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Abbitte bis Abbreviatoren (Bd. 1, Sp. 16)
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Artikelverweis Abbitte (lat. Deprecatio injuriae), demütigende Bitte um Verzeihung der zugefügten Ehrenkränkung, im ältern deutschen Strafverfahren eine Privatstrafe, auf die bei Ehrverletzungen entweder allein oder neben einer Geldstrafe und neben Ehrenerklärung und Meyers Widerruf (s. d.) erkannt zu werden pflegte. Von der heutigen Gesetzgebung, so durch das österreichische und das deutsche Strafgesetzbuch, ist die A. beseitigt; der Schweizer Vorentwurf eines Strafgesetzbuchs (1896) kennt jedoch in Artikel 132 die A. als Strafausschließungsgrund bei übler Nachrede aus verzeihlichem Irrtum. Das deutsche Strafgesetzbuch setzt bei Beleidigungen neben Geldstrafe, Hast und Gefängnis nur in bestimmten Fällen eine an den Verletzten zu entrichtende Buße fest und gestattet nur bei öffentlichen oder durch Verbreitung von Schriften, Darstellungen oder Abbildungen begangenen Beleidigungen eine besondere Genugtuung für den Beleidigten durch öffentliche Bekanntmachung des Strafurteils in Tagesblättern etc. auf Kosten des Beleidigers. Letzteres gilt auch nach dem österreichischen Strafgesetz. S. Meyers Beleidigung.
 
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Abblasen, Hornsignal für das Ende der Treibjagd. A. der Dampfkessel und Ventile, s. Meyers Dampfkessel und Meyers Sicherheitsventil.
 
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Abblatten, Abnehmen der Blätter von Rüben, Kartoffeln, Kraut etc. behufs Gewinnung von Viehfutter, am unschädlichsten kurz vor der Ernte. Frühes A. beeinträchtigt den Zucker-, bez. Stärkegehalt.
 
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Abbot (spr. äbbet), 1) Robert, geb. um 1560, gest. 2. März 1618; seit 1615 Bischof von Salisbury, stand in Gunst bei Jakob I. Er schrieb Streitschriften gegen den Katholizismus und für die königliche Gewalt.
   2) George, engl. Prälat, Bruder des vorigen, geb. 29. Okt. 1562, gest. 4. Aug. 1633,1609 Bischof von Coventry, 1610 von London, seit 1611 Erzbischof von Canterbury, trug zu der 1610 erfolgten Einführung der Episkopalkirche in Schottland bei und wirkte 1612 für die Vermählung der Prinzessin Elisabeth mit dem Kurfürsten Friedrich V. von der Pfalz. Unter Karl I. verlor er seinen Einfluß.
   3) Charles, Lord Colchester, s. Meyers Colchester.
 
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Abbotsford (spr. äbbetsförd), ehemaliger Landsitz Walter Scotts in Roxburghshire (Schottland), am Tweed, unfern der Stadt Melrose, ursprünglich ein Bauernhof, den Scott 1811 kaufte, und auf dem er ein gewaltiges Bauwerk im mittelalterlichen Schloßstil ausführte. A. ist äußerst romantisch gelegen, enthält reiche Sammlungen von Gemälden, Antiquitäten, Büchern, Manuskripten und gehört der Urenkelin des Dichters, Mrs. Maxwell-Scott. Der auf A. gegründete Baronetstitel der Familie erlosch schon 1847 mit dem Tode des letzten Sohnes Walter Scotts. Eine Beschreibung des Schlosses lieferte W. Irving in den »Miscellanies«.
 
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Abbott, Jakob, amerikan. Jugendschriftsteller, geb. 14. Nov. 1803 in Hallowell (Maine), gest. 31. Okt. 1879 in Farmington, war Lehrer und Geistlicher und veröffentlichte an 200 Bände Jugendschriften, unter ihnen die vielverbreiteten »Rollo Books«. Sein Sohn Lyman, geb. 1835 in Roxbury (Mass.), Geistlicher, jetzt Herausgeber von »The Outlook« in New York, schrieb ein »Life of Christ« (1894), »Evolution of Christianity« (1896) u. a.
 
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Abbrand, beim Erhitzen von Eisen, Kupfer an der Luft sich bildendes Oxyd (Hammerschlag); der Verlust, den das Metall hierbei erleidet.
 
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Abbrände, s. Meyers Kiesabbrände.
 
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Abbrechen, Übergang aus einer breitern in eine schmale Front in der Weise, daß die kleinern Abteilungen sich hinter eine die ursprüngliche Marschrichtung beibehaltende Abteilung setzen. A. eines Gefechts, das Abstehen von der Erreichung des Gefechtszwecks vor der Entscheidung oder nach erreichter Absicht unter Beibehaltung der Gefechtsbereitschaft. Das A. der diplomatischen Beziehungen zwischen zwei Staaten ist gewöhnlich das Vorspiel zum Krieg und tritt in der Regel erst dann ein, wenn eine Ausgleichung der Gegensätze auf anderm Wege nicht mehr möglich erscheint. Heute wird es vielfach als moralischer Druck benutzt, um einen Staat zum Nachgeben zu veranlassen. Der Abbruch erfolgt in der Weise, daß der Gesandte seine Pässe von dem Minister des Auswärtigen zurückverlangt, oder daß dieser ohne solches Verlangen sie dem Gesandten zustellt, meistens unter Einräumung einer Frist, innerhalb welcher der Gesandte, bei Verlust der gesandtschaftlichen Vorrechte, das Staatsgebiet zu verlassen hat (s. Meyers Kriegserklärung). A. in der Reitkunst, s. Meyers Abbiegen.
 
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Abbrennen, s. Meyers Abbeizen; A. des Messings, s. Meyers Gelbbrennen; vgl. auch Bodenmelioration.
 
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Abbreviatoren (lat.), Beamte der päpstlichen Kanzlei, welche die Entwürfe zu den Bullen fertigen.