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bis Zabřech (Bd. 6, Sp. 828 bis 830)
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Artikelverweis Z (zet), z, lat. Z, z, im deutschen Alphabet Bezeichnung des Doppellautes ts, sowohl in heimischen als in Fremdwörtern, wo es jedoch auch stimmhaftes (weiches) s bedeuten kann. In deutschen Wörtern ist z besonders im Anlaut häufig und in der Regel durch Lautverschiebung aus älterm t entstanden, das die andern germanischen Sprachen noch bewahrt haben, das aber seinerseits meist aus noch älterm d entstanden ist. So findet sich für unser zehn im Englischen ten, im Lateinischen aber decem, im Sanskrit daça. In Fremdwörtern steht es für fremdes z, z. B. in Zone, Gaze, aber auch für fremdes c, z. B. in Zigarre, Zirkel; die Schreibung mit z in solchen Wörtern bildet jetzt die Regel. Als Verdoppelung von z oder genauer des ersten Lautes der Verbindung ts gilt tz. Im Phönizischen war das z ein einfacher Zischlaut (Sain); die Griechen verwendeten es aber in verschiedenem Sinne, meistens zur Bezeichnung der Lautgruppe sd (s stimmhaft zu sprechen), nannten es Zeta und gaben ihm die sechste Stelle in ihrem Alphabet; die Römer setzten es früh außer Kurs, führten es aber im 1. Jahrh. v. Chr. zur Wiedergabe griechischer Wörter aufs neue ein, wobei sie ihm die letzte Stelle in ihrem Alphabet anwiesen. Im Frauzösischen,

[Bd. 6, Sp. 829]


Englischen, Dänischen und Schwedischen und in den slawischen Sprachen dient z in der Regel zur Bezeichnung des weichen s. In orientalischen Wörtern und Namen ist z wie weiches s zu sprechen. Meist ist in solchen das z der Schreibart andrer europäischer Sprachen hier durch s ersetzt. Als symbolisches Zeichen bedeutet Z auf römischen Inschriften 1/3 As, ZZ 2/3 As; Z bei den alten Ärzten 11/2 Unze oder auch den achten Teil einer Unze = 1 Drachme oder auch den dritten Teil einer Unze = 8 Skrupel; ZZ bei den alten Ärzten die Myrrhe (Smyrne), im Mittelalter den Ingwer. In der Mathemtatik bezeichnet man mit z (neben x und y) die dritte unbekannte Größe. Z in der Telegraphie bedeutet Zeitungs- oder Preßtelegramm (s. d.). Als Zahlzeichen ist es im Hebräischen = 90, im Griechischen ζ' = 7 und,ζ = 7000, im Lateinischen zuweilen = 2000, im Gotischen = 7.
   z. D = zur Disposition (s. Meyers Disposition).
   Z. F., auf Kurszetteln = Zinsfuß.
   Z. G. = Zollgewicht.
   Z. T. auf Kurszetteln = Zinstermin.
   Z. V. G. = Zwangsversteigerungsgesetz.
 
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Zaandam (Saardam), Stadt in der niederländ. Provinz Nordholland, Bezirk Haarlem, an der Mündung der Zaan in das Y, 10 km nordwestlich von Amsterdam, Knotenpunkt der Linien Helder-Amsterdam und Z.-Enkhuizen der Holländischen Eisenbahn, früher bekannt durch seine ausschließlich hölzernen, gefärbten Häuser, wovon noch viele vorhanden sind, wird durch die Zaan in Ost- und West-Z. geteilt und derart von Kanälen durchschnitten, daß eine große Anzahl Häuser mit ihren Gärten kleine Inseln bilden. Der Ort besitzt zahlreiche Getreide-, Öl- und Schneidemühlen (jetzt größtenteils mit Dampf betrieben), mit deren Produkten ein bedeutender Handel nach der Ostsee, dem Schwarzen und Weißen Meer getrieben wird, hat ferner mehrere Kirchen verschiedener Konfessionen, ein Kantonalgericht, eine Handelskammer, starke Papier-, Farben-, Stärke-, Tabak-, Kakao-, Zwieback- und Leimfabrikation, Schiffbau, Fischerei und (1905) 23,517 Einw. Z. ist Sitz eines deutschen Vizekonsuls. Von den 60 ehemals so berühmten Schiffswerften, die Z. im 17. Jahrh. hatte, sind jetzt die meisten verschwunden. Auf ihnen lernte 1697 Peter d. Gr. von Rußland als einfacher Schiffszimmermann den Schiffbau. Das Wohnhaus Peters d. Gr. ist noch vollständig in dem damaligen Zustand erhalten und trägt eine 1814 vom Kaiser Alexander I. errichtete Steintafel mit der Inschrift: »Petro Magno Alexander«.
 
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Zaar, s. Meyers Zar.
 
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Zabathai Sewi, soviel wie Meyers Sabbatai Z'wi (s. d.).
 
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Zabel (mittelhochd., v. lat. tabula), Spielbrett; daher Schachzabel, Schachbrett, auch Schachspiel.
 
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Zabel, Eugen, Schriftsteller, geb. 23. Dez. 1851 zu Königsberg i. Pr., studierte daselbst Philosophie, Germanistik, neuere Sprachen und Geschichte, begann seine literarische Tätigkeit bei der »Königsberger Hartungschen Zeitung«, siedelte 1876 nach Berlin über, wo er in die Redaktion der »Nationalzeitung« eintrat als einer der Hauptmitarbeiter des Feuilletons, daneben später als erster Schauspielkritiker. Größere Reisen nach allen europäischen Ländern, Sibirien bis zum Stillen Ozean, Nordamerika und Ägypten, besonders aber wiederholter Aufenthalt in Rußland wurden für seine Bildung und literarische Richtung entscheidend, während er gleichzeitig mit einer großen Anzahl führender Persönlichkeiten in persönliche Beziehungen trat. Außer zahlreichen literarischen Studien und Kritiken in Zeitschriften schrieb er: »Berthold Auerbach« (Berl. 1882); »Iwan Turgenjew« (Leipz. 1884); »Graf A. F. von Schack« (Stuttg. 1885); »Literarische Streifzüge durch Rußland« (2. Aufl., Sondersh. 1886); »Die italienische Schauspielkunst in Deutschland« (Berl. 1892); »Anton Rubinstein, ein Künstlerleben« (Leipz. 1892); »Hans von Bülow, Gedenkblätter« (Hamb. 1894); »Im Reiche des Zaren«, Essays (Berl. 1897); »Russische Literaturbilder« (das. 1899); »Europäische Fahrten« (Oldenb. 1901, 2 Bde.); »Auf der sibirischen Bahn nach China« (Berl. 1903); »Bunte Briefe aus Amerika« (das. 1905); »Russische Kulturbilder« (2. Aufl., das. 1906); ferner Monographien über Wereschtschagin (Bielef. 1900) und L. N. Tolstoj (Leipz. 1901) und in der Sammlung »Berühmte Kunststätten« die Bände »Moskau« und »St. Petersburg« (das. 1901 u. 1905). Die Früchte seiner Bühnenstudien sammelte er in dem dreibändigen Werk »Zur modernen Dramaturgie« (Oldenb. 18981905; Bd. 12 in 3. Aufl. 1905; Bd. 3 in 2. Aufl. 1905), dem sich die »Theatergänge« (Berl. 1908) anschlossen. Ferner veröffentlichte Z. zahlreiche Übersetzungen aus dem Russischen, Französischen, Englischen, Spanischen und Altgriechischen (Sophokles) und als selbständiger poetischer Schriftsteller die Novellen »Getrennte Herzen« (Berl. 1888) und »Der Stammtisch und andre Novellen« (Dresd. 1894), die Lustspiele »Mitternachtssonne«, »Bauernfänger«, »Die Bescheidenen«, »Verfehlter Beruf« (mit Fr. Dernburg), »Der Gymnasialdirektor« (mit A. Bock), »Frettchen« (mit C. L'Allemand).
 
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Zabern (Elsaßzabern, franz. Saverne), Kreis- und Kantonshauptstadt im deutschen Bezirk Unterelsaß, 187 m ü. M., am Fuß der Vogesen und am Rhein-Marnekanal, Knotenpunkt der Eisenbahnen Straßburg-Deutsch-Avricourt und Schlettstadt-Z., hat eine evangelische und 2 kath. Kirchen, Synagoge, ein Schloß (ehemals bischöfliche Residenz, seit 1852 Sitz für Witwen von Rittern der Ehrenlegion, seit 1871 Kaserne), Gymnasium, Waisenhaus, ein Museum für Altertümer, Landgericht, Oberförsterei, Reichsbanknebenstelle, eine Eisenwaren- und Werkzeugfabrik (Zornhof), Fabrikation landwirtschaftlicher Geräte und Wagen, von Schleifsteinen und Leder, Gießerei, Bierbrauerei, Sandsteinbrüche und (1905) mit der Garnison (2 Bataillone Infanterie Nr. 99) 8937 Einw., davon 2290 Evangelische und 325 Juden. In der Nähe die Schloßruinen Hoh-Barr, Groß- und Kleingeroldseck und Greifenstein, die St. Veitsgrotte (ehemals eine Einsiedelei), die Barbarakapelle, die Michaeliskapelle etc. Über die Vogesen nach Pfalzburg führt seit 1737 eine schöne, von Goethe in »Dichtung und Wahrheit« gerühmte Straße, die Steige. Zum Landgerichtsbezirk Z. gehören die zwölf Amtsgerichte in Buchsweiler, Finstingen, Lörchingen, Lützelstein, Molsheim, Oberehnheim. Pfalzburg, Rosheim, Saarburg in Lothringen, Schirmeck, Wasselnheim und Z.-Z., eine alte Römeransiedelung (Tabernae), ward 355 von den Alemannen zerstört. Im lothringischen Bauernaufstand 1525 war Z. Stütze der Bauern, die Herzog Anton niedermetzelte (Bauernschlachten bei Lupstein). Das Schloß, 1670 nach der Zerstörung im Dreißigjährigen Kriege wieder erbaut, brannte 1779 nieder. Der durch die Halsbandgeschichte bekannte Kardinal Prinz von Rohan begann als Bischof von Straßburg 1784 den Bau von neuem, führte ihn aber, von der Revolution überrascht, nicht zu Ende. Vgl. D. Fischer, Geschichte der Stadt Z. (Zabern 1874); Stieve, Z im Elsaß, Geschichte der Stadt (das. 1900); Windisch, Z. und Umgebung (2. Aufl., Straßb. 1907); Ebell, Streifzüge durch Z. und seine Umgebung (das. 1908).

[Bd. 6, Sp. 830]



 
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Zabĭer, s. Mandaer.
 
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Zablotów (spr. sa-), Marktflecken in Galizien, Bezirksh. Śniatyn, am linken Ufer des Pruth, an der Staatsbahnlinie Lemberg-Czernowitz, Sitz eines Bezirksgerichts, hat eine ärarische Tabakfabrik und (1900) 4242 deutsche und ruthen. Einwohner.
 
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Zaborze (spr. sabórsche, bedeutet: »hinter dem Walde«), Landgemeinde im preuß. Regbez. Oppeln, Kreis Zabrze, an der Dampfstraßenbahn Gleiwitz-Königshütte, hat eine evangelische und eine kath. Kirche, Gymnasium, Berginspektion, elektrische Straßenbahn, ein Steinkohlenbergwerk (Königin-Luisegrube mit 8000 Arbeitern), 3 Koksanstalten (2000 Arbeiter), Brikettfabrikation, ein Elektrizitätswerk und (1905) 25,966 (1829 erst 345) meist kath. Einwohner. Die 1855 errichtete Redenhütte ist 1904 eingegangen.
 
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Zabřech (spr. sabrschech), Dorf bei Meyers Witkowitz (s. d.).