. 1885 in New York, studierte in Berlin Medizin und promovierte 1854, bildete sich aber gleichzeitig unter Ries (Violine) und Dehn (Komposition) zum Musiker aus und wirkte als Violinspieler in Magdeburg (1855), Berlin (1856) und unter Liszt in Weimar. 1858 wurde er Dirigent des Philharmonischen Vereins in Breslau, wo er 1862 den Orchesterverein begründete und 1866 Kapellmeister am Stadttheater war. 1871 siedelte er nach New York über, zunächst als Dirigent des Männergesangvereins Arion, begründete 1873 die Oratorio Society und 1878 die New York Symphony Society und nahm als Dirigent, Schriftsteller, Violionspieler und Lehrer eine angesehene Stellung ein. 1884 rief er ein deutsches Opernunternehmen in New York ins Leben, das nach seinem Tode sein Sohn Walter weiterführte.
 
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Damster-Diep, Kanal in der niederländ. Provinz Groningen, wurde 1598 mit Benutzung des ehemaligen Flüßchens Fivel zur Verbindung der Hauptstadt Groningen über Appingedam (daher der Name D.) mit Delfzijl und der Ems angelegt, hat aber nach Vollendung dea Emskanals (s. d.) viel von seiner Bedeutung verloren.
 
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Damwild (Damhirsch), s. Meyers Hirsch.
 
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Dan, Fluß in Nordamerika, s. Meyers Roanoke.
 
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Dan, Stadt an der Nordgrenze Palästinas im Stamm Naphtali, Kolonie der Daniten (der Nachkommen Dans, s. folgenden Artikel), früher zu Sidon gehörig und Laïs genannt, war stets ein Sitz des Götzendienstes; jetzt Tell el Kâdi.
 
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Dan (hebr., »Nichter«), Sohn Jakobs und der nach ihm benannte israelitische Stamnt, vor der Einnahme Kanaans angeblich 62,700 Streiter stark. Sein Besitz in Palästina lag am Mittelländischen Meer, ward östlich von Ben jam in und Juda, nördlich von Ephraim, südlich von Simeon begrenzt. Seine Stadte sind Jos. 19,4146 verzeichnet. In der Richterzeit zou ein Teil dieses Stammes aus seinesu Gebiet nach dem äußersten Norden Palästinas, eroberte die phönikische Stadt Laïs oder Leschem und nannte sie D. (Josua 19,47; Ruh t. 18,29), jetzt Tell el Kâdi (Richterhügel). Nach dem Exil verschwindet der Stamm aus der Geschichte und den Geschlechtsregistern (1. Chron. 6).