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J, j bis Jablonsky (Bd. 6, Sp. 120 bis 121)
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Artikelverweis J, j, lat. J., j (Jot, weniger gut Jod), ist teils unsilbisches i, d. h. ein i, das für sich keine besondere Silbe ausmacht (vgl. Lilie, Asien, die bei Dichtern sowohl zwei-, als auch dreisilbig gebraucht sind), teils ein palataler Reibelaut (s. Meyers Lautlehre). Die Römer hatten zwar den Laut j, gebrauchten aber das Zeichen i gleicherweise für das silbische i (z. B. in it »er geht«) und das unsilbische (z. B. in iugum, »Joch«). Das Zeichen j für den letztern Laut kam erst im Mittelalter auf. Die Engländer und Franzosen drücken den Laut des j durch das y aus, dagegen wird j im Englischen etwa wie dsch, im Französischen und Portugiesischen wie ein weiches (stimmhaftes) sch ausgesprochen; im Spanischen fällt j mit der Aussprache des hier wie ein scharfes ch gesprochenen x zusammen (daher schreibt man jetzt z. B. Mejico statt Mexico). Das Italienische hat j für lateinisches l nach Konsonanten, z. B. in fiume, lateinisch flumen; außerdem wird in der Schrift j (spr. i) zuweilen für das u des Plurals gesetzt (z. B. collegj für collegii). Bei arabischen, türkischen, persischen, indischen und andern Wörtern schreiben Franzosen u. Engländer meist j für den Laut sch oder dsch. In der Chemie ist J das Zeichen für 1 Atom Jod, in der Physik für Joule (elektrische Maßeinheit). In der internationalen Telegraphie ist J Zeichen für Jour (franz.), »Tag«, d. h. Tagestelegramm (von 10 Uhr abends bis 6 Uhr morgens nicht zu bestellen). J. P. in England = Justice of the Peace, »Friedensrichter«. Im übrigen steht in lateinischen Abkürzungen meist I an Stelle von J, z. B. I. C. statt J. C. (vgl. Artikel »I«, S. 721).
 
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Jaabäk (spr. jō-), Sören, norweg. Politiker, geb 1. April 1814 im Kirchspiel Holme (Mandal), gest. daselbst 7. Jan. 1894, ward Volksschullehrer und war 184591 Mitglied des Storthings, wo er lange zu den Führern der Bauernpartei zählte, deren Bestrebungen für radikale Reformen und Ersparnisse im Staatshaushalt er auch in der 186579 von ihm redigierten »Folketidende« eifrig vertrat. In seinen letzten Lebensjahren näherte er sich den Moderaten. Seine zahlreichen Volksschriften verraten oft eine republikanisch-atheistische Tendenz. Genannt seien: »Englands historie for det norske folk« (18711875); »Varme piller« (1879); »Kejseres og kongers levevis« (188284); »Sang og hvile« (1883); »Den höjste magt in staten« (1883).
 
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Jabalcuz (spr. chabalkúds), Berg und Badeort bei Meyers Jaen (s. d.).
 
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Jabalpur, ind. Bezirk, s. Meyers Dschabalpur.
 
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Jabbok (jetzt Wadi Zerka), linker Nebenfluß des Jordans in Palästina, entspringt östlich von Rabbath Ammon (Amân) und bildete die Grenze zwischen den Stämmen Gad und Manasse.
 
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Jabes, Stadt im ostjordan. Palästina (Gilead), deren Bewohner den Leichnam Sauls den Philistern entführten und begruben. I. lag unweit des Wadi Jabis, vielleicht an der gleichnamigen Ruinenstätte.
 
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Jablochkow, Paul, Ingenieur, geb. 1847 in Saratow, gest. daselbst im Frühjahr 1894, studierte in Petersburg Ingenieurwissenschaft, ward Telegraphenchef der Moskau-Kursker Eisenbahn und gründete 1877 in Paris eine Fabrik für elektrische Beleuchtung. Er erfand gleichzeitig mit Edison, aber unabhängig von ihm, die Teilbarkeit des elektrischen Lichtes, die Verteilung des elektrisches Stromes einer einzigen Quelle auf mehrere in den Strom eingeschaltete Lampen ohne Störung der einen durch die andern. Die Jablochkowschen Kerzen spielten seit 1878 eine gewisse

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Rolle, wurden aber durch Edisons Glühlampe verdrängt. I. erfand auch eine Kaolinlampe, in der ein vorgewärmtes Kaolinstück durch den elektrischen Strom zum Glühen gebracht wird, eine neue galvanische Kette, einen Autoakkumulator, einen Elektromotor etc.
 
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Jablochkowsche Kerze, s. Meyers Elektrisches Licht, S. 649.
 
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Jablonoi (Jablonowoi, von dem burät. Worte jableni-daba, d. h. »zerschlagener Felsrücken«, mongolisch Dynsedaban), Gebirgsrücken in Ostsibirien, der sich von Transbaikalien in nordöstlicher Richtung bis nach Kamtschatka hinzieht, bildet, durchschnittlich 1500 m, im Tschokondo 2450 m hoch, die Wasserscheide zwischen Amur und Lena, wird in seinem südlichern Teile jedoch von der Meyers Ingoda (s. d.) durchbrochen. Der Erzreichtum des Gebirges hat neuerdings eine stärkere Bevölkerung angezogen.
 
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Jablonowski, poln. Grafen- und Fürstenfamilie, die ihren Vornamen Pruß von den alten preußischen Herzogen, ihren Geschlechtsnamen dagegen von dem Flecken Jablonowo in Westpreußen (deutsch Gabelnau bis zur Namensänderung des Niklas von Eichholz im 16. Jahrh.) ableitet. Ihre namhaften Sprößlinge sind:
   1) Stanislaus, geb. 1634, gest. 1702, einer der ersten Teilnehmer der gegen König Michael gerichteten Konföderation, entschied nach dessen Tode die Königswahl zugunsten Sobieskis (1674) und war einer der Feldherren der polnischen Befreiungsarmee vor Wien gegen die Türken. Er ward vom Kaiser Leopold zum deutschen Reichsfürsten ernannt. In Lemberg ist ihm ein Standbild errichtet.
   2) Joseph Alexander Pruß, Fürst von Jablonow, geb. 4. Febr. 1712, gest. 1. März 1777 in Leipzig, ward Woiwod von Nowogrúdok, erhielt 1743 die Würde eines deutschen Reichsfürsten, verließ 1768 der Unruhen wegen sein Vaterland und ließ sich in Leipzig nieder. Als Freund der Wissenschaften legte er reiche Sammlungen von Büchern, Münzen etc. an, schrieb selbst mehrere polnische, lateinische und französische Werke, gründete 1768 in Leipzig die noch jetzt bestehende »Fürstlich Jablonowskische Gesellschaft der Wissenschaften« und stattete dieselbe mit einem Kapital aus, von dessen Zinsen drei goldene Preismedaillen geprägt und nebst Geldpreisen für die beste Beantwortung der aus den Fächern der polnischen Geschichte, der politischen Ökonomie, Physik und Mathematik gestellten Fragen verteilt werden. Nachdem die Tätigkeit der Gesellschaft längere Zeit unterbrochen gewesen war, wurde sie 1828 wieder aufgenommen. Vgl. »Acta Societatis Jablonovianae« (Leipz. 1772 bis 1773, 6 Bde.), »Nova acta S. J.« (das. 18021845, 9 Bde.) und »Preisschriften« (Bd. 136, das. 18471900). Die Familie blüht noch in einer Linie. Haupt ist Fürst Stanislaus, geb. 19. Jan. 1846, der zu Bursztyn in Galizien lebt.
 
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Jablonsky, Boleslav, Pseudonym, s. Meyers Tupý.