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bis Gabache (Bd. 6, Sp. 244 bis 245)
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Artikelverweis G (spr. ge), g, lat. G, g, der weiche oder stimmhafte gutturale oder auch palatale Verschlußlaut, s. Meyers Lautlehre. In vielen deutschen Mundarten wird g im Wortinnern als Reibelaut gesprochen, so daß der Laut z. B. in liegen, legen dem ch von kriechen, Rehchen entspricht, nur daß er weich (stimmhaft) ist. In Norddeutschland ist überdies die Aussprache als j verbreitet, z. B. liejen, Jott. Sprachgeschichtlich geht unser g gewöhnlich entweder auf ursprüngliches gh zurück, z. B. steigen = sanskrit stigh- (steigen), oder auf ursprüngliches k, z. B. Schwiegermutter = lat. socrus. Der Buchstabe q heißt im Semitischen Ghimel (»Kamel«), seiner Form wegen; hiervon kommt der griechische Name Gamma her. Von dem griechischen Zeichen (Γ und <) stammt das römische C ab; aus diesem bildeten die Römer durch Anfügung eines Querstrichs ihr G, von dem das deutsche G abstammt. Abkürzungen. G in römischen Jnschriften bedeutet Gajus, gens etc.; in der Numismatik des Mittelalters soviel wie Senarius; jetzt auf deutschen Reichsmünzen. Karlsruhe, auf ältern französifchen Münzen: Pottiers, anf österreichischen: Nagy-Banya in Oberungarn, auf schweizerischen Münzen: Genf. Auf Kurszetteln fteht G für »Geld«, d. h. gesucht oder bezahlt (vgl. »Geld und Brief«); in der Goldschmiedekunst bedeutet es garni (s. d.).
   g = Gramm.
   G. B. O. = Grundbuchordnung.
   G. B. & I., in England = Great Britain and Ireland.
   G. C. B., in England = Grand Cross of the Bath, (Ritter vom) Großkreuz des Bathordens.
   G. C. C. = Goslarer Chargierten-Konvent, ein Verband sogen. freischlagender Studentenverbindungen.
   G. C. M. G., in England = Grand Cross of St. Michael and St. George, Großkreuz des St. Michael- und St. Georgordens.
   G. C. S. I. = Grand Cross of the Star of India, Großkreuz des Sterns von Indien.
   G. D. = Grand Duke oder Grand Duchess.
   G. d. K., in Österreich = General der Kavallerie.
   G. F. S. = (The) Girl's Friendly Society, ein Frauenverein Londons zum Schutz junger Mädchen.
   G. M., in Österreich = Generalmajor.
   G. m. b. H. = Genossenschaft oder Gesellschaft mit beschränkter Haftpflicht.
   G. M. T. = Greenwîch mean time (engl.), mittlere Greenwicher Zeit.
   G. P. O. = General Post Office (engl.), Generalpostamt.
 
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G, in der Musik Buchstabenname eines der sieben Töne der Grundskala (s. A). G ist einer von den Buchstaben, die zur Orientierung für die Tonhöhebedeutung

[Bd. 6, Sp. 245]


als Schlüssel (Claves signatae) vor die Linie gezeichnet werden (der Violinschlüssel, ursprünglich ein wirkliches g, später G). Das Schlüssel-G ist das der eingestrichenen Oktave. Bei den Franzosen, Italienern etc. heißt der Ton G »sol« (vgl. Solmisation). Als Abkürzung ist g. = gauche (linke Hand).
 
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Ga, in der Chemie Zeichen für 1 Atom Gallium.
 
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Ga., Abkürzung für Georgia (Nordamerika).
 
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Ga, s. Meyers Afrikanische Sprachen.
 
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Gäa (Gaia, Ge), bei den Griechen die Göttin der Erde, entstand nach Hesiod aus dem Chaos und gebar aus sich selbst den Uranos, die Gebirge und den Pontos. Mit Uranos erzeugte sie die Titanen, Kyklopen und Hekatoncheiren und aus dem Blute des entmannten Uranos (s. d.) die Erinyen, die Giganten und die melischen Nymphen; mit Pontos den Nereus, Thaumas und Phorkys, die Keto und Eurybia. Auch noch andre furchtbare Wesen entstammten ihr, wie die Riesen Antäos, Typhon, Tityos, der Drache Python und die sogen. Autochthonen, wie Kekrops, Erechtheus. Bei Homer wird sie bei Eiden neben Zeus, Helios, Himmel und Unterwelt genannt und erhält als Opfer ein schwarzes weibliches Lamm. Im Kult wird sie als Altmutter, als Erzeugerin alles Lebens und Wachsens, auch als Ehegöttin und als Pflegerin und Nährerin der Kinder (Kurotrophos) verehrt, aber auch als Todesgöttin, die alle ihre Geschöpfe wieder in ihren Schoß zurücknimmt. Als Urprophetin war sie in Delphi erste Besitzerin des Orakels, weil die ihr entsteigenden Dünste zur Weissagung begeisterten. Die Römer setzten sie ihrer Tellus (s. d.) gleich. Die griechische Kunst stellte sie meist dar in matronalen Formen, voll bekleidet, mit wallendem Haar, bis zur Mitte des Leibes aus der Erde hervorragend, wie in dem Altarfries von Pergamon (in Berlin, vgl. Tafel Meyers »Bildhauerkunst IV«, Fig. 9). Die spätere Kunst bildete sie auf der Erde gelagert, mit Füllhorn, von Eroten umspielt. Vgl. Stark, De Tellure dea (Jena 1848).
 
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Gaard, in Dänemark ein größeres Bauerngut.
 
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Gaarden (Dorfgaarden), früher selbständige Landgemeinde, seit 1901 in Kiel eingemeindet.
 
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Gab, el, Oase in Nubien, s. Kab.
 
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Gaba, Stadt, s. Meyers Geba.
 
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Gabache oder Gabaï (spr. găbásch, găbái, span. gabacho, »Schmutzfink«) werden die Franzosen von den Gascognern genannt, insbes. die französischen Kolonisten, die 1524 und 1525 die durch die Pest verödete Gegend zwischen der Dordogne und Gironde besiedelten. Auch ihre stark mit Provenzalisch versetzte Sprache heißt G. Man unterscheidet die Grande Gabacherie, an der Sprachgrenze von Marcillac bis Coutras, und die etwa 40 Gemeinden umfassende Petite Gabacherie, die in den Departements der Gironde und Lot-et-Garonne eine vom Gascognischen umschlossene Sprachinsel bildet.