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Abdachung bis Abd el Latîf (Bd. 1, Sp. 18 bis 20)
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Artikelverweis Abdachung, die Abweichung einer Ebene von der horizontalen Lage; die Absenkung des Landes gegen das Meer hin oder das allmähliche Abnehmen der Bodenerhebung nach der Meeresküste zu.
 
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Abdallah (arab., »Knecht Gottes«), 1) Vater des Propheten Mohammed, starb noch vor der Geburt seines Sohnes.
   2) A. ibn Ali, Oheim der beiden ersten abbasidischen Kalifen, schlug Merwan II. 750 am Sab und machte damit dem Kalifat der Omaijaden ein Ende (s. Meyers Kalifen). Als er nach dem Tode seines Neffen Abul Abbas dessen Bruder Mansur den Gehorsam weigerte, ward er von dessen Feldherrn Abu Muslim 754 bei Nisibis geschlagen. 764 ließ ihn Mansur ermorden.
   3) A. II., Chan von Bochara (s. d.), geb. 1533 als Sohn Iskander Chans aus dem Hause der Meyers Schaibaniden (s. d.), gest. 1598, trat 1556 auf, als Transoxanien durch innere Wirren (zwischen 1500 und 1560 hatte es 9 Herrscher gehabt) und Einfälle nordischer Nomaden heimgesucht war. Er stellte die Ruhe wieder her, verleibte 1578 Balch und Badachschan aufs neue Transoxanien, über das er von 1583 an als Hauptchan unumschränkt gebot, ein und riß, die Parteikriege zwischen Schah Abbas und seinen Rivalen in Persien benutzend, Herat und Merw an sich, plünderte Meschhed und das reiche Grab Imam Rizas und unterwarf auf einige Zeit sogar Masenderan. Er errichtete Kollegien und Moscheen, Karawanseraien und Spitäler. Mit dem türkischen Sultan Murad III. suchte er die Sefewiden zu vernichten. Mit A. erlosch die Dynastie der Schaibaniden; sein einziger Sohn, Abdul-Mumen, hatte sich kurz vor seinem Tod erfolglos gegen ihn empört. Die nächsten 186 Jahre stand Bochara unter den Meyers Aschtarchaniden (s. d.).
   4) A. ibn Jaßîn, s. Meyers Almoraviden.
   5) Kalif (Mahdi) 188599, s. Meyers Abdullahi.
 
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Abdallahen Náßafi, arab. Dogmatiker, s. Meyers Arabische Literatur.
 
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Abdampf (Ausdampf), der von einer Dampfmaschine etc. abziehende verbrauchte Dampf, wird oft zum Heizen benutzt, bei Schiffsmaschinen zur Gewinnung salzfreien Kesselspeisewassers kondensiert.
 
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Abdampfen (Verdampfen, Abrauchen, Einengen, Verdunsten, Evaporieren), die Verflüchtigung eines Lösungsmittels, um eine konzentriertere Lösung oder den gelösten Körper in fester Form zu erhalten. Aus wässerigen Lösungen verdunstet das Wasser beim Stehen an freier Luft um so langsamer, je kleiner die Oberfläche der Lösung, je feuchter die Luft, je niedriger die Temperatur ist, und je unvollständiger die an der Oberfläche der Lösung gebildeten Wasserdämpfe durch Luftzug fortgeschafft werden. Man gießt daher, um die Verdunstung zu beschleunigen, die Lösung in flache Gefäße oder breitet sie, wie in den Salzgärten, in denen Meerwasser verdunstet, über sehr große Flächen aus. Auch erbaut man gegen den herrschenden Wind gerichtete Wände aus Dorngestrüpp (Gradierwerke) und läßt die zu verdunstende Lösung über diese Wände herabrinnen. Sie befeuchtet hierbei alle Zweige, erhält also eine sehr große Oberfläche, und der Wind, der die Wand durchweht, führt die gebildeten Dämpfe sehr schnell fort. Soll eine Flüssigkeit unter einer Glocke in einem Gefäß verdunsten, so saugt man mit Hilfe eines Aspirators einen Strom durch Chlorcalcium getrockneter Luft über den Flüssigkeitsspiegel hinweg. Stellt man mit der Flüssigkeit eine Schale mit konzentrierter Schwefelsäure oder mit Chlorcalcium unter die Glocke, so werden die gebildeten Dämpfe von den genannten hygroskopischen Substanzen sofort absorbiert werden (Fig. 1). Wesentlich beschleunigt wird die Verdunstung in einem solchen Exsikkator, wenn man die Luft unter der Glocke mit Hilfe einer Luftpumpe möglichst stark verdünnt.
   Weitaus in den meisten Fällen verdampft man Lösungen bei erhöhter Temperatur, indem man sie in offenen Pfannen oder Kesseln durch eine unter diesen befindliche Feuerung erhitzt (Verdampfen mit Unterfeuer). Eine für viele Zwecke geeignete Konstruktion dieser Art, die Bootpfanne, zeigt Fig. 2. Große Vorzüge bietet die Heizung mit gespanntem Dampf, den man in einen Mantel leitet, der den untern Teil der Pfanne umgibt, oder in ein Schlangenrohr, das in die Pfanne gelegt wird. Wetzels Verdampfpfanne (Fig. 3) besteht aus einer halbzylindrischen Pfanne mit Dampfmantel, in der ein aus Dampfleitungsröhren gebildeter zylindrischer Körper rotiert, auf dessen in der Luft befindlichen heißen Röhren die Verdampfung sehr schnell verläuft. Selbstverständlich muß man bei allen Verdampfpfannen für gute Ableitung der Dämpfe sorgen. Beschleunigt wird das Verdampfen nicht siedender Flüssigkeiten durch Rühren mit der Hand oder mittels eines Rührwerkes. Wo die Berührung mit heißen Feuerungsgasen nicht nachteilig ist, werden letztere direkt über die zu verdampfende Flüssigkeit in Flammöfen oder Pfannen hinweggeleitet (Verdampfen mit Oberfeuer). Um gröbere Verunreinigung der Flüssigkeit zu vermeiden, wendet man Generatorgase an. Erträgt die zu verdampfende Flüssigkeit nicht die Siedetemperatur, oder soll das Anbrennen oder Spritzen vermieden werden, so erhitzt man sie meist in Bädern, besonders im Wasser- oder Dampfbad (s. Meyers Bad).
   Mit großem Vorteil verdampft man Flüssigkeiten, die hohe Temperaturen oder die Einwirkung der Luft nicht ertragen, im luftverdünnten Raum. Die hierzu dienenden Vakuumapparate (Fig. 4) besitzen einen großen Hohlkörper a mit Dom b und Heizschlange c. Die aus dem Apparat entweichenden Wasserdämpfe gelangen durch das Rohr d in den Kondensator, wo sie durch kaltes Wasser, das aus dem ringsum durchlöcherten Rohr e einspritzt, verdichtet werden. Das gesamte Wasser wird durch eine

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Luftpumpe, die mit dem Rohr f in Verbindung steht, fortgeschafft. Das Rohr g dient zur Füllung und h zur Entleerung des Apparats. Steigt bei zu lebhaftem Kochen die Flüssigkeit in den Kondensator über, so sammelt sie sich an dem äußern Rohr und kann bei i abgelassen werden.
   Der aus einer verdampfenden Flüssigkeit sich entwickelnde Dampf entweicht gewöhnlich in die Luft; Rillieux schlug zuerst die Wiederbenutzung des Dampfes zum Verdampfen andrer Flüssigkeiten vor. Er konstruierte einen Apparat aus drei liegenden Zylindern, durch deren untere Hälfte Siederohre hindurchgingen. In die Siederohre des ersten Zylinders wurde Dampf aus dem Dampfkessel geleitet, während der zweite und dritte Zylinder mit dem aus der im ersten Zylinder verdampfenden Flüssigkeit sich entwickelnden Dampf geheizt wurden. Eine Luftpumpe stellte ein Vakuum her, so daß der Siedepunkt der verdampfenden Flüssigkeit hinreichend erniedrigt wurde. Derartige Apparate fanden, wesentlich verbessert, seit 1850 besonders durch Tischbein und Robert in der Zuckerfabrikation Verbreitung. Bei Rittingers System ist eine Abdampfpfanne mit doppeltem Boden durch einen Deckel luftdicht verschlossen, und der über der Flüssigkeit befindliche Raum steht mit dem Raum im doppelten Boden durch Röhren in Verbindung, zwischen die eine doppelt wirkende Luftpumpe eingeschaltet ist. Der ganze Apparat ist mit schlechten Wärmleitern umgeben und wird aus einem Dampfkessel mit Dampf gefüllt, bis die zu verdampfende Flüssigkeit die Temperatur dieses Dampfes angenommen hat. Dann treibt die Luftpumpe den Dampf aus dem Raum über der Flüssigkeit in den hohlen Boden, der Dampf über der Flüssigkeit wird also verdünnt, zwischen den Wänden des Doppelbodens erfolgt aber eine Verdichtung, und infolgedessen wird aus der Flüssigkeit lebhaft Dampf entwickelt, und ein Teil des im Doppelboden befindlichen Dampfes gibt seine gebundene Wärme durch den Pfannenboden an die Flüssigkeit ab und verdichtet sich dadurch zu Wasser. Die abgegebene Wärme aber dient zur weitern Entwickelung von Dampf aus der Flüssigkeit. Durch fortgesetzte Arbeit der Luftpumpe tritt ein gewisser Beharrungszustand ein, währenddessen sich ein konstanter Unterschied zwischen der Temperatur des im Bodenraum verdichteten Dampfes und jener der darüber befindlichen Flüssigkeit herstellt. Das diesem System zu Grunde liegende Prinzip ist durch Piccard weiter ausgebildet worden. Sollen beim A. die entweichenden Dämpfe wieder kondensiert werden, um das Lösungsmittel nicht verloren gehen zu lassen (bei alkoholischen, ätherischen Lösungen), so wird die Operation in Destillationsgefäßen ausgeführt, und das A. verwandelt sich in eine Destillation.
   In den Abdampfapparaten kann die Arbeit intermittierend oder kontinuierlich betrieben werden. Im ersten Falle füllt man die Gefäße mit Flüssigkeit und erhitzt, bis die gewünschte Konzentration erreicht ist, bisweilen unter wiederholtem Nachfüllen von Flüssigkeit, um zuletzt eine vollständige Füllung des Gefäßes mit konzentrierter Flüssigkeit zu erreichen. Bei kontinuierlichem Betrieb dagegen fließt beständig konzentrierte Flüssigkeit ab, während frische an einer möglichst entfernten Stelle des Gefäßes zugeleitet wird. Diese Methode ist besonders bei sehr großen Pfannen anwendbar, in denen man durch Anbringung von Scheidewänden den von der Flüssigkeit zurückzulegenden Weg möglichst verlängert. Bei Benutzung kleinerer Pfannen werden mehrere zu einer Batterie vereinigt und terrassenförmig aufgestellt. Die schwache Flüssigkeit tritt in die eine am Ende der Batterie gelegene Pfanne ein und gelangt aus einer in die andre Pfanne, bis sie, hinreichend konzentriert, am andern Ende der Batterie abfließt. Dabei befindet sich die Feuerung unter der stärksten, resp. niedrigsten Pfanne, so daß die Feuerungsgase die Pfanne mit der frischen Beschickung zuletzt bestreichen.
   Das beim Gradieren benutzte Prinzip wird auch für höhere Temperatur verwertet. Man läßt die zu verdampfende Flüssigkeit in einem Turm über Koks. Steingutscherben od. dgl. herabrieseln, so daß sie eine große Oberfläche erhält, und leitet heiße Luft in den untern Teil des Turmes. Der aufsteigende Luftstrom kommt dann der Flüssigkeit entgegen, und es wird eine sehr energische Verdampfung erzielt (Glover-Turm der Schwefelsäurefabriken). In einem andern Apparat (Ungerers Turm) hängen mehrere hundert Drahtseile oder Ketten von der Decke vertikal herab, und während die Flüssigkeit an diesen herabrinnt, steigen die Feuerungsgase in dem Turm auf.
   Die Abdampfgefäße bestehen aus Metall (Eisen, Kupfer, Zinn, Blei, Silber, Platin), Glas oder Ton. Sie müssen mehr flach als tief sein, um die Dampfbildung zu befördern, und möglichst dünnwandig behufs leichterer Übertragung der Wärme auf die Flüssigkeit. In dieser Hinsicht sind Metallgefäße vorzuziehen, doch werden die Metalle (mit Ausnahme der kostbareren) von vielen Flüssigkeiten angegriffen.

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Die Feuerung muß möglichst vollständige Verbrennung des Heizmaterials und möglichst vollständige Übertragung der Wärme auf die Flüssigkeit gestatten. 1 qm Kesselfläche liefert, wenn das Wasser im Kochen erhalten wird, etwa 0,5 kg Dampf in der Minute. Erfahrungsgemäß verdichtet 1 qm dünnes Kupferblech etwa 1,5 kg Dampf in der Minute, wenn der Temperaturunterschied zu beiden Seiten des Bleches 50° beträgt. Soll 1 qm Heizfläche 0,5 kg Dampf in der Minute liefern, so muß also die Differenz 16,66° betragen und, da das siedende Wasser 100° besitzt, der Dampf in der Dampfschlange 116,66° heiß sein, was einem Druck von 1,7 Atmosphäre entspricht. Wollte man mit Dampf von nur 108° arbeiten, so müßte man die Oberfläche der Dampfschlange auf 2 qm bringen. Sehr häufig benutzt man zum Heizen der Abdampfpfannen die heißen Gase (Abhitze), die aus andern Feuerungen, Öfen etc., entweichen, und zum Heizen von Dampfschlangen den Dampf, der in der Dampfmaschine bereits Dienste geleistet hat. Vgl. Jelinek, Über Verdampfapparate und Verdampfstationen (Prag 188283, 2 Tle.); Hausbrand, Verdampfen, Kondensieren und Kühlen (2. Aufl., Berl. 1900).
 
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Abdankung (Abdikation), Niederlegung einer Würde, insbes. Verzicht eines Herrschers auf die Krone (Thronentsagung). Die A., die regelmäßig in einer besondern Abdankungsurkunde erklärt wird, steht in der freien Entschließung des Herrschers. Durch die A. wird die Thronfolge in derselben Weise wie bei dem Tode des Herrschers eröffnet, indem der nächste Thronfolgeberechtigte zur Krone berufen wird. Der Abdankende behält regelmäßig den bisherigen Titel bei. Eine Zurücknahme der vollzogenen A. ist nicht zulässig.
 
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Abdasseln, s. Meyers Bremen (Insekten).
 
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Abdecker (Freiknecht, Fall-, Wasen- oder Feldmeister, Kafiller, Schinder), eine Person, die in einem bestimmten Bezirk das gefallene Vieh wegzuschaffen, abzuhäuten und einzuscharren hat. Bis 1817 litt der A. an »Anrüchigkeit«, war unfähig zum Eintritt in die Zünfte, in das Militär und in Ehrenstellen, aber nicht ehrlos. Die A. besaßen vielfach für bestimmte Bezirke Privilegien, wonach ihnen gegen kostenfreie Abholung nicht bloß die verendeten, sondern auch die »abständigen« (s. Meyers Abgestanden) Tiere unentgeltlich überlassen werden mußten. Dieses Bannrecht besteht auf Grund der Verordnung vom 29. April 1772 in den östlichen Provinzen Preußens gegenwärtig noch und belästigt die Landwirtschaft nicht unerheblich. Durch Gesetz vom 17. März 1866 wurde den einzelnen Gemeinden das Recht der Provokation auf Ablösung der Abdeckerprivilegien gewährt, wovon jedoch wegen der Kosten wenig Gebrauch gemacht wurde. Nach der Reichsgewerbeordnung ist die Anlage einer Abdeckerei freigegeben, aber an die polizeiliche Genehmigung gebunden. In vielen Landesteilen bestehen besondere landespolizeiliche Verordnungen. Das Rinderpestgesetz, das Reichsviehseuchengesetz und die Instruktion zu letzterm enthalten Bestimmungen über den Transport der Tierkadaver und der zu tötenden Tiere sowie über die Ausnutzung derselben. Auf Tiere, die an Seuchen gefallen sind und nach den gesetzlichen Bestimmungen auf besondere Art unschädlich beseitigt werden müssen, hat der A. keinen Anspruch. Dagegen muß im Bereich eines Abdeckereiprivilegiums alles Vieh, bez. Fleisch, was vom menschlichen Genuß ausgeschlossen wird, dem A. überliefert werden, sofern nicht eine Entschädigung vereinbart ist. Dies hat Nachteile und Gefahren (betrügerisches Inverkehrbringen). Zur Ausnutzung der Kadaver ist die Abdeckerei gegenwärtig häufig verbunden mit Gerberei, Leimsiederei, Bonesize-, Knochenmehl-, Maschinenöl-, Poudrettefabrikation etc. Vgl. Wehmer, Abdeckereiwesen (in Weyls »Handbuch der Hygiene«, Bd. 2, Jena 1893); Haefcke, Die technische Verwendung von tierischen Kadavern etc. (Wien 1899).
 
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Abdeichen, tief gelegene Landstriche durch Deiche vor Hochwasser schützen.
 
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Abd el Kader (über die Bedeutung des Namens s. Meyers Abd), Sidi el Hadschi Abdel Ka der Uled Mahiddin, Araberhäuptling, geb. 1807 in der Ghetna bei Mascara, gest. 26. Mai 1883 zu Damaskus. Als Sprößling einer Priesterfamilie (Marabuts), die ihren Stamm bis zu den Fatimiden zurückführte, ward A. von seinem Vater Sidi el Mahiddin zum Priester gebildet, wanderte aber, vom Dei von Algier bedroht, nach Kairo aus und wurde Hadschi durch eine Pilgerfahrt nach Mekka. Nach dem Sturz des Dei 1830 zurückgekehrt und von aufständischen arabischen Stämmen bei Mascara zum Emir gewählt, führte er 183247 den Kampf gegen die Franzosen. 183233 unterwarf er die Stämme zwischen Mascara und dem Meer und nötigte den französischen General Desmichels zu dem Frieden vom 26. Febr. 1834. Bald erneuerte er den Krieg gegen die Franzosen, siegte 28. Juni 1835 über General Trézel an der Makta und 25. April 1836 über d'Arlanges an der Tafna und führte den Kleinkrieg so glücklich, daß er seine Herrschaft über Titeri und einen Teil der Provinz Algier ausdehnte. Bugeaud befreite zwar die an der Mündung der Tafna eingeschlossenen Franzosen und brachte A. (6. Juli) am Sikak eine Schlappe bei; doch schlossen die Franzosen 30. Mai 1837 den Vertrag an der Tafna, worin A. die Verwaltung der Provinzen Oran, Titeri und Algier erhielt, mit Ausnahme der Hauptstädte und der Mitidscha von Algier. Als er aber 1839 den Krieg erneuerte, mußte er schließlich beim Sultan von Marokko Zuflucht suchen. Nach der Niederlage seiner Truppen am Isly (14. Aug. 1844) schloß der auch von der Seeseite durch den Prinzen von Joinville eingeschüchterte Sultan Frieden mit Frankreich und drängte A. 1847 über die französische Grenze; hier ward er von den Franzosen 22. De;. gefangen. A. wurde erst in das Touloner Fort Lamalgue, Ende April 1848 in das Schloß zu Pau in Béarn und endlich nach Amboise gebracht. Im Oktober 1852 in Freiheit gesetzt, ließ sich A. zu Brussa in Kleinasien und nach dem Erdbeben von 1855 zu Damaskus nieder; hier nahm er sich bei der Christenverfolgung im Sommer 1860 der Verfolgten an. Er lebte von einer französischen Pension von 100,000 Frank und schrieb ein religiös-philosophisches Buch, das von Dugat aus dem Arabischen übersetzt wurde unter dem Titel »Rappel à l'intelligent, avis à l'indifferent« (Par. 1858). Seine Söhne nahmen teils eine französische Pension an, teils traten sie in den Dienst der Türkei. Vgl. Bellemare, A., sa vie politique et militaire (Par. 1863); Churchill, Life of A. (Lond. 1867); Pichon, A. 18071883 (Par. 1899).
 
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Abd el Latîf, arab. Gelehrter, geb. 1160 in Bagdad, gest. daselbst 9. Nov. 1231, schrieb zahlreiche Schriften theologischen, juristischen, logischen und medizinischen Inhalts, worunter ein Werk über Ägypten zu erwähnen, herausgegeben und übersetzt von White (»Abdollatiphi historiae Aegypti compendium«, Oxf. 1800) und bearbeitet von de Sacy (»Relation de l'Égypte«, Par. 1810).

[Bd. 1, Sp. 21]