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Abbescher Apparat bis Abblatten (Bd. 1, Sp. 15 bis 16)
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Artikelverweis Abbescher Apparat, s. Meyers Mikroskop.
 
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Abbeville (spr. abb'wil'), 1) Arrondissementshauptstadt im franz. Departement Somme, am Flusse Somme, Knotenpunkt der Nordbahn, hat eine gotische Kirche (St. Vulfran) mit prächtiger Fassade, eine Statue von Lesueur, einen Hafen und zählt (1901) 20,309 Einw., die Flachsspinnerei, Fabrikation von Segeltuch, Seilerwaren, Teppichen und Zucker, Schiffbau und Getreidehandel treiben. A. hat ein College, ein naturhistorisches und archäologisches Museum, eine Bibliothek, ein Theater und ist Sitz eines Handelsgerichts. A., die alte, ehemals befestigte Hauptstadt der Grafschaft Ponthieu, gehörte ursprünglich der Abtei St.-Riquier (daher Abbatis villa) und wurde 1130 Stadt. 2) Hauptstadt der Grafschaft A. im nordamerikan. Staate Südcarolina, nordwestlich von Columbia, mit Bahnkreuzung, Baumwollhandel und (1900) 3766 Einw.
 
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Abbiātegrasso, Kreishauptstadt in der ital. Provinz Mailand, am Naviglio Grande und Naviglio di Bereguardo sowie an der Eisenbahn Mailand-Mortara gelegen, hat eine Kirche mit schöner Fassade, Spinnerei, Viehzucht, Reisbau und (1901) ca. 6000 (als Gemeinde 12,166) Einw. 1167 wurde A. von Kaiser Friedrich I. und 1245 von Friedrich II. erobert. M. Visconti schlug hier 1313 die Guelfen, Giovanni de' Medici 1524 die Franzosen.
 
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Abbiegen und Abbrechen; zwei Manipulationen bei der Dressur des Pferdes, um die Beweglichkeit zwischen Kopf und Hals desselben und deren Stellung zueinander zu verbessern.
 
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Abbildungen. Die moderne deutsche Gesetzgebung unterscheidet A., die ihrem Hauptzweck nach als Kunstwerke anzusehen sind, d. h. hauptsächlich die Befriedigung des ästhetischen Gefühls des Beschauers bezwecken, und A. wissenschaftlicher oder technischer Art (einschließlich plastischer Darstellungen), die nicht ihrem Hauptzweck nach als Kunstwerke zu betrachten sind. Während die letztern nach Maßgabe des Reichsgesetzes, betreffend das Urheberrecht an Werken der Literatur und der Tonkunst, vom 19. Juni 1901 geschützt werden, sind die erstern durch das Reichsgesetz, betreffend das Urheberrecht an Werken der bildenden Künste, vom 9. Jan. 1876 geschützt (vgl. Urheberrecht). Hinsichtlich unzüchtiger A. und Darstellungen vgl. Lex Heinze.
 
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Abbinden, chirurg. Operation, durch die Polypen des Rachens, Ohres, der Nase und andre kleine Gewächse unblutig entfernt werden. Man legt einen starken Faden aus Seide oder einen Draht um die Basis des zu entfernenden Gebildes und zieht die Schlinge fest zu. Hierbei wird der Stil der Geschwulst sofort abgeschnürt, oder die in ihm enthaltenen Blutgefäße werden so stark zusammengedrückt, daß die Geschwulst abstirbt und nach einigen Tagen abfällt. Größere, mit breiter Basis aufsitzende oder schwer zugängliche

[Bd. 1, Sp. 16]


Aftergebilde werden (heute kaum noch) mittels eines Schlingenschnürers ( Meyers Ekraseurs, s. d.) abgequetscht; vgl. auch Galvanokaustik. In der Technik heißt A. das Zusammenlegen der Teile einer Holzkonstruktion und das Bearbeiten ihrer Verbindungen auf dem Werkplatze vor der Überführung auf den Bau. A. (Abpinnen) auch: mit dem Abbindhammer Figuren aus Blech treiben.
 
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Abbisse (Absprünge), kurze, meist jüngere Baumtriebe, die durch den Eingriff von Tieren vom Baum abgelöst werden. An Fichten und Tannen werden die A. von Eichhörnchen behufs Ausfressens der Knospen hervorgebracht; an Kiefern brechen Triebe an den Bohrstellen ab, die der Kiefernmarkkäfer (Hylesinus piniperda) erzeugt hat. Vgl. Absprünge.
 
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Abbißkraut, s. Succisa.
 
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Abbitte (lat. Deprecatio injuriae), demütigende Bitte um Verzeihung der zugefügten Ehrenkränkung, im ältern deutschen Strafverfahren eine Privatstrafe, auf die bei Ehrverletzungen entweder allein oder neben einer Geldstrafe und neben Ehrenerklärung und Meyers Widerruf (s. d.) erkannt zu werden pflegte. Von der heutigen Gesetzgebung, so durch das österreichische und das deutsche Strafgesetzbuch, ist die A. beseitigt; der Schweizer Vorentwurf eines Strafgesetzbuchs (1896) kennt jedoch in Artikel 132 die A. als Strafausschließungsgrund bei übler Nachrede aus verzeihlichem Irrtum. Das deutsche Strafgesetzbuch setzt bei Beleidigungen neben Geldstrafe, Hast und Gefängnis nur in bestimmten Fällen eine an den Verletzten zu entrichtende Buße fest und gestattet nur bei öffentlichen oder durch Verbreitung von Schriften, Darstellungen oder Abbildungen begangenen Beleidigungen eine besondere Genugtuung für den Beleidigten durch öffentliche Bekanntmachung des Strafurteils in Tagesblättern etc. auf Kosten des Beleidigers. Letzteres gilt auch nach dem österreichischen Strafgesetz. S. Meyers Beleidigung.
 
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Abblasen, Hornsignal für das Ende der Treibjagd. A. der Dampfkessel und Ventile, s. Meyers Dampfkessel und Meyers Sicherheitsventil.
 
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Abblatten, Abnehmen der Blätter von Rüben, Kartoffeln, Kraut etc. behufs Gewinnung von Viehfutter, am unschädlichsten kurz vor der Ernte. Frühes A. beeinträchtigt den Zucker-, bez. Stärkegehalt.