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V, v bis Vacchelli (Bd. 6, Sp. 986)
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Artikelverweis V, v, lat. V, v, das Vau, wird im Deutschen genau wie f (s. d.) ausgesprochen. Von dem römischen Zeichen v, u abstammend, das in seinen beiden Formen im Latein bald u, bald w bedeutete, kommt es schon in deutschen Handschriften des 8. Jahrh. neben und für f vor und setzte sich als dessen Vertreter, besonders vor den Vokalen a, e, i, o fest, kommt aber fast nie vor u und den damit zusammengesetzten Diphthongen, ebensowenig vor r, l vor, weil es sonst leicht mit dem Vokal u verwechselt werden konnte. Daher findet sich noch jetzt im gleichen Fall immer k gebraucht, das überhaupt in der neuern Zeit das überflüssige v immer mehr zurückgedrängt hat. In den romanischen Sprachen ist das v ein w (s. d.), ebenso im Englischen und in den lateinisch-slawischen Schriften. Der Name Vau stammt aus dem Hebräischen. Als römisches Zahlzeichen ist V = 5. Als Abkürzung bedeutet V oder v auf römischen Inschriften vivus, vixit, victoria, vale, etc., in Büchern vide (»siehe«), versus (»Vers« und »gegen«), verte (»wende um«). In der Chemie ist V Zeichen für 1 Atom Vanad, in der Physik und Elektrotechnik Zeichen für das Volt, eine elektrische Maßeinheit. V (»Verzugstempel«) im Postbezirk Berlin gebräuchlicher Stempel zur Bezeichnung solcher Postsendungen, deren Bestellung der Briefträger wegen Abwesenheit etc. des Empfängers nicht gleich besorgen kann und auf dem nächsten Bestellgang von neuem versuchen muß. v als Längenmaß = Vara (s. d.).
   V. A. = Viktoria- und Albertorden.
   V. A.É., V. A. R. = Votre Altesse Électorale oder Royale (franz.), Ihre kurfürstliche, Ihre königliche Hoheit.
   v. c. = verbi causa (lat.), zum Beispiel.
   v/c., im Handel = conto vecchio (ital.), alte Rechnung, oder auch conto vostro, Ihre Rechnung.
   V. C., 1) = Vertreter-Konvent (s. Meyers Turnvereine, akademische); 2) in England = Victoria Cross, Viktoriakreuz (Tapferkeitsmedaille); auch Vice-Chancellor, Vizekanzler.
   V. C. F., Abkürzung für »Vivat, crescat, floreat« (»es lebe, wachse, blühe . . .!").
   v. Chr. = vor Christo, vor Christi Geburt.
   V. D. = volente Deo (lat.), so Gott will.
   V. D. M. = Verbi Divini Magister oder Minister (lat.), Lehrer (Diener) des göttlichen Wortes.
   B. D. St. = Verein deutscher Studenten.
   v. g. = verbi gratia (lat.), zum Beispiel.
   v. G. G. = von Gottes Gnaden.
   v. H. = vom Hundert (Prozent).
   v. n. = vicario nomine (lat.), als Stellvertreter.
   V. R., in England = Victoria Regina, Königin Viktoria; V. R. I. = Victoria Regina Imperatrix.
   v. s. = volti subito (ital.), wende schnell um!
   V. T. = Vetus Testamentum (lat.), Altes Testament.
   v. v. = vice versa (lat), umgekehrt, gegenteilig.
 
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Va., Abkürzung für Virginia (Staat).
 
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Vaagmand, Fisch, s. Meyers Bandfische.
 
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Vaal (Kai Gariep), rechter Nebenfluß des Oranje (Südafrika), entspringt auf dem östlichen Teil des Hoogeveldes in Transvaal, auf dem Plateau von Klipstapel (1700 m), westlich der Drakensberge, unweit der Quellen des Komati und Olifant. Im Sommer wasserreich, im Winter fast austrocknend, ist er 680 km lang, an der Mündung 400 m breit und stellenweise über 10 m tief. Er nimmt den Gey Koup (Vet River) mit dem Tschue (Sandstrom), den Kolong und Modder auf und vereinigt sich östlich von Griqualand mit dem Oranjefluß.
 
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Vaals, Gemeinde in der niederländ. Provinz Limburg. Bezirk Maastricht, dicht an der preußischen Grenze, in schöner Umgebung, mit 3 Kirchen, Synagoge, Tuch- und Nadelfabrikation und (1905) 7419 Einwohnern.
 
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Vaam (Vadem, »Faden«), früheres holländ. Längenmaß zu 6 Voet: Amsterdamer = 169,88 cm.
 
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Vaari (Vaara, finn.), soviel wie Berg.
 
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Va banque (franz., spr. wa bánk'), beim Hasard: »es gilt die Bank«, d. h. die ganze Summe des Bankhalters im Hasardspiel; daher V. b. spielen, alles aufs Spiel, auf eine Karte setzen.
 
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Vācat (lat.), es fehlt, ist nicht da, ist unbesetzt; in der Buchdruckerkunst (das Vakat) eine leere Seite.
 
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Vaccaer, iberisches Volk im alten Hispanien, am obern Durius (Duero), mit den Städten Pallantia (Palencia) und Septimanca (Simancas).
 
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Vacchelli (spr. wackelli), Pietro, ital. Staatsmann, geb. 1837 in Cremona, studierte die Rechte, trat 1859 in die Legion Garibaldis ein und erwarb sich nach Beendigung des Krieges in Cremona als Mitglied des Gemeinde- und Provinzialrats, als Präsident der Volksbank und in andern Stellungen großes Ansehen. 1867 wurde er in die Deputiertenkammer gewählt, legte aber sein Mandat nach kurzer Zeit nieder und trat erst 1879 wieder in die Kammer ein. Im November 1896 wurde er in den Senat berufen. Er war 188384 Generalsekretär des Ackerbauministeriums im Kabinett Depretis und 18981900 Schatzminister im Kabinett Pelloux.