Wörterbuchnetz
Meyers Großes Konversationslexikon Bibliographische AngabenLogo textgrid zeno bmbf · Logo textgrid zeno bmbf · Logo textgrid zeno bmbf
 
Abauj-Torna bis Abbaken (Bd. 1, Sp. 12 bis 13)
Abschnitt zurück Abschnitt vor
Artikelverweis Abauj-Torna (spr. ába-uj-), Komitat im nordöstlichen Ungarn, am rechten Theißufer (die 1881 vereinigten Komitate Abauj und Torna), grenzt an die Komitate Gömör, Zips, Sáros, Zemplin und Borsod, ist 3260 qkm (59,2 QM.) groß und hat (1900) 192,258 Einw., darunter 62 Proz. Ungarn, daneben Slowaken (in den Bergen) und teilweise auch Deutsche.
 
Artikelverweis 
Abazes, s. Meyers Abassi.
 
Artikelverweis 
Abba (hebräisch-chald., »Vater«), in jüdischen und altchristlichen Gebeten Anrede an Gott (s. Meyers Jesus Christus), dann in morgenländischen Kirchen Titel der Bischöfe und Patriarchen.
 
Artikelverweis 
Abbach (Abach), Flecken im bayr. Regbez. Niederbayern, Bezirksamt Kelheim, an der Donau und der Staatsbahnlinie Regensburg-Augsburg, hat eine schöne kath. Kirche, Steinbrüche, Wollspinnerei und (1900) 1188 Einw. Die Heinrichsburg, Geburtsstätte

[Bd. 1, Sp. 13]


Kaiser Heinrichs II., liegt bis auf den mächtigen Wartturm jetzt in Trümmern. Das Wildbad ist eine kalte alkalisch-muriatische Schwefelquelle, die gegen Gicht, Rheumatismus, Hautkrankheiten, Uterusleiden etc. gebraucht wird. Im nahen Oberndorf ward 1209 Otto von Wittelsbach durch Kalatin von Pappenheim erschlagen.
 
Artikelverweis 
Abbâd el Motadid, s. Meyers Abbadiden.
 
Artikelverweis 
Abbadiden (Abaditen), arab. Dynastie, die 102391 zu Sevilla herrschte. Gründer derselben war Mohammed aus dem Hause der Abbâd, der als Kadi von Sevilla beim Zusammenbruch des Kalifats von Cordoba an die Spitze der Stadt trat. Er und sein Sohn Abbâd el Motadid, der nach ihm 104269 regierte, unterwarfen eine Anzahl der benachbarten muslimischen Kleinstaaten und brachten Sevilla zur höchsten Blüte. Abbâds Sohn el Motamid (106991) besetzte 1070 noch Cordoba, geriet aber durch die Fortschritte der Christen unter Alfons VI. in Bedrängnis. Der von ihm zu Hilfe gerufene Almoravide (s. d.) Jusuf ibn Taschfîn von Marokko schlug Alfons bei Sallâka (23. Okt. 1086), beraubte aber 1091, wie die übrigen Emire, so auch den Motamid der Herrschaft. Motamid war ein Freund der Künste und Wissenschaften und selbst ein bedeutender Dichter. Vgl. Dozy, Historia Abbadidarum (Leiden 18461863, 3 Bde.); Derselbe, Histoire des Musulmans d'Espagne, Bd. 4 (das. 1861; deutsch, Leipz. 1874).
 
Artikelverweis 
Abbadie, Antoine d', franz. Reisender, geb. 1810 in Dublin. gest. 19. März 1897 auf seinem Schloß Abbadia in den Pyrenäen, wurde mit seinem jüngern Bruder, Arnauld d'A., geb. 1815, in Frankreich erzogen, unternahm eine Reise nach Brasilien und mit seinem Bruder 183748 die Erforschung Abessiniens, auch der damals wenig bekannten südlichen Landschaften Enarea und Kassa. Ihre Reise war mit vielfachen Schwierigkeiten verknüpft; auch wurden sie in politische Umtriebe und in den Sturz der katholischen Missionare zu Adua verwickelt. Mit reichen wissenschaftlichen Schätzen aller Art, zahlreichen altäthiopischen Manuskripten und Vokabularien kehrten sie nach Frankreich zurück. Den zusammenfassenden Reisebericht lieferte Arnauld di A. in seinem Werk »Douze aus dans la Haute-Éthiopie« (Par. 1868, Bd. 1). Antoine, der bedeutendere der beiden Brüder, seit 1867 Mitglied der Akademie, veröffentlichte außer zerstreuten Aufsätzen: »Catalogue raisonné des manuscrits éthiopiens« (Par. 1859); »Géodésie d'Éthiopie« (186073); »Observations relatives á la physique du globe faites an Brésil et en Éthiopie« (1873); »Dictionnaire de la langue Amarinna« (1881); von der »Géographie de l'Éthiopie: ce que j'ai entendu, etc.«, einer bunten Zusammenstellung von Mitteilungen der Eingebornen, Nachrichten andrer Reisender etc., erschien nur der erste Band (1890). Sein Vermögen und die auf seinem Schloß errichtete Privatsternwarte vermachte er der französischen Akademie.
 
Artikelverweis 
Abbadōna, in Klopstocks »Messias« ein Teufel, der den Abfall von Gott bereut und schließlich beim Weltgericht begnadigt wird.
 
Artikelverweis 
Abba Garima, Ort in der abessin. Landschaft Tigré, 9 km östlich von Adua, Mittelpunkt der Schlacht von Adua oder A., in der am 1. März 1896 die Italiener eine vernichtende Niederlage durch die Abessinier erlitten (s. Meyers Abessinien).
 
Artikelverweis 
Abbajek, s. Meyers Aba.
 
Artikelverweis 
Abbaken, die Kanten eines Fahrwassers mit Baken bezeichnen.