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bis Nabburg (Bd. 6, Sp. 353)
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Artikelverweis N, n, (en), lat., N, n, der dentale Nasallaut, s. Meyers Lautlehre. In der deutschen und andern vom lateinischen Alphabet abstammenden Schriften wird außer dem dentalen auch der gutturale Nasal (z. B. in Ding, denken, engl. thing, to think) durch n bezeichnet. Als Zahlzeichen ist im Griechischen ν = 50, ν = 50,000, im Lateinischen N = 900 (bisweilen auch 90), N = 900,000 (auch 90,000); als Abkürzung soviel wie Numerus, Neutrum, Nominativus etc., im Handel soviel wie netto. In der Chemie ist N Zeichen für 1 Atom Stickstoff Nitrogenium), in der Meteorologie internationales Zeichen für Nord. Endlich gebraucht man N. oder NN. häufig als Ersatz für einen unbekannten oder absichtlich nicht genannten Namen, welche Abkürzung durch das lateinische nomen nescio (»den Namen weiß ich nicht«) oder notetur nomen (»der Name werde bemerkt«) erklärt wird.
   N. oder N. ab E. oder N. v. E., bei naturwissenschaftl. Namen = Nees v. Esenbeck (s. d.).
   n/A = neuer Art (von Waffen).
   NB. (N. B.) = Nota bene (s. d.).
   n. Br. = nördliche Breite (s. Meyers Breite).
   N. C. = Nordcarolina.
   n. Chr. = nach Christo, nach Christi Geburt.
   N. D. = Norddakota.
   N. D, C. = Niederwald-Deputierten-Konvent (s. d.).
   N. E. = North-East (engl.), Nord-Est (franz.), internationales Zeichen für Nordosten.
   N. H., 1) = Normalhöhenpunkt (s. Meyers Normalnull); 2) = New Hampshire.
   N. J. = New Jersey.
   NN., in Preußen = Normalnull (s. d.).
   n. n. = netto-netto.
   NO. = Nordosten.
   N. R., in der Buchhaltung = neue Rechnung.
   N. S., 1) auch n. St. = neuen Stils, Zeitrechnung nach dem gregorianischen Kalender (s. Meyers Kalender); 2) = nach Sicht (auf Wechseln); 3) = Nachschrift.
   N.-S. (J.-C.), in Frankreich = Notre-Seigneur (Jésus-Christ).
   N. T. = Neues Testament.
   NW. = Nordwesten.
   N. Y. = New York.
 
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Na, in der Chemie Zeichen für ein Atom Natrium.
 
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Naab, Fluß, s. Meyers Nab.
 
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Naarden, befestigte Stadt in der niederländ. Provinz Nordholland, am Zuidersee, durch einen Kanal mit Muiden a. d. Vecht verbunden, an der Eisenbahn Amsterdam-Winterswijk und den Dampfstraßenbahnen Amsterdam-N. und N.-Huizen, Stützpunkt der Neuen holländischen Wasserlinie, mit (1904) 3838 Einw. N. wurde 1572 von den Spaniern gänzlich zerstört.
 
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Naas (spr. nēŝ-). Hauptstadt der irischen Grafschaft Kildare, mit 3 Kirchen, Rathaus, Gerichtshof, Gefängnis, Kaserne und (1891) 3735 Einw.; früher Residenz der Könige von Leinster.
 
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Naassener, s. Ophiten.
 
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Nab (Naab). linksseitiger Nebenfluß der Donau in Bayern, entsteht aus der Böhmischen oder Waldnab, die südlich von Bärnau am Nordabfall des Böhmerwaldes entspringt, der vom Ochsenkopf des Fichtelgebirges kommenden Fichtelnab (Quelle 870 m ü. M.) und der Heidenab, die auf der sogen. Nassen Heide nördlich von Kemnath entsteht. Die beiden erstern vereinigen sich bei Neuhaus und empfangen die letztere 4 km oberhalb Luhe. Nebenflüsse sind rechts: die Vils; links: die Luhe, Pfreimt und Schwarzach. Die N. durchfließt einen großen Teil der Oberpfalz, wird bei Kalmünz für kleine Fahrzeuge schiffbar und mündet nach einem Laufe von 165 km bei Mariaort oberhalb Regensburg, 340 m ü. M.
 
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Naba, Hafenstadt am Südende der Insel Okinawaschima, einer der japan. Liukiuinseln, mit einem von Korallenriffen eingefaßten Hafen, der 1894 dem Handel mit China geöffnet wurde, und (1898) 35,453 Einw. Die Dampfer der japanischen Gesellschaft Mitsu-Bisi verkehren zwischen N. und Kobe. Ausgeführt werden Zucker, Baumwolle, Seidenstoffe etc. (jährlich für 800,000 Mk.). N. ist Hauptstadt des Ken Okinawa, der mit 2420 qkm und 453,550 Einw. die südliche Hälfte der Liukiu umfaßt.
 
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Nabaroh (Nabruwe), Hauptort des Distrikts Talkha der ägypt. Provinz (Mudirieh) Gharbieh, am linken Ufer des Bahr Schibin, mit (1897) 6985 Einw.
 
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Nabatäer (identisch mit den biblischen Nebajôth und den keilinschriftlichen Nabajâti?), semit. Stamm im Peträischen Arabien mit der Hauptstadt Petra, erscheint als ein mächtiger Zweig der ismaelitischen Araber, kriegerisch und reich durch Kamel- und Schafherden sowie als Vermittler des arabisch-indischen und ägyptisch-babylonischen Handels. Ihre ziemlich freiheitliche Staatsverfassung war monarchisch, neben dem König aber herrschte, von den Häuptlingen dazu ernannt, unter dem Namen »Bruder« ein Mitregent. In voller Geschichtlichkeit treten uns die N. erst entgegen in ihren Kämpfen mit den syrischen Königen Antigonus und Demetrius und den Makkabäern. Ihr Reich erstreckte sich in seiner Blütezeit vom älanitischen Meerbusen bis nach Damaskus. Pompejus war der erste Römer, der (63 v. Chr.) eine Expedition in ihr Gebiet sandte; unter Trajan ward dem Reich ein Ende gemacht (105 n. Chr.). Die noch vorhandenen nabatäischen Ruinen gehören zu den merkwürdigsten und prachtvollsten Überbleibseln des hellenistisch-orientalischen Stiles. Außerdem sind zahlreiche nabatäische Inschriften (in aramäischer Sprache) vorhanden. Vgl. Euting, Nabatäische Inschriften aus Arabien (Berl. 1885; mit historischen Notizen von A. v. Gutschmid), und betreffs des jüngern, zumeist von Hirten der Sinaihalbinsel herrührenden Zweiges dieser Inschriften gleichfalls Euting, Sinaitische Inschriften (Berl. 1891); ferner Schürer, Geschichte des jüdischen Volkes, Bd. 1 (3. u. 4. Aufl., Leipz. 1901).
 
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Nabburg, Bezirksamtsstadt im bayr. Regbez. Oberpfalz, an der Nab, Knotenpunkt der Staatsbahnlinien München-Regensburg-Oberkotzau und N.-Oberviechtach,

[Bd. 6, Sp. 354]


391 m ü. M., hat 2 kath. Kirchen (davon eine schöne gotische), ein Amtsgericht, bedeutende Granit-, Fluß- und Schwerspatbrüche, eine große Zinngußwarenfabrik, Blechwarenfabrikation und (1905) 2051 fast nur kath. Einwohner. Die Vorstadt Venedig soll von Wenden angelegt sein. Dabei die Burg Trausnitz, in der Ludwigs des Bayern Gegenkönig Friedrich der Schöne gefangen saß.