Wörterbuchnetz
Meyers Großes Konversationslexikon Bibliographische AngabenLogo textgrid zeno bmbf · Logo textgrid zeno bmbf · Logo textgrid zeno bmbf
 
Y, y bis Yakub Beg (Bd. 6, Sp. 812 bis 813)
Abschnitt zurück Abschnitt vor
Artikelverweis Y, y, lat. Y, y, war bei den Griechen unter dem Namen Ypsilon Zeichen für ü, wurde von den Römern im 1. Jahrh. v. Chr. zur Bezeichnung des der lateinischen Sprache fremden ü-Lautes in griechischen Wörtern in das römische Alphabet eingeführt, in dem es die vorletzte Stelle erhielt und kam von da aus zu uns und andern Völkern. Das Italienische hat kein y, im Spanischen und Französischen wird es wie i gesprochen, vor Vokalen bezeichnet es auch den Konsonanten j. Im Englischen ist es jetzt besonders als Konsonant in häufigem Gebrauch und vertritt als solcher die Stelle des deutschen j; als Vokal wird es in kurzen Silben wie i oder e, in langen Silben wie ei ausgesprochen. Im Holländischen wird es stets wie ei gesprochen, wie denn auch die neuere Orthographie ij statt y schreibt. Im Hochdeutschen wird y bereits in den ältesten Handschriften für das deutsche i gebraucht, häufiger wurde es vom 14. Jahrh. ab, auch in den Diphthongen, ist aber in neuerer Zeit in deutschen Wörtern als überflüssig mehr und mehr außer Kurs gekommen und findet sich außer in Fremdwörtern fast nur noch in dem Namen Bayern (nach der offiziellen Schreibung).
   Als Abkürzung bezeichnet man in der Mathematik mit y neben x (s. d.) eine zweite unbekannte Größe; als Zahlzeichen im Griechischen ist o = 400 und o, = 400,000. In der Chemie ist Y das Zeichen für 1 Atom Yttrium.
 
Artikelverweis 
Y (spr. ei, het Y), früher ein Meeresarm, der aus der südwestlichen Spitze des Zuidersees bei Amsterdam westwärts in die niederländische Provinz Nordholland eintrat und sich nordwestlich bis Beverwijk am Fuße

[Bd. 6, Sp. 813]


der Nordseedünen ausdehnte. 186576 ist das Y größtenteils in Ackerland verwandelt worden. In der Mitte fließt der 1877 eröffnete Meyers Nordseekanal (s. d.), der Amsterdam mit der Nordsee verbindet und durch Schleusen bei Meyers Ymuiden (s. d.) mit der Nordsee und bei Schellingwoude mit dem Zuidersee in Verbindung steht.
 
Artikelverweis 
Yacht, s. Meyers Jacht.
 
Artikelverweis 
Yadkin, Fluß in Nordamerika, s. Meyers Pedee.
 
Artikelverweis 
Yaguarundi (Felis yaguarundi Desm.), Raubtier aus der Gattung Katze (Felis), dem Puma am nächsten verwandt, ist 55 cm lang, mit 32 cm langem Schwanz, schmächtig, mit kleinem Kopf, abgerundetem Ohr, schwarzgraubraun, bewohnt in Südamerika von Paraguay bis Guatemala Waldränder, Gesträuch und Hecken, jagt namentlich morgens und abends auf Vögel und kleine Säugetiere und plündert die Gehöfte, tötet aber niemals mehr als er verzehrt. Er lebt gewöhnlich paarweise, das Weibchen wirft in einem Schlupfwinkel 23 Junge, versorgt sie mit Nahrung, verläßt sie aber in der Gefahr. Der Y. greift niemals Menschen an, er wird in der Gefangenschaft sehr zahm, verliert aber nie seine Raubsucht und pflanzt sich nicht fort.
 
Artikelverweis 
Yahudieh, Ort in der Provinz (Mudirieh) Behera in Unterägypten, mit (1897)5360 (als Gemeinde 5810) Einw.
 
Artikelverweis 
Yajurveda (Jadschurveda), s. Meyers Veda.
 
Artikelverweis 
Yak (Jak, Grunzochs, Poëphagus Wagn.). Untergattung der Wiederkäuergattung Rind (Bos L.) mit der einzigen Art P. grunniens L. (s. Tafel Meyers »Rinder I«, Fig. 1). Der Y. erreicht 4,25 m Gesamtlänge, der Schwanz ohne Haar 75 cm, die Höhe beträgt 1,9 m, das Gewicht bis gegen 700 kg. Er ist kräftig gebaut mit mäßig großem, sehr breitem Kopf, plumper Schnauze, kleinem Auge, kleinem, gerundetem Ohr, mit der Spitze ein- und rückwärts gekrümmten Hörnern, roßschweifartigem Schwanz und kurzen, dicken, starken Beinen. Er ist bis auf das Gesicht reich behaart; die meist schwarzen, bisweilen weißen Haare reichen an den Seiten bis auf den Boden herab. Der Y. lebt auf den Hochebenen Mittelasiens in Höhen zwischen 4000 und 6000 m in kleinern oder größern Gesellschaften, schweift weit umher, wie es der spärliche Pflanzenwuchs dieser Gegenden erheischt, und bevorzugt wasserreiche Stellen. Er ist träge, läuft nicht sehr schnell, klettert aber vortrefflich. In der Brunstzeit nähern sich die einsamen Stiere den Herden. Die Kühe werfen nach neun Monaten ein Kalb, das in 68 Jahren erwachsen ist. Man jagt ihn wenig, sein Mist dagegen wird als einziges Brennmaterial hoch geschätzt. In allen Ländern, wo er vorkommt, findet er sich auch als Haustier; der zahme Y. gleicht dem wilden, ist aber meist weiß gefleckt, auch ganz weiß, braun, rot und gescheckt. Man hat ihn mit andern Rindern gekreuzt und mehrere Rassen gezüchtet. Vielfach kommen halb verwilderte Herden vor, die auch im Winter nicht gefüttert werden. Man benutzt den Y. als Last- und Reittier, auch genießt man das sehr wohlschmeckende Fleisch und die Milch, die Haare werden zu Geweben, das Schwanzhaar zu Seilen verarbeitet. Der weiße Schwanz dient als kostbarer Schmuck der Waffen, Pferde und Elefanten und wird auch zu Quasten, Fliegenwedeln etc. benutzt. In Europa eingeführte Yaks halten sich gut, pflanzen sich auch fort, entarten aber bald.
 
Artikelverweis 
Yakkabaum, s. Meyers Podocarpus.
 
Artikelverweis 
Yakoba, afrikan. Stadt, s. Meyers Jakubu.
 
Artikelverweis 
Yakub Beg, s. Meyers Jakub Beg.