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bis Kab, el (Bd. 6, Sp. 402 bis 403)
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Artikelverweis K (ka), k, lat. K; k, der harte oder stimmlose gutturale oder palatale Verschlußlaut, s. Meyers Lautlehre. Historisch betrachtet, geht das k der germanischen Sprachen meist auf älteres g zurück, z. B. Kost, zu lateinisch gustare. Der Buchstabe K stammt von dem griechischen Kappa, dem semitischen Kaph, ab. Die Römer übernahmen K von den Griechen, gebrauchten daneben aber für denselben Laut C, durch welches K bei ihnen mit der Zeit mehr und mehr in den Hintergrund gedrängt wurde. In alt- und mittelhochdeutscher Zeit bezeichneten k und c meist denselben Laut, c auch ts (z). Jetzt ist c in den einheimischen Wörtern aufgegeben, nur beharrt es in ck = kk. Aber auch bei Fremdwörtern dringt k für c mehr und mehr durch, z. B. nicht mehr Castell, sondern Kastell. Umgekehrt hat in den romanischen Sprachen K dem C Platz gemacht; nur die Franzosen schreiben wenige fremde Wörter mit K. In den slawischen Sprachen sind K und C durch die Aussprache streng geschieden, indem ersteres immer wie K im Deutschen, doch ohne Hauch, letzteres stets wie Z (ts) gesprochen wird. Vgl. C.
   K., in römischen Handschriften, Inschriften etc. soviel wie Kalendae, Kalumniator (Verleumdern wurde ein K auf die Stirn gebrannt). Im Münzwesen auf den neuen deutschen Reichsmünzen Zeichen für Straßburg, auf französischen Münzen für Bordeaux. In Österreich ist K jetzt allgemein Abkürzung für Krone (Münze). Auf deutschen Gewichtsstücken = Kilogramm. In der Chemie Zeichen für 1 Atom Kalium. In Zusammensetzungen Abkürzung für Kubik, z. B. KF. = Kubikfuß. In England Abkürzung für King (König) und Knight (Ritter).
   k. = königlich; k. k. = kaiserlich königlich.
   K., bei naturwissenschaftl. Namen für Gustav Meyers Kunze (s. d.).
   K. B., in England = Knight of the Bath, Ritter des Bathordens; desgl. K. C. B. = Knight Commander of the Bath.
   K. C. M. G., in England = Knight Commander of the order of St. Michael and St. George, Kommandeur des St. Michael- und St. Georgs-Ordens.
   K. C. S. I., in England = Knight Commander of the Star of India, Kommandeur des Ordens vom Stern von Indien.
   K. G., in England = Knight of the Garter, Ritter des Hosenbandordens.
   K. G. C. B., in England = Knight of the Grand Cross of the Bath, Ritter vom Großkreuz des Bathordens.
   K. G. F., in England = Knight of the Order of the Golden Fleece, Ritter des Ordens vom Goldenen Vlies.
   K. M., in England = Knight of Malta, Ritter des Malteserordens.
   K. O. = Konkursordnung.
   K. P., in England = Knight of St. Patrick, Ritter des St. Patrickordens.
   k. S. = kurze Sicht (bei Wechseln).
   K. S. C. V. = Kösener Seniorenkonvent-Verband.
   K. S. M. & S. G., in England = Knight of St. Michael and St. George.
   K. T., in England = Knight of the Thistle, Ritter des Distelordens.
 
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Kaab, arab. Dichter, Sohn des Dichters Soheir (s. d.), gest. um 661, zog sich durch Spöttereien den Haß Mohammeds zu, ward aber, nachdem er in einem berühmten Gedichte den Propheten verherrlicht hatte, von diesem begnadigt und mit einem Mantel (Burda) beschenkt, nach dem sein Panegyrikus den Namen »Burda« erhielt. Von seinem »Diwan« ist bisher nur die »Burda« veröffentlicht worden: von Freytag (Halle 1823, mit lateinischer Übertragung), mit dem Kommentar des Ibn Hischâm von Guidi (Leipz. 1871) und wiederholt im Orient. Übersetzungen lieferten: Fr. Rückert (in »Hamâsa«, 1. Teil, zu Nr. 149) und Redhouse (in Cloustons »Arabian Poetry«, Glasgow 1881).
 
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Kaaba (arab., »Würfel«). das Hauptheiligtum der Mohammedaner, ein inmitten der großen Moschee Mekkas stehendes viereckiges, 12 m langes, 10 m breites und 15 m hohes, aus dem Stein der Berge Mekkas unregelmäßig erbautes Gebäude, das nach der muslimischen Tradition von Adam angelegt, während der Sündflut in den Himmel entrückt, von Abraham und Ismaël aber, unter Mitwirkung des Engels Gabriel, als Anbetungsstätte des wahren Gottes wiederhergestellt ward. Der geschichtliche Ursprung der K., die zur Zeit Mohammeds bereits als uralt galt, ist unbekannt. Seit 703 n. Chr. ist sie aus abergläubischer Furcht keiner wesentlichen Änderung mehr unterzogen worden, dagegen hat sich 1630 eine vollständige Rekonstruktion als unvermeidlich erwiesen. In ihrer östlichen Ecke ist auf 1,5 m Höhe der berühmte schwarze Stein (el-hadschar el-aswad) eingemauert, der, mehrfach geborsten, gegenwärtig von einem Silberring zusammengehalten wird. Die mineralogische Natur dieses Steins ist noch unbestimmt; der sichtbare Teil seiner kreisförmigen Oberfläche hat ca. 25 cm Durchmesser. Er soll anfangs schneeweiß gewesen, durch die Sünden der Menschen aber allmählich schwarz geworden sein. Die K. wird am Schluß der Haddschzeremonien von den Pilgern siebenmal umkreist, wobei der »schwarze« und der gleichfalls heilige »südliche« Stein mit der Hand berührt, der »schwarze« außerdem geküßt wird; eine tellerartige Aushöhlung in seiner Mitte ist vielleicht z. T. durch diese Küsse der Gläubigen verursacht. Nach uraltem Brauch wird das Heiligtum jährlich mit neuen Seidenstoffen umhüllt (seit der Herrschaft der Osmanen mit schwarzem Brokat, der Koransprüche und auf zwei Drittel der Höhe einen Gürtel in Goldstickerei zeigt).

[Bd. 6, Sp. 403]


Die Kaabaverehrung ist ein altheidnischer Kultus, den Mohammed, um seine Lehre zu nationalisieren, in sein Religionssystem aufnahm, der aber von den fanatisch-puritanischen Meyers Wahhabiten (s. d.) mit Recht als Überbleibsel aus der Heidenzeit verworfen wird. Vgl. Mekka und Mohammed.
 
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Kaaden, Stadt in Böhmen, 284 m ü. M., am linken Ufer der Eger, über die zwei eiserne Brücken führen, an der Linie Prag-Eger der Buschtěhrader Bahn und der Lokalbahn K.-Kaschitz, Sitz einer Bezirkshauptmannschaft und eines Bezirksgerichts, hat 6 Kirchen, darunter die 1183 gegründete Dechanteikirche, 2 Klöster, ein altes Stadttor, einen schönen Rathausturm, Denkmäler Josephs II. und des Arztes Löschner, ein Obergymnasium, eine landwirtschaftliche Mittelschule, Sparkasse, Handschuh-, Gummi- und Schuhwarenfabrikation, Bierbrauerei, Gewinnung von Farberde (Kaadnergrün) und Kaolin und (1900) 7458 deutsche Einwohner. In der Nähe befinden sich Braunkohlenbergwerke. Im 12. Jahrh. gegründet, wurde K. 1277 zur königlichen Stadt erhoben. Hier 29. Juni 1534 Friede zwischen König Ferdinand I. und dem Herzog Ulrich von Württemberg. Die Stadt, in der die lutherische Lehre schon 1524 Eingang fand, verlor 1547 ihre Privilegien und hatte auch während des Dreißigjährigen Krieges viel zu leiden. Bei K. liegt die ausgedehnte Burgruine Hassenstein.
 
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Kaag (Kag), einmastiges, plattbodiges, der Schmack ähnliches kleines holländisches Küstenfahrzeug.
 
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Kaaken (holländ., kaken), den einzusalzenden Heringen Eingeweide und Kiemen herausnehmen.
 
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Kaalund, Hans Wilhelm, dän. Dichter, geb. 23. Juni 1818 in Kopenhagen, gest. daselbst 27. April 1885, fand nach vielem Umhertasten auf verschiedenen Gebieten eine Lebensaufgabe als Oberlehrer am Zellengefängnis zu Vridslöselille (186081). In seiner Jugend ein Nachahmer Öhlenschlägers, offenbarte er erst mit den 1844 erschienenen »Fabeln und gemischten Gedichten« und den 1845 zu Lundbyes reizenden Bildern gedichteten »Kinderfabeln« (5. Aufl. 1894) seine Eigenart: warme, frische Naturfreudigkeit, Gefühlsinnigkeit und Gedankentiefe. Allgemein anerkannt wurde er aber erst mit den Gedichtsammlungen »Ein Lenz« (»Et Foraar«, 1858; 6. Aufl. 1886) und »Ein Nachfrühling« (»En Eftervaar«, 1877; 4. Aufl. 1889), die sogar die Sympathien der Schule von Georg Brandes gewannen, der er mit der Schrift »Idealität und Realität« (1879) entgegengetreten war. Noch ist sein an lyrischen Schönheiten reiches Drama »Fulvia« (1875,5. umgearbeitete Ausg. 1903), dessen Handlung in die Zeit der ersten Christen fällt, zu erwähnen. Nachgelassene Gedichte (»Efterladte Digte«, 1885) sowie »Samlede Digte« (1898) gab Borchsenius heraus. Vgl. Z. Nielsen, Hans Vilh. K. (Kopenh. 1886).
 
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Kaama, soviel wie Hartebeest oder Hirschkuhantilope, s. Meyers Antilopen, S. 577.
 
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Kaarst, Dorf im preuß. Regbez. Düsseldorf, Kreis Neuß, an der Staatsbahnlinie Neuß-Viersen, hat eine kath. Kirche, chemische Fabrik und (1900) 2325 Einw.
 
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Kaarta, Landschaft in Französisch-Sudân, nördlich vom mittlern Senegal, 54,500 qkm groß, ist im westlichen Teil wenig, im östlichen, vom Tarakole (Nebenfluß des Senegal) durchzogenen Teil aber sehr fruchtbar und erzeugt viel Hirse, Mais, Reis und Erdnüsse. Die 300,000 Seelen starke Bevölkerung, die ursprünglich aus Soninka bestand, wurde später von den Bambara unterworfen; 1855 bemächtigten sich aber die mohammedanischen Tukulörs unter Hadsch Omar des Landes, das letzterer mit seinem Reiche Segu vereinigte. 1891 wurde es von den Franzosen erobert und 1892 dem französischen Sudân einverleibt. Hauptort ist das ummauerte Kuniakari am Tarakole mit 5000 Einw., der wichtigste Handelsplatz ist aber Nioro, nordöstlich davon, ebenfalls befestigt und meist von Fulbe bewohnt. S. Karte bei »Guinea«.
 
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Kab, el (el Gab), Kette kleiner Oasen, die sich westlich von Dongola, 4060 km vom Nil, im Wadi el K., 150170 km lang hinziehen. Sie enthalten zahlreiche Brunnen und mehrere Dörfer, ihre Holzbestände liefern den Nilbewohnern das Material für ihre Schöpfräder (Sakîye). Etwa 240 km westlich liegt eine zweite Reihe von Oasen, K. el Kebir. Die 60,000 Bewohner, vom Stamm der Kababisch, sind schöne Menschen, arabischer Herkunft, von lockern Sitten, besitzen große Herden von Kamelen und treiben auch etwas Ackerbau. Alte Bewässerungsanlagen deuten auf ehemals dichtere Besiedelung.