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bis Haanen (Bd. 6, Sp. 570 bis 573)
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Artikelverweis H, h, lat. H, h, der Hauch, ein stimmloser Kehlkopf-Reibelaut (s. Meyers Lautlehre). Die Griechen nannten den Hauch spiritus asper zum Unterschied von spiritus lenis, womit sie den sogen. leisen Vokaleinsatz bezeichneten. Die romanischen Sprachen haben das h ganz aufgegeben (so im Spanischen und Italienischen) oder nur Überreste davon bewahrt (im Französischen). Das h der germanischen Sprachen geht, geschichtlich betrachtet, auf k zurück; so in Horn, engl. horn, got. haurn, lat. cornu; vgl. Lautverschiebung. Der Buchstabe h stammt aus dem phönikischen Alphabet, von wo er zunächst zu den Griechen kam. Im Westgriechischen behielt b den Wert als Hauchlaut bei (während es bei den Ostgriechen Zeichen für e wurde); mit diesem Wert übernahmen es von den Westgriechen die Römer und wir von den Römern. Die romanischen Sprachen haben selbst in dem Namen des h den Hauchlaut aufgegeben: ital. acca,

[Bd. 6, Sp. 571]


franz. hache (spr. asch, daraus engl. ache, spr. ētsch), span. ache (spr. ātsche). Über das deutsche Dehnungs-h s. Meyers Rechtschreibung. H als römisches Zahlzeichen bedeutet 200 (gebräuchlicher CC). In römischen Inschriften steht es für Honestus, Hic, Haeres, Homo, Hora, Hadrianus etc. Jetzt ist H in der Buchhaltung zuweilen Abkürzung für »Haben« (Guthaben, Credit). Auf den neuen deutschen Reichsmünzen bedeutet H Darmstadt, auf ältern französischen Münzen La Rochelle (mit einer Krone darüber, daß sie unter Heinrich III. oder Heinrich IV. geprägt sind). Im österreichischen Münzwesen steht jetzt h für Heller. Auf deutschen Hohlmaßen bedeutet H (oder hl) Hektoliter. In der Astronomie ist h Abkürzung für hora (Stunde), auf Rezepten früher auch für herba (Kraut). In der Chemie ist H das Zeichen für 1 Atom Wasserstoff (Hydrogenium). In der Elektrotechnik ist H Zeichen für die Maßeinheit Henry. Bei botanischen Namen steht es für A. v. Humboldt (s. d.).
   H. B. C., früher = Hudson's Bay Company.
   H. B. M. (S.), in England = His (oder Her) Britannic Majesty('s Service).
   H. C. = House of Commons (s. d.).
   h. c. t. (student.), bei Zeitangaben = hora cum tempore (d. h. »um... Uhr ungefähr«).
   h. e. = hoc est (lat.), das ist oder bedeutet.
   HE. = Hefner-Einheit in der Photometrie.
   H. E. I. C. S., in England früher = Honourable East India Company's Service.
   H. I. H., in England = His (oder Her) Imperial Highness, »Seine (Ihre) kaiserliche Hoheit«.
   H. J.(S.) = hic jacet (sepultus), »hier ruht«.
   h. l. = hoc loco (lat., »an dieser Stelle«).
   H. L. = House of Lords (s. d.).
   h. m. = hujus mensis (lat.), »dieses Monats«, oder = hoc mense, »in diesem Monat«.
   H. M., in England = His (oder Her) Majesty, »Seine (Ihre) Majestät«.
   H. M. P. = hoc monumentum posuit (lat.), »hat dies Denkmal errichtet«.
   H. M. S. = His Majesty's ship, amtliche Titulatur der englischen Kriegsschiffe; dem nachgebildet das deutsche »S. M. S.« (s. d.).
   H. P. (oder HP), im Maschinenwesen = horse-power (engl.), »Pferdekraft«.
   H. R. A., in England = Honorary Royal Academician, Ehrenmitglied der königlichen Akademie.
   H. R. H., in England His (oder Her) Royal Highness, »Seine (Ihre) königliche Hoheit«.
   H. R. I. P. = hic requiescit in pace, »hier ruht in Frieden«.
   H. S. = hic situs, »hier ruht«.
   H. T. B. = Herolds Telegraphen-Bureau (in Berlin; s. Meyers Telegraphenbureaus).
 
Artikelverweis 
H (ital. u. franz. Si), in der Musik der deutsche Name eines der sieben Töne der Grundskala (vgl. A). H kam im 16. Jahrh. als Drucktype (h) für ♮ (B quadratum) in die deutsche Tabulatur. In England, Holland und Schweden heißt der Ton noch heute B.
 
Artikelverweis 
ha, Abkürzung für Hektar.
 
Artikelverweis 
Haacke, Wilhelm, Zoolog, geb. 23. Aug. 1855 in Klenze (Prov. Hannover), studierte 187579 in Jena, wurde Assistent am dortigen Zoologischen Institut und 1879 in Kiel, dann war er 188284 Direktor des Museums in Adelaide, 188893 Direktor des Zoologischen Gartens in Frankfurt a. M., habilitierte sich zugleich 1889 als Privatdozent an der Technischen Hochschule in Darmstadt und privatisierte seit 1897 in München, Berlin und Jena. Er bereiste seit 1882 Australien und Neuguinea und entdeckte, daß der Ameisenigel Eier legt. Er schrieb: »Die Schöpfung der Tierwelt« (Leipz. 1893); »Gestaltung und Vererbung« (das. 1893); »Die Schöpfung des Menschen« (Jena 1895); »Grundriß der Entwickelungsmechanik« (Leipz. 1897); »Aus der Schöpfungswerkstatt« (2. Aufl., Berl. 1898); »Bau und Leben der Tiere« (Leipz. 1899); »Das Tierleben der Erde« (Berl. 190002, 3 Bde.).
 
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Haag (den Haag, eigentlich 's-Gravenhage, 's Hage, franz. la Haye, lat. Haga comitis, »Grafenhain«), die Residenz der Königin der Niederlande. Sitz der Landesregierung und des höchsten Gerichtshofs, Versammlungsort der Generalstaaten, Hauptstadt der Provinz Südholland, liegt 4 km von der Nordsee, bloß durch Dünen davon getrennt, an der Linie Amsterdam-Rotterdam der Holländischen Eisenbahn, mit Gouda und Scheveningen durch Zweigbahnen verbunden, und bildet mit dem Badeort Scheveningen an der Nordsee eine Gemeinde. Der H. ist die schönste Stadt der Niederlande. In der Mitte der Stadt liegt der Weiher (Vijver), ein von Alleen umgebenes Wasserbecken mit Insel. Unter den Plätzen zeichnen sich aus: der Buitenhof, südlich vom Weiher, mit dem Standbild Wilhelms II., der von Gräben umschlossene Binnenhof mit vielen ansehnlichen Gebäuden, das Plein, der Vijverberg, der Plaats, das Tournooiveld. Die Hauptstraßen, Kanäle etc. sind: das mit Bäumen bepflanzte Voorhout, der Kneuterdijk, der Prinzen- und Prinzessinnen-, der Königinnengraben, der Wilhelmspark. Seit 1885 führt eine 172 m lange Passage mit 25 m hoher Kuppel vom Buitenhof südwärts nach der Spuistraat. Von den künstlerisch wenig bedeutenden 27 Kirchen der Stadt gehören fünf der größten den Reformierten (darunter eine französische), ebenso viele den Römisch-Katholischen; die Juden haben zwei Synagogen, eine deutsche und portugiesische, die Russen eine Kapelle. Von den übrigen Konfessionen haben eigne Kirchen die Lutheraner, die Deutsch-Evangelischen, die Remonstranten, die englischen Episkopalen, die alten Reformierten etc. Die hervorragendste Kirche im H. ist die Groote Kerk (St. Jakobskirche), ein gotischer Bau aus dem 15. und 16. Jahrh., mit einem sechseckigen Turm nebst Glockenspiel. Zu den schönsten und wichtigsten Gebäuden gehören: die königliche Bibliothek mit ca. 400,000 Bänden, wertvollen Miniaturen, Handschriften, Münz- und Kameenkabinett; das Museum Meermanno-Westreenianum (eine reichhaltige Sammlung alter Drucke, Handschriften, Vasen und Skulpturen etc.), in der Nähe die Geschützgießerei und das Reichsarchiv; ferner die Paläste der Königin und der Königin-Mutter; das Provinzialregierungsgebäude, die Gebäude der verschiedenen Ministerien (darunter das der Marine mit einer bedeutenden Sammlung von Schiffsmodellen und nautischen Gegenständen und das Justizministerium, ein prächtiger Bau im holländischen Renaissancestil); das neue Gebäude für den obersten Gerichtshof; der den Binnenhof umgebende sogen. Alte Hof von Holland, durch den Grafen Wilhelm II. gestiftet, mit den Sitzungssälen der beiden Kammern der Generalstaaten und dem ehemaligen Rittersaal, einem kapellenähnlichen Ziegelbau aus dem 13. Jahrh. (auf dem Platz vor dem Gebäude wurde Oldenbarneveldt enthauptet); ferner das Mauritshuis am Platz Plein (vom Grafen Johann Moritz von Nassau erbaut), mit einer ausgezeichneten Sammlung von Gemälden der holländischen Schule, unter denen besonders Rembrandt, Potter und Jan Steen vertreten sind; die königliche Musikschule und Zeichenakademie;

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das von Gugel erbaute großartige Gebäude für Künste und Wissenschaften mit einem nahezu 2500 Menschen fassenden Saal; das Gebäude der Société littéraire (Witte Societeit); das Stadthaus (16. Jahrh.); das 1875 restaurierte Gefangenentor, worin 1672 die Brüder Cornelius und Jan de Witt gefangen saßen und vom Pöbel zerrissen wurden.
   H. zählt als Gemeinde mit Scheveningen (1990) 212,211 Einw. Die Industrie ist nicht ohne Bedeutung; es gibt große Eisen-, Kupfer- und Metallgießereien, zahlreiche Tischlereien, Wagenbauanstalten, Ofenfabriken, Gold- und Silbertreffen- und Schminkefabriken, Buchdruckereien und eine Geschützgießerei. Die wissenschaftlichen und Unterrichtsanstalten der Stadt bestehen in einem Gymnasium, 3 höhern Bürgerschulen, einer Zeichenakademie (zugleich für technische Wissenschaften), einer Seefahrtsschule, einer Musikschule, einem städtischen Museum (seit 1884, mit Gemäldesammlung), der Gemäldegalerie des Barons von Steengracht, der Indische Genootschap und dem Instituut voor de Taal-, Land-en Volkenkunde van Ned.-Indië mit ausgezeichneter Bibliothek, einem zoologisch-botanischen Garten und einigen Altertümersammlungen, einer Menge Volksschulen, der Louisa-Stiftung, einer von den Freimaurern unterhaltenen Erziehungsanstalt für Knaben und Mädchen, der Gesellschaft Diligentia für Naturwissenschaften und andern Gesellschaften, einem Theater etc. Zu den Wohltätigkeitsanstalten gehören die Waisen- und Alte-Männer- und Weiberhäuser der verschiedenen Glaubensbekenntnisse, eine Idiotenanstalt, die Militär- und Bürgerhospitäler etc. Von Standbildern sind noch die Statue des Prinzen Wilhelm I. von Royer (auf dem Plein in der Nähe des Mauritshauses) und desselben ehernes Reiterstandbild von Nieuwerkerke (vor dem königlichen Palast in der Noordeinde, seit 1845), ein Denkmal zu Ehren des Herzogs Bernhard von Sachsen-Weimar (im Voorhout, seit 1866), die Statue Spinozas (1881, von Hexamer) und das kolossale Denkmal zum Andenken der Befreiung von der französischen Herrschaft (von Jaquet, 1869 eingeweiht, mitten im Wilhelmspark) zu erwähnen. Unweit des königlichen Palastes liegt der Prinzessinnengarten, der schönste im H. Den größten Zuwachs und die meiste Verschönerung erhielt die Stadt in den letzten Jahrzehnten durch Anbau breiter Straßen und schöner Landhäuser (der indischen Nabobs) im Wilhelmspark, an dem Wege nach Scheveningen und südlich vom »Haagschen Busch« (het Bosch). Letzterer, an die Stadt grenzend, enthält prächtige Alleen, dichten Wald, schöne Teiche, einen Hirschpark und das königliche Landhaus »Haus im Busch« (Huisten Bosch, 1647 erbaut) mit dem achteckigen, herrlich gemalten Oraniensaal. H. ist der Geburtsort der Dichter Johannes Secundus und Konstantin Huygens und des Mathematikers Christian Huygens.
   Geschichte. Der H. war im 13. Jahrh. nur ein Jagdschloß der Grafen von Holland; Graf Florens V. machte es zu seiner Residenz. Doch war der Ort damals nur ein ansehnliches Dorf und erhielt auch in der Zeit der alten Republik nie Stadtrechte, war daher in den Staaten von Holland nicht vertreten. Dagegen war er Sitz der Regierung und des höchsten Gerichtshofs von Holland und seit Wilhelm von Oranien bis zum Ende der Republik Sitz der Generalstaaten. H. war im 17. und in der ersten Hälfte des 18. Jahrh. der Mittelpunkt der europäischen Diplomatie. Von den hier geschlossenen Verträgen etc. sind vor allem zu nennen: am 23. Jan. 1668 die Tripelallianz zwischen England, Schweden und den Niederlanden, im Februar 1691 die Haager Zusammenkunft der deutschen Fürsten im Kriege wider Frankreich, 31. März 1710 das Haager Konzert zwischen dem deutschen Kaiser, England und Holland zur Aufrechthaltung der Neutralität der deutsch-schwedischen Provinzen in dem Krieg der nordischen Mächte gegen Schweden, 4. Jan. 1717 die Tripelallianz zwischen Frankreich, England und Holland zur Sicherung der Aufrechthaltung der Bestimmungen des Utrechter Friedens, 17. Febr. 1717 der Friede zwischen Spanien, Savoyen und Österreich, worin ersteres die Bestimmungen der Tripelallianz anerkannte, und 16. Mai 1795 der Friede mit Frankreich. Zuletzt (1899) wurde hier die Friedenskonferenz der europäischen und außereuropäischen Staaten abgehalten und der H. zum Sitz des daraus hervorgegangenen stehenden Schiedsgerichtshofs erkoren, wohin verschiedene Staaten ihre Diplomaten schickten (Weiteres s. Meyers Friedenskonferenz). König Ludwig Napoleon verlieh dem Ort Stadtrechte, verlegte aber die höchsten Landesbehörden bald nach Utrecht und Amsterdam. Durch das Haus Oranien stieg H. als fürstliche, dann königliche Residenz zu höherm Glanz. Vgl. van Stockum, 's Gravenhage in den loop der tijden (Haag 1889, 2 Tle.).
 
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Haag, 1) Flecken im bayr. Regbez. Oberbayern, Bezirksamt Wasserburg, an der Staatsbahnlinie Thann-Matzbach-H., hat eine schöne kath. Kirche, Schloßruine, Amtsgericht, Kloster der Englischen Fräulein, Bierbrauerei und (1900) 1257 Einw. Die Grafschaft H. fiel 1566 an Bayern. 2) Marktflecken in Niederösterreich, Bezirksh. Amstetten, an der Staatsbahnlinie Wien-Linz, Sitz eines Bezirksgerichts, hat ein Versorgungshaus, eine Bierbrauerei, Kunstmühle, Gerberei, Erzeugung von landwirtschaftlichen Maschinen und (1900) 1090 (als Gemeinde 4182) Einw. Südlich liegt das Schloß Salaberg. 3) Marktflecken in Oberösterreich, Bezirksh. Ried, am nordöstlichen Abhange des Hausruck und an der Staatsbahnlinie Lambach-H., Sitz eines Bezirksgerichts, mit (1900) 1876 Einw. Westlich liegt auf einer Anhöhe Starhemberg, das Stammschloß des gleichnamigen Geschlechtes.
 
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Haag, Karl, Maler, geb. 20. April 1820 in Erlangen, war anfangs Schüler von Reindel in Nürnberg und setzte später in München bei Cornelius und in Rom seine Studien fort. Als er 1847 nach England ging, wurde er dort von der Aquarellmalerei so sehr angezogen, daß er sich ihr zu widmen beschloß und sich in London niederließ, wo er 1850 Mitglied des Royal Society of painters in water-colours wurde. Von dort machte er Reisen nach Schottland, Belgien, Frankreich, Italien, Griechenland, Ägypten, Syrien, Palästina, Dalmatien und Montenegro und schuf eine Menge von Landschaften mit Figurenstaffage und Architekturbildern, die, ethnographisch interessant, auch durch ihre lebensvolle Auffassung und Wärme des Kolorits künstlerisch bedeutend sind. Die besten darunter sind Szenen aus Italien und Tirol (zitherspielende Gemsjäger vor einer Alpenhütte). Unter den übrigen sind zu nennen: der plötzliche Schreck in der Wüste, wo ein Geier auf das Kamel eines Reisenden stürzt; die Gefahr in der Wüste, wo eine Mutter mit ihrem Kinde hinter einem Kamel kauert und der Vater die Flinte auf zwei feindliche Reiter anlegt; dalmatinischer Barde in den Ruinen von Salona; die Ruinen von Baalbek; Panorama von Palmyra; Beduinenandacht; Vorposten in Montenegro; die Lektüre des Korans.

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Haager Gesellschaft zur Verteidigung der christlichen Religion (Societas Hagana pro vindicanda religione christiana), ein am 19. Okt. 1785 von Heringa und vier andern reformierten Geistlichen Hollands gestifteter Verein, der Preisaufgaben über jeweils brennende Fragen der Religionswissenschaft, der christlichen Theologie und des kirchlichen Lebens ausschreibt und die preisgekrönten Arbeiten veröffentlicht (»Werken van het Haagsche Genootschap«, Leiden). Lateinisch, holländisch, französisch und deutsch geschriebene Arbeiten sind zulässig, der theologische Standpunkt weitherzig. Vgl. »Het Haagsche Genootschap tot verdediging van de christelijke godsdienst« (Leiden 1885).
 
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Haager Konferenz, s. Meyers Friedenskonferenz.
 
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Haan, Gemeinde, bestehend aus Ober-H., Mittel-H., Unter-H., Ellscheid etc., im preuß. Regbez. Düsseldorf, Kreis Mettmann, an der Staatsbahnlinie Gruiten-Mülheim a. Rh., hat eine evangelische und eine kath. Kirche, ein Rathaus (1903 erbaut), mehrere Seiden-, Plüsch- und Zanellawebereien, Dampfschleiferei, Ziegelbrennerei und (1900) 8115 Einw. Der Ort H. stammt aus dem 10. Jahrh. und kam 1666 an Pfalz-Neuburg und 1815 an Preußen.
 
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Haanen, Remi van, holländ. Maler und Radierer, geb. 5. Jan. 1812 in Oosterhout (Nordbrabant), gest. 13. Aug. 1894 in Aussee, war Schüler seines Vaters und des Jan van Ravenszwang, siedelte 1836 nach Wien über, von wo er Reisen durch einen großen Teil von Europa machte. Seine zahlreichen Landschaften sind häufig Mondschein- oder auch Winterbilder von poetischer Anlage, aber von manierierter Ausführung, zu der ihn die Massenproduktion verleitete. Die bedeutendsten sind mehrere aus den Karpathen, eine vom Ufer der Theiß, eine holländische Kanallandschaft, Partie in Gelderland und ein Gewitter nach Sonnenuntergang. H. hat auch etwa 40 Originalradierungen ausgeführt.