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bis Laage (Bd. 6, Sp. 1 bis 2)
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Artikelverweis L (el), l, lat. L, l, ein Laut, der durch Bildung einer Enge zwischen den Seitenrändern der Zunge und den Backenzähnen hervorgebracht wird. Es gibt mancherlei Abarten dieses Lautes, von denen das z. B. im Russischen und Polnischen übliche sogen. gutturale oder dunkle l (ł geschrieben) genannt sein mag. Vgl. Lautlehre. Unser Buchstabe l geht durch Vermittelung des lateinischen l auf das griechische Lambda (Λ, λ) zurück, das seinerseits von dem semitischen (phönikischen) Lamed (»Ochsenknittel«) abstammt. Als römisches Zahlzeichen ist L = 50 (daher zwei übereinander gesetzte L [später abgerundet C] = 100); als Abkürzung bedeutet L in römischen Inschriften, Handschriften etc. Lucius, Lälius, Lector. Liber, Libertus (Freigelassener) etc., im neuern Latein Linea (Zeile), Licentiatus etc.; im Maßwesen stand L. früher für Linie ('''), Lot und Lachter; auf deutschen Hohlmaßen bedeutet es Liter; auf französischen Kurszetteln steht L für Lettre, Brief (s. d., S. 413); auf franz. Münzen bedeutet es die Münzstadt Bayonne. Im Geschützwesen bezeichnet L mit in Bruchform angehängter Zahl die Länge von Geschütz oder Geschoß in Kalibern, z. B. L/40 ein 40 Kaliber langes Geschützrohr, L/3,5 ein 31/2 Kaliber langes Geschoß (s. Kaliber). Bei der Unfallversicherung in Deutschland bedeutet L »landwirtschaftliche Berufsgenossenschaft« (s. Meyers Berufsgenossenschaften, S. 739).
   l, amtliche Abkürzung für Liter; 1. (mit Punkt) für Livre und Lira.
   L, ., in England = Livre Sterling, Pfund Sterling.
   L., bei naturwissenschaftl. Namen für Karl v. Linné (Vater), wie L. fil. für K. v. Linné, Sohn.
   l. a., auf Rezepten = lege artis (lat.), nach Vorschrift der (pharmazeutischen) Kunst.
   L. A. M. = liberalium artium magister (lat.), »Lehrer der freien Künste« (vgl. Freie Künste); in England = London Academy of Music.
   l. b. s. = lectori benevolo salutem! (lat.), dem geneigten Leser Heil (oder Gruß)!
   l. c. = loco citato (lat.), am angeführten Ort (vgl. unten: l. l.).
   L. C., Abkürzung für Landsmannschafter-Konvent, s. Studentenverbindungen.
   L. C. J., in England = Lord Chief Justice, Lord-Oberrichter, d. h. der Vorsitzende des obersten Gerichtshofes in England.
   L. D. (E. G.) = laus Deo (et gloria), Lob (und Preis) sei Gott!
   L. D. C., Abkürzung für Linzer Deputierten-Konvent, s. Studentenverbindungen.
   L. d. R. = Leutnant der Reserve.
   L. E. = livre égyptien, das ägypt. Pfund (Gold; = 20,74 Mk.).
   L. H. A., in England = Lord High Admiral; desgl. L. H. C. = Lord High Chancellor, L. H. T. = Lord High Treasurer (vgl. die Artikel »Admiral, Kanzler, Treasurer«).
   l. l. = loco laudato (lat.), am angeführten Ort.
   L. L., in England = limited liability (s. Meyers Limited); im Handel = Lord-Lieutenant's, berühmte Dubliner Whiskymarke.
   LL. B., in England = legum baccalaureus, engl. bachelor of law, Bakkalaureus der Rechte; desgl. LL. D. = legum doctor, doctor of law, Doktor der Rechte.
   l. m., in der Notenschrift = laeva manu, mit der linken Hand.
   L. S. = Logo sigilli (s. d.).
   L. v. H., bei naturwissenschaftl. Namen für L. van Houtte (s. d.).
   LXX. = Septuaginta (s. d.).
 
Artikelverweis 
La, in der Chemie Zeichen für 1 Atom Lanthan.
 
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La, in der Musik, s. Meyers Solmisation.
 
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La., Abkürzung für Louisiana.
 
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Laa an der Thaya, Stadt in Niederösterreich, Bezirksh. Mistelbach, an der mähr. Grenze in der Ebene der Thaya und an den Linien Wien-Brünn der Österreichisch-Ungarischen Staatseisenbahn und Lundenburg-Zellerndorf der Nordbahn gelegen, Sitz eines Bezirksgerichts, hat Ringmauern, Bierbrauerei, Binderei, Milchkannenfabrik, Dampfmühle, Getreidehandel, Sparkasse und (1900) 4019 Einw. 1240 siegte hier Friedrich der Streitbare und 1332 Albrecht II. über die Böhmen. Auch im österreichisch-französischen Krieg (7. Juli 1809) war L. der Schauplatz eines Gefechts.
 
Artikelverweis 
Laab, s. Meyers Lab.
 
Artikelverweis Laach (Maria-Laach, Abbatia Lacensis), ehemalige Benediktinerabtei, an der Westseite des Meyers Laacher Sees (s. d.) gelegen, wurde 1093 von Heinrich II., Pfalzgrafen bei Rhein, gestiftet, 1112 von Kaiser Heinrich V. bestätigt, 1802 von der französischen Republik aufgehoben und nach dem Übergang der Rheinlande in preußischen Besitz Staatsdomäne. 1863 kam das Kloster in den Besitz der Jesuiten, die hier bis zu ihrer Vertreibung (1873) ein Kollegium unterhielten und eine einflußreiche Zeitschrift, die noch jetzt erscheinenden »Stimmen aus Maria- Meyers Laach« (s. d.), danach benannten. Seit 1892 ist das Kloster abermals den Benediktinern überlassen, seit 1893 Abtei. Die 1838 wiederhergestellte sechstürmige Kirche (gewölbte Pfeilerbasilika) mit Krypte und Kreuzgang (aus dem Anfang des 13. Jahrh.) ist das schönste Denkmal romanischer Baukunst im Rheinland. Den neuen Hochaltar stiftete Kaiser Wilhelm II. Vgl. Wegeler, Das Kloster L. (Bonn 1854); Kniel, Die Benediktinerabtei Maria-Laach (3. Aufl., Köln 1902); Richter, Die Benediktinerabtei Maria-Laach, ein geschichtlicher Rückblick (Hamb. 1896).

[Bd. 6, Sp. 2]



 
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Laacher See, See im preuß. Regbez. Koblenz, nördlich vom Dorf Niedermendig im Kreis Mayen, 275 m ü. M., hat 8 km im Umfang, ist 53 m tief und von einem Kranz hoher Berge umgeben. Diese bestehen durchweg aus vulkanischem Material (Schlacken, Bomben und Tuffen von trachytischen und basaltischen Gesteinen, besonders Leucit- und Bimssteintuffen, untergeordnet auch Laven) und sind das Produkt der ehemaligen vulkanischen Tätigkeit in diesem Teil der Eifel, deren Mittelpunkt die Gegend des Sees war. Der See selbst wird trotz seiner Größe und geringen Tiefe mit den Meyers Maaren (s. d.) der Eifel verglichen und wie diese als ein Kratersee aufgefaßt. Das Wasser ist hellbläulich, sehr kalt und widerlich von Geschmack. Der See hat keinen natürlichen Abfluß; der Spiegel desselben soll daher beträchtlichen Schwankungen ausgesetzt gewesen sein, bis im 12. Jahrh. auf der Südseite ein 1 km langer Stollen angelegt wurde. Vgl. Dechen, Geognostischer Führer zum Laacher See (Bonn 1864); Dressel, Geognostisch-geologische Skizze der Laacher Vulkangegend (Münster 1871); Steinbach, Führer zum L. (3. Aufl., Neuwied 1898).
 
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Laacke, Karl, preuß. Volksschulmann, geb. 1. Sept. 1825 in Hohenofen bei Neustadt an der Dosse, seit 1853 Lehrer in Beutel bei Templin (Brandenburg), trat 1886 in Ruhestand und lebt in Spandau als rechtskundiger Beirat der »Preußischen Lehrerzeitung«. Er gab heraus: »Schulgesetz-Sammlung. Gesetze, Verordnungen, Entscheidungen, Gesetzentwürfe, Gutachten etc. über das Schulwesen in Preußen« (3 Tle., Leipz. 1879, 1881 u. 1896); »Die Schulaufsicht in ihrer rechtlichen Stellung« (Berl. 1879; 2. Aufl., Leipz. 1887; 2 Nachträge 1890 u. 1894); »Das Kirchen- und Pfarrwesen in seinen Rechtsverhältnissen« (Gotha 1884); »Das Kantor-, Küster- und Organistenamt in seinen Rechtsverhältnissen« (das. 1885); »Schulrechtslexikon« (Langensalza 1901 ff.) u. a.
 
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Laag, Laagsteine, s. Meyers Grenze.
 
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Laage, 1) Stadt im wend. Kreis des Großherzogtums Mecklenburg-Schwerin, an der Recknitz und der Staatsbahnlinie Neustrelitz-Warnemünde, hat eine evang. Kirche, ein Amtsgericht, Molkerei, chemische Fabrik und (1900) 2503 evang. Einwohner. L. ist 1759 gänzlich abgebrannt. 2) Stadt im Fürstentum Lippe, s. Meyers Lage.