Wörterbuchnetz
Meyers Großes Konversationslexikon Bibliographische AngabenLogo textgrid zeno bmbf · Logo textgrid zeno bmbf · Logo textgrid zeno bmbf
 
bis Earn (Bd. 5, Sp. 328 bis 329)
Abschnitt zurück Abschnitt vor
Artikelverweis E, e lat. E, e, der zwischen i und a in der Mitte liegende Vokal. Je nachdem e dem i oder dem a näher liegt, unterscheidet man geschlossenes und offenes e; letzteres wird z. T. durch ä dargestellt. Vgl. Lautlehre. Unser Buchstabe E e stammt durch Vermittelung des lateinischen E e von dem griechischen Ε ε (Epsilon, »kahles e«) ab. Der englische Buchstabenname e ist wie î zu sprechen, am Schluß der Wörter ist das e im Englischen und Französischen stumm (e muet). Als Abkürzung in römischen Inschriften, Handschriften etc. ist E oder e = Ennius, emeritus, evocatus, egregius, erexit etc. Auf den deutschen Reichsmünzen bedeutet E die Münzstätte Dresden, seit 1887 Muldener Hütten bei Freiberg, auf österreich. Karlsburg, auf ältern franz. Tours, auf ältern preuß. Königsberg. In den Formeln der alten Logiker bezeichnet E einen allgemein verneinenden Satz (s. Meyers Art. »Schluß«). Auf dem Kompaß und in der internationalen Meteorologie ist E = East (engl.) oder Est (franz.), Osten; in ber Chemie = 1 Atom Erbium; in der Physik = Elektrizität (+E und -E, positive und negative Elektrizität); in der Technologie = Sekundenmeterkilogramm (s. Meyers Arbeit, S. 673). Auf französischen Rechnungen bei Angabe des Preises steht E für Entrepôt, d. h. noch nicht verzollt (Gegensatz A = Acquitté, d. h. Eingangszoll bezahlt).
   e. c. = exempli causa (lat.), zum Beispiel; auch = ex commissione (lat.), im Auftrag.
   E. E. oder E. & O. E., auf englischen Rechnungen = errors (and omissions) excepted, Irrtümer (und Auslassungen) vorbehalten.
   e. g. = exempli gratia (lat.). zum Beispiel.
   E. G. = Meyers Einführungsgesetz (s. d.).
   E. G. (m. b. H. ) = Eingetragene Genossenschaft (mit beschränkter Haftpflicht).
   E. H. = eingetragene Hilfskasse.
   E. H., bei Käfernamen Abkürzung für »Entomologische Hefte«, herausgegeben von Hoffmann, Koch, Linz, Müller (Frankf. 1803, 2 Hefte).
   E. I. (C.), in England = East India (Company).
   e. m. = ejusdem mensis, desselben Monats.
   e. o. = ex officio (lat.), von Amts wegen.
   e. p., auf Visitenkarten = en personne (franz.), persönlich.
   E. P. M., in den Kanzleien früher = ergebenstes Promemoria.
   E. S. (»Meister E. S.«), s. den besondern Artikel in der alphabetischen Reihenfolge dieses Bandes.
 
Artikelverweis 
E, in der Musik der Buchstabenname eines der sieben Töne der Grundskala (s. A und Buchstabentonschrift). Über die Solmisationsnamen E la im etc. s. Meyers Solmisation. In Italien, Frankreich etc. heißt der Ton E jetzt Mi.
 
Artikelverweis 
Eagle (spr. ïgl, »Adler«), Goldmünze der Vereinigten Staaten zu 10 Dollar mit dem Adler als Prägebild. Zuerst wog er 17,407 g bei 11/12 Feinheit, = 44,518 Mk., entsprechend der halbe; seit 1792: 270 Troygrains oder 17,4957 g, und 1796 kam der 1/4-E. hinzu. 1834 ward sein Rauhgewicht auf 258 und der Goldgehalt auf 232 Grains herabgesetzt, 1837 aber das Feingewicht auf 9/10 oder 15,0463 g, = 41,9792 Mk., erhöht; 1849 trat der Doppel-E. hinzu. Kalifornien münzt seit 1851 auch fünffache und seit Ende 1852 neunfache Eagles aus, anfangs von etwas größerm Rauhgewicht. S. Tafel Meyers »Münzen V«, Fig. 17.
 
Artikelverweis 
Eaglehawk (spr. īgl-haok), Stadt im britisch-austral. Staat Victoria, nordwestlich von Melbourne, mit dem es durch Eisenbahn verbunden ist, hat bedeutenden Bergbau auf Gold und zählt (1901) 8130 Einw.
 
Artikelverweis 
Eagle Paß (spr. īgl paß), Hauptort der Grafschaft Maverick in Texas und Eisenbahnbrückenplatz mit Grenzhandel nach Mexiko, am Rio Grande. Dabei liegt Fort Duncan.
 
Artikelverweis 
Ealing (spr. īling), Stadt in der engl. Grafschaft Middlesex, Vorort von London, 10 km westlich vom Hyde Park, mit (1901) 33,031 Einw. Dabei liegt Gunnersbury Park, Landsitz des Freiherrn v. Rothschild, und das Royal India Asylum. S. Karte »Umgebung von London«.
 
Artikelverweis 
Eap, Insel der Karolinen, s. Meyers Yap.
 
Artikelverweis 
Earl (engl., spr. örl), aus dem dän. Jarl entstanden und seit der Eroberung Englands durch den Dänenkönig Knut statt des bis dahin gebräuchlichen sächsischen Ealdorman (s. Meyers Alderman) angenommen, unserm »Graf« entsprechend, bezeichnete bis um die Mitte des 14. Jahrh. die höchste Stufe des englischen Adels. Als aber Eduard III. 1355 seinen gleichnamigen Sohn, den sogen. Schwarzen Prinzen, zum Herzog (duke) von Cornwall ernannte, sank der Earlstitel auf die

[Bd. 5, Sp. 329]


zweite und, als 1386 Richard II. Robert de Vere zum Marquis von Dublin erhob, auf die dritte Stufe herab. Gegenwärtig ist der Titel E. bloße Standesauszeichnung ohne alle Beziehung auf territoriale Gewalt. Mit dem Viscount und Baron hat der E. den Titel Right Honourable. Baron ist der E. in dem Sinne, wie man die Peers im allgemeinen Barone nennt, oder in Schottland als Besitzer einer Baronie. S. Meyers Adel, S. 102.
 
Artikelverweis 
Earlom (spr. örlöm), Richard, engl. Zeichner und Kupferstecher, geb. 1743 in London, gest. daselbst 9. Okt. 1822, war der erste, der mit der Schabkunst die Arbeit der Radiernadel verband und dadurch die Wirkung der Blätter bedeutend steigerte. Außer zahlreichen Schwarzkunstblättern verdankt man ihm auch die nach Claude Lorrains Originalzeichnungen gefertigten Faksimiles »Liber veritatis, or collection of two hundred prints, after the original designs of Cl. Lorrain« (Lond. 1799, 2 Bde.; 1804, 3. Bd., mit noch 100 Blättern). Er stach außerdem nach Rubens, van Dyck, Rembrandt und andern Niederländern, nach Correggio, Mengs u. a. Ein Verzeichnis seiner Kupferstiche lieferte Wessely (Hamb. 1887).
 
Artikelverweis 
Early english (engl., spr. örlĭ ingglisch, »früh-englisch«) ist Bezeichnung für die erste Periode der gotischen Baukunst in England, in der sich die Umwandlung des französischen Stils nach dem englischen Nationalcharakter vollzog. Sie reicht vom Ende des 12. bis zum Anfang des 14. Jahrhunderts.
 
Artikelverweis 
Earn (Loch E., spr. örn), See in Perthshire (Schottland), ist 11 km lang, bis 2 km breit, bis 90 m tief. Aus dem Ostende desselben fließt der gleichnamige Fluß ab, der nach einem 74 km langen Lauf in den Firth of Tay mündet.