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Culmann bis Cumarunuholz (Bd. 4, Sp. 370)
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Artikelverweis Culmann, Karl, Mathematiker und Ingenieur, geb. 10. Juli 1821 in Bergzabern, gest. 10. Dez. 1881 in Riesbach bei Zürich, besuchte die Ecole d'application in Metz, studierte 183841 in Karlsruhe, wurde Ingenieur beim Bau der Bahn durch das Fichtelgebirge, widmete sich dann aber vorzugsweise dem Brückenbau und ging 1855 als Professor der Ingenieurwissenschaften an das Polytechnikum in Zürich. Er lieferte viele Gutachten für Eisenbahn- und Wasserbau und erwarb sich das größte Verdienst durch die Begründung der Graphostatik. Sein Hauptwerk: »Die graphische Statik« (Zürich 1865, 2. Aufl. 1875) ist unvollendet. Vgl. Jean Meyer,-Le Dr. Charles C. (Lausanne 1882); Tetmeyer, Über Culmanns bleibende Leistungen (Zürich 1882).
 
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Culmītes Brongn., vorweltliche Pflanzengattung aus der Familie der Gramineen. Ein Teil der früher hierher gerechneten Formen gehört zu den Koniferen oder Cyperazeen.
 
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Culmus (lat.), s. Meyers Halm.
 
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Culot (franz., spr. külō, Diminutiv von cul), Nestküchlein, jüngstes Kind, das jüngste Mitglied; Blechnäpfchen im Boden der Expansionsgeschosse des Miniégewehrs.
 
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Culotte (franz., spr. külott'), kurze Kniehose; daher Sansculotten (s. d.).
 
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Culpa (lat.), Schuld, Nachlässigkeit, Fahrlässigkeit, in der Rechtssprache die schuldhafte Vernachlässigung pflichtmäßiger Sorgfalt. Das römische Recht unterschied je nach dem Grade dieser Nachlässigkeit: C. lata, grobes Verschulden, d. h. die Verletzung derjenigen Sorgfalt, die jeder gewöhnliche Mensch beobachtet, und C. levis, leichtes Verschulden, d. h. die Verletzung der Sorgfalt, die ein umsichtiger Mensch (diligens pater familias) unter gleichen Umständen beobachten würde. Dieses Verschulden kann in einem Tun oder in einem Unterlassen bestehen, weshalb man auch von einer C. in faciendo und C. in non faciendo spricht, je nachdem man durch eine positive Handlung in eine fremde Rechtssphäre eingreift oder durch eine pflichtwidrige Unterlassung einem andern Schaden zufügt. Die erstere wird auch Aquilische C. genannt, weil ein Gesetz der römischen Republik, lex Aquilia, die Folgen der C. in faciendo geregelt hat. Während man bei den bisher erwähnten Arten der C. einen abstrakten Maßstab bei der Bemessung des Verschuldens anlegt, legt man bei der C. in concreto, der Verletzung der diligentia quam in suis rebus adhibere solet, einen konkreten Maßstab an, d. h. man beurteilt den Grad des Verschuldens nach der Sorgfalt, die der in Anspruch Genommene gewöhnlich in eignen Dingen zu beobachten pflegt. Das Bürgerliche Gesetzbuch braucht für C. in ihren verschiedenen Abstufungen die Bezeichnungen Verschulden (s. d.) und Fahrlässigkeit (s. d.).
 
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Culteranisten, Nachahmer des span. Dichters Gongora (s. d.).
 
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Cumä (griech. Kyme), berühmte Stadt des Altertums in Italien, an der Küste von Kampanien nördlich vom Vorgebirge Misenum gelegen, war der Überlieferung nach 1050 v. Chr. (in Wahrheit wohl später) von Griechen verschiedener Stämme aus Euböa (Chalkis und Kyme) gegründet, die älteste aller griechischen Kolonien in Italien und die Mutterstadt von Neapolis. Sie war lange Zeit blühend und mächtig, und ihre Herrschaft scheint sich über die Misenische Halbinsel hinaus weit in das Kampanische hinein erstreckt zu haben. Die größte Macht erlangte C. unter dem Tyrannen Aristodemos (um 500). Dann bedrohten es die Etrusker, deren Seemacht 474 durch die syrakusische Flotte bei C. für immer gebrochen wurde. 421 fiel die Stadt in die Gewalt der Samniter und büßte ihren ausschließlich griechischen Charakter ein; um 350 kam sie an Rom und wurde in der Folge mit dem römischen Bürgerrecht beschenkt und zur Kolonie erhoben; allein ihre Blütezeit war vorbei. Die Alten erzählen viel von der Fruchtbarkeit der Gegend; besonders heben sie eine Weinsorte (den Ulbaner), Flachs und die bekannte Puzzolanerde hervor. Von C. aus verbreitete sich der Apollodienst in Italien; daneben wurde Demeter verehrt. Unter den Ruinen der alten Stadt, die nordwestlich vom heutigen Baja liegen und jetzt von Gestrüpp, Feldern und Weingärten bedeckt sind, zeichnen sich ein Amphitheater, ein Tor der Akropolis, Trümmerreste von Villen und Gräbern und das sogen. Grab der Sibylla (Räume eines antiken Hauses) aus. Von dem berühmten Apollotempel auf der Akropolis sind nur schwache Mauerreste übrig. Der Burgfels, der von einem System von künstlichen, wohl vorhistorischen Gängen in drei Stockwerken übereinander durchzogen wird, enthielt eine große künstliche Höhle, in der die Cumäische Sibylle einst ihre Orakelsprüche erteilte. Dieselbe wurde bei der Belagerung Cumäs durch Narses zerstört. Die letzten Reste zerstörtem 205 die Neapolitaner
 
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Cumacĕa, s. Meyers Schildkrebse.
 
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Cumaná (Santa Ines de C.), Stadt im Staat Bermudez in Venezuela, am Manzanares, 2 km von seinem Hafen Puerto Sucre am Meerbusen von Cariaco, heißem (Mitteltemperatur 27,6°), aber gesundem Klima, mit höherer Schule, Handel mit Kakao, Zucker, Tabak, Kokosnüssen, Rindshäuten, Fischfang und Perlenfischerei und (1889) 12,000 Einw. C., bereits 1521 im Auftrag Diego Colons als Neu-Toledo gegründet, litt häufig durch Erdbeben, namentlich 1766,1797 und 1853.
 
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Cumarunuholz, s. Dipteryx.