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Abano Bagni bis Abate (Bd. 1, Sp. 12)
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Artikelverweis Abano Bagni (spr. ábano bannji), Marktflecken in der ital. Provinz und dem Distrikt Padua, am Fuß der Euganeischen Hügel und an der Eisenbahn Padua-Bologna, mit (1901) ca. 800 (als Gemeinde 4556) Einw., berühmt durch seine schon den Römern als Fons Aponi oder Aquae Patavinae bekannten Thermen (gipshaltige Kochsalzquellen von 3783°), die aus dem Monte Irone entspringen und neun Badeanstalten versehen.
 
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A-bantu, Völker, s. Meyers Bantu.
 
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Abarbanel (Abravanel), Isak ben Jehuda, geb. 1437 in Lissabon, gest. 1508 in Venedig, der berühmteste Sproß eines vornehmen jüdischen Geschlechts in Spanien. Sein Wissen, sein Reichtum und sein Charakter gewannen ihm die Gunst Alfons' V., Königs von Portugal. Als 1481 Johann II. den Herzog Ferdinand von Braganza aufheben ließ, ward A. als Mitverschwörer angeklagt und mußte nach Kastilien fliehen, wo er sich in Toledo literarisch beschäftigte. Von 1484 bis zur Vertreibung der Juden aus Spanien (1492) war A. am Hofe Ferdinands des Katholischen Finanzminister. 1493 kam er nach Neapel, woselbst ihn Ferdinand I. und Alfons II. begünstigten, flüchtete aber vor Karl VIII, nach Venedig. Er ward in Padua begraben. Er schrieb Bibelerklärungen und religionsphilosophische Arbeiten (Kommentar zu Maimonides' »More«, kleinere selbständige Schriften u. a.). Isaks ältester Sohn, Juda Leon (Leo Hebräus), Arzt und Philosoph, Freund des Pico von Mirandola, verfaßte das einst vielgelesene und in verschiedene Sprachen übersetzte Buch »Dialoghi di amore« (Rom 1535 u. ö.). Vgl. Zimmelo, Leo Hebräus, ein jüdischer Philosoph der Renaissance (Bresl. 1886).
 
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Abarim, im Altertum Name des Gebirges von Moab (Palästina), östlich vom Toten Meer. Von einem Gipfel des Pisga genannten nördlichen Teiles desselben (Nebo) überschaute Moses das Gelobte Land.
 
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Abart, s. Meyers Art. Abarten, s. Meyers Abändern.
 
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Abasa, Alexander Aggejewitsch, russ. Staatsmann, geb. 5. Aug. 1821, gest. 6. Febr. 1895 in Nizza, beförderte die liberalen Pläne Alexanders II. Er war vom November 1880 bis Mai 1881 Finanzminister, von 188293 Präsident der dritten Abteilung des Reichsrats, Staatssekretär und 1892 einige Zeit Präsident des Ministerrates.
 
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Abascál, José Fernando, Marques de la Concordia, geb. 1743 in Oviedo, gest. 30. Juni 1821 in Madrid, trat 1762 in spanischen Heeresdienst, wurde 1796 Gouverneur von Cuba und 1804 Vizekönig von Peru. Er blieb beim Abfall der Kolonien dem Mutterlande treu und unterstützte die Cortes im Kampfe gegen Napoleon mit Geld und Kriegsmitteln, regierte aber sonst fast selbständig. Indem er die bisherigen sozialen Schranken vielfach niederbrach, gewann er das Vertrauen der Peruaner. Während der zwölf Jahre seiner Verwaltung (bis 1816) war Ruhe in Peru; den Aufständischen in Buenos Aires, Chile und Neugranada trat A. vielfach mit Erfolg entgegen.
 
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Abasīe (griech.), Unvermögen, zu gehen, oft verbunden mit Astasie, dem Unvermögen, zu stehen (Abasie-Astasie), trotz erhaltener Empfindung, motorischer Kraft und Koordination der sonstigen Bewegungen der Beine, kommt bei Hysterischen vor und beruht auf Willensschwäche, bez. Autosuggestion. Durch Schreck, bei plötzlicher Notwendigkeit, zu gehen, oder gegenüber energischem fremden Willen verschwindet der Zustand, kehrt aber zuweilen bei schädlicher Autosuggestion oder Schwächung der Willenskraft durch allzu »liebevolle« Behandlung wieder.
 
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Abasiner (Abasa), Bergvolk in den Kreisen Maikop und Batalpaschinsk der russisch-kaukas. Provinz Kuban. Sie sind verwandt mit den Meyers Abchasen (s. d.).
 
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Abassi (Abbasy, Abassen), pers. Gewicht von 5 Sihr, als Münze = 1 türk. Piaster = 4 Schahis; Rechnungsmünze in Khiwa = 1/14 Tilla. In Rußland (Abazes in Georgien) Scheidemünze von 20 Kopeken.
 
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Abate (Abbate, ital.), s. Meyers Abbé.