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Druidenorden bis Drummondsches Licht (Bd. 5, Sp. 220 bis 221)
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Artikelverweis Druidenorden (Vereinigter Alter Orden der Druiden, V. A. O. D.), ein Bund zur geistigen und sittlichen Förderung seiner Mitglieder sowie der allgemeinen Menschenliebe und Wohltätigkeit. Der D. wurde 1782 in London gegründet und hat sich von da nach Amerika (besonders Vereinigte Staaten und Kanada), Australien, Afrika und 1872 nach Deutschland verbreitet. Die Zahl seiner Mitglieder beträgt Hunderttausende; in Deutschland (Zulassung für Preußen durch königliches Ministerialreskript vom 6. Dez. 1872) bestehen zurzeit 56 Logen mit ca. 3000 Mitgliedern. In jedem Lande steht eine Reichs-Großloge (Supreme Grand-Lodge) an der Spitze, der Großlogen, bez. Distriktsgroßlogen untergeordnet sind. Unter Führung der letztern stehen die Logen, die in Amerika »Haine« (groves) genannt werden. Erkennungszeichen, Paßwörter und Ritual werden geheim gehalten; sonst hat der Orden nichts Geheimes. Offizielle Organe desselben sind: die »Druidenzeitung« in Deutschland, »Quarterly Report and Journal« in England, »The Druid« in Amerika, »The Review« in Australien. Vgl. Wolgast, Was will der D.? (Hamb.); »Druiden-Katechismus« (2. Aufl., Augsb. 1884).
 
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Druidentempel (Druidenkreise, Druidic circles), englische volkstümliche Benennung für die großen, kreisförmigen megalithischen Monumente des Landes, die eine gewisse Ähnlichkeit mit Gebäuderuinen haben. Das größte Bauwerk dieser Art befindet sich zu Meyers Avebury (s. d.) in Wiltshire.
 
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Drúja, Stadt im russ. Gouv. Wilna, links an der Düna, mit (1897) 4787 Einw.
 
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Drújez (Druz, Drut), Fluß im russ. Gouv. Mohilew, entspringt an der Grenze des Gouv. Witebsk und mündet nach 270 km langem Lauf bei Rogatschew rechts in den Dnjepr. Er ist für kleine Schiffe und Flöße fahrbar und reich an Stören und Welfen.
 
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Drulingen, Stadt im deutschen Bezirk Unterelsaß, Kreis Zabern, am Ischbach, mit einer evang. und einer kath. Kirche und Amtsgericht, hat Sandsteinbrüche, eine große Mühle und (1900) 544 Einw.
 
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Drumann, Wilhelm, deutscher Geschichtsforscher, geb. 11. Juni 1786 zu Dannstedt im Halberstädtischen, gest. 29. Juli 1861 in Königsberg, studierte zu Halle und Helmstedt Theologie und alte Geschichte, ward 1810 Lehrer am Pädagogium zu Halle, 1812 zugleich Privatdozent. 1817 wurde er als außerordentlicher Professor nach Königsberg berufen und lehrte daselbst 182156 als Ordinarius. Er wurzelte in der Geschichte des Altertums; aufsehenerregend durch die neue Art, auch die alte Geschichte politisch zu betrachten, ist sein Hauptwerk »Geschichte Roms in seinem Übergang von der republikanischen zur monarchischen Verfassung« (Königsb. 183444, 6 Bde.; 2. Aufl. von Gröbe, Leipz. 1900 ff.). Außerdem schrieb er »Ideen zur Geschichte des Verfalls der griechischen Staaten« (Berl. 1811, 2. Aufl. 1820); »Grundriß der Kulturgeschichte« (Königsb. 1847); »Geschichte Bonifacius' VIII.« (das. 1852, 2 Bde.); »Die Arbeiter und Kommunisten in Griechenland und Rom« (das. 1860).
 
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Drumclog (spr. drömklógg), Hügel in Lanarkshire (Schottland), liegt am obern Avon, dem Nebenfluß des Clyde, wo Claverhouse von den Covenanters 1. Juni 1679 besiegt wurde. Dort steht ein Granitobelisk.
 
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Drumlins (engl., spr. drömmlĭns), langgestreckte, flachgewölbte Hügel, die als unter dem Eis erfolgte Anhäufungen von Grundmoränenmaterial (Geschiebemergel) gedeutet werden müssen (s. Meyers Eiszeit). In typischer Ausbildung sind sie verbreitet im Diluvium der britischen Inseln und in Nordamerika, auch in Finnland, Livland u. Norddeutschland (z. B. zwischen Freienwalde und Naugard in Pommern), ferner im Gebiete der diluvialen nordalpinen Gletscher, so am Bodensee, zwischen dem Südende des Starnberger Sees und Weilheim, in der Umgebung von Rosenheim und Salzburg, allenthalben zu Zügen geordnet, die der einstigen Bewegungsrichtung des Eises entsprechen.
 
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Drummond, altes Geschlecht in Schottland, als dessen Ahnherr Sir Malcolm D. nachweisbar ist, der Bruder der Königin Annabella von Schottland, Gemahlin Roberts III. Stuart, die 1402 in Scone starb. Andre bemerkenswerte Sprößlinge dieses Geschlechts sind:
   1) William D. von Hawthornden, Dichter, geb. 1585 aus einer mit dem schottischen Königshaus verwandten Familie, gest. 1649, studierte zu Edinburg und im Ausland, namentlich zu Bourges, die Rechte, zog sich aber später auf die Burg Hawthornden zurück, um nur den schönen Wissenschaften zu leben. Er besaß 552 Bücher, die er der Edinburger Bibliothek vermachte. Seine »Tears on the death of Moeliades« (Elegien auf den Tod von Jakobs I Sohn Henry, 1612) und »The wandering Muses« (1617) haben ihm zwar den Ehrennamen des schottischen Petrarca erworben, sind aber zu studiert und zu sehr im Geschmack des Guarini. Man hat von ihm auch eine Geschichte der fünf schottischen Könige des Namens Jakob und mehrere Streitschriften für das Haus Stuart. Seine »Gespräche mit Ben Jonson«, worin auch Shakespeare kritisiert wird, sind am bequemsten zugänglich in der (alten) »Shakespeare Society«. 1842; seine sämtlichen Werke erschienen zu Edinburg 1711; neue Ausgaben besorgten Cunningham (1833), Turnbull (1857) und W. C. Ward (1895). Vgl. Masson, D. of Hawthornden (Edinb. 1873).
   2) James D., vierter Graf von Perth, geb. 1648, gest. 11. März 1716, ward 1678 Mitglied des Geheimen Rates, 1682 Lord-Oberrichter, 1684 Lord-Kanzler von Schottland und wurde nach seinem Übertritt zum Katholizismus an die Spitze der Verwaltung Schottlands gestellt. Nach der Revolution von 1688 saß er 4 Jahre gefangen und begab sich dann 1693 nach Rom und 1695 nach Frankreich zu Jakob 11, der ihn zum ersten Kammerherrn und Erzieher des Prinzen von Wales sowie zum Oberstkämmerer der verwitweten Königin erhob. Nach Jakobs II. Tod ernannte ihn der Prätendent zum Herzog von Perth.

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Sein Sohn James, geb. 1675, gest. 1720, kehrte 1695 nach Schottland zurück, beteiligte sich an Jakobitischen Verschwörungen und mußte 1716 abermals fliehen, worauf er im Dienste des Prätendenten starb. Vgl. »Letters from James, Earl of Perth, to his sister, the Countess of Errol« (Lond. 1845, veröffentlicht von der Camden Society).
   3) Ludwig Hector, Graf von D.-Melfort, geb. 1726, franz. Generalinspektor der leichten Truppen, Generalleutnant und Adjutant des Grafen Moritz von Sachsen, starb im November 1788 auf seinem Gut Ivoy-le-Pré in Berry. Er schrieb: »Essai sur la cavalerie légère« (Par. 1748) und »Traité sur la cavalerie« (das. 1776, mit Atlas).
 
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Drummond, Henry, theologischer und naturwissenschaftlicher Schriftsteller, geb. 1851 zu Stirling in Schottland, gest. 11. März 1897 in Tunbridge Wells, studierte in Edinburg und Tübingen Theologie und Philosophie, daneben Naturwissenschaften, wurde Hilfsgeistlicher in Edinburg und 1877 Professor der Naturwissenschaften am College der Freien Kirche in Glasgow. Im Auftrag der African Lakes Company bereiste er 188384 die Nyassa- und die Tanganjikaländer. 1890 hielt er Vorlesungen in Melbourne und Tokio und verband damit eine Forschungsreise nach den Neuen Hebriden. Über seine Afrikareise veröffentlichte er: »Tropical Africa« (Lond. 1888; deutsch, Gotha 1891) und »Travel sketches in our new protectorate« (1890). Von seinen theologischen Schriften, die außerordentlichen Erfolg hatten, sind die bekanntesten: »Natural law in the spiritual world« (1883, 1890; deutsch, 11. Aufl., Bielef. 1901); »The greatest thing in the world« (1889; deutsch u. d. T.: »Das Beste in der Welt«, 34. Aufl., das. 1902); »Pax vobiscum« (1891; deutsch, das. 1891) und »Ascent of man« (Lond. 1894). Nach seinem Tod erschien »The ideal life, and other unpublished addresses« (1897; deutsch, Bielef. 1899). Seine Biographie schrieb G. A. Smith (6. Aufl., Lond. 1902; deutsch, Berl. 1900).
 
Artikelverweis 
Drummondsches Licht, s. Meyers Knallgas.