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bis Oakengates (Bd. 6, Sp. 854 bis 855)
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Artikelverweis O, o, lat. O, o, nimmt der Aussprache nach eine Mittelstellung zwischen a und u ein, und man unterscheidet, je nachdem es sich mehr dem a oder mehr dem n nähert, offenes (helles) und geschlossenes (dunkles) o. Unser Schriftzeichen O (O) rührt aus dem Alphabet der Phöniker her, deren Aïn (d. h. Auge) von den Griechen zur Bezeichnung des O-Lautes entnommen wurde. Bei den Westgriechen behielt O den Wert von langem und kurzem o bei und kam in dieser Doppelgeltung zu den Römern. Ostgriechen schufen sich in Ω ω (Omĕga) ein besonderes Zeichen für ō. Das deutsche ö ist ein im Mittelalter aus o mit darüber geschriebenem e entstandenes Zeichen, das den Umlaut von o ausdrückt, z. B. in Hölzer von Holz. O oder O: soviel wie Osten; auf ältern französischen Münzen Zeichen der Münzstätte Riom; bei den alten Logikern Bezeichnung eines besonders verneinenden Satzes (vgl. Schluß); in Amerika amtliche Abkürzung für den Staat Ohio; in der Chemie Zeichen für 1 Atom Sauerstoff genium): O3 Zeichen für 1 Molekül Ozon.
   ô im Handel = nichts; O/ im Wechselverkehr = Order.
   O' vor irischen Eigennamen = Sohn (z. B. O'Connell = Sohn des Connell).
   Ö. A. C. = Österreichischer Alpenklub.
   O. A. M. D. G. = omnia ad majorem Dei gloriam (lat.), Alles zur größern Ehre Gottes.
   O. E. Z. = Osteuropäische Zeit (s. Meyers Einheitszeit).
   O. F. = Odd Fellows (s. d.).
   o. J., bei bibliographischen Angaben = ohne Jahr.
   o. K., im Wechselverkehr = ohne Kosten.
   O. K. (spr. oke), in Nordamerika scherzhaft für all correct, unbedingt gut (anekdotischen Ursprungs, auf den ungelehrten Präsidenten Andrew Jackson [182837] zurückgeführt).
   ö. L. = östliche Länge (s. Meyers Länge, geographische).
   o. D. = ohne Ort, d. h. ohne Angabe des Druckortes.
   o.ö. Prof. = ordentlicher öffentlicher Professor.
   o. p., im englischen Buchhandel = out of print, vergriffen.
   ö. W. = österreichische Währung.

[Bd. 6, Sp. 855]


Abkürzungen für Namen geistlicher Orden: O. F. M. = Ordinis Fratrum Minorum. O. C. T. = Ordinis Cisterciensium reformatorum B. V. M. (beatae virginis Mariae) de la Trappe (Trappisten). O. M. = Ordinis Mariae. O. M. I. = Ordinis Mariae Immaculatae. O. P. = Ordinis Praedicatorum (Dominikaner). O. S. B. = Ordinis Sancti Benedicti (Benediktiner). O. S. Fr. = Ordinis Sancti Francisci (Franziskaner).
 
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O. oder Otto, bei Pflanzennamen für F. Ch. Otto, gest. 1856 als Inspektor des Botanischen Gartens in Berlin. Gab mit A. Dietrich seit 1833 die »Allgemeine Gartenzeitung« heraus.
 
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Ó (magyar., spr. ō), in zusammengesetzten Ortsnamen oft vorkommend, bedeutet »alt« (Gegensatz: Új, »neu«).
 
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Ö, ö, s. O.
 
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Ö (schwed., Mehrzahl Öar; dän. Ø oder Øe, Mehrzahl Øer), Insel.
 
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Öa, s. Meyers Tripolis (Geschichte).
 
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Öăgros, Vater des Meyers Orpheus (s. d.).
 
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Oahu (Owahu, Woahu), zweitgrößte, aber wichtigste der Meyers Hawaï-Inseln (s. d.) im Stillen Ozean, 1554 qkm mit (1900) 58,504 Einw. Die Küsten werden meist von Korallenriffen mit wenigen Öffnungen umsäumt. Das Innere durchziehen zwei bis 1230 m hohe vulkanische Parallelketten, an der Küste erheben sich einige Krater. Gute Häfen befinden sich bei Honolulu (s. d.) und bei Ewa der sichere Pearlhafen, der einen tiefen Einschnitt in die als Viehweide benutzte Ebene bildet. Doch werden auch Zuckerrohr, Baumwolle, Indigo, Kokospalmen gebaut. S. die Textkarte bei Artikel »Hawaï-Inseln«.
 
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Oajaca (Oaxaca, beides spr. -chāka, Staat der Republik Mexiko, s. Karte »Mexiko«), zwischen 15. und 18.° nördl. Br., grenzt gegen Osten an Chiapas, gegen N. an Veracruz und Puebla, gegen W. an Guerrero, gegen S. an den Großen Ozean und enthält 91,664 qkm mit (1900) 947,910 Einw. (10 auf 1 qkm). Die 570 km lange Küste verläuft sehr einförmig, nur bei dem Isthmus von Tehuantepec dringt die ausgedehnte Lagune von Juchitan tief ins Land. Den größten Teil des Gebiets nimmt die ostwestlich gerichtete Sierra Madre del Sur ein, die in dem 3996 m hohen Zempoaltepec gipfelt. Der bedeutendste Fluß ist der Rio Verde, der in den Stillen Ozean mündet; zum Golf von Mexiko (Golf von Campeche) gehen der Rio San Juan und Papaloapan. Das Klima ist an der Küste und in den tiefen Tälern heiß, im Hochland mild und gesund. Die Stadt O. hat 20° Jahresmittel, 21,7° im Juli und 17,5° im Januar. Die sommerliche Trockenzeit ist nur im SW. streng ausgeprägt. Von starken Erdbeben wird namentlich die Gegend der Landeshauptstadt und die Südseite der Tehuantepec-Landenge häufig heimgesucht. Die Pflanzenwelt ist in den Tälern und in den höhern Gebirgslagen reich und üppig; die Wälder liefern Farbholz, Kautschuk, Vanille und Drogen. Auch der Wildreichtum ist groß; Onze, Puma, Wolf sind nicht selten. Außer Silber und Gold kommen Kupfer, Eisen, Quecksilber, Steinsalz, Kalk, Kohle vor. Die gesamte Bergbauförderung bewertete sich aber 1901 nur auf 2 Mill. Mk. Die Bevölkerung besteht zum größten Teil aus Indianern (Mixteken, Zapoteken etc.), die Zahl der Mischlinge erreicht kaum 100,000. Ackerbau und Viehzucht sind die Hauptbeschäftigungen. Gebaut werden Mais, Weizen, Zuckerrohr, Agave, Baumwolle, Tabak, Kakao, Kaffee und die verschiedensten Früchte. Die Industrie (Korn- und Zuckermühlen, Brennereien, Tabakfabriken) ist ganz vom Landbau abhängig. Töpferwaren und Seife werden fast in jedem Dorf hergestellt. Die schlechten Seehäfen haben wenig Verkehr, der Handel geht beinahe gänzlich über Mexiko und Veracruz, wohin die mexikanische Südbahn die Hauptverbindung herstellt. Das Land enthält merkwürdige Altertümer, wie die Ruinen prächtiger Tempel und Paläste zu Mitla, dem aztekischen Miguitlan, dem ehemaligen Sitze zapotekischer Priesterherrlichkeit, die Reste indianischer Tempelbauten in der Nähe von Achiutla u. a. Die gleichnamige Hauptstadt liegt unter 17°3´ nördl. Br. und 96°40´ westl. L. in einem fruchtbaren Tal am Fluß Atoyac, 1542 m ü. M., ist Sitz des Gouverneurs, eines Bischofs und eines deutschen Konsuls, hat einen Regierungspalast, Palast des Bischofs (in der Bauart der altzapotekischen Priesterpaläste zu Mitla), eine große, 1729 vollendete Kathedrale, ein Dominikanerkloster mit reicher Kirche und Bibliothek auf dem nördlichsten höchsten Punkte der Stadt, das in den Bürgerkriegen oft als Festung diente, ein Institut für Fachstudien, ein Priesterseminar (Seminario Tridentino), ein Irrenhaus, ein Armenhaus und (1900) 35,049 Einw., die Fabrikation von Zigarren, Schokolade, Wachslichten, Seife, Baumwollweberei etc. betreiben. O. wurde 1522 von den Spaniern unter dem Namen Antequera gegründet, 6 km von der aztekischen Festung Huaxiacac, von der noch Reste vorhanden sind. Dicht dabei liegen Villade Santa Maria de Marquesádo mit 2000 Einw., Hauptort eines Marquisats des Fern. Cortez, das von Azteken bewohnte Dorf Xalatláco und 45 km östlich das Dorf Mitla mit zapotekischen Ruinen (s. oben).
 
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Oak boys (spr. ōk beus), s. Meyers Geheimbünde, S. 461.
 
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Oakengates (spr. ōkn-gēts), Stadt in Shropshire (England), 5 km östlich von Wellington, hat eine gotische Kirche, Bergbau auf Eisen und Kohlen und (1901) 10,680 Einw.