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Abbildungen bis Abbrand (Bd. 1, Sp. 15 bis 16)
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Artikelverweis Abbildungen. Die moderne deutsche Gesetzgebung unterscheidet A., die ihrem Hauptzweck nach als Kunstwerke anzusehen sind, d. h. hauptsächlich die Befriedigung des ästhetischen Gefühls des Beschauers bezwecken, und A. wissenschaftlicher oder technischer Art (einschließlich plastischer Darstellungen), die nicht ihrem Hauptzweck nach als Kunstwerke zu betrachten sind. Während die letztern nach Maßgabe des Reichsgesetzes, betreffend das Urheberrecht an Werken der Literatur und der Tonkunst, vom 19. Juni 1901 geschützt werden, sind die erstern durch das Reichsgesetz, betreffend das Urheberrecht an Werken der bildenden Künste, vom 9. Jan. 1876 geschützt (vgl. Urheberrecht). Hinsichtlich unzüchtiger A. und Darstellungen vgl. Lex Heinze.
 
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Abbinden, chirurg. Operation, durch die Polypen des Rachens, Ohres, der Nase und andre kleine Gewächse unblutig entfernt werden. Man legt einen starken Faden aus Seide oder einen Draht um die Basis des zu entfernenden Gebildes und zieht die Schlinge fest zu. Hierbei wird der Stil der Geschwulst sofort abgeschnürt, oder die in ihm enthaltenen Blutgefäße werden so stark zusammengedrückt, daß die Geschwulst abstirbt und nach einigen Tagen abfällt. Größere, mit breiter Basis aufsitzende oder schwer zugängliche

[Bd. 1, Sp. 16]


Aftergebilde werden (heute kaum noch) mittels eines Schlingenschnürers ( Meyers Ekraseurs, s. d.) abgequetscht; vgl. auch Galvanokaustik. In der Technik heißt A. das Zusammenlegen der Teile einer Holzkonstruktion und das Bearbeiten ihrer Verbindungen auf dem Werkplatze vor der Überführung auf den Bau. A. (Abpinnen) auch: mit dem Abbindhammer Figuren aus Blech treiben.
 
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Abbisse (Absprünge), kurze, meist jüngere Baumtriebe, die durch den Eingriff von Tieren vom Baum abgelöst werden. An Fichten und Tannen werden die A. von Eichhörnchen behufs Ausfressens der Knospen hervorgebracht; an Kiefern brechen Triebe an den Bohrstellen ab, die der Kiefernmarkkäfer (Hylesinus piniperda) erzeugt hat. Vgl. Absprünge.
 
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Abbißkraut, s. Succisa.
 
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Abbitte (lat. Deprecatio injuriae), demütigende Bitte um Verzeihung der zugefügten Ehrenkränkung, im ältern deutschen Strafverfahren eine Privatstrafe, auf die bei Ehrverletzungen entweder allein oder neben einer Geldstrafe und neben Ehrenerklärung und Meyers Widerruf (s. d.) erkannt zu werden pflegte. Von der heutigen Gesetzgebung, so durch das österreichische und das deutsche Strafgesetzbuch, ist die A. beseitigt; der Schweizer Vorentwurf eines Strafgesetzbuchs (1896) kennt jedoch in Artikel 132 die A. als Strafausschließungsgrund bei übler Nachrede aus verzeihlichem Irrtum. Das deutsche Strafgesetzbuch setzt bei Beleidigungen neben Geldstrafe, Hast und Gefängnis nur in bestimmten Fällen eine an den Verletzten zu entrichtende Buße fest und gestattet nur bei öffentlichen oder durch Verbreitung von Schriften, Darstellungen oder Abbildungen begangenen Beleidigungen eine besondere Genugtuung für den Beleidigten durch öffentliche Bekanntmachung des Strafurteils in Tagesblättern etc. auf Kosten des Beleidigers. Letzteres gilt auch nach dem österreichischen Strafgesetz. S. Meyers Beleidigung.
 
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Abblasen, Hornsignal für das Ende der Treibjagd. A. der Dampfkessel und Ventile, s. Meyers Dampfkessel und Meyers Sicherheitsventil.
 
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Abblatten, Abnehmen der Blätter von Rüben, Kartoffeln, Kraut etc. behufs Gewinnung von Viehfutter, am unschädlichsten kurz vor der Ernte. Frühes A. beeinträchtigt den Zucker-, bez. Stärkegehalt.
 
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Abbot (spr. äbbet), 1) Robert, geb. um 1560, gest. 2. März 1618; seit 1615 Bischof von Salisbury, stand in Gunst bei Jakob I. Er schrieb Streitschriften gegen den Katholizismus und für die königliche Gewalt.
   2) George, engl. Prälat, Bruder des vorigen, geb. 29. Okt. 1562, gest. 4. Aug. 1633,1609 Bischof von Coventry, 1610 von London, seit 1611 Erzbischof von Canterbury, trug zu der 1610 erfolgten Einführung der Episkopalkirche in Schottland bei und wirkte 1612 für die Vermählung der Prinzessin Elisabeth mit dem Kurfürsten Friedrich V. von der Pfalz. Unter Karl I. verlor er seinen Einfluß.
   3) Charles, Lord Colchester, s. Meyers Colchester.
 
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Abbotsford (spr. äbbetsförd), ehemaliger Landsitz Walter Scotts in Roxburghshire (Schottland), am Tweed, unfern der Stadt Melrose, ursprünglich ein Bauernhof, den Scott 1811 kaufte, und auf dem er ein gewaltiges Bauwerk im mittelalterlichen Schloßstil ausführte. A. ist äußerst romantisch gelegen, enthält reiche Sammlungen von Gemälden, Antiquitäten, Büchern, Manuskripten und gehört der Urenkelin des Dichters, Mrs. Maxwell-Scott. Der auf A. gegründete Baronetstitel der Familie erlosch schon 1847 mit dem Tode des letzten Sohnes Walter Scotts. Eine Beschreibung des Schlosses lieferte W. Irving in den »Miscellanies«.
 
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Abbott, Jakob, amerikan. Jugendschriftsteller, geb. 14. Nov. 1803 in Hallowell (Maine), gest. 31. Okt. 1879 in Farmington, war Lehrer und Geistlicher und veröffentlichte an 200 Bände Jugendschriften, unter ihnen die vielverbreiteten »Rollo Books«. Sein Sohn Lyman, geb. 1835 in Roxbury (Mass.), Geistlicher, jetzt Herausgeber von »The Outlook« in New York, schrieb ein »Life of Christ« (1894), »Evolution of Christianity« (1896) u. a.
 
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Abbrand, beim Erhitzen von Eisen, Kupfer an der Luft sich bildendes Oxyd (Hammerschlag); der Verlust, den das Metall hierbei erleidet.